PETA und der "Erlebniszoo" Hannover

christianeadler
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Elefantenjagd

Nicht dass wir hier nur die "armen" Präsidentensöhne aufs Korn nehmen: Ich bin gerade über einen deutschen Anbieter für Jagdreisen gestolpert. Dort wird beworben, dass in Afrika unter 27 Arten jagdbaren Wilds auch Jäger mit ausgefallenem Geschmack noch etwas für sich finden werden. Besonders zufrieden kann der Kunde in den ehemaligen deutschen Kolonien sein, weil man dort viel Deutsch versteht. z. B. bei der Elefantenjagd in Tansania

http://westfalia-jagdreisen.de/westfalia/jagdlaender/afrika/tansania/

Ich bezweifle, dass die deutschen Jäger nach so einer "harten Arbeit" ohne Trophäen nach Hause fliegen.
Leben ist das, was passiert, während du damit beschäftigt bist, andere Pläne zu machen. (John Lennon)
Shibaherz
Beiträge: 20757
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Das brauchen sie auch nicht. Elefantenstoßzähne und andere Jagdtrophäen dürfen legal nach Deutschland eingeführt werden, um hier die Dielen gutsituierter Waffenscheininhaber zu schmücken. Sie dürfen nur nicht weiterverkauft werden.


http://www.sueddeutsche.de/wissen/artenschutz-stosszaehneals-andenken-1.3509606

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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
CairnLover
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Beiträge: 646
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Allein im Jahr 2015 kamen zum Beispiel 62 Stoßzähne afrikanischer Elefanten nach Deutschland, gestorben sind dafür also mindestens 31 Tiere. Im gesamten Jahr 2014 wurden mindestens 626 Jagdtrophäen - außer Stoßzähnen auch Nashorn-Hörner, Felle, Schädel, Schwänze und Füße - eingeführt, wie aus einer Datenbank des Washingtoner Artschutzabkommens Cites hervorgeht. Zwischen 2005 und 2014 kamen unter anderem Trophäen von 417 Leoparden, 195 Löwen, 26 Nashörnern und die Stoßzähne von 323 Elefanten legal nach Deutschland, hat eine Kleine Anfrage der Grünen an die Bundesregierung im Jahr 2015 ergeben.
http://www.sueddeutsche.de/wissen/artenschutz-stosszaehneals-andenken-1.3509606

Nach Angaben von Pro Wildlife ist Deutschland nach Spanien das EU-Land mit der zweithöchsten Importquote.


Wie ich diese deutsche Pseudomoral hasse. Wir sind die Gutmenschen, die offiziell den Tier- und Artenschutz ganz hoch halten. Aber wenn man genauer hinschaut... Ein Hohn.

Bevor man sich über Inder aufregt, die ihren Lebensraum mit diesen wilden Tieren teilen, ihnen mit Leib und Leben ausgesetzt sind und die jährlich zu hunderten durch sie (auch durch Elefanten) getötet werden, damit die Arten in Indien überhaupt erhalten werden können, sollte man vielleicht doch besser vor der eigenen Haustür kehren. Da hätte man eigentlich wirklich genug zu tun.
Wenn ich an das regelmäßige überflüssige Gemetzel an unserem Wild und insbesondere an unseren Füchsen denke, sind wir zu den wilden Tieren in unserer Natur unvergleichlich brutaler, als es die Inder zu den Elefanten waren.
Aber wenn wir unseren wilden Tieren Unrecht antun, und gerade das Fuchsgemetzel ist wirklich übel, dann scheint es hier dennoch weitestgehend akzeptiert zu sein. Da gibt es Länder, die sind an diesem Punkt schon etwas weiter entwickelt.

Wenn wir jährlich eine halbe Million Füchse, völlig überflüssig, mit allen üblen Mitteln massakrieren, dann ist das keinen Ton wert. Aber wenn zwei Elefanten auf rüde Art vertrieben werden, ist die Empörung groß. Wo ist die Relation? Es gibt keine.

Zudem sollte man die Tatsachen nicht aus den Augen verlieren.
Wie bekannt, reicht es bei uns völlig aus, wenn von einem wilden Tier der Verdacht der Gefährdung von Menschenleben ausgeht, um abgeschossen zu werden.
Wir würden es niemals hinnehmen, dass bei uns jährlich 23 bis 24 Menschen durch Angriffe von wilden Tieren getötet werden, damit die in Freiheit leben können. (Diese Zahl entspricht umgerechnet auf D den "erfassten" Todesfällen durch wilde Tiere von April 2014 bis Mai 2017 in Indien.)
Wir würden diese Tiere töten, bevor sie einen Menschen hätten töten können, nachdem wir erfolglos versucht hätten, sie einzufangen.

Mit anderen Worten- wir haben diese wilden Tiere bei uns in Europa schon vor sehr langer Zeit ausgerottet und würden sie auch heute aus unserer Natur entfernen, würden sich diese wilden Tiere nach D verlaufen.
Wir haben absolut keinen Anlass uns moralisch über die Bevölkerung anderer Länder zu stellen, die für den Erhalt dieser Tierarten in freier Natur Opfer bringt, die kein Einziger von uns bereit wäre für Tiger, Elefant, Leopard und Co. zu bringen.
Shibaherz
Beiträge: 20757
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Wen es interessiert:
Heute abend 20.15 h bringt ARTE „Naledi – Ein Elefantenleben“, einen niederländischen Film (2016) über einen Elefanten in Botsuana (Afrika), dessen Mutter sechs Wochen nach der Geburt stirbt und der zunächst von einer Tierärztin aufgepäppelt wird.

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Zuletzt geändert am 04.01.2018 07:41 Uhr
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