Praktischer Tierschutz im Tierheim Berlin

CEEYEET
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@Catalou Seit dem 2. 11. reden wir uns hier die Köpfe heiß um die Absage die Behnchen vom Tierheim Berlin bekommen hat, einen Hund zu adoptieren.Das einzige ,was ich zu diesen Thema noch anmerken möchte ist: daß das Tierheim Berlin sehr verantwortungsvoll gehandelt hat und genau überprüft ,wen sie ihre Tiere in Obhut geben. Das finde ich lobenswert und umsichtig.Mehr habe ich zu diesem Thema hier nicht mehr zu sagen.
Shibaherz
Beiträge: 20678
Ja Christiane, Deine Überlegungen sind nachvollziehbar. Bloß hätte ihr das Berliner Tierheim wegen des „Animal hoarding“-Verdachts auch keinen kleineren Hund gegeben. Den „ruhigen Alltag“ für einen alten Hund stellt allerdings auch ein größeres Tierheim nicht verantwortungsvoll bereit. Und zur medizinischen Versorgung von Spike hat Benchen sich ja schon geäußert. Das verantwortungsvolle (?) Tierheim in Eisenhüttenstadt wusste nichts von Spikes Herzkrankheit, hat ihn nicht daraufhin untersuchen lassen. Die Behandlungskosten trägt nun Benchen allein.

Als „Waffe und Bedrohung“ setzen leider viele HH ihre Hunde ein, die sie sich problemlos außerhalb des Tierschutzes beschaffen. Diese Menschen kommen allerdings nicht auf die Idee, sich in Hundeforen wie unserem hier zu ihrem Verhalten zu äußern. (Aber es soll ja im Internet auch „Kampfhunde“-Foren geben )

Für mich geht es bei Benchens Äußerungen hier nicht darum, dass wir ihr einen Heiligenschein aufsetzen für ihre Tierverbundenheit, geschweige denn für ihre Nicht-Menschenverbundenheit. Sondern sie signalisieren für mich eine individuelle Notlage. Aus der heraus das Öffentlich-machen der Erfahrung von Zurückweisung und Ausschluss (wohlgemerkt nicht durch ein anderes Individuum, sondern durch eine anerkannte gesellschaftliche Institution) für sich genommen schon ein mutiger erster Schritt ist, der ohne ein Mindestmaß an Vertrauen in dieses Forum nicht möglich gewesen wäre. Natürlich, wir sind hier kein Verein von Sozialpsychologen. Wir haben das Recht, nur das Verhalten als solches zu sehen und uns für die Gründe nicht zu interessieren. Auch an Weihnachten.
Für beratungsresistent jedenfalls halte ich Benchen nicht.

@Catalou: Ich bin nicht der Meinung, dass man von Benchen verlangen kann, Spike an das Tierheim in Eisenhüttenstadt zurückzugeben.Ich denke, dass er es bei ihr besser hat als dort. O.k., sie macht evtl. Fehler (z.B. mit dem Radfahren). Das Beste wäre, sie würde hier jemanden mit Erfahrung mit alten Hunden als Freund(in) finden. Jemand, der hinter die Fassade sieht.
Wir leben beide in Berlin, wenn auch weit entfernt: ich im Südwesten, Benchen im Nordosten.
Und Mascha ist auch alt. Aber mir fehlt das Wissen. Mascha war - zum Glück - noch nie ernsthaft krank, und aggressiv ist sie auch nicht.

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 25.12.2016 09:02 Uhr
Catalou
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Beiträge: 1830
@ CEEYEET - ich habe nicht das Tierheim Berlin gemeint, sondern das Tierheim, von dem Spike vermittelt wurde

@ Shibaherz: Benchen wird sicherlich Spike nicht zurückgeben und das war von mir ironisch gemeint
Ich denke, dass es für den Hund schrecklich wäre, wieder in den Betonbunker mit brüllenden anderen Hunden zurück zu müssen.

Ansonst finde ich dein posting sehr schlüssig

Und ICH halte jetzt mal besser die Klappe

Schönen Christtag allseits
Zuletzt geändert am 25.12.2016 10:22 Uhr
struppilein
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Beiträge: 446
Original von Shibaherz:

@Catalou: Ich bin nicht der Meinung, dass man von Benchen verlangen kann, Spike an das Tierheim in Eisenhüttenstadt zurückzugeben.Ich denke, dass er es bei ihr besser hat als dort.

Ich denke mal, es hat auch niemand von ihr verlangt oder erwartet. Sie hätte nur vorher mal ihren Kopf einschalten sollen und nicht nur ihr Herz. Dann wäre ihr auch so mancher Ärger erspart geblieben. Nun muss sie mit den Konsequenzen und TA-Kosten(?) leben. Die Konsequenzen kannte sie doch schon von ihrem anderen Hund. Der war doch auch nicht anders. Geht sie weiter nur nach ihrem Herzen, anstatt auch nach dem Verstand, dann wird sie sicher auch bald viele alte Hunde in ihrer kleinen Stadtwohnung halten, denn es gibt doch noch so viele, alte , hilfebedürftige Hunde in den Tierheimen. Hat sich eigentlich schon mal jemand Gedanken gemacht, wieso sie so viele Meerschweine hat? Jetzt sind es wohl "nur" noch um die 10, früher waren es über 20. (Falsche?) Tierliebe ohne Grenzen(AH-Verdacht?) oder war das Geld für die Kastration der Meerschweine einfach nicht da und /oder der Wille zur räumlichen Geschlechtertrennung ? Wie sieht eigentlich ihre Meerschweinhaltung aus? Bleiben die in den Käfigen? Aber, egal. Ich werde mir da keine Gedanken mehr machen. Ändern kann ich da doch nichts dran und hier findet man es ja normal. Meine Kinder hatten auch 4 Meerschweinchen. Käfighaltung gab es bei uns aber nicht und Meerinachwuchs auch nicht.
christianeadler
  • Moderator
Beiträge: 20211
+ 2
Warum sollte Benchen Spike wieder abgeben? Wird das Tierheim einer Millionenstadt wohl ihren Fall im Auge behalten und nun, wo sie sich ihren Hund aus anderer Quelle besorgt hat, Anzeige wegen Animalhoarding erstatten? Und wie stellt sich dann das zuständige Veterinäramt dazu? Wenn ich an solche Fälle mit hundert Kaninchen in einer Plattenbauwohnung denke, erwarte ich nicht allzuviel.

Bei uns steht Tierschutz zwar im Grundgesetz, aber dafür bezahlen möchte niemand. Viele Veterinärämter haben die Auflage, selbst bei schlimmsten Haltungsbedingungen nur Verwarnungen auszusprechen und Auflagen zu machen, damit die Kommune nicht bei Beschlagnahmung für die Unterbringung sorgen muss. Die meisten Tierheime werden immer noch überwiegend durch Spenden finanziert und existieren personell und finanziell am Minimum. Für mich wäre es aber ein fataler Schritt, statt mehr für den Tierschutz zu fordern, weniger von den zukünftigen Besitzern zu erwarten. Das erlebt man häufig im Auslandstierschutz, wenn arme. leidende Hunde aus den untragbaren Zuständen von Auffang- und Tötungsstationen "gerettet" und an völlig überforderte Halter vermittelt werden und dann auch hier als Wanderpokal weitergereicht werden oder im Tierheim enden. Dass die Tierheime Notstände verwalten, darf mMn nicht zulasten der Qualitätssicherung bei der Vermittlung gehen. Und sowohl die ehemals fünfzig Meerschweinchen in Wohnungshaltung, als auch die vielen stolzen Berichte über ihren furchteinflössenden Keiler hinterlassen bei mir ein ungutes Gefühl. Da müsste jemand mir schon sehr glaubhaft seine Gesinnungsänderung zeigen.

Bei allen Diskussionen um diesen Einzelfall sollte man mMn nicht vergessen, dass es sich bei diesen alten, "abgenutzten" und nach Gebrauch weggeworfenen Hunden in den Tierheimen um ein gesellschaftliches Problem handelt, das nicht nur durch privates Engagement zu lösen ist. Es muss öffentlich diskutiert werden, dass Tierheime Notfälle aufnehmen sollen und nicht zur Entsorgung dienen, weil den Besitzern z. B. die Tierarztkosten zu teuer werden, der Hund nicht mehr mit den Kindern spielt, inkontinent ist.... Es ist kein Einzelfall, dass Leute ins Tierheim kommen, ihren alten Hund abgeben und gleich wieder einen neuen mitnehmen wollen.
Es fehlen neue Konzepte zum Tierschutz. So muss z. B. bei uns in einem Tierheim der ehemalige Besitzer für seinen Hund bis zur Neuvermittlung Pensionskosten bezahlen. Oder Hunde, die mit dem Tierheimalltag überfordert sind, werden in Pflegestellen ausgelagert. Ich hatte z. B. schon dreimal unerwünscht trächtige Hündinnen, die auch immer wieder gern abgegeben werden. So gibt es bei uns auch mehrere Pflegestellen, die vom Tierheim finanziert werden und sich ausschliesslich um alte, kranke oder verhaltensgestörte Hunde kümmern. Wenn uns der Tierschutzgedanke im Grundgesetz mehr wert wäre als ein fadenscheiniges Alibi, brauchten wir diese ganze Diskussion hier nicht. Dann könnte man Notfallhunde solange wirklich gut unterbringen, bis man für sie eine schöne Endstelle findet, die durch Vor- und Nachkontrollen abgesichert wird.

Nun war wohl glücklicherweise die Aussage mit dem Hund aus Gartenhaltung doch offenkundig stark übertrieben. Er kennt eine Leine, Strassenverkehr, Wohnungshaltung, sogar Auto- und Radfahren. Er wird also wohl kaum nur irgendwo unbeachtet (z. B. als Wachhund) gehaust haben. Probleme wie Leinenaggression müssen ihre Ursache nicht in mangelnder Sozialisation haben. Da reicht es völlig, wenn der Hund unsicher ist und (noch) kein Vertrauen zu seinem Halter hat, dass der ihn bei Hundebegegnungen beschützen kann. So kann ich nur hoffen, dass Benchen nach den Erfahrungen mit ihrem Keiler das Problem etwas kompetenter und sozialverträglicher lösen wird- oder sich gegebenenfalls auch um Hilfe bemüht. Sollte das nicht passieren, wurde der Hund aus meiner Sicht eindeutig falsch vermittelt. Egal wie gut oder schlecht es ihm im Tierheim ging oder gehen würde, kann ein Tierschützer nicht verantworten, dass sein Schützling im neuen Zuhause zur Bedrohung wird. Meine ehemalige Pflegehündin habe ich z. B. aus diesem Grund nach einem fehlgeschlagenen Vermittlungsversuch zurück genommen und behalten. Wobei bei öffentlichen Tierheimen eben leider häufig an Nachkontrollen gespart wird, wie man auch an Benchens Keiler sehen konnte.
Tierhalter.... was für ein Wort? Aber leider trifft dies oft zu.... ein Mensch der das Tier davon ab-hält frei zu sein (Stefan Wittlin)
benchen
  • Begleithund
Beiträge: 896
Original von struppilein:

Original von benchen:
Von diesem Garten hat Spike schon deshalb mehr. Ich kann ihn da auch mit dem Rad weit ausfahren, es gibt viele gute Strecken dafür. Er geht prima am Rad.Jedenfalls ist hier mehr los als im Tierheim, wo nachts keiner ist, der den Herzkranken husten hört.


Sag mal, ist dass Dein ernst? Du läßt einen 11 jährigen, herzkranken Hund am Rad laufen? Noch dazu lange Strecken? Willst Du ihn mit Gewalt umbringen? Oh mein Gott, lass Hirn regnen!

Falsch, ihr Experten. Ich fragte ihn, ob er es überhaupt kann und er ging ab wie ein Gewitter . Es ist sein Können und Wollen , und ich lasse ihn machen, unter Beobachtung. Einer , der kann, will auch. Einer, der nicht kann, bietet sich gar nicht erst an.

Mein Schöner, aus dem TH Berlin, der wurde nachkontrolliert, unbeanstandet. Da waren auch die Meerschweine schon da , und einige mehr als jetzt zehn.
Wie auch immer, der alte Hund aus dem TH Eisenhüttenstadt wohnt hier, relativ unspektakulär. Er übt bei anderen Hunden den Mund halten, arbeitet am Alleinbleiben, wird am Rad gefahren, wenns gerade paßt. Wenn nicht, nicht. Er fand eine Stelle, mit der ER zufrieden ist. SEINE Zufriedenheit sollte Maßstab sein.
Zuletzt geändert am 26.12.2016 15:19 Uhr
tomstep
  • Alpha Hund
Beiträge: 8969
+ 1
Original von benchen:

Falsch, ihr Experten. Ich fragte ihn, ob er es überhaupt kann und er ging ab wie ein Gewitter . Es ist sein Können und Wollen , und ich lasse ihn machen, unter Beobachtung. Einer , der kann, will auch. Einer, der nicht kann, bietet sich gar nicht erst an.


na ja, ich wünsche dem Hund, das alles prima so weitergeht und er auch auf Dauer das kann (ohne sich akut zu gefährden) was er anbietet !
Hunde sind ja nicht wirklich vernünftig (!) selbst wenn sie wissen würden, was ihnen genau fehlt und / oder wo ihre Grenzen sind.
Das aber ein Herzkranker Hund selbst entscheiden kann wann er sich und sein Herz überlastet bezweifele ich sehr stark. Das ist glaube ich schlicht und einfach unmöglich. Das können selbst die wenigsten Menschen, auch wenn sie genau wissen, was sie für eine Erkrankung haben, selbst merken. Sehr oft merken sie eine Überlastung erst, wenn es zu Spät ist, oder im Idealfall kurz davor !
"Wäre doch nur ein Bruchteil der Schäferhundbesitzer so klug wie ihre Tiere."
(Stefan Wittlin, schweizer "Medicus-Canis", Kynologe-Hundetherapeut)
Zuletzt geändert am 26.12.2016 16:31 Uhr
CEEYEET
  • Forenwelpe
Beiträge: 115

Wunderhund

@tomstep Logisch hast Du recht .Wie soll ein Hund entscheiden ,was für ihn gut ist und was nicht. Das muß nun wirklich sein bester Freund für ihn entscheiden und das ist nun einmal der Mensch.Die Verantwortung kann ich nun nicht meinem Hund überlassen.die muß ich schon für meinen Hund übernehmen.Alles andere ist absurd .Da bin ich ja fast vom Glauben abgefallen,als ich mit dem 1.Infarkt ins Krankenhaus eingeliefert worden bin.
Zuletzt geändert am 26.12.2016 17:08 Uhr
Shibaherz
Beiträge: 20678
@struppilein, @christiane

"Warum sollte Benchen Spike wieder abgeben?"

Das liegt doch in der Logik Eurer Sichtweise: Weil sie angebl. unfähig ist (und bleibt?), einen Hund sozialverträglich und verantwortungsvoll zu halten.

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 26.12.2016 17:33 Uhr
struppilein
  • Halbstarker
Beiträge: 446
Original von benchen:

Falsch, ihr Experten. Ich fragte ihn, ob er es überhaupt kann und er ging ab wie ein Gewitter .

Es ist sein Können und Wollen , und ich lasse ihn machen, unter Beobachtung. Einer , der kann, will auch. Einer, der nicht kann, bietet sich gar nicht erst an.
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Wie auch immer, der alte Hund aus dem TH Eisenhüttenstadt wohnt hier, relativ unspektakulär. Er übt bei anderen Hunden den Mund halten, arbeitet am Alleinbleiben, wird am Rad gefahren, wenns gerade paßt. Wenn nicht, nicht. Er fand eine Stelle, mit der ER zufrieden ist. SEINE Zufriedenheit sollte Maßstab sein.


So viel zum Thema "Ihr habt es sicher falsch verstanden". Es war also ihr voller Ernst und ist es noch! Sehr alt wird er dann sicher nicht werden, sondern schon bald an Herzversagen dahin scheiden.Es gibt aber auch genügend alte Hunde in den Tierheimen. Da sucht man sich eben wieder einen anderen aus.
Frohe Weihnachten, im wahrsten Sinne des Wortes.
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