Rüden unter sich oder wie ist ein zusammen leben mit mehreren Rüden?

casabianca
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 3742
+ 4
Hallo,

ich kann mich Tina eigentlich in allen Punkten anschliessen. Allerdings kann man bei einer Rudelhaltung nicht alles und nicht immer kontrollieren. Ich lasse also bis zu einem gewissen Punkt, nennen wir es mal in abgeschwaechter Form "Rudel-Kommunikation", zu. Denn obwohl der Halter natuerlich nach meiner Ansicht der "Rudelfuehrer" sein sollte, bilden sich dennoch hierarchische Strukturen innerhalb eines Rudels und auch unter Hunden, die sich oefters zum gemeinsamen Spaziergang/Spiel treffen.

Man muss schon genau hinschauen, wenn man herauskriegen will, ob eine Auseinandersetzung in einen wirklich schlimmen Kampf enden kann oder es sich wirklich nur um eine kurze Klarstellung ohne wirkliche Verletzungen handelt. Oder man laesst nicht mal das zu und das ist eigentlich nicht meine "Philosophie"

Ich gestehe aber, dass ich einige Jahre gebraucht habe, meine Hunde wirklich zu verstehen, gerade im Zusammenhang mit Rangordnungsablaeufen. Sobald man da naemlich das menschliche Denken einschaltet (Gerechtigkeit, Gleichberechtigung usw), also allzu menschlich denkt, macht man Fehler, die zukuenftig evt. sogar zu noch heftigeren Auseinandersetzungen fuehren koennen.

Ich selber halte 3 Rueden und 3 Huendinnen unterschiedlichen Alters, keiner ist kastriert. Zwischen zwei meiner Rueden gab es Auseinandersetzungen als der eine geschlechtsreif wurde. Anfaenglich waren das "nur" Komments, also es endete nie in einem Kampf. Ich hoffte, dass die beiden das so hinkriegen, da das bei meinem Weibern auch so funktioniert hat.
Dann dachte ich, ok, einmal muessen die das ausfechten. Es kam zum ersten Kampf, den ich nach eine Weile unterbrechen musste, da Verletzungen entstanden sind. Also dachte ich, ok, leider konnten sie durch meinen Abbruch keine "Entscheidung treffen", also liess ich einen zweiten Kampf zu, den ich wieder abbrechen musste.

Der kleinere von beiden (15 kg) wurde vom Grossen (damals 40kg) unterworfen. Fuer die "Beobachter" war klar, wer gewonnen hatte. Aber der "Kleine" gab nicht auf. Er lag auf dem Ruecken und tackerte dem anderen weiterhin die Beine. Und das war dann Anreiz den Unterworfenen weiterhin den Hals zu bearbeiten. Also kein Ende in Sicht und ich trennte wieder beide. TA, zusammenflicken.... damit war meine Entscheidung getroffen: Ich dulde zwischen den beiden Kontrahenten keine weiteren Auseinandersetzungen und alle "Noeseleien" sollten schon im Ansatz streng unterbunden werden.

Das habe ich durchgezogen und heute koennen wir alle zusammen entspannte Spaziergaenge machen, sie duerfen auch unter Aufsicht zusammen im Garten sein. Aber waehrend der Laeufigkeiten, also wenn es um die "Ressource" Huendin geht, muss ich sie strikt trennen.
Segue l’amico delle greggi, il forte Animoso mastin, di ferree punte Armato il breve collo: abil difesa Incontro al lupo assalitor. Robuste E nervose le membra, e scintillanti Abbia gli occhi, e mantel bianco, Convolto di pelo assa, che dalle Acute il salvi scane de’ lupi, e si’ li Cacci e assalti. (C. Arici, 1824, La Pastorizia)
Piggeldy
  • Begleithund
Beiträge: 1441
Schade,...kümmt nix....

Interessantes Thema, Tina

Verwunderlich ist nur, daß es doch oft diese "Konfrontationen" sind, die so manchem Halter Probleme bereiten, worauf sie sich dann ratsuchend an das Forum wenden....

Hätte mich wirklich mal interessiert, wie denn Andere damit umgehen.
Hunde sind bodenständig, der Mensch ist abgehoben (Michael Grewe)
Sweethexe2007
  • Forenwelpe
Beiträge: 27
+ 1
Ich halte derzeit zwei Rüden zu Hause. Einen kastriert, einen unkastriert. Obwohl mein älterer vollwertiger Rüde recht dominant ist, akzeptiert er meinen anderen kastrierten Rüden als Chef. Beide leben recht friedlich zusammen - außer es geht um Futter - da kennt mein Kastrat keinen Spaß.
Warum ich meinen zweiten, jüngeren Rüden habe kastrieren lassen? Weil er im jungen Alter schon zu "Mobbing" neigte und ziemlich domimant auf andere Rüden zuging. Außerdem fing er an Hündinnen für sich zu entdecken & zwei dominante unkastrierte Rüden hätten sich keinesfalls in einem Haushalt akzeptiert. Also ich denke, dass wäre in blutigen Auseinandersetzungen geendet, was ich nicht wollte. Dennoch bin ich froh, dass mein Kastrat nicht zu einem "Weichei" mutiert ist. Ich habe das Gefühl, dass ich ihn genau zu einem perfekten Zeitpunkt habe kastrieren lassen. Nicht zu früh & nicht zu spät.

Nun zum eigentlichen Thema: Die beiden Rüden, die mit einer kastrierten Hündin laufen sollen:
Meine Freundin besitzt einen Berner Sennenhund, welcher oft zu besuch kommt. Er ist ebenfalls ein unkastrierter Rüde. Wir gehen oft zusammen spazieren & die drei verstehen sich sehr gut. Selten kommt es zu Spielen miteinander, weil nur mein Kastrat zum spielerischen Raufen aufgelegt ist Bei Hündinnen, welche mitlaufen gibt es in den meisten Fällen keinen Stress. Bei läufigen Hündinnen ist es dann schon etwas anders und es kommt bei Kontakt zwischen allen zu Stress.
Bei kastrierten Hündinnes ist das zusammen laufen gar kein Problem. Die Rangordnung ist zwischen allen festgelegt & jeder hält sich dran Vllt. liegt es aber auch am mangelnden Interesse meines Kastraten an der "Ressourcenverteidigung" seiner Hündin. Lediglich bei "seiner" besten Freundin verteidigt er diese vor anderen Rüden. Hier kann es auch zu Stress kommen.
Piggeldy
  • Begleithund
Beiträge: 1441
Hallo,
wie alt war dein Rüde denn, als du ihn hast kastrieren lassen?

Ich finde, das ist keine einfache Entscheidung...das "Wann"
Hunde sind bodenständig, der Mensch ist abgehoben (Michael Grewe)
Sweethexe2007
  • Forenwelpe
Beiträge: 27
Mein Rüde war 1 1/2 Jahre alt, als er kastriert wurde. Ich glaube aber, das kann man nicht richtig vom Alter abschätzen, sondern man muss es vom Verhalten her einschätzen. Ich habe einen Zeitraum bemerkt, wo er sich zusehens domimant verhalten hat, alles angepöbelt hat und angefangen hat viel zu markieren. Klar kann man das mit sehr guter Erziehung unter Kontrolle halten, aber im Grunde halte ich es nur für einen negativen Aspekt diese Triebe zu unterdrücken.
Daher hab ich die Entscheidung getroffen ihn kastrieren zu lassen. Zumal ich um meinen andere Rüden fürchtete, der sich ebenfalls immer mehr mit ihm zoffte.
Heute ist er perfekt. Er ist immernoch ein kleiner Macho manchen Rüden gegenüber, aber er weiß auch, dass wenn ich "nein" sage, er die Klappe zu halten hat. Gegenüber läufigen Hündinnen ist er total unkompliziert und besteigt diese nicht.
Tipsy1984
  • Forenwelpe
Beiträge: 21
ich habe auch 2 rüden zuhause und beide sind nicht kastriert, aber es funktioniert super...
sie können schon gar nicht mehr ohne einander...
Piggeldy
  • Begleithund
Beiträge: 1441
hallo Tipsy,

das ist schön

Bei euch sind auch Grundvorausstzungen vorhanden, die einfach "stimmen".
Beide Jungs sind wohl noch sehr jung, einer von ihnen ein Whippet.
Whippets sind im Vergleich zu vielen anderen Rassen sehr sanft und oftmals veträglich, von daher bestens zur Gruppenhaltung, auch mit ständig wechselnden, bis dahin unbekannten Rüden zu halten.

Zudem ist es immer ein Riesenvorteil, wenn 2 Jungs gemeinsam in einem Haushalt aufwachsen, sich schon vor der Pubertät kennenlernen konnten.
Hunde sind bodenständig, der Mensch ist abgehoben (Michael Grewe)
bluedance
  • Forenwelpe
Beiträge: 132
Meine Freundin hat auch 2 Rüden (kastriert) funktioniert super, keine Probleme.
Bei meinem Rüden ist es anders, er geht auf alles ob Rüde oder Hündin.
Nur ein ausgeglichener Hund ist ein wahrer Freund
Windhundfrau
  • Forenwelpe
Beiträge: 3
Bei mir ist das wieder anders: Ich habe zwei Rüden, kastriert und eine kastrierte Hündin. Der eine Rüde, ein Galgo, lebt seit ca. 7 Jahren bei uns, die Hündin seit 8 Jahren. Die beiden sind wie ein altes, platonisches Ehepaar.
Seit zwei Jahren habe ich nun immer wieder Pflegehunde aus Ungarn aufgepäppelt (Hündinnen). Im Februar d.J. kam ein frisch kastrierter Puli-Rüde zu uns (geschätzt auf 2 Jahre).
Anfangs ordnete sich der Kleine problemlos unter - inzwischen kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, daß er den Alten vom Sockel stoßen will. Nicht daß es nach Beißerei aussieht, aber Provokation, oh ja. Der Kleine legt sich z.B. in das Körbchen vom Großen. Der steht dann daneben, schaut mich an, und ist froh, wenn ich das für ihn regle.
Manchmal kläfft der Kleine ihn im Freilauf an, daß der Windhund genervt zupackt. Es schaut aber so aus, als gefiele es dem Puli noch, daß er wenigstens ein wenig mit ihm läuft. Verletzt hat er ihn übrigens noch nie. Er mußte höchstens hinterher mit den Haaren zwischen seinen Zähnen kämpfen...
Manchmal bleibt der Galgo aber auch stehen, schaut in meine Richtung und heult bis ich den Puli abrufe. Da wirkt er dann recht hilflos. Ich muß noch dazusagen, daß mein alter Galgo ca. 11 oder 12 Jahre alt sein dürfte.

Kann mir bitte jemand einen Tipp geben, wie ich damit umgehe? Bisher mach ich das nach Bauchgefühl. Wenn's mir zu heftig wird, geh' ich dazwischen, rufe also den jüngeren Rüden ab, um den Älteren zu "schützen".
Diaz_Rangarig
  • Forenwelpe
Beiträge: 26
Ich finde das Thema interessant und würde mich über weitere Antworten freuen.
Ich halte derzeit 4 Rüden ( 10 J. -kastriert; 9 J. -intakt; 7 J.-kastriert; 2 J. -intakt ) / 1 Hündin ( 8 J. -kastriert ), alle Hunde zogen bereits im Welpenalter ein.
Das "sagen" haben die Hündin und der älteste Rüde. Die Hündin hat einen recht schwierigen Charakter, lässt sich aber mittlerweile sehr gut führen, Freilauf mit bekannten/ unbekannten Hunden funktioniert recht problemlos, allerdings müssen dabei in den Anfangsmomenten, besonders bei der Hündin, Imponiergehabe und Konfliktsituationen konsequent unterbunden werden.
Sie neigt zum mobben und versucht systematisch, jede vorhandene Struktur zu ihren Gunsten zu verändern, ist sehr von sich überzeugt und setzt sich im Allgemeinen immer, ausnahmslos bei anderen Hunden durch.
Die Rüden sind alle wesentlich "einfacher gestrickt" und relativ einfach zu handhaben, im Kontakt mit Fremdhunden beschränken Sie sich auf eine kurze Klärung und gehen ansonsten stressigen Situationen aus dem Weg.
Geht allerdings ein Fremdhund gezielt, ernsthaft und massiv ein Mitglied des Rudels an, halten Sie zusammen und die Hündin ist die erste, die sich dazwischen stellt.

Fremdhunde/Pflegehunde kann ich problemlos auch Zuhause ins Rudel integrieren, dabei spielt das Geschlecht eine absolut untergeordnete Rolle, selbst wenn der Daueraufenthalt mehrere Monate beträgt.
Die Stimmung zwischen den Hunden ist relativ entspannt, eine gewisse "Rudelsprache" lasse ich zu und kleinere Konflikte werden hundeintern geregelt, sollte es zu wirklichen Konfliktsituationen kommen, wird das allerdings ohne Umwege unterbunden.
Wer Würmer hat, ist nie allein.
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