PETA und der "Erlebniszoo" Hannover

Shibaherz
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+ 2

Thema

Alles sehr interessant was Ihr so schreibt.
Dieser thread ist allerdings nicht gemeint als einer gegen unseriöse Hundehaltung oder Hundetraining per Zwang und auch nicht als einer gegen Tierquälerei allgemein.
Wäre nett, wenn sich mal jemand zu der Frage äußern würde: Warum muss es Zoos - geschweige denn Zirkusse - geben?
Wann sind sie eingeführt worden und warum?

@Feuerwolf: Versteckte Kamera ("Verstehen Sie Spaß?" ) ist für mich, obwohl kritisch zu sehen (Recht am Bild), noch nicht dasselbe wie das illegale Eindringen in Gebäude und Installieren von Kameras. Soll der Rechtsstaat nur gelten, soweit er eigenen Interessen und/oder Überzeugungen nutzt, ansonsten kann er ignoriert werden? In diesem Zusammenhang finde ich auch das Verhalten des Südwestfunks merkwürdig.

Im politischen Bereich wurde und wird zu Recht kritisiert, dass bestimmte Parteien, Organisationen, Medien und Internetseiten das ausgrenzende Denken schüren und sympathisierende Einzelne oder Grüppchen zu Ausschreitungen motivieren (Neonazis, IS-Sympathisanten). Wo ist denn da der Unterschied in der Methode? Die faire Auseinandersetzung hört für mich z. B. an dem Punkt auf, wo Privatadressen von Verantwortlichen und Mitarbeitern ausgekundschaftet und weitergegeben werden.

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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 08.04.2017 02:39 Uhr
christianeadler
  • Moderator
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+ 3
Prinzipiell habe ich nichts gegen verdeckte Ermittlungen im Tierschutz, selbst wenn sie strafbare Handlungen wie Einbruch beinhalten. Anders wären nie Einblicke in Hundevermehrung und -handel oder Pelztier- und Massentierhaltung möglich gewesen. Seriöserweise gehört dazu aber auch die Möglichkeit zur Stellungnahme für den Ausspionierten vor der Veröffentlichung. Dies dagegen ist für mich eine typische PETA- Aktion, unseriöses, aber medienwirksames Anprangern. Vielleicht hat die deutsche Spendenfreudigkeit nachgelassen. Die Massentötung von Hunden und Katzen durch PETA in den USA oder der Holocaustvergleich zur Geflügelhaltung hat wohl doch so manchen Tierfreund über den Verein nachdenken lassen. Ich kann mich nur wundern, welche eigentlich sonst seriösen Medien sich trauen, dieses illegal erworbene Bildmaterial zu veröffentlichen. Dagegen würde ich als Zoo Hannover Strafanzeige erstatten, aber von dort betreibt man wohl eher beschwichtigende Schadensbegrenzung.
Wem ausser PETA nutzt die Aktion? Den Elefanten jedenfalls nicht! Als Beweismittel in einem Prozess wegen Tierquälerei gegen die Tierpfleger ist eine heimliche Aufzeichnung nicht zulässig. Arbeitsrechtliche Konsequenzen sind auch nicht zu erwarten, weil sich die Zooleitung hinter ihre Mitarbeiter stellt. Und sollten nun dem Zoo Hannover aufgrund der negativen Schlagzeilen Besucher fern bleiben, würde das erstens nicht viel ändern, weil man seit Jahren rote Zahlen schreibt, und zweitens träfe es dann einen Zoo, dessen Haltungsbedingungen sicher nicht zu den schlechteren in Deutschland gehören. Da fallen mir schon aus persönlicher Erfahrung viel gruseligere ein, aber dort zu filmen wäre weniger spektakulär.

Ich selbst bin in der Angelegenheit zwiespältig. Einerseits finde ich Zoos überholt, weil ich mir heute Tiere aus aller Welt in ihrem natürlichen Lebensraum in Filmen ansehen kann. Andererseits mag ich selbst den direkten Kontakt und finde ihn auch besonders für Kinder und Stadtmenschen wichtig. Und nicht zuletzt wird dort heute viel für Tierarten getan, deren Existenz in freier Wildbahn bedroht ist.
Irgendwie ist Zoohaltung also ein Balanceakt. Man kann eine Elefantenherde, die täglich kilometerweit wandern würde, nicht mal annähernd artgerecht unterbringen. Da teilt sie aber ihr Schicksal mit fast allen Tieren, die Menschen sich zu ihrem Vergnügen oder Nutzen halten. Konsequent betrachtet ist für mich jede Haltungsform Gewalt, bei der ein Tier weiss, dass es in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist. Ein Faultier oder eine Schlange kann sicher in einem Zoo glücklich leben, ein Gepard oder Delphin sicher nicht.
Und damit geht das Schönreden los, was auch Hundehaltern (Entschuldigung, Shibaherz) nicht unbekannt ist. Statt der echten Beschäftigung, z.B. der Jagd oder dem Weidegang, bieten die Tierpfleger Alternativprogramme wie Futtersuche oder Kunststücke an, um die Langeweile zu vertreiben und eine Beziehung herzustellen, die Pflege und medizinische Versorgung möglich macht. Ich mag die Bilder in dem Video genauso wenig wie jeder andere, aber ich frage mich angesichts der Empörung, wie denn ein Tierpfleger mit einem 500 Kilo schweren Baby, das ihn mit einem Rüsselschlag umwerfen kann, umgehen sollte, um Grenzen zu setzen und nicht selbst verletzt zu werden. Ich bin zwar sicher keine Elefantenexpertin, aber ich denke, dass Stock und Peitsche für ihn nur Hilfsmittel sind wie für den Hundehalter ein Halti oder eine Schleppleine an einem Hund, der unerwünschte Pläne hat. Irgendwie muss man auf sich aufmerksam machen und die Oberhand gewinnen, und das gefahrlos auf Distanz.
Für mich sind solche hässlichen Bilder nur eine unausweichliche Konsequenz daraus, dass Menschen Tieren gegen ihre Natur ihren Willen aufzwingen. Im indirekten Kontakt, der hier auch schon angesprochen wurde, sieht das zwar etwas humaner aus, weil das gewünschte Verhalten mit Belohnung konditioniert wird, aber ob es das aus Sicht des eingesperrten Tiers auch ist, wage ich zumindest zu bezweifeln. Dann wären wohl auch Labortiere glücklich, die ihren Quälgeistern "freiwillig" die Pfote für Injektionen hinhalten. Das tägliche Leben wird nicht artgerechter, wenn es mit Leckerchen versüsst wird.
Tierhalter.... was für ein Wort? Aber leider trifft dies oft zu.... ein Mensch der das Tier davon ab-hält frei zu sein (Stefan Wittlin)
Feuerwolf
  • Begleithund
Beiträge: 915
+ 1
@Shibaherz: Jetzt verwirrst Du mich aber .......

"Bei dem öffentlich ausgetragenen Streit zwischen PETA und dem Hannoveraner Zoo beschäftigt mich noch etwas anderes, nämlich, wie weit Tierschützer gehen dürfen. Hausfriedensbruch, um heimlich Kameras zu installieren? " war Deine zuerst gestellte Frage, darauf habe ich meine Meinung Kund getan und geantwortet.

Was hat eine Tierschutzaktivistin von HundKatzeMaus mit "Versteckte Kamera aus Verstehen Sie Spaß" zu tun, die ähnlich agiert wie PETA in diesem Fall ???

Außerdem wurden, wie in den Nachrichten berichtet, zuerst etliche Handyaufnahmen von Besuchern an PETA geschickt. Daraufhin wurde PETA erst aktiv.

Investigativjournalismus finde ich einen sehr wichtigen Bestandteil in der Demokratie !

Deine letzte Frage: "Wäre nett, wenn sich mal jemand zu der Frage äußern würde: Warum muss es Zoos - geschweige denn Zirkusse - geben? "

Wäre nett gewesen, wenn Du sie gleich zu Anfang gestellt hättest und nicht die andere Frage wieweit Tierschützer gehen dürfen.

Liebe Grüße Feuerwolf mit 'Renntier Fina
Shibaherz
Beiträge: 20680
+ 2
@Christiane
„Verdeckte Ermittlungen“: Nach dem Gesetz werden sie nur staatlichen Strafverfolgungsbehörden für deren eigenes Personal zugestanden, und zwar unter Auflagen: nur bei schweren Straftaten, und unter Voraussetzung der Zustimmung der Staatsanwaltschaft. Deine Begründung dafür, sie auch Einzelpersonen oder gesellschaftlichen Gruppierungen zuzubilligen, mache ich mir nicht zu eigen.
Über die Hypothesen in Deiner Begründung und den tierschutzrechtlichen Erfolg einer Beweissicherung qua Einbruch kann man ohnehin schlecht streiten. Wie Du selbst schreibst, sind solche Beweismittel nicht gerichtsverwertbar.
Bei den Einbrüchen von Tierschutzaktivisten, mir egal ob von PETA oder anderen, genannt „Recherchen“, geht es im Unterschied zu „verdeckten Ermittlungen“ auch gar nicht darum, dass Amtspersonen durch ziviles Aussehen und Auftreten ihr Gegenüber täuschen; sondern es geht darum, sich illegal Foto- und Filmmaterial zum Zweck von dessen Veröffentlichung zu beschaffen. Es gibt bei uns kein „Recht am Bild der Sache“ (und Tiere gelten ja als Sachen) – aber diese Erlaubnis wird eben durch den Einbruch nichtig. Wie soll denn der Ausspionierte nach erfolgtem Einbruch zu einer Stellungnahme gegenüber dem Einbrecher bewogen werden? Die erfolgt natürlich erst nach Veröffentlichung des Materials.

Existenzberechtigung und Daseinszweck der Zoos

In Gefangenschaft gehalten werden, klar, nicht nur exotische Wildtiere im Zoo und im Zirkus, sondern auch die domestizierten Tiere, egal ob als Nahrungslieferanten oder als pets. Für diese Erkenntnis brauchst Du Dich nicht zu entschuldigen
Allerdings erhält z. B. der Hund Kompensationen für den Freiheitsverlust, nicht nur in Form von Futter und medizinischer Versorgung: er muss normalerweise nicht sein ganzes Leben auf einem eng bemessenen Areal verbringen.

Welches Bild exotischer Wildtiere wird Kindern im Zoo vermittelt?
Kein authentisches Bild! Apathisch, gestört, weil auf engem Raum gefangengehalten und ausgestellt, hinter Glasscheiben oder hohen Gittern. Sie büßen ihre Instinkte ein.
Und dieselben Kinder, die im Zoo mäßig interessiert nach den gefügig gemachten Kolossen schielen, werfen hier um die Ecke wenige Stunden später vlt. Steine nach den Wildenten auf dem Teich am Lauenburger Platz, wie ich es selbst beobachtet habe (bin dazwischengegangen).

„Machen wir uns nichts vor: Zoologische Gärten gibt es, weil wir uns an gefangen gehaltenen Kreaturen ergötzen wollen. Zoos sind Schauveranstaltungen auf Kosten der Zwangsdarsteller.“
(Prof. Dr. Volker Sommer, Primatologe, in: Wissenschaftsmagazin GEO, Dez. 2012)

@Feuerwolf: Ich weiß, dass Hilal Sezgin („Artgerecht ist nur die Freiheit“) in diesem Zusammenhang statt von Einbrüchen von „investigativem Journalismus“ spricht. Ist für mich nicht akzeptabel.
Dahinter steckt bei den resoluten Tierschutzaktivisten wohl die Überzeugung, dass viele Menschen in der Zeit von TV und youtube nicht mehr mit Worten und Texten, sondern nur noch mit Bildern zu erreichen seien. Aber wer sagt, dass einer, der sich angewidert von Bildern der Massentierhaltung abwendet, es sich am nächsten Tag nicht wieder am Imbiss-Stand schmecken lässt?
Ja ich weiß, es gibt gewisse Erfolge, z. B. bei der Hühnerhaltung. Aber worauf fußt der Erfolg der Aufklärung?

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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 08.04.2017 16:18 Uhr
CairnLover
  • Halbstarker
Beiträge: 571
Vor allem bewirken diese verdeckt erzeugten Videos nur selten etwas anderes als dass die Medien ihre Zeit mit diesen Tierschutzvideos füllen können. Denn es wird sich deshalb kaum jemand kein Fell, Fleisch oder Welpen von Vermehrern kaufen.

Irgendwie fällt mir bei der Frage, warum Zoos, dies hier ein:
https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerschau
Es gab auch eine Zeit, in der man Menschen in Zoos betrachten konnte.

Nach meinem Verständnis dienen Zoos auch dem Erhalt von mittlerweile seltenen Tieren und es würde mich nicht wundern, wenn man manche Tiere bald nur noch in Zoos zu sehen bekommt.
struppilein
  • Halbstarker
Beiträge: 446
+ 1
Original von Shibaherz:

Wie Du selbst schreibst, sind solche Beweismittel nicht gerichtsverwertbar.

Bei den Einbrüchen von Tierschutzaktivisten, mir egal ob von PETA oder anderen, genannt „Recherchen“, geht es im Unterschied zu „verdeckten Ermittlungen“ auch gar nicht darum, dass Amtspersonen durch ziviles Aussehen und Auftreten ihr Gegenüber täuschen; sondern es geht darum, sich illegal Foto- und Filmmaterial zum Zweck von dessen Veröffentlichung zu beschaffen. Es gibt bei uns kein „Recht am Bild der Sache“ (und Tiere gelten ja als Sachen) – aber diese Erlaubnis wird eben durch den Einbruch nichtig. Wie soll denn der Ausspionierte nach erfolgtem Einbruch zu einer Stellungnahme gegenüber dem Einbrecher bewogen werden? Die erfolgt natürlich erst nach Veröffentlichung des Materials.

Wie soll man aber diesen Tierquälern und anderen gegen den TS verstoßenden Gesocks das Handwerk legen? Sie werden sich wohl kaum hinstellen und ihre Machenschaften, egal welcher Art zugeben. Sie werden Dir auch kaum freiwillig Beweise ihrer Machenschaften liefern. Wie also soll man ihnen das Handwerk legen, wenn schon Fotos oder Filmberichte strafbar sind ? Ohne Beweise keine Anklage. Beweise, also Fotos oder Filmberichte aber strafbar also illegal sind. Man darf sie also nicht anzeigen? Soll sie machen lassen? Falschaussage, weil keine Beweisfotos oder Beweisvideos erlaubt sind, sind auch strafbar. Was also sind Beweise? Die Angeklagten werden doch nicht freiwillig von den TS Beweisaufnahmen machen lassen und sich damit selbst belasten. Sie werden auch nicht selbst von sich sagen, dass sie tierschutzwiedrich handeln. Was soll der TS gegen solche Leute tun? Wie kann man sie ohne eindeutige Beweise anzeigen und vor Gericht bringen? Diese TS-Leute setzen ihr eigenes Leben aufs Spiel, um solchen Leuten das Handwerk zu legen. Ich bewundere ihren Mut. Ich hätte ihn nicht.
gundhar
  • Halbstarker
Beiträge: 256
Peta regt sich auf daß der Zoo in Hannover ANGEBLICH gegen geltendes Recht verstößt. Peta selber verstößt mit der größten Selbstverständlichkeit selber gegen Gesetze um darauf hinzuweisen!

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache daß es sich bei Peta um eine dubiose Organisation handelt und ein großer Teil der Spendeneinnahmen (über 4 Millionen € alleine in Deutschland) für die Finanzierung solcher Aktionen ausgegeben.

"Und eine erstaunliche Summe von €1,516.373,30 wurde für „Öffentlichkeitsarbeit“ verwendet. Dazu gehörten Cash-Ausgaben für Medienkampagnen, die der Öffentlichkeit und potentiellen Spendern die Bedeutung der Arbeit von PETA zur Gewährleistung des Wohlergehens der Tiere erklärten."
Quelle: https://realfacesofanimalrights.de/peta-de/peta-stiehlt-von-spendern/
weitere Infos: https://realfacesofanimalrights.de/peta-de/wie-peta-de-ihr-geld-fur-gehalter-und-schamlose-pr-gags-verschwendet/

Wenn eine Organisation wie Peta Leute dafür bezahlt daß sie Straftaten begehen, so sind sie wohl eher als mafiöse Organisation einzustufen.

Übrigens hat Peta in Deutschland nur 9 (in Worten NEUN) Vollmitglieder, von denen auch noch 2 dauerhaft im Ausland leben.
Das war auch der Grund dafür:
"Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat die Klage von PETA gegen das vom Ministerium für Ernnährung und Ländlichen Raum vertretene Land Baden-Württemberg auf Anerkennung als mitwirkungs- und verbandsklage­berechtigte Tierschutzorganisation abgewiesen (Az.: 4 K 2539/16)"

Und zum Schluß noch etwas: "Am 18. Oktober 2014 drangen PETA-Angestellte in den Garten einer Familie ein, gingen auf die Terrasse, stahlen den Hund und töteten ihn dann mit einer tödlichen Dosis von Barbituraten. Mayas Familie war am Boden zerstört."
Quelle und weitere Infos dazu: https://realfacesofanimalrights.de/unkategorisiert/peta-betrog-die-offentlichkeit-um-tiere-zu-toten-die-sie-angeblich-umsiedeln-wollten-herzzerreisende-behauptungen-eines-ex-angestellten/

Hier noch das Urteil gegen Peta dazu: http://www.nathanwinograd.com/wp-content/uploads/PETA-demurrer-ruling-Maya.pdf
Hoch qualifizierter und staatlich geprüfter Jäger, der diese Tätigkeit ehrenamtlich ausführt.
Zuletzt geändert am 08.04.2017 18:17 Uhr
Shibaherz
Beiträge: 20680
+ 1
@Cairnlover: Dein Link mit dem Bild vom Besuch Wilhelm II im Zoo Hagenbeck in Hamburg und seiner Begegnung dort mit einer Gruppe von ausgestellten Äthiopiern zeigt genau das, worauf ich auch hinauswollte (aber zunächst zu feige war).
Heute ist derartiges undenkbar geworden. Meine Schlussfolgerung: Die Tabuisierung der Zurschaustellung von „exotischen“ fremden Menschen ist die Voraussetzung für den Kampf um die Beseitigung von Zoos.
Aber bei den Tieren, den „Sachen“, ist es so viel schwerer!

@struppilein: Ich verstehe Dich. Nach dem Gefühl von Tierschützern zählt der Gesetzesverstoß gegen Eigentumsrechte viel weniger als der Verstoß der Betriebsbetreiber gegen das Tierschutzgesetz. Zugleich stößt dieser Verstoß aber eine Menge Leute ab, die potentielle Unterstützer sein könnten.
Es hat neben Einbrüchen auch Brandanschläge gegeben, z.B. der „Animal Liberation Front“, die dabei in Kauf nahmen, dass dabei zig Tiere, die doch geschützt werden sollten, verendeten. Und jetzt eben die Morddrohungen in Hannover.
Wenn Du mich fragst, wie kommerzieller Tierquälerei begegnet werden soll, hab ich nur eine Antwort: Durch Vernetzung und Kooperation mit Beschäftigten, Mitarbeitern. Die teilen ja nicht das Profitinteresse des Betriebseigners, und verdienen meist auch nicht viel. Natürlich wird keiner von ihnen alternativlos seinen Arbeitsplatz riskieren wollen. Aber da muss man sich eben was einfallen lassen, Verhüllungstechniken, Schutzmaßnahmen, sich juristisch beraten lassen, evtl. auch alternative Beschäftigungsverhältnisse, man muss ja nicht das ganze Geld für Öffentlichkeitsarbeit ausgeben.

Im übrigen bewundere ich keine Leute, die sich, aus welchen Motiven auch immer, „hoheitliche“ Befugnisse anmaßen. Die Demokratie kann mMn nur zusammen mit dem Rechtsstaat überleben. Sie muss sich auf Repräsentation und geregelten Diskurs beschränken.

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CairnLover
  • Halbstarker
Beiträge: 571
Original von Shibaherz:

@Cairnlover: Dein Link mit dem Bild vom Besuch Wilhelm II im Zoo Hagenbeck in Hamburg und seiner Begegnung dort mit einer Gruppe von ausgestellten Äthiopiern zeigt genau das, worauf ich auch hinauswollte (aber zunächst zu feige war).
Heute ist derartiges undenkbar geworden. Meine Schlussfolgerung: Die Tabuisierung der Zurschaustellung von „exotischen“ fremden Menschen ist die Voraussetzung für den Kampf um die Beseitigung von Zoos.

Das die seinerzeitige Ausstellung von fremdartigen Menschen, die nach dem damaligen Verständnis kaum höher als Tere angesehen wurden, das ausdrückt, was deine Ansicht zu Zoos generell zu sein scheint, ist mir vollkommen klar.

Dennoch halte ich deine Schlussfolgerung weder für vergleichbar, noch denke ich, dass Zoos abgeschafft werden sollten oder dass dein Anspruch durchsetzbar wäre.
Ich bin mir sicher, dass sehr viel mehr unterschiedliche Gruppen von Menschen aus völlig unterschiedlichen Motiven dein Ansinnen für absurd halten würden, als Du dir vorstellen kannst.
Shibaherz
Beiträge: 20680
+ 1
@Cairnlover: Ja, kommt halt darauf an, wie man Mitgeschöpfen gegenüber eingestellt ist, die von Natur aus auf Bewegungsfreiheit eingestellt sind, nicht?

Ich will die "willden" Tiere ja auch nicht hier in Deutschland von den Zoos aus in die Freiheit entlassen ... aber es sollte eben kein "Ersatz" importiert oder von anderen Zoos übernommen werden

In Bezug auf Deinen letzten Satz denke ich, dass man da eine Menge Aufklärungsarbeit leisten könnte, ein dankbares Betätigungsfeld für den Tierschutz. Es gibt heute jede Menge Naturfilme, die die Tiere in Bewegung, auf ihren natürlichen Pfaden zeigen, und die Leute können sich das auf ihren XXL-Fernsehgeräten ansehen. Was also ist absurd daran?

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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 08.04.2017 19:58 Uhr
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