PETA und der "Erlebniszoo" Hannover

CairnLover
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Original von Shibaherz:

Es gibt heute jede Menge Naturfilme, die die Tiere in Bewegung, auf ihren natürlichen Pfaden zeigen, und die Leute können sich das auf ihren XXL-Fernsehgeräten ansehen. Was also ist absurd daran?


Da könntest Du genauso gut schreiben, dass Flugzeuge die Umwelt verpesten und die Leute, statt in Urlaub zu fliegen, sich damit begnügen sollen, in ihrem Urlaub zuhause Naturfilme der bevorzugten Länder zu schauen. Denn das trägt mit 100%iger Sicherheit zu einer gesünderen Umwelt bei.
Ich fürchte nur, das wird daran scheitern, dass der Mensch im Allgemeinen nicht so eingleisig drauf ist und mehr als nur einen Sinn hat. Dem reicht es nicht, nur sehen, sondern der will auch alles selbst erleben, hören, riechen und fühlen.

Ich finde den Begriff absurd für eine in meinen Augen absurde Forderung nicht mehr als angebracht.

Dir steht es frei, das zu meiden, was dir nicht gefällt. Aber das genügt nunmal nicht, die Welt nach deinen Vorstellungen zu ändern.
Shibaherz
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Du vergisst sabei nur, dass es - gerade im Natur- und Tierschutz, aber nicht nur da - eine Menge Leute gibt, die so "absurd" denken bzw. sich diese Fragen stellen. Sodass die Regierung schon darauf reagieren muste, zunächst bei den Zirkussen.


... und tschüss! Sucht Euch jemand anderes für Euer Bashing

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
christianeadler
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Original von Shibaherz:

@Lincan: Ich kann Deine Gedanken schon nachvollziehen. Du würdest aber doch sicher nicht so weit gehen, zu behaupten, dass die großen Wildtiere im Zoo besser aufgehoben sind als in ihrer natürlichen Umwelt??
>


Niemand hat befürwortet, dass frei lebende Tiere eingefangen und in Zoos verfrachtet werden. Wir könnten also nur darüber diskutieren, ob man in Zoos geborene Tiere auswildern sollte und überhaupt kann, was auch eine mMn berechtigte Kritik an den Artenschutzprogrammen ist. Und da gibt es entscheidende Hindernisse. Zunächst einmal müsste es in den Herkunftsländern Lebensraum geben. Dann müsste ihre Einwanderung von der einheimischen Bevölkerung akzeptiert werden. Die beiden Faktoren gestalten sich schon im krisensicheren Deutschland bei vergleichsweise kleinen Tieren wie Luchs, Wildkatze und Wolf schwierig, wie dann erst in armen und/ oder kriegsgebeutelten Ländern. Und die Verhaltensforschung lehrt uns, dass natürliche Verhaltensweisen schon nach wenigen Generationen verloren gehen, die Tiere von ihren wild lebenden Verwanden nicht akzeptiert werden, aber z. B. Futter- und Wassersuche oder Fluchtverhalten vor Fressfeinden nicht von selbst beherrschen.

Als Weckener den Frankfurter Zoo lobte, fiel mir sofort Grzimek ein, der einerseits dort langjähriger Zoodirektor war, und andererseits massgeblich an der Entstehung des Serengeti-Nationalparks beteiligt war, wo sich der Tierbestand in freier Wildbahn erholen konnte. Wenn unsere Nachkommen nicht unter ausgestorbene Tierarten lesen sollen, dass der letzte Berggorilla oder sibirische Tiger irgendwann in einem Zoo gestorben ist, ist das die einzige Lösung.


@Christiane: Es ist aber schon denkbar, dass das Liveerlebnis nicht für alle Beteiligten dasselbe bedeutet, oder?
Gibt es Dir nicht zu denken, dass quasi alle Naturschutz- und Tierschutzorganisationen, also keineswegs nur PETA, gegen die Haltungsbedingungen für Wildtiere in den traditionellen Zoos anrennen? Schon 2013 gegen den Vorschlag des zuständigen Bundeslandwirtschaftsministeriums.


Ich freue mich sehr darüber, dass Zootierhaltung endlich kritisch unter die Lupe genommen wird. Bei der kommerziellen Tierhaltung, ob nun in Zoos, Zirkussen, Pelztierfarmen, Zuchtstätten, Landwirtschaft oder Tierhandel wird viel zu oft ein Auge zugedrückt. Weil dir Wildtiere besonders am Herzen liegen, erwähne ich nur mal die Nerze oder Silberfüchse, die unbeanstandet in Käfigen gehalten werden dürfen, in meiner früheren Nachbarschaft waren es elftausend Stück in einem ehemaligen Treibhaus. Auch dort wurde das Veterinäramt übrigens erst aktiv, nachdem nach einem Einbruch Bildmaterial vorgelegt werden konnte. Ich bin also mit den Tierschutzorganisationen ganz auf einer Linie, dass schärfere GeseIze her müssen. Ich hatte doch schon geschrieben, dass ich mir Zoos wünsche, die durch artgerechte Haltung eine Mahnung für private Tierhalter sind.


Ich stelle hier mal die offiziellen Stellungnahmen des deutschen Tierschutzbunds und des Bunds gegen Missbrauch der Tiere ein. Dort findet man auch interessante Downloads z. B. zu den derzeitigen Richtlinien oder zur Tötung überzähliger Zootiere.

www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/artenschutz/wildtiere-in-gefangenschaft/zoo.html

http://www.bmt-tierschutz.de/zoo/
Tierhalter.... was für ein Wort? Aber leider trifft dies oft zu.... ein Mensch der das Tier davon ab-hält frei zu sein (Stefan Wittlin)
Zuletzt geändert am 12.04.2017 07:22 Uhr
Feuerwolf
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Nicht nur die Fähigkeiten wie Fluchtverhalten, Wassersuche etc. gehen über Generationen verloren.

Auch der Körper ändert sich, das Skelett und die Muskeln. Wird das Skelett nicht aureichend beansprucht, wird es feiner und nicht mehr so leistungsfähig. Dies geht relativ schnell und verfestigt sich dann auch in den Genen.

Das jeweilige Tier ist zwar konditioniert auf seinen beengten Lebensraum und empfindet ihn vielleicht gar nicht so schlimm, weil es es nicht anders kennt, dies ist aber auch sehr individualabhängig. Dem einen fällt es leichter, dem anderen nicht.
Der Körperbau verändert sich mit der Zeit trotzdem.

Bei Hunden, die über Generationen bei Vermehrern in kleinen, dunklen Verschlägen gehalten werden, nimmt die durchschnittliche Körpergröße mit der Zeit auch wieder ab. Und das hat nichts mit schlechtem Futter per se zu tun, sondern mit der beengten Haltung.
Genauso ging es übrigens etlichen Volksgruppen, die in kleinen Bergwerken über Generationen gearbeitet hatten. Von ihnen gibt es viele Geschichten.....den Zwergen, den kleinen Menschen, die unter der Erde im Bergwerk arbeiten und leben.

......über einen Spiegel zu kommunizieren oder sich selber erkennen ist ein großer Unterschied. Ebenso wie das Gezeigte im TV zu erkennen und darauf zu reagieren. Die meisten Hunde können es nach einiger Zeit.
Aber sich selber erkennen nach heutigem Wissenstand nicht.
Es gibt einen standartisierten Test, der allgemein anerkannt wird: Man klebt dem Kind oder Tier unbemerkt einen farbigen Punkt irgendwo auf den Körper. In den ersten Jahren knibbelt das Kind am Punkt im Spiegel aus Interesse. Es erkennt sich aber noch nicht selbst. Erst wenn es an sich selber den Punkt entfernen will und nicht im Spiegel ist es soweit entwickelt, dass es sich selber erkennt bzw. ein Ich-Bewußtsein entwickelt hat.

Das hat aber nichts damit zu tun, dass der Hund keine Gefühle, einfaches logisches Denken oder gar kein begrenztes Zeitempfinden hat.
Nur sehr wenige Tiere können bis zu einem gewissen Maß abstrakt denken.
Feuerwolf
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Eines meiner Lieblingsgedichte .....aus der Schulzeit ins Erwachsenenleben mitgenomen.....hat tiefen Eindruck bei mir hinterlassen

Der Panther

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.


Rainer Maria Rilke, 6.11.1902, Paris
Lincan
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@Feuerwolf >> das Gedicht hatte ich mal auswendig gelernt, nicht weil ich musste sondern weil ich es mich tief berührte. Dazu passt auch die Geschichte der Grosskatze, die ausbrach und letztlich den letzten Kampf verlor, der vor ihrer endgültigen Freiheit stand, nämlich der Angriff der Eisenbahn. Auch diese Geschichte las ich schon als Kind, als es noch so in den meisten Zoos war. Sie wurde aus Sicht des Tieres geschrieben.

Du hast bezüglich Spiegel nur den Part der Kommunikation wiedergegeben. Meine Hunde schauen in den Spiegel, um mich zu sehen, wobei ich neben ihnen stehe. Sie wechseln durchaus auch in der Ansprache, also direkt anschauen und über Spiegel, weswegen sie zum Beispiel sehr genau wissen müssen, dass es sich um eine einzige Person handelt. Wenn sie sich selbst nicht im Spiegel erkennen würden, dann gäbe es hier einen Spiegelkampf mit dem Konkurrenten wegen der läufigen Hündin, abgesehen vom Vertreiben des Eindringlings überhaupt
Auf demselben Flur hängen ein großer Spiegel und ist eine Tür mit viel Glas. Tatsächlich kenne ich auch Hunde, die ihr Spiegelbild nicht erkennen, aber sie konnten es nie lernen. Interessant ist auch das TV-Verhalten >> einige Hunde interessieren sich nie dafür, andere wollen die dort gezeigten Tiere fangen, vertreiben, zum Spiel auffordern, und wieder andere lernen mit der Zeit, dass diese Tiere im Kasten bleiben, nicht interagieren usw. und reagieren nicht mehr darauf.

@Shibaherz >> wenn du es als bashing bezeichnest, weil andere nicht dieselbe Meinung haben, finde ich das sehr arm von dir, also deiner nicht würdig. Sogar zum Nachdenken anregende Fragen hast du schlicht ignoriert - also ein Verhalten gezeigt, dass zu einem bestimmten Usertyp passt, ich aber bislang nicht dir zugeordnet habe. Du merkst gerade, dass ich mich sehr sachlich geäußert habe, aber du kannst dir sicher denken, wie ich das mit einem Wort bezeichnen würde. Ich verkneife es mir, da ich gerade vermute, dass du einen Grund für deine Dünnhäutigkeit hast, der aus deinem realen Leben kommt. Ich kann es nur vermuten, denn ich bin nicht an deiner Stelle, habe weder deine Gefühle noch deine Gedanken in mir - genausowenig wie du das bei den Tieren hast (wie jeder natürlich)
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
Lincan
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@Feuerwolf >> Nachtrag zur Tür mit viel Glas

Es ist die Haustür. Da werden schon mal Eindringlinge vertrieben, aber noch nie waren es die aus dem Spiegel. Warum ist das so, wenn der Hund sich nicht selbst erkennt und auch nicht die anderen Rudelmitglieder/Familienmitglied?
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
Shibaherz
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@Lincan: Ich kann mit anderen Meinungen sehr gut umgehen, das bin ich mein Leben lang gewohnt und ich denke, das habe ich auch in den vergangenen Jahren hier im Forum zur Genüge bewiesen. Der Ton macht die Musik.
Wollen wir es bitte dabei bewenden lassen.
Und bitte verkneife Dir weitere Mutmaßungen zu meiner Person. Das ist hier nicht das Thema.

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 12.04.2017 18:37 Uhr
Feuerwolf
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@Lincan

Es sind sich jedenfalls alle Wissenschaftler einige, dass der Hund den Spiegeltest nicht besteht. Einige meinen es habe damit etwas zu tun, dass der Hund seine Umwelt eher mit dem Gehör und dem Geruchssinn wahrnimmt, andere sprechen ihm die Fähigkeit einfach ab, andere meinen sie haben so etwas ähnliches wie ein Selbstbewusstsein.

"Es ist bei Spiegeltests zu unterscheiden zwischen dem „Verstehen“ der Funktionsweise eines Spiegels und dem Erkennen des eigenen Spiegelbilds. Nur letzteres ist als Bestehen des Spiegeltests zu deuten."
Der Spiegeltest gilt hat bisher als einzig gesicherter Test dafür. Einige Wissenschaftler rütteln jetzt zwar daran ( "Geruchsspiegel-Test für Hunde) , konnten sich aber noch nicht durchsetzen, auch was den Grad des Selbstbewusstseins angeht.

Hunde ignorieren nach einiger Zeit den Spiegel bzw. den Hund darin, andere reagieren gar nicht, wieder andere greifen oder wollen spielen oder verstehen einfach das komische Ding schlicht nicht wirklich und akzeptieren es.

Meine Gipsy hat, als sie das erste Mal ein Tier im TV gesehen hat, es hinter dem Fernseher gesucht. Dann wieder zurück vor den Fernseher und wieder dahinter geschaut. Wieder vor dem Fernseher konnte man richtig sehen, wie sie irgendetwas überlegt hat.
Dann ist sie auf dem Zimmer raus gegangen und hat hinter die Mauerwand, vor der der Fernseher stand, geschaut.
....auch keine Tiere dort.....schon seltsam.....und noch zweimal hin und her und sich immer wieder vergewissert, dass die Tiere noch im Fernseher waren.
Irgendwann hat sie es einfach akzeptiert, dass sie zwar Tiere im Fernseher sehen kann, sie aber nicht riechen oder gar finden kann hinter der TV-Scheibe. Am liebsten hat sie Tierdokus oder Filme mit Meerschweinchen gesehen....Kommissar Rex dagegen konnte sie nie leiden und wurde immer ziemnlich stinkig, wenn er im TV zu sehen war, andere Hunde dagegen waren kein Thema.


Die Funktionsweise eines Spiegels verstehen sie, können also mit Dir über den Spiegel kommunizieren. Aber einen farbigen Punkt an sich selber abwischen, und nur das giilt als Bestehen des Testes, können sie nicht.

Sollten Deine Hundi`s das hinbekommen...gibt`s bestimmt den Nobelpreis

Ich habe jedenfalls den Test nicht entwickelt, bin kein Wissenschaftler......es ist ja Dein gutes Recht den Test anzuzweifeln oder die Interpretationsweise.
Zuletzt geändert am 12.04.2017 19:23 Uhr
CairnLover
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Schätzungsweise Anfang des Jahres hatte ich in einem Thread, bei dem es um Kunststücke geht, angemerkt, dass ich auf der Homepage einer Frau gelesen hatte, dass sie allen ihren Haustieren Kunststücke beibringt und täglich mit ihnen übt, nachdem sie realisiert hat, dass Zootiere aufgrund der Anforderungen an sie, Kunststücke vorzuführen, länger leben. Und dass es ihrer Ansicht nach auch Tiere glücklich macht, geistige Herausforderungen zu meistern.
Sie hatte mit ihrer ca. Labradorgroßen Hündin angefangen, als diese schon 14 war. Die wurde 17 Jahre alt.

Auch Verhaltensbiologen können nicht erkennen, dass es den Tieren schadet, im Zirkus aufzutreten. Im Gegenteil.
https://www.welt.de/dieweltbewegen/article13746841/Das-Maerchen-vom-grossen-Leiden-der-Zirkustiere.html

Und wenn ein langes Leben für uns ein erstrebenswertes Ziel ist, dann ist festzustellen, dass nicht nur Zirkustiere besonders alt werden, sondern das Tiere im Zoo in artgerechter Haltung sogar fast doppelt so alt werden, wie in freier Wildbahn.

Dass auch die Sache mit dem Zirkus von der PETA kommt, ist ja eh klar.

Ein Glück, dass es keine PETA gab, als wir noch in der Steinzeit gelebt haben. Sonst müssten wir wahrscheinlich heute auch noch leben, wie die Wilden und Hunde könnte es auch nicht geben.
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