Rolleinen verschrotten ?

benchen
  • Begleithund
Beiträge: 896
+ 1
Für alle Berliner - neues Hundegesetz. Alle Hunde überall an die 2 - m - Leine.
Und nu ? Müssen wir nun die Flexileinen verschrotten ? Die sind länger als 2 m.
Mein alter Opa eiert so gern an seiner Schnur in die Wiese. Ich lasse ihn eiern.
Angeblich Kontrollen durch das Ordnungsamt. Ich wette - das wird genauso ein Geschluder wie die Jahre vorher.
halunke
  • Begleithund
Beiträge: 1220
+ 1
jupp, jede wette...
Viele Leute glauben zu denken, wenn sie lediglich ihre Vorurteile neu ordnen!
-William James-
Shibaherz
Beiträge: 20679
Ja, das neue Hundegesetz. Geht mir über die Hutschnur! Soll ab 2016 gelten.
Die Politik hat zwar auch an Omas und Opis (zähle mich dazu, also alle über 60) gedacht. (Nur so ein Gedanke, es gibt da kein Mindestalter ) Die können sich den "Sachkundenachweis" beim Bezirksamt abholen. Gebühr 5-10 €. Voraussetzung: Man hält den Hund mindestens 3 Jahre, der Hund war bisher brav (d. h. ist nicht auffällig geworden durch Beißvorfälle oder dergleichen) und man hat nachweislich immer seine Steuern hier in Berlin bezahlt.
Gleichzeitg äußert sich der Senator Heilmann so kindisch: "Wir wollen, dass möglichst viele Halter einen Hundeführerschein machen". Der soll aber 80-100 € kosten.
Ja welche Option ist da wohl die attraktivere



...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
christianeadler
  • Moderator
Beiträge: 20211
+ 3
Die armen Berliner Hunde tun mir auch leid, aber diese Entwicklung war doch schon lange überfällig. Wir haben in NRW solche gesetzlichen Regelungen seit fünfzehn Jahren, und selbst vergleichsweise dünn besiedelte Bundesländer wie Niedersachsen haben eine Registrierungs- und Führerscheinpflicht. Da war es doch wohl klar, dass die hundertausend Hauptstadthunde nicht unbehelligt bleiben.
Als 2000 die ersten Hundeverordnungen im Eilverfahren auf den Weg gebracht wurden, hätte man nationale Solidarität unter Hundehaltern erhofft und gebrauchen können. Inzwischen geht es mMn nur noch um Schadensbegrenzung, um überhaupt noch eine halbwegs artgerechte Hundehaltung zu ermöglichen.
Und da finde ich Berlin gar nicht mal so schlimm. Die Bezirke wurden angewiesen, für weitere Auslaufflächen zu sorgen. Der Sachkundenachweis befreit von Auflagen. Davon können wir in NRW nur träumen.
Tierhalter.... was für ein Wort? Aber leider trifft dies oft zu.... ein Mensch der das Tier davon ab-hält frei zu sein (Stefan Wittlin)
Terrortöle
  • Forenwelpe
Beiträge: 189
Dem kann ich nur zustimmen.
Ich bin froh in NRW ziemlich ländlich zu wohnen. Stadtnah oder in der Stadt bewegt man sich wirklich eigentlich immer im illegalen Bereich wenn man seinen Hund einigermaßen artgerecht halten will.
Offizielle Auslaufflächen in der Stadt sind homöopathisch klein und zugeschissen.
Kontrolliert wird reichlich.

LG Terrortöle
Shibaherz
Beiträge: 20679
Ach was, der Sinn des Ganzen besteht doch nicht darin, "überhaupt noch eine halbwegs artgerechte Hundehaltung zu ermöglichen". Sondern darin, dass für die vielen vielen in Berlin nicht gemeldeten Hunde endlich Steuern bezahlt werden, und das bekanntlich nicht zu knapp. Und natürlich in einer Beruhigungsgeste gegenüber den vielen Hundefeinden wegen des Hundekots auf den Gehsteigen.

Man kann die Situation hier in der Stadt einfach nicht mit der auf dem platten Land vergleichen.

"Weitere Auslaufflächen", dass ich nicht lache. Hier fährt keiner unter der Woche nach Britz, Buckow oder Lichtenrade-Süd. Berlin hat eine Flächenausdehnung von bis zu 50 Quadratkilometern. Gerade der Bezirk Zehlendorf-Steglitz dehnt sich sehr. Hier gibt es im Umkreis von 5 km oder mehr keine Auslauffläche. Die kann man sich in einem so dicht besiedelten Gebiet auch nicht einfach aus den Rippen schwitzen. Da müsste man schon Teile des Städtischen Friedhofs, der ohnehin partiell verwildert, umwidmen Oder Erholungsflächen, wie die Liegewiese am Insulaner, kappen. Beides für mich nicht vorstellbar.

Die Streifen vom Ordnungsamt werden tagsüber die Halter auf die vorgeschriebenen 2m-Leinen, auf Kotbeutel und Steuerzahlung kontrollieren und dabei reichlich kassieren. In der Dunkelheit sind sie dienstrechtentsprechend nicht unterwegs, und deswegen wird auch die Hundesch ... auf den Gehwegen nicht abnehmen.



...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
ari7101927
  • Forenwelpe
Beiträge: 4
Dann muss sich aber auch ehrlich gesagt der ein oder andere Hundehalter fragen, warum man sich so ein Tier anschafft, wenn man es nicht artgerecht (Auslauf) halten kann. Ohne den Dackelbesitzern zu nahe zu treten, aber alles was größer ist, braucht auch entsprechenden Auslauf. Mir kann keiner erzählen das sich Leute aus der Innenstadt 2-3 mal täglich auf den Weg machen um den Hund 1-2 Std. Auslauf( dazu zählt bestimmt nicht, ne Stunde angeleint durch bewohntes Gebiet zu latschen) zu gönnen. Von (Sozial)Kontakten mal ganz abgesehen.

Das Gesetze pauschal auf den Weg(verabschiedet) gebracht werden, ist eine Farce und nur beim deutschen Michel machbar. Manchen Politikern sollte man den Mist den sie verzapfen in Form von Hundekot um die Ohren hauen.

André
Zuletzt geändert am 21.02.2015 07:27 Uhr
Terrortöle
  • Forenwelpe
Beiträge: 189
Hallo,

als ich noch in der Stadt wohnte hatte ich keinen Hund. Klar wollte ich immer einen Hund, oder mehrere. Es wäre auch irgendwie gegangen, aber mein Hund sollte nicht den größten Teil des Tages in der Wohnung hocken und sich nur auf Seitenstreifen und in Parks an der Leine die Beine vertreten können.
Warum "Tierliebhaber" überhaupt mitten in der Großstadt Hunde halten erschließt sich mir nicht wirklich. Klar geht das, aber die Bereitschaft dann eben in den sauren Apfel zu beißen und mit dem Hund raus zu fahren ist wohl bei vielen nicht gegeben. Ich denke das hat schon etwas von Modeerscheinung und dazu passen halt auch die immer kleiner werdenden Tiere, die ja auch weniger Auslauf brauchen.
Für mich war klar das ich wenigstens an den Stadtrand ziehe bevor ein Hund angeschafft wird.
MMn gäbe es viele unsinnige Gesetze nicht wenn die Hundepopulation nicht so explosionsartig ansteigen würde und die Leute sich einfach mal bewusst machen würden was sie sich anschaffen und welche Bedürfnisse auch Tiere haben.
Nicht das ich mit den heutigen Gesetzen einverstanden wäre, aber verstehen kann ich teilweise schon wie sie zu Stande kommen.

LG Terrortöle
Shibaherz
Beiträge: 20679
Prinzipiell gebe ich Dir recht, Ari. Aber hier noch etwas Einblick in Berliner Verhältnisse:

Steglitz ist nicht Innenstadt und es ist nicht so, dass es hier keine Grünflächen gäbe. Die gibt es reichlich. Sie dienen aber anderen Zwecken. Leinengebot ist überall. Das aber nicht durchgesetzt werden kann.

Ganz in der Nähe gibt es eine Grünanlage von vlt. 600 x 200 m. Stellt Euch so ein Rechteck vor, darin ein kleineres von 400 x100 m. Das kleinere ist eine abgezäunte Laubenkolonie. Drum herum - Wiese, Bäume, Sträucher und eben der Weg - spazieren die Leute mit ihren unerlaubt frei laufenden Hunden. Jede Menge Sozialkontakte. Alles friedlich. Die Hunde erleichtern sich in dem vom Grünflächenamt zusammengeschobenen Laub vor dem rechts angrenzenden Friedhofszaun.
Die Leute aus dem Kiez führen ihre Hunde meist angeleint zu diesem "Auslaufgebiet", das offiziell keins ist.

Und apropos Friedhof, dessen Verwilderung zunimmt, man versucht ihr mit der Anlage großer Rasenflächen zu begegnen. Seine Randgebiete werden trotz Verbot zunehmend von Joggern, Radfahrern und eben auch Hundehaltern in Beschlag genommen. Man findet ja auch nur im Friedhof noch intakte Bänke, um sich zwischendurch mal auszuruhen. In den Parks und Grünanlagen werden sie beschmiert, demoliert, dann entfernt und nicht wieder ersetzt.



...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 21.02.2015 09:17 Uhr
Gast
+ 1
Hallo zusammen,
es können ja Protestaktionen gestartet werden. Man könnte z.B. ein Inserat schalten, das am Tag X im Monat Y die nicht mehr benutzbaren Flex- und Schleppleinen gegen Erstattung der Kosten in der Zeit von/bis Uhr im Rathaus abgegeben werden können.

Oder man sammelt die Leinen und übergibt sie aus Protest offiziell an die Verfasser dieser Verordnung mit dem Hinweis für fachgerechte Entsorgung zuständig zu sein (Facebook machst möglich)

last, but not least, Klage weil nicht artgerecht. Bei Schweinen wird Spielzeug im Stall gefordert, Hühner brauchen mehr Platz im Käfig usw. Alles unter der Prämisse der artgerechten Haltung. Aber das Lauftier Hund muss an eine kurze Leine. Ein guter Anwalt kann da schon mal im Vorfeld recherchieren.
Man sollte den Mist, den die Politiker hinterlassen, nicht einfach so hinnehmen.
LG, Alidasy mit Banditen
Zuletzt geändert am 21.02.2015 09:29 Uhr
Kostenlos anmelden
MY dogSpot - LOGIN
Passwort vergessen?
Gerade online
Elvi 12
Elvi 12Online seit
13 Minuten