PETA und der "Erlebniszoo" Hannover

Lincan
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Feuerwolf

Ob Hunde erst riechen und dann sehen, ist auch zweifelhaft, wenn man so einige Situationen mal Revue passieren lässt wie z.B. Fixieren von Weitem bzw. Antwort auf körpersprachliche Aussagen des weiter entfernten Gegenübers.

Die Sache mit dem Fleck ist beim Hund sinnfrei aufgrund der möglichen Nichterkennbarkeit. Zunächst müsste man ihm antrainieren, den Fleck zu entfernen. Die Gefahr eines rein konditionierten Verhaltens ist groß und würde den Test verfälschen- bei allen Probanden. Ich würde daraus kein Selbstbewusstsein ableiten sondern noch anders absichern. Dies ist allerdings bald weg vom Thema, auch wenn es um Gefühle des Lebens im Zoo geht.

@Shibaherz

Ich wollte nur nett sein, nicht deine Gefühle bzw. deine Person zum Thema machen.

Wenn du nur einen bestimmten Ton in der Diskussion akzeptierst, dann ist das halt so. Aber du hast meiner Meinung nach übertrieben reagiert (ich bin anders als du), und nein, sich verschnupft aus einer Diskussion zu ziehen mit dem bashing-Argument und Fragen nicht zu beantworten oder zu ignorieren, weil sie aus einer anderen Meinung entstanden sind, ist für mich eben nicht Akzeptanz anderer Meinung sondern . . . . . .

Egal, der Worte sind genug gewechselt, Positionen dürften jetzt alle klar sein.
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
Lincan
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@CairnLover

Deinen letzten Beitrag zum Thema finde ich gut. Über den letzten Absatz darin musste ich sehr schmunzeln
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
gundhar
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Elefanten Tierqualvideo von PeTA entpuppt sich als Lüge

Es gibt neue Erkenntnisse zu dem Peta Video. War eigentlich auch so zu erwarten:

http://www.gerati.de/2017/04/12/elefanten-tierqualvideo-von-peta-entpuppt-sich-als-luege/
Hoch qualifizierter und staatlich geprüfter Jäger, der diese Tätigkeit ehrenamtlich ausführt.
Feuerwolf
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+ 1

Laut Zoo und Staatsanwaltschaft hat sich noch nichts als Lüge herausgestellt !!!

Gerati: Gegen radikalen Tierschutz, Silvio Harnos ist aktiver Blogger und lebt in Indonesien, Herausgeber der Seite

....warten wir doch das hier erst einmal ab, bevor irgendjemand wirklich bestätigt, was Sache ist. Als Lüger haben sich die Videos noch nicht herausgestellt laut Staatanwaltschaft, die ermittelt.

Antenne Niedersachsen:

Mehrere Professoren der Tierärztlichen Hochschule Hannover haben die Elefantenherde am Dienstag in Augenschein genommen. "In Kürze werden mit den Elefantenexperten der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) sämtliche Aspekte der Haltung, des Trainings und der Ausbildung der Mitarbeiter betrachtet", heißt es in der Mitteilung des Zoos weiter.

Im Gespräch mit Antenne Niedersachsen Nachrichten-Redakteurin Constance Kappler sicherte der Zoo-Geschäftsführer eine enge Kooperation mit der Staatsanwaltschaft zu. Durch das Ermittlungsverfahren würde sichergestellt, dass das von der Tierrechtsorganisation Peta bislang zurückgehaltene Material nun von unabhängiger Seite begutachtet wird.

Der ganze Link dazu: https://www.antenne.com/niedersachsen/nach-peta-vorwuerfen-zoo-hannover-laesst-elefanten-von-experten-begutachten-id24380.html
christianeadler
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Es gibt zwar noch keine neuen offiziellen Ergebnisse zu der externen Beurteilung der Elefantenhaltung in Hannover, aber stichprobenartige Meinungsumfragen der örtlichen Medien Rundfunk und Presse zeigen, dass die Besucher zu "ihrem" Zoo halten. Die Besucherzahlen sind auch nicht zurück gegangen.
Dass PETA das Originalmaterial nicht rausgeben will, macht misstrauisch, denn jeder weiss, wie leicht sich Bilder manipulieren lassen. Ausserdem ist auch die Reaktion darauf sehr fragwürdig, dass der Zoo seit Jahren keine Elefanten mehr in Shows zeigt. Offenkundig geht es PETA nicht um das Wie, also ob z. B. ein Elefantenstock quälerisch eingesetzt wurde, sondern darum, dass überhaupt Tricks geübt werden. Ohne Beschäftigung würden die Tiere aber geistig verkümmern und könnten nicht gepflegt werden, und damit schliesst sich dann der Kreis der PETA- Logik, dass Tierhaltung an sich ein Verbrechen ist, übrigens nicht nur von Wildtieren. Es ist auch gegen die Würde der Tiere, wenn ein Hund Pfötchen gibt. Als Gegenpol zum Thema Zootierhaltung fand ich dieses Interview recht interessant.

www.welt.de/wissenschaft/tierwelt/article4338276/Zoos-sind-ein-Segen-fuer-die-Gesellschaft.html
Tierhalter.... was für ein Wort? Aber leider trifft dies oft zu.... ein Mensch der das Tier davon ab-hält frei zu sein (Stefan Wittlin)
Shibaherz
Beiträge: 20680
+ 1
Was soll denn der Hinweis, dass die Besucherzahlen des Zoos nicht zurückgegangen sind, beweisen? Dass die Haltung in Ordnung ist? Dass die Tiere sich im Zoo wohlfühlen?

Und PETA (zu deren Anwältin, besonders Anwältin ihrer Methoden, ich mich hier garantiert nicht aufschwingen will) hat doch das Material rausgegeben, allerdings an die Staatsanwaltschaft Hannover. Bei einem angestrebten Gerichtsverfahren ist es nicht üblich, dem Prozeßgegner vorab Beweismaterial auszuhändigen.

Die „Beschäftigung“, z. B. Suche nach bereitgestelltem, aber verstecktem Futter, kann die geistige Verkümmerung mMn so und so nicht aufhalten, da Agilität/Reaktionsvermögen/Sinnesschärfe untrennbar mit dem Kampf ums Dasein und um Fortpflanzung in freier Wildbahn verbunden sind. Ist von der Natur so eingerichtet.

Was ich hier in meiner nächsten Nachbarschaft beobachte, dass Kinder Steinchen nach den Wildenten auf dem Teich am Lauenburger Platz werfen, das gibt es zunehmend auch in den Zoos, gegenüber den Großwildtieren.
„Immer häufiger werden Tiere in den nordrhein-westfälischen Zoos von Besuchern geschlagen oder mit Gegenständen beworfen.“ Letzteres zumeist von Jugendlichen oder Schülergruppen.
http://www.rp-online.de/nrw/panorama/manche-kommen-nur-um-tiere-zu-quaelen-aid-1.6279677

Im Kölner Zoo hat sich ein Orang-Utan-Weibchen dagegen zur Wehr gesetzt, indem es auf die Schüler uriniert hat, die es vorher mit Gegenständen beworfen haben. LOL

Und warum machen die das? Aus Verrohung, und Langeweile an den langweiligen Tieren. Wenn sie schlafen oder sich auch im Wachzustand nicht bewegen. Das sollen sie aber, man will schließlich was erleben fürs Geld! Heißt ja schließlich auch „Erlebniszoo!“
Sonst könnte man sich ja gleich, wie im Naturkundemuseum, mit ausgestopften Tieren hinter Plexiglas begnügen.

Pfötchen geben, Christiane, ist als „Dressur“ doch wohl das geringste Problem. Ich frage eher: Warum üben wir denn mit unseren Hunden gefühlte Ewigkeiten den Rückruf? Doch nur, damit wir sie auf Wiesen und Feldwegen frei laufen lassen können! Daran, an ihrer Freude an der Bewegungsfreiheit, erfreuen auch wir uns! Ich jedenfalls

PETA hat es nun für passend erachtet, 1400 Schulen und Kitas im Großraum Hannover anzuschreiben und die Einrichtungen zum Boykott des Hannoveraner Zoos aufzufordern.
Das niedersächs. Kultusministerium betonte prompt die Entscheidungshoheit der Schulen.

Ach und noch was zu dem häufig vorgebrachten Argument, die Großwildtiere – speziell auch die Elefanten – könnten doch froh darüber sein, dass die Zoos in Europa sich ihrer Arterhaltung widmen. Die südafrikanischen Länder Angola, Sambia, Namibia, Botsuana und Simbabwe haben sich 2012 zu dem länderübergreifenden KaZa-Schutzgebietsverbund zusammengeschlossen, mit dem u. a. den wandernden Elefantenherden auf ihrer Suche nach Wasser und Pflanzen Korridore geschaffen wurden, die 36 Nationalparks und Wildreservate miteinander verbinden. Damit wollte man ihnen „ungehinderte Wanderwege in ihre ehemaligen Verbreitungsgebiete ermöglichen“. Es geht da um ein Gebiet von insgesamt 44,4 Mio Hektar.
http://www.wwf.de/themen-projekte/wwf-erfolge/kaza-afrikas-groesster-schutzgebietsverbund/



...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
christianeadler
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Beiträge: 20211
Auf die Besucherzahlen hatte ich hingewiesen, weil PETA, wie du auch selbst schreibst, zum Boykott aufgerufen hatte, aber mit der Geheimniskrämerei eher für Solidaritätsbekundungen für der Zoo sorgt. Das Bildmaterial nur der Staatsanwaltschaft zu übergeben, bedeutet, dass es weder veröffentlicht wird, noch prozesstauglich ist (es sei denn, der Zoo würde die Aufzeichnungen nachträglich genehmigen). Die ganze Aktion hat also PETA- typisch für ein paar negative Schlagzeilen gesorgt, die nach vier Wochen wieder vergessen sind, aber mMn nichts zu einer sachlichen Diskussion über Zootierhaltung beigetragen. Da steht immer noch die Frage seriöser Tierschutzvereine im Raum, die auch du mir nicht beantwortet hast, inwieweit sich die Bedürfnisse eines frei lebenden Tiers auf die übertragen lassen, die schon seit Generationen in Menschenhand leben. Irgendwann kamen schliesslich auch unsere Haustiere mal als Wildtiere zum Menschen. Der indische Elefant wird z. B. seit Urzeiten vor Ort als Arbeitstier eingesetzt. Ist er also ein Haustier mit wild lebenden Verwandten?

Die grandiose Leistung, auf dem afrikanischen Kontinent staatenübergreifende Naturschutzgebiete zu schaffen, kann man garnicht oft genug loben. Wir wünschen uns doch wohl alle, dass auch unsere Nachwelt Tiere in ihrer ursprünglichen Heimat in freier Wildbahn erleben kann. Man darf nur bei aller Begeisterung nicht übersehen, dass diese Projekte nur funktionieren, wenn den Menschen bei Schäden durch Wildtiere geholfen wird und wenn der Safaritourismus mehr einbringt als Wilderei. Das bedeutet aber, dass es auch dort keine ungestörte Natur gibt, sondern nur eine andere Art des Zurschaustellens, der überdimensionale Zoo für Besserverdiener. Durch den Yellowstone Nationalpark wälzen sich z. B. jährlich mehr als drei Millionen Zuschauer und in der Serengeti oder KaZa sind es auch immerhin schon hunderttausend. Wie sehr beeinträchtigt das die Wildtiere?
Tierhalter.... was für ein Wort? Aber leider trifft dies oft zu.... ein Mensch der das Tier davon ab-hält frei zu sein (Stefan Wittlin)
CairnLover
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Original von christianeadler:

Die ganze Aktion hat also PETA- typisch für ein paar negative Schlagzeilen gesorgt, die nach vier Wochen wieder vergessen sind, aber mMn nichts zu einer sachlichen Diskussion über Zootierhaltung beigetragen. Da steht immer noch die Frage seriöser Tierschutzvereine im Raum, die auch du mir nicht beantwortet hast, inwieweit sich die Bedürfnisse eines frei lebenden Tiers auf die übertragen lassen, die schon seit Generationen in Menschenhand leben. Irgendwann kamen schliesslich auch unsere Haustiere mal als Wildtiere zum Menschen. Der indische Elefant wird z. B. seit Urzeiten vor Ort als Arbeitstier eingesetzt. Ist er also ein Haustier mit wild lebenden Verwandten?


Nicht zu vergessen, dass wir auch mal ganz schön wild waren und es uns heute in selbstgewählten Gehegen gemütlich machen. Ich denke nicht, dass es wirklich sachliche Argumente gibt, die nicht gleichzeitig die komplette Tierhaltung, wenn nicht sogar die Evolution in Frage stellen. Denn auch wir mussten uns früher auf die Jagd begeben und vor wilden Tieren schützen. Ich glaube nicht, dass es viele Menschen gibt, die sich das zurückwünschen.
Shibaherz
Beiträge: 20680
+ 1
@Christiane: Ja sicher verändern sich ihre Bedürfnisse, wenn ehemalige Wildtiere in der 3. Generation in Zoos gehalten werden. Wenn ihnen, auf eng begrenzem Raum, das Futter bereitgestellt wird.
Die Frage ist aber doch, in welcher Richtung sich nicht nur die Bedürfnisse, sondern auch die Fähigkeiten verändern und wie man das bewertet.

Die Tiere verlieren eben nach und nach ihren „Wildtier“-charakter, d. h. aber doch: diejenigen Eigenschaften, wegen denen sie ursprünglich die Neugier auf sich zogen.

Dass man bestimmte Wildtiere vor langer Zeit zu Haustieren gemacht hat, ist für mich kein Grund, willkürlich heute den noch frei lebenden Tieren ihre Freiheut zu nehmen und sie zwecks Unterhaltung der Menschen in Zoos einzusperren.
Was Du zu der Notwendigkeit kompensatorischer Maßnahmen für die einheimische Bevölkerung z. B. in Afrika schreibst, hat sicher seine Berechtigung. Bei dem KaZa-Projekt hat man versucht, dem Rechnung zu tragen. -
Ich denke aber, dass z. B. die Elefanten zwischen ihrer Beobachtung durch Menschen in diesen Riesengebieten und der Lebensfristung in einem Zoo einer westlichen Großstadt einen Unterschied machen würden - vorausgesetzt, beides wäre ihnen bekannt.


@Cairnlover: Das ist für mich nun wirklich der Gipfel der Mystifikation.
Wieso können wir unsere „zivilisatorischen Errungenschaften“ nicht auch ohne Zoos in den Großstädten genießen? Verfügen wir nicht über ausreichende Mittel, um uns in unseren Breitengraden gegen „aggressive“ Wildtiere zu schützen? Die Nutztierhaltung ist Fakt, sie lässt sich nicht rückgängig machen; wir müssen nicht mehr auf die Jagd gehen, um Fleisch zu essen.

Es geht hier lediglich um die „Augenweide“ an zur Schau gestellten „exotischen“ ehemaligen Wildtieren, die keine Wildtiere im eigentlichen Sinn mehr sind. Das, was an ihren in Freiheit lebenden Artgenossen wirklich interessant ist: Aufzucht der Jungen, Kampf um Wasser und Nahrung, Rivalität usw., kann im Zoo ohnehin nicht gezeigt werden.

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 28.04.2017 23:50 Uhr
weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 379
Tiere, die in Gefangenschaft leben müssen, verändern ihr Verhalten und Aussehen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Dmitri_Konstantinowitsch_Beljajew:

"""Selektive Zucht von Füchsen
Zusammenhang von Umwelt, Selektion, Kontrollgenen, physiologischen Prozessen, Entwicklung und Evolution im Experiment von Beljajew

In den 1950er Jahren führten Dmitri Beljajew und seine Mitarbeiter Zuchtversuche mit Silberfüchsen (Vulpes vulpes) durch und wählten dabei zur Weiterzucht nur die Tiere aus, die weniger Scheu und geringe Bissigkeit gegenüber Menschen zeigten. Er erhielt schließlich eine Population von Füchsen, die sowohl in ihrem Verhalten als auch in ihrem Aussehen deutlich von den Füchsen des Wildtyps unterschieden.

Nach etwa zehn bis zwanzig Generationen kontrollierter Zucht zeigten die Füchse keine Furcht mehr vor Menschen und begrüßten die Pfleger mit Schwanzwedeln und Zuneigungslecken. Äußerliche Veränderungen waren gefleckte Fellzeichnung, Schlappohren und gekräuselte Schwänze.Mit seinen Mitarbeitern untersuchte er auch biochemische Parameter und fand, dass die Adrenalin-Werte der domestizierten Füchse deutlich niedriger lagen als die der wilden Füchse.""""

Da kann man sehen, wie sehr sich Wildtiere, hier im Fall von Silberfüchsen, sich in Gefangenschaft verändern. Somit ist damit zu rechnen, das zahme Wildtiere sich stark in Gefangenschaft verändern, aber auf ihre wilden Vertreter ist ihr Verhalten und oft ihr Aussehen nicht zu übertragen.
Zuletzt geändert am 29.04.2017 17:29 Uhr
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