Politische Korrektheit, persönliche Verunglimpfung

Shibaherz
Beiträge: 20126
@Christiane
Dr. Weidel ist nicht Parteivorsitzende, das sind Prof. Dr. Meuthen und Dr. Petry.
W. trat der AfD auf dem Ticket von Prof. Dr. Lucke bei, verließ aber die Partei nach dem rechtspopulistischen Schwenk nicht mit ihm, was für Opportunismus und Karrierismus spricht.
Sie denkt nach wie vor wirtschaftsliberal, fordert z. B. aktuell für die anstehenden Brexit-Verhandlungen „eine umfangreiche Freihandelsregelung für Großbritannien“.
Von einem öffentlich-rechtlichen Sender als „Nazi-Schlampe“ bezeichnet zu werden, ist bei global tätigen Konzernen und Banken sicher nicht karrieredienlich.

@weckener: alles richtig, aber Du ignorierst eben das außenpolitische Kalkül Adenauers, der auf das Drängen der USA und Großbritanniens zur Gründung der NATO und zur Mitgliedschaft der Bundesrepublik in dieser militärischen Allianz mit der innenpolitisch relevanten Erpressung antwortete. Heute, wo es den Warschauer Pakt nicht mehr gibt, könnte man ja mal fragen, wozu man die NATO unbedingt noch braucht und weshalb an den russischen Grenzen zu Estland und Lettland unbedingt NATO-Manöver mit deutscher Beteiligung abgehalten werden müssen.


Kann sein, dass mein Dissens mit Euch auch daher kommt, dass ich meine Kindheit und frühe Jugend „aufmüpfig“ in der DDR verbracht habe und von daher besonders allergisch bin gegenüber Denunziationen und Verunglimpfungen jeder Art.
Aber wie gesagt ich sympathisiere in keinem Punkt ihres Wahlprogramms mit der AfD und von daher brauchen wir den Streit auch nicht so hoch zu hängen.

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
weckener
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Original von Shibaherz:

@Christiane
Dr. Weidel ist nicht Parteivorsitzende, das sind Prof. Dr. Meuthen und Dr. Petry.
W. trat der AfD auf dem Ticket von Prof. Dr. Lucke bei, verließ aber die Partei nach dem rechtspopulistischen Schwenk nicht mit ihm, was für Opportunismus und Karrierismus spricht.
Sie denkt nach wie vor wirtschaftsliberal, fordert z. B. aktuell für die anstehenden Brexit-Verhandlungen „eine umfangreiche Freihandelsregelung für Großbritannien“.
Von einem öffentlich-rechtlichen Sender als „Nazi-Schlampe“ bezeichnet zu werden, ist bei global tätigen Konzernen und Banken sicher nicht karrieredienlich.

@weckener: alles richtig, aber Du ignorierst eben das außenpolitische Kalkül Adenauers, der auf das Drängen der USA und Großbritanniens zur Gründung der NATO und zur Mitgliedschaft der Bundesrepublik in dieser militärischen Allianz mit der innenpolitisch relevanten Erpressung antwortete. Heute, wo es den Warschauer Pakt nicht mehr gibt, könnte man ja mal fragen, wozu man die NATO unbedingt noch braucht und weshalb an den russischen Grenzen zu Estland und Lettland unbedingt NATO-Manöver mit deutscher Beteiligung abgehalten werden müssen.


Kann sein, dass mein Dissens mit Euch auch daher kommt, dass ich meine Kindheit und frühe Jugend „aufmüpfig“ in der DDR verbracht habe und von daher besonders allergisch bin gegenüber Denunziationen und Verunglimpfungen jeder Art.
Aber wie gesagt ich sympathisiere in keinem Punkt ihres Wahlprogramms mit der AfD und von daher brauchen wir den Streit auch nicht so hoch zu hängen.

Frau Weidel mag ja eine studierte Frau, wissenschaftlich denkend, aber für mich hat sie schon allein das sie sich dieser Partei angeschlossen hat, sich disqualifiziert. Schon deshalb wird sie für spätere Arbeitgeber und Konzernen nicht als Mitarbeiterin willkommen sein. Wer so etwas tut, sollte wissen, mit diesem oder der NPD Parteibuch ist man nicht erwünscht. Da braucht es keinen Beitrag im Satiremagazin, schon mit dem Gedankengut der AfD und auch noch in den vorderen Reihen in der Öffentlichkeit, damit hat sie sich ihre Karriere verbaut. Aber sie muss wissen, was sie tut und braucht nun nicht zu jammern. Und Mitleid muss man auch nicht haben, sie hat sich so entschieden, also muss sie damit leben...!!!

Ich wollte in meinem Beitrag nicht auf die Politik eingehen, mir ging es nur darum, wieso nach dem Krieg so viele ehemalige Naziangehörige wieder ihren Job zurückbekamen. Es wird immer vergessen, das einfach zu viele Männer im Krieg gestorben sind und die anderen lieber nachdem sie wieder stabilisiert waren, Handwerksberufe gelernt haben, erstens war nach dem Krieg der Aufbau wichtiger, als ein Studium. Damit ließ sich schneller Geld verdienen.
Was die Wiederbelebung des Militärs betrifft, kann ich mich gut erinnern, wie sehr die Bevölkerung dagegen gewehrt hat, aber wie man sieht, ohne Erfolg! Kein Militär--- kein Krieg, nie wieder Krieg, so war die Parole!!!

Ich würde Dich niemals in die Ecke der AfD rücken wollen, aber das ich Deiner Meinung über wegen Fr. W. folgen würde, nein, das ist nicht der Fall. Denunziationen und Verunglimpfungen jeder Art finde ich auch nicht richtig, da bin ich Deiner Meinung.
christianeadler
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Original von Shibaherz:

@Christiane
Dr. Weidel ist nicht Parteivorsitzende, das sind Prof. Dr. Meuthen und Dr. Petry.
W. trat der AfD auf dem Ticket von Prof. Dr. Lucke bei, verließ aber die Partei nach dem rechtspopulistischen Schwenk nicht mit ihm, was für Opportunismus und Karrierismus spricht.
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Danke für die Info. Ich wusste doch, dass dieses Forum mich schlau macht. Ob nun aber Vorsitzende oder "nur" Spitzenkandidatin muss sie es sich gefallen lassen, mit der Partei identifiziert zu werden und wäre mMn als Mimose am falschen Platz.
Shibaherz
Beiträge: 20126
Das meinst Du natürlich nicht ernst, denn hier wird Dir doch reihum für Deine Klugheit applaudiert

Nein, sie muss es sich nicht gefallen lassen, als Person mit einer bestimmten Einschätzung der Partei, der sie angehört, identifiziert zu werden. Wenn es so glasklar ist, dass es sich um eine "Nazi"-Partei handelt - wieso wird die dann nicht verboten?
Sie ist kein "Nazi", und schon gar keine "Schlampe". In meinen Augen ist sie einfach eine überheblich-elitäre Frau, die sich z. B. von "affirmative action" angeekelt abwendet, und sich nicht scheut, bei einer politisch fragwürdigen, im Grunde auch homophoben Partei anzuheuern, um sich persönlich Geltung zu verschaffen. Ob ihre Rechnung aufgeht, wird die Zukunft zeigen. Ich glaube es eher nicht.

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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert vor 7 Tagen, 19:46 Uhr
CairnLover
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Original von Shibaherz:

Auch wieder so ein leeres Versprechen von Dir.>

Ganz einfach. Ich schreibe, für mich steht politische Satire nicht zur Diskussion, dann verabschiede ich mich lieber aus diesem Thread. Du lenkst mit einem deiner diversen Off Topics ein. Ich lenke ein.

Aber was Du mittlerweile von dir gibst erschreckt wahrscheinlich nicht nur mich.

Natürlich steht ein Spitzenkandidat einer Partei vollumfänglich für die Inhalte, Ziele und Werte seiner Partei. Auch für die stark rechtspopulistischen.
Abgesehen davon, dass es Frau W. auch nicht zuwider ist, sich mit den Schlimmsten dieser Partei zu arrangieren.
Jeder kann sich die Partei aussuchen, die er vertreten will, weil sie seinem Denken entspricht.
Daher wäre es weder weckener, christiane oder mir in den Sinn gekommen, Frau W. zu recherchieren. Denn das ist völlig irrelevant.

Du recherchierst nicht statt dessen, wo die Unterschiede zwischen politischer Satire und persönlicher Beleidigung liegen, die du offensichtlich nicht verstehst. Du behauptest einfach es wäre so, wie Du es siehst.

Du berufst dich darauf, aus dem Osten zu sein. Um so schlimmer.
Seit ich einen Kollegen hatte, von dem ich mir regelmäßig anhören durfte, wie viel besser es in der DDR geregelt war, weil man nicht so viel selbst entscheiden musste, sondern alles für einen geregelt wurde, frage ich mich, wie lange es wohl dauert, bis man ein demokratisches Leben gelernt hat. Und ob es bei uns eben die Altnazis waren und bei Euch diejenigen, die in der Diktatur gelebt haben, die die erlernten, gelebten Strukturen verinnerlicht haben.
Wie können Eltern, die in einer Diktatur aufgewachsen sind, ihren Kindern überhaupt demokratische Werte vermitteln? Wohl eher gar nicht. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es nach der Wende Einführungskurse in Demokratie gegeben hätte. Nur harte kapitalistische Realpolitik.

Eine Hilfe in deiner Sichtweise könnte dir z.B. die Urteilsbegründung gegeben.

„Eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts ist nur anzunehmen, wenn die von ihrer satirischen Umkleidung freigelegte Aussage die Würde des Betroffenen in ihrem Kernbereich trifft.“
„extra3“ habe sich im Rahmen seiner satirischen Arbeit „in klar erkennbarer satirischer Weise“ mit der Thematik auseinandergesetzt. Dabei sei es nicht vordergründig um die Diffamierung der Betroffenen gegangen. Mit dieser Begründung grenzt das Gericht den Fall von Jan Böhmermann und seinem Schmähgedicht ab.
„Der Zuschauer begreift den Begriff ‚Nazi‘ als grobe Übertreibung, die an die Wahl der Antragstellerin zur Spitzenkandidatin der AfD anknüpft, nimmt deswegen aber nicht an, dass die Antragstellerin Anhängerin der Nazi-Ideologie sei. Es kann dahinstehen, ob die Bezeichnung ‚Schlampe‘ stets eine sexuelle Konnotation habe, wie die Antragstellerin vorträgt.“
http://meedia.de/2017/05/17/sie-duerfen-sie-nazi-schlampe-nennen-landgericht-hamburg-weist-afd-antrag-auf-einstweilige-verfuegung-gegen-extra3-zurueck/


Ganz abgesehen davon, dass Schlampe mittlerweile doch viele Bedeutungen hat und die geringste davon die mit der sexuellen Bedeutung ist.
Eine schlampige Frau wird als Schlampe bezeichnet. Aber der Begriff Schlampe hat sich im deutschen Sprachgebrauch auch schon lange für Miststück, blöde Kuh, etc. eingebürgert.

Ich bezweifle sehr stark, dass irgendeine andere deutsche Instanz diese Aussage
„Jawoll, Schluss mit der politischen Korrektheit! Lasst uns alle unkorrekt sein, da hat die Nazi-Schlampe doch recht. War das unkorrekt genug? Ich hoffe!“
anders beurteilen wird, als die Letzte.
Abgesehen davon, dass es bei dieser satirischen Aussage völlig egal ist, welche AfD-Frau dazu aufgerufen hat politisch unkorrekt zu sein, ging es nur um den Aufruf zur politischen Unkorrektheit. Dem Aufruf der AfD wurde in einer Satire der Spiegel vorgehalten.

Du hast in einem anderen Beitrag geschrieben, es ginge nicht darum, Frau W. als das zu sehen, was sie ist.
Um was es nicht ging ist Frau W. als Person, sondern nur um ihre Aussage als Spitzenkandidat der AfD.
Shibaherz
Beiträge: 20126
Was bildest Du Dir ein Cairnlover, hier zu unterstellen, dass ich den Unterschied zwischen politischer Satire und persönlicher Unterstellung "nicht verstehe". Ich habe meinen Standpunkt klargemacht und brauche keine herablassenden Lektionen von Dir.
Für mich ist es zu starker Tobak. Die Satire zielt auf die Person Weidel, nicht etwa auf eine Person Höcke und auch nicht auf die Partei AfD. Das Wettern gegen "Political Correctness" macht noch keinen Nazi. Für mich heißt das, das Vorgehen der historischen Nazis zu verharmlosen. Daran ändert auch das dünne Mäntelchen der Satire nichts.

Es gibt in Deutschland im politischen Bereich keine größere Beleidigung als das Wort "Nazi". Und es wird bewusst inflationär gebraucht. Die Bundesregierung muss es sich sogar durch die Führung eines NATO-Partnerlandes gefallen lassen.
"Schlampe" ist keineswegs ein harmloser volkstümlicher Begriff, wie Du es hinzustellen beliebst, sondern hat immer noch eine eindeutig sexuelle Konnotation. Um sich gegen ein solches Etikett zu wehren, muss man keine Mimose sein.

Was meine DDR-Herkunft angeht, ich bin da im Alter von 15 Jahren "getürmt", wurde von der Familie zurückbeordert und dann noch zwei Jahre zwecks "Umerziehung" ins Internat gesteckt. Die half aber nicht, danach wurde endgültig "mit den Füßen abgestimmt". Ich lebe wahrscheinlich länger im Westen als Du überhaupt auf der Welt bist.

Also bitte, es ist doch offensichtlich, dass hier keine Seite die andere überzeugen kann, lass uns auf die endlosen Wiederholungen verzichten, und zwar ganz ohne herabsetzende Unterstellungen! Kannst ja gerne wieder was reinsetzen, wenn/falls es zur Berufung kommt, bist ja eh immer die Schnellste

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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
christianeadler
  • Moderator
Beiträge: 20048
+ 3
Auf meinen ersten Beitrag vor zwei Wochen hast du hinterfragt, ob man die Agitation der Rechten besser nicht hätte beachten sollen. Ich antworte dir heute darauf, dass Ehring diesen Herrschaften voll in die Hände gespielt hat.

Du bist, wie ich schon damals befürchtete, nicht die Einzige, die auf den Mitleidszug aufgesprungen ist, dass Frau W. persönlich beleidigt worden wäre. Nach Auffassung des Gerichts und auch nach meiner Meinung wurde sie das nie, sondern es wurde nur ihre Aussage zur politischen Korrektheit satirisch aufs Korn genommen. Sonst hätte man z. B. den Spott auf deine kritische Hinterfragung richten können, was eine im Ausland und von ausländischen Investoren lebende, lesbische Frau in einer ausländerfeindlichen, homophoben Partei sucht.

Was dabei raus gekommen ist, sieht man, wenn man den Begriff "Nazi" googelt. Vor vier Wochen hättest du noch eine Menge interessante Beiträge zur Diskussion um die inflationäre Bedeutung dieses Worts in Israel gefunden, die die Menschen dort seit Jahren beschäftigt. Auch dort werden nämlich nicht nur beliebige politische Gegner, sondern auch einfach im Alltag nervende Menschen wie autoritäre Lehrer als Nazis bezeichnet. Für Frau W. tun wir aber mal so, als ob sich dieses Wort auf eine politische Gesinnung beziehen würde. Die vielen rechtspopulistischen Splittergruppen freut es. Heute googelt man unter dem Stichwort jede Menge ihrer Beiträge. Eine bessere Hilfestellung zur Verbreitung braunen Gedankenguts hätte man kaum geben können.

Zugunsten von Frau W. glauben wir auch alle, dass der Begriff "Schlampe" eine Diffamierung sexueller Neigungen darstellt. Es gibt keine Schlampen, in deren Haushalt man auf den Schränken Schwein schreiben kann oder für die (wie für mich) Ordnung nur bedeutet, dass frau zu faul zum suchen ist. Und selbstverständlich sind der schlampig arbeitende Handwerker oder der schlampig recherchierende Reporter schwul.

Durch die Hintertür lassen wir dann auch noch gleich das rechte Gedankengut rein, dass political correctnes und affirmative action gleichbedeutend sind. Es versteht sich doch von selbst, dass ich, wenn ich gegen eine Benachteiligung von Randgruppen bin, eigentlich deren Bevorzugung will. Die im Grundgesetz geforderte Gleichberechtigung gibt es schliesslich nicht. Es wird doch wirklich Zeit, dass man(n) Frauen endlich Bonuspunkte bei der Führerscheinprüfung gewährt, wenn es mit dem Einparken nicht so klappt.

Beim sonntäglichen Glockenläuten fällt mir gerade auf, dass in diesem Thread noch die deutsche Leitkultur und ein wenig Islamphobie fehlt. Ich gewöhne mich besser schon mal an den Gedanken, dass mich demnächst ein Muezzin wachruft, weil die Kirchtürme abgerissen wurden, um Platz für Minarette zu schaffen. Ich hoffe, meine Hunde sorgen dann nicht durch Mitheulen für interkulturelle Missverständnisse.

PS
Ich hoffe, dass es allgemein verständlich ist, betone aber sicherheitshalber ausdrücklich, dass dieser Beitrag und die darin enthaltenen Vorurteile nicht wörtlich gemeint sind und keinen Grund für Klagen bieten.
Lincan
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+ 1
Christiane - einfach klasse!

Ehrlich, sich darüber aufzuregen, dass Frau W. als Nazi-Schlampe titutliert wird, finde ich übertrieben.

Dass eine Frau, die mit einer Frau verpartnert ist, sich für eine Partei engagiert, die nur das traditionelle Familienbild fördert, aber auch, dass diese Partei solch eine Frau mit an die Spitze setzt, sagt mir sehr viel aus.

Das Wort Nazi als Schimpfwort wird gerne im Alltag von ganz normalen Bürgern so genutzt. Es müssen noch nicht mal Ausländer sein bzw. Deutsche mit Migrationshintergrund. Das Wort Schlampe kann verschiedene Bedeutungen haben, aber wenn man das in den Zusammenhang setzt mit sexueller Aktivität von Frauen, und diese negativ bewertet (komisch, Männer werden als tolle Jirsche angesehen), scheint noch gestrige Bewertungen im Kopf zu haben.

Außerdem sollten auch die Zeiten vorbei sein, dass Prostitution als bäh angesehen wird anstatt als Dienstleistung. Es ist doch wesentlich ehrlicher, für eine bestimmte körperliche Leistung einen bestimmten Preis zu zahlen, der ja auch vorher bekannt gemacht wurde, als jemanden Liebe vorzugaukeln, nur um an sein Geld zu kommen.

Es mag nun jeder für sich entscheiden, wie er bewertet, dass sich eine homosexuelle Frau gerade jener Partei zur Verfügung stellt, die solch eine sexuelle Ausrichtung bäh findet, und wie er bewertet, dass eine solche Partei über ihren Schatten springt und plötzlich alles ganz anders sein soll.

Und dann kann er nochmal über das Wort Nazi-Schlampe nachdenken.
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
Lincan
  • Begleithund
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+ 1
Übrigens >> ich kenne Menschen, die zunächst in diese Partei eongetreten waren, dann aber flugs wieder austraten, als sie merkten, was da so alles propagiert wurde bzw. was diese Partei tatsächlich so alles vertritt. Unter den Wiedetausgetretenrn sind ganz normale Bürger, die soch vorher gar nicht politisch engagiert hatten, sowie PolitikerInnen, die zunächst aus ihrer eigenen Partei ausgetreten waren, dann in die AfD gingen und ihr schnell den Rücken kehrzen, als sie merkten, dass das Spektrum rechts von rechts bedient wurde.
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
tomstep
  • Alpha Hund
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+ 1

na siehste, NDR darf Weidel "Nazi-Schlampe" nennen

um den juristischen Aspekt mal etwas zu entschärfen, hier nur einer der vielen Berichte zum Urteil. Dieser ist von n-tv :


"Unterlassungsantrag abgelehnt
NDR darf Weidel "Nazi-Schlampe" nennen

Nachdem sie in der NDR-Sendung "extra 3" als "Nazi-Schlampe" tituliert wird, zieht Alice Weidel vor Gericht: Die AfD-Spitzenkandidatin will die Formulierung verbieten lassen - doch sie scheitert. Es handele sich erkennbar um Satire, urteilen die Richter.

Im Streit um die Formulierung "Nazi-Schlampe" in der NDR-Satiresendung "extra 3" hat das Hamburger Landgericht einen Unterlassungsantrag der AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel zurückgewiesen. Es gehe bei der Formulierung in klar erkennbarer Weise um Satire, die von der Meinungsfreiheit gedeckt sei, erklärte ein Gerichtssprecher. Weidel stehe als AfD-Spitzenkandidatin im Blickpunkt der Öffentlichkeit und müsse überspitzte Kritik hinnehmen.

AfD-Pressesprecher Christian Lüth kündigte kurz nach der Sendung rechtliche Schritte gegen den "GEZ-Primitivling" Christian Ehring an.

Die umstrittene Äußerung beziehe sich mit den Begriffen "Nazi" und "Schlampe" in satirischer Weise auf die Forderung der AfD, dass politische Korrektheit auf den Müllhaufen der Geschichte gehöre, stellte die Pressekammer fest. Der Bezug zu "Nazi" bestehe darin, dass Weidels Partei "in weiten Teilen der Öffentlichkeit eher als Partei des rechten, teilweise auch sehr rechten Spektrums wahrgenommen wird".

Der Aussagegehalt von "Schlampe" habe zwar eine sexuelle Konnotation. Es liege für den Zuschauer aber auf der Hand, "dass die Bezeichnung nur gewählt wurde, weil die Antragstellerin eine Frau ist, die Äußerung aber keinerlei Wahrheitsgehalt aufweist". Anlass für ihre Verbreitung sei allein die Forderung, die politische Korrektheit auf den Müllhaufen der Geschichte zu werfen, gewesen.

Auch der NDR hatte die Unterlassungsaufforderung der AfD-Politikerin mit dieser Begründung abgelehnt. Man habe Weidel zu keiner Zeit beleidigen wollen, hieß es in einem Statement des Senders. "Aber ihrer öffentlich geäußerten Polemik darf aus Sicht des NDR Satire ihrerseits zugespitzt entgegentreten."

Moderator Christian Ehring hatte in der Sendung am 27. April auf Weidels Rede beim AfD-Parteitag in Köln reagiert: "Jawohl. Schluss mit der politischen Korrektheit, lasst uns alle unkorrekt sein. Da hat die Nazi-Schlampe doch Recht." Die Entscheidung des Landgerichts ist nicht rechtskräftig. Der Bevollmächtigte von Weidel habe bereits eine Beschwerde zum Oberlandesgericht angekündigt.

© n-tv.de
"Wäre doch nur ein Bruchteil der Schäferhundbesitzer so klug wie ihre Tiere."
(Stefan Wittlin, schweizer "Medicus-Canis", Kynologe-Hundetherapeut)
Zuletzt geändert vor 5 Tagen, 10:38 Uhr
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