PETA und der "Erlebniszoo" Hannover

weckener
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+ 1
Original von Shibaherz:

>

r.
Wenn Du mich fragst, wie kommerzieller Tierquälerei begegnet werden soll, hab ich nur eine Antwort: Durch Vernetzung und Kooperation mit Beschäftigten, Mitarbeitern. Die teilen ja nicht das Profitinteresse des Betriebseigners, und verdienen meist auch nicht viel. Natürlich wird keiner von ihnen alternativlos seinen Arbeitsplatz riskieren wollen. Aber da muss man sich eben was einfallen lassen, Verhüllungstechniken, Schutzmaßnahmen, sich juristisch beraten lassen, evtl. auch alternative Beschäftigungsverhältnisse, man muss ja nicht das ganze Geld für Öffentlichkeitsarbeit ausgeben.

Da glaube ich , das Du keine Aussagen bekommen wirst. Für die Wärter ist es Alltag und sie sind von ihrem Tun überzeugt. Es ist ein großes Problem wie man die Öffentlichkeit von solchen Zuständen informieren will. Machst Du Bilder oder Videos ist dies illegal, weil Du keine Genehmigung bekommst, dies zu dokumentieren... Gelten also als nicht gemacht, Angestellte bekommen das auf ihrem Lehrplan, das man so mit Elefanten umzugehen hat. Wird ja auch in den Asiatischen Staaten genauso gehandhabt und Elefanten sind nun mal gefährlich. Ich weiß nicht wie die Wärter mit anderen großen Tieren umgehen, z. B. Kamele, die auch schon viele Wärter umgebracht haben....
Es ist schon eine Lösung in Zukunft die Tiere ohne menschlichen Kontakt zu halten, wie es schon einige Zoos praktizieren. Der Zoo Hannover will das auch in Zukunft so machen, scheint in Planung zu sein.


Im übrigen bewundere ich keine Leute, die sich, aus welchen Motiven auch immer, „hoheitliche“ Befugnisse anmaßen. Die Demokratie kann mMn nur zusammen mit dem Rechtsstaat überleben. Sie muss sich auf Repräsentation und geregelten Diskurs beschränken.

Ich möchte da mal was in den Raum stellen, ist mir passiert: Unter meiner Wohnung wohnte ein Paar mit drei Kindern. Die Mutter und der Stiefvater waren asozial. Nachts gab es wiederholt Schlägereien, die Kinder schrien und die Mutter sprang aus dem Fenster, Trinkhallensteher, mit viel Alkohol, waren laufend in der Wohnung. Übernachteten auch dort. Die Polizei war regelmäßig fast jede Nacht da. Da mir die Kinder leid getan haben, bin ich in die Schule gegangen und habe die Lehrerin gebeten auf die Kinder zu achten.... Beim Jugendamt bin ich vorstellig geworden , habe die Verhältnisse geschildert, damit Abhilfe geschaffen werden kann. Ich bekam die Antwort: "Waren Sie dabei? Haben Sie das fotografiert?" Allein auf meine Aussage wird nicht gehandelt. Ich müsste es beweisen... Es hat 2 Jahre gedauert, bis das Amt die Kinder rausgeholt haben, sie waren nicht nur geschlagen worden, sondern von allen Männern missbraucht.
Also wäre der Tatbestand ermittelt worden wenn ich die Genehmigung der Leute zum Fotografieren mir geholt hätte, weil ohne ist das illegal,wird nicht gewertet....
Die Kinder haben nun 2 Jahre länger gelitten, mir waren die Hände gebunden, wie soll ich einen Beweis bringen? Also denke ich in manchen Situationen müssen auch mal illegale Methoden angewandt werden, damit der Notstand öffentlich gemacht werden kann....

Ich sehe viele Handlungen von Peta sehr kritisch, und ob sie dazu verholfen haben, dass es den Elefanten zukünftig besser geht, wage ich zu bezweifeln.

Eigentlich bin ich gegen Zoos, besser wären große Tierparks, wo die Tiere viel mehr Platz haben, wie von mir geschildert, der frühere Opelzoo. Muss doch nicht jede große Stadt einen Zoo haben um den Kindern die Tiere zu zeigen. Wenn es solche Parks so vielleicht 5- 10 mal im Land gäbe, wäre das nicht eine Option?
Shibaherz
Beiträge: 20677
Gut, Du hast allein mit Deinen Hinweisen beim Jugendamt nichts erreichen können.
Ich sehe das auch so, dass die froh sind über jeden Fall, mit dem sie sich nicht befassen müssen,
Wenn aber da noch 10 andere, v. a. auch Lehrer (denen glaubt man eh mehr ), Hinweise gegeben hätten - z. B. wegen offensichtlicher Übermüdung der Kinder im Unterricht - hätte es vielleicht doch etwas bewirkt.

Womit ich Deine Erfahrungen nicht in Abrede stellen will. Aber es gibt eben keinen anderen Weg als zivilgesellschaftliche Mobilisierung, wohlgemerkt in rechtlichem Rahmen! Und da gibt es nicht nur Niederlagen, sondern auch Erfolgsmeldungen.

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 08.04.2017 20:26 Uhr
christianeadler
  • Moderator
Beiträge: 20211
+ 1
Ich schliesse mich Struppilein an. Ein untätiger Staat zwingt seine Bürger zur Eigeninitiative, Die Polizei führt in Angelegenheiten des Tierschutzes keine verdeckten Ermittlungen durch, und das Veterinäramt kündigt freundlich seinen Besuch im Voraus an. Eine Anzeige lohnt sich nur, wenn man schon eine ganze Dokumentation gesammelter Fakten mitbringt. Auf blossen Verdacht und selbst bei unbewiesenen Behauptungen rührt sich nach meiner Erfahrung nichts.

Wir haben zwar Gesetze, aber niemand, der die Einhaltung überprüft. Es werden doch keine Beamten abgestellt, die wochenlang rund um die Uhr Zuchtstätten, Pelztierfarmen oder Mastanlagen überwachen, wenn sich die Betreiber zu wenig um ihre Tiere kümmern. Und dann machen Tierschützer den Job und dokumentieren durch illegale Fotos leere Wasser- und Futternäpfe, verendete Tiere und wann wer zur Betreuung auftaucht. Erst dann besteht vielleicht die Möglichkeit, dass mal eine überraschende Durchsuchung vorgenommen wird. Es wäre richtig, wenn es anders wäre, aber so ist die Realität.

Tierschutzarbeit ist in vielen Fällen eine Gratwanderung am Rand der Legalität. Ich darf niemanden ohne seine Erlaubnis fotografieren, während der seinen Hund auf dem Hundeplatz mit Stachelhalsband würgt, oder auf einem Privatgrundstück Videos von Müllcontainern machen, in denen halbtote Hühner zwischen schon verwesenden zappeln. oder Streunerkatzen füttern oder Igel überwintern.... Für mich sind das Einzelfallentscheidungen, die ich selbst verantworten muss. Einer Organisation, die sich insgesamt für gesetzwidriges Handeln stark macht, stehe ich wie Gundhar skeptisch gegenüber, weil es auch für mich wie Shibaherz ein Schritt zum Untergang des Rechtsstaats ist.

Zurück zum Thema Zoos: Ich persönlich mache einen Unterschied zwischen Menschen und Tieren. Das Ausstellen von Menschen bei Hagenbeck mit dem Ausstellen von Elefanten in Hannover zusammen zu bringen, geht für mich wie der Holocaustvergleich von PETA zu weit. Würde ich Menschen und Tiere gleichstellen, müsste ich Veganer werden, dürfte keine fleischfressenden Haustiere, eigentlich überhaupt keine Tiere, halten, keine Insektensprays verwenden, kein Auto fahren, mit dem ich mindestens Fliegen, manchmal auch grössere Tiere töte...

Ich fordere auch kein grundsätzliches Verbot für Zoos oder Zirkusse. Für mich liegt das Problem nicht im Zurschaustellen, sondern in einer artgerechten Haltung und einem respektvollen Umgang. Ich fördere z. B. den Bärenpark Worbis, wo man auf angemessener Fläche ehemalige Tanz- und Zirkusbären und Wölfe aus chaotischer Privathaltung besichtigen kann. Ich mag auch die Biotophallen (z. B. in Hannover oder Arnheim), wo man Dschungel oder Wüste mit Bewohnern hautnah erleben kann. Es gibt auch Safariparks, die genügend Platz für grosse Raubkatzen oder Herdentiere haben. Man sollte sich mMn nur von dem Ursprungsgedanken verabschieden, möglichst viele Tierarten zur Not auch unter tierquälerischen Bedingungen zu präsentieren, aber da sehe ich viele Zoos auf einem guten Weg.
Tierhalter.... was für ein Wort? Aber leider trifft dies oft zu.... ein Mensch der das Tier davon ab-hält frei zu sein (Stefan Wittlin)
Zuletzt geändert am 08.04.2017 20:29 Uhr
Shibaherz
Beiträge: 20677
Ich wollte mich hier nicht für den Tierschutz allgemein – also z.B. gegen den Tötungsbetrieb in Schweinemastanlagen etc. - stark machen.
Mein Thema hier ist der Zoo, die Zurschaustellung der Wildtiere. Gerade auch im Anschluss an den Wolfsthread. Wenn Du „viele Zoos auf einem guten Weg“ siehst, o.k. Das ist Deine Sache. Bärenparks etc, ja, wer hat etwas dagegen. Aber das ist nicht der Normalfall.

Ich verstehe nicht, warum Du in der Hundeerziehung für mehr Entscheidungsfreiheit für die Hunde eintrittst, auch bei den Wölfen ihre Bewegungsfreiheit unterstützst, aber hier die Zoos verteidigst.

Ich stelle nicht Menschen mit Tieren gleich, das ist eine fadenscheinige Unterstellung. Der Rekurs auf die Zurschaustellung exotischer Menschen in dem Hagenbeck-Zoo (dies hat es ja tatsächlich gegeben, nicht von mir ausgedacht) ist nur symptomatisch für das überheblich/törichte Überlegenheitsgefühl jener Zeit. Man sah in den Dunkelhäutigen nicht wirklich Menschen, sondern eben eher „Tiere“.

Tiere reflektieren nach unserem Wissensstand nicht; sie haben kein Zeitbewusstsein. Sehr wohl haben sie aber ein Bedürfnis nach Bewegung im Raum, dem eine verantwortungsvolle Tierhaltung Rechnung tragen müsste. Und das kann in den allermeisten Zoos nicht befriedigt werden.

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 08.04.2017 22:13 Uhr
Lincan
  • Begleithund
Beiträge: 1294
+ 1
Was bei dieser Diskussion vergessen wird >> wie fühlen sich die Tiere?

Wir gehen vom menschlichen Standpunkt aus, dass sie sich schlecht fühlen müssen, weil es unnatürlich ist. Dabei machen wir keinen Unterschied zwischen einem Wildtier, dass aus der natürlichen Umgebung weggefangen und in eine enge Umgebung verbracht wird und einem schon in Gefangenschaft geborenem Tier. Ich habe nun bewusst diesen Terminus benutzt, der für diesen Unterschied schon sehr lange gebraucht wird und nicht von Tierschützern stammt.

Für mich stellt sich nicht die Frage des OB sondern des WIE.

Ein Beispiel aus meiner Gegend >> es gibt da einen Tierpark, der mal ganz klassisch eingerichtet war mit kleinen Gehegen und Wildtieren, auch Affen. Dieser wurde von einem Tierpfleger und seiner Familie übernommen, der dort schon immer gearbeitet hatte und der viel Zeit, Kraft, Engagement, Herzblut und erheblichem finanziellen Aufwand den Tierpark samt Bestand umgestaltet. Dies dauert, zumal es dort auch alte Tiere gibt, die nicht so einfach umgesiedelt werden können. Auch gab es zum Beispiel beim Schimpansen Schwierigkeiten, weil man keinen adäquaten Platz fand, also anders strukturierte Parks ihn nicht aufnehmen wollten.

Dann wurde eine Wallraff-Mitarbeiterin als Praktikantin in diesen Tierpark geschleust. Heraus kam ein Bericht, der ein völlig falsches Bild ergab und zu Morddrohungen gegen die Betreiberfamilie mit ihren kleinen Kindern führte. Bis heute brüstet sich der Sender damit, den Affen gerettet zu haben, aber es war ganz anders.

Das nur mal zum investigativen Journalismus. Folge war übrigens auch, dass nun keine Praktikanten mehr aufgenommen werden, auch nicht Schüler, die mal einen echten Einblick zur Wissens- und Meinungsbildung bekommen könnten.

Persönlich würde ich gern Interviews mit den Tieren führen, denn ein Tier, das in einer anderen Umgebung geboren wird und dort aufwächst, fühlt sich anders, ist sogar zufrieden, weil es dies gewohnt ist. Dies betrifft auch Laborhunde, wobei ich hier nur die Umgebung nicht den Haltezweck und daraus resultierenden Manipulationen meine, die ja Schmerzen verursachen. Bei Menschen ist es ebenso. Wachse ich in einem Umfeld auf, wo Verhüllung Schutz bedeutet, wird es mich schmerzen, wenn ich diese Verhüllung gegen einen Minirock eintauschen müsste. Wachse ich in einer Umgebung auf, die freizügige Bekleidung als die Norm ansieht, würde ich mich ebenso belastet fühlen, wenn ich plötzlich wie eine Nonne rumlaufen müsste.
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
Lincan
  • Begleithund
Beiträge: 1294
Da fällt mir noch ein >> als es noch nicht flächendeckend Zoos und Tierparks gab, zog mein Opa mit seiner Menagerie von Schule zu Schule, um den Kids Biologie live zu unterrichten. Heute findet man die Tiere in vielen Haushalten, ganz normal, zumindest die meisten. Er hatte auch einen Affen, der in einer Kiste mit dem Zug zu ihm "gereist " war. Früher war das normal, übrigens auch noch viele Jahre später mit Zuchthunden und heute mit Auslandstierschutzhunden. Und hier wieder der Hinweis >> wie fühlt sich der frei lebende, gerettete Strassenhund bei uns in Gefangenschaft, wo er oft sogar stolz präsentiert wird?
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Feuerwolf
  • Begleithund
Beiträge: 912
+ 1
"Wenn Du mich fragst, wie kommerzieller Tierquälerei begegnet werden soll, hab ich nur eine Antwort: Durch Vernetzung und Kooperation mit Beschäftigten, Mitarbeitern. Die teilen ja nicht das Profitinteresse des Betriebseigners, und verdienen meist auch nicht viel." auf diesen Satz von Shibaherz möchte ich etwas antworten. Es geht gleichzeitig um andere hier schon angerissene Themen:

Vor einigen Jahren haben drei Schülerinnen, die ohne Endgeld und aus Hilfe und Liebe zu den Hunden, in einem italienischen Canile in Italien geholfen. Sie fanden sie Missstände dort so schrecklich, dass sie sich mit Photos an einen Reporter/Schriftsteller wandten.
Er halft ihnen mit seiner Erfahrung und auch mit einem vorher vermittelten juristischen Rechtsbeistand. Sie machten noch mehr verdeckte Photos, dann ging es an die Öffentlichkeit.
Das Canile wurde von der Mafia betrieben !

Nachdem die ersten Photos und Reportagen von dem Journalisten veröffentlicht wurden meldete sich ein Überlebender des Holocaust und nahm öffentlich Stellung zu den Berichten und Photos. Er bezeichnete als erster diese Hundehöllen als Hunde-KZ`s und stellte somit den ersten Vergleich zu KZ`s im Dritten Reich her. (Leider habe ich heute den originalen Artikel des Mannes nicht mehr gefunden)

Die Mafia war mittlerweile den Mädels auf den Fersen. Sie mussten umziehen und irgendwo in Italien untertauchen, ohne Familie, Freunde etc. etc. um ihr Leben zu schützen.

Hier ein Auszug aus dem offenen Brief des Reporters:
Offener Brief des italienischen Schriftstellers Paolo Ricci aus dem Jahr 2009 der auch heutzutage noch die Situation für hunderttausende Hunde in Italiens Canilen wiederspiegelt.

Im August diesen Jahres wurde ich von drei jungen Mädchen kontaktiert. Sie hatten einen Brief gelesen, den ich an einen katholischen Theologen geschrieben hatte bezüglich des Schweigens der Kirche gegenüber leidenden Tieren. Ich zeichnete alles auf, was sie sagten.

Dann zeigten mir die Mädchen einige Fotos, bei deren Anblick mir das Kotzen kam.
Ich war völlig entgeistert und zutiefst geschockt.
Die Fotos waren der reinste Horror. Ich war vollkommen erschüttert.

Mich erstaunte, dass die Mädchen sagten, dass die Menschen, die sich um die misshandelten Tiere in den Tierheimen kümmerten, mich nicht sprechen wollen würden.

Sie wurden erpresst. Sie sagten, wenn sie etwas von dem, was sie gesehen haben, nach außen tragen würden, blieben die Türen des Tierheims verschlossen.

Der ganze Brief im Link: http://www.million-actions.de/2012/07/04/das-tier-gomorrha-der-teil-des-gomorrah-den-roberto-saviano-vergas-als-er-sein-buch-schrieb/

@Lincan: Ich weiss gerade von etlichen Maremmanos, die bei der Herde geboren wurden und dann in einem Canile oder Tierheim gelandet sind, dass sie so sehr unter den Bedingungen da leiden, dass sie sich z.T. total verweigern und zurückziehen.
In vielen Tierheimen gibt es spezielle Maremmano-Gruppen für diese Hunde, da sie sich weigern Kontakt zum Menschen zuzulassen und so auch nicht mehr vermittelbar sind.
Sie haben das Vertrauen zum Menschen komplett verlohren. Leben sie doch eigentlich halb wild, fast frei und eigenständig seit Jahrtausenden bei der Herde in Italien.

@Shibaherz: zu Deinem Satz " Allerdings erhält z. B. der Hund Kompensationen für den Freiheitsverlust, nicht nur in Form von Futter und medizinischer Versorgung: er muss normalerweise nicht sein ganzes Leben auf einem eng bemessenen Areal verbringen."

Diese Hunde pfeiffen auf die Kompensation für den Freiheitsverlust, mehr als Hunde andere Rassen, ob sie nun in einem Canile, Tierheim oder sonst wo leben. Und zusätzlich müssen dann gerade sie wegen dieser Freiheitsliebe dann die längsten Zeiten oft bis zum Tod dort verbringen.

Traurige Grüße Feuerwolf mit Renntier Fina
Zuletzt geändert am 09.04.2017 11:07 Uhr
Lincan
  • Begleithund
Beiträge: 1294
Mir ist noch etwas eingefallen >> Zoos machen oft Zuchtprogramme, wobei ich allerdings manchmal den Eindruck habe, dass es nicht um die Erhaltung an sich geht sondern um den Erhalt von seltenen Mutationen bei dem betreffenden Tier wie zum Beispiel beim weißen Tiger.

Aber auch das Produzieren von Tierbabies an sich, ist ebenfalls aus wirtschaftlichen Gründen zu sehen, denn sie sind, genau wie seltene Farben, ein Besuchermagnet. Und letztlich ist es also wie so oft unser Kundenverhalten, was bestimmte Dinge fördert. Wenn dann überzählige Zootiere verfüttert werden, regen wir uns auf, aber wir können ja nicht genug Nachwuchs sehen, zumindest so lange er Kindchenstatus hat oder sonstwie drollig ist.
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
CairnLover
  • Halbstarker
Beiträge: 571
+ 1
Ich denke, dass wir hier am Thema etwas vorbei sind. Ich würde die Vorkommnisse mit den Elefanten jetzt nicht so hoch hängen, dass ich hier so krasse Vergleiche ziehen würde. Zudem glaube ich, dass manches Pferd aus dem Springreitsport größeren Misshandlungen ausgesetzt ist.

Viele Tiere in deutschen Zoos sind bereits irgendwo im Zoo geboren. Die kennen kein anderes Leben.
Oft wachsen Zootiere nicht nur mit hingebungsvoller Pflege durch die zuständigen Tierpfleger auf, sondern werden von diesen in den ersten Monaten auch adoptiert, wenn die Mutter sie verstösst.
Der Bericht wird diesen Menschen, die ihr ganzes Leben der Pflege von Tieren widmen, nicht gerecht.

Und wenn man dieses Tierleben hinterfragt, müsste man nicht die ganze Tierhaltung moralisch hinterfragen.
Ist es richtig alle möglichen Nagetiere, Echsen und Vögel, in eigentlich immer zu kleinen Käfigen zu halten?
Ist es richtig für die menschliche Nahrung unermesslich viele Tiere in meist viel zu kleinen Ställen unter meist fürchterlichen Bedingungen zu halten?
Ist es richtig Pferde zu halten?
Sind Tierversuche richtig?
Wohl eher nicht.
Es gibt mit Sicherheit Millionen von Tieren, die für uns täglich leiden müssen.

Entweder Tierhaltung ist in Ordnung oder sie ist grundsätzlich falsch. Eine Verteufelung von Zoos ist da viel zu kurz gesprungen.
Wenn sie grundsätzlich falsch ist, dann weg mit allen Tieren in menschlicher Haltung, oder wie?

Und wenn weg, wohin damit?
Feuerwolf
  • Begleithund
Beiträge: 912
+ 1
Naja.....nur Schwarz-Weiß-Denken ist nicht so mein Ding. Ich mag da lieber Kompromisse oder Mittelwege.

Nicht jede Tierhaltung ist für mich falsch, aber Tierquälerei schon. Daher halte ich es auch eher, wie Lincan, mit NICHT OB , sondern WIE.

Ich kann doch nicht, weil Springreiter z.T. ihre Springspferde noch mehr quälen, das Schlagen eines Elefantenkalbs mit einem Metallhaken für nicht so schlimm ansehen....oder weil sowieso viele andere Tiere gequält werden.

Ich kenne einige Wildparks, die wirklich gute Arbeit machen z.B. der alternative Bärenpark im Schwarzwald oder der Tierpark bei Bad Mergentheim. Letztere arbeiten auch mit Behörden und anderen Stellen zusammen um bedrohte Arten wieder auszuwildern und haben dies auch schon erfolgreich getan. Der Loro-Park hat ein ähnliches Projekt mit seltenen Vögeln laufen, was Orcas anging lief dagegen dort wohl einiges schief.

Jede Medaille hat halt zwei Seiten, immer und überall.
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