PETA und der "Erlebniszoo" Hannover

Shibaherz
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In dem „Erlebniszoo“ Hannover werden junge Elefanten mit sog. „Elefantenhaken“ (das sind Stangen mit einem scharfen Widerhaken aus Metall) traktiert.
Der Tierpfleger übt damit Druck hinter dem Ohr oder am Hals des Tieres aus und bewirkt durch die schmerzhafte Einwirkung ein erwünschtes Verhalten.
PETA hat dieses „Training“ im Herbst 2016 heimlich gefilmt und bei der Staatsanwaltschaft Hannover inzwischen Anzeige wegen Tierquälerei erstattet.
Im Zusammenhang damit erhielten der Zoodirektor und die Tierpfleger Morddrohungen.
Weshalb die Polizei jetzt öfter mit Streifen vorbeikommt.
Der Zoodirektor Casdorff meinte dazu: „Wir müssen die Tiere trainieren, um eine Beziehung zwischen Mensch und Tier herzustellen.“ Diese Beziehung sei für die Pflege und die medizinische Behandlung notwendig. Die Pfleger seien nach der Methode des „Direkten Kontaktes“ Teil der Herde und „untermauern ihre Autorität mit Hilfe des Elefantenhakens.“
Der Zoo will in den nächsten Jahren auf die Methode des „Indirekten Kontaktes“ umstellen (dabei sind Pfleger und Elefanten räumlich getrennt), was aber bauliche Veränderungen erfordere.
Bis zum Frühjahr 2016 hat es auch Dressurvorführungen mit Elefanten in dem Zoo gegeben.

http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/So-reagiert-der-Zoo-Hannover-auf-die-Quaelerei-Vorwuerfe-von-Peta
http://www.spiegel.de/panorama/hannover-zoo-soll-elefanten-babys-laut-peta-schikanieren-a-1141974.html
http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/report-mainz/videosextern/im-hannoveraner-zoo-werden-elefantenkinder-maltraetiert-102.html

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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 07.04.2017 06:34 Uhr
Lincan
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Schön wäre es, wenn PETA auch in gewisse Hundevereine ginge. Obwohl Hunde wesentlich leichter als Elefanten sind, werden sie gerne von bestimmten Hundesportleuten gequält. Stachelhalsband, Teletakt und weitere Nettigkeiten sind ja immer noch im Einsatz - wohlgemerkt bei Hunden, die (noch) keine wirklichen Probleme machen.
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Lini_Popini
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@ lincan
warum soll man das peta überlassen? wenn du über solche konkreten missstände bescheid weißt, dann kannst du doch selbst aktiv werden? ist nur so ein gedanke von mir...
Lincan
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Ganz einfach >> man kann was wissen, aber man muss es auch beweisen. Eine Meldung nur mit Daten, Namen, Fakten reicht nicht, da die AmtsVets keinen Bock haben. Wie oft habe ich schon versucht, in dieser Hinsicht was durchzuboxen - und nicht nur ich! Hiet muss man sich undercover einbringen, was bei mir nicht geht, da ich relativ bekannt bin hier im engeren und sogar weiteren Umkreis, wie ich neulich feststellte.

PETA-Leute sind da gut trainiert und können den Mund halten, wenn sie sich in die Hölle des Löwen begeben und über einen längeren Zeitraum dokumentieren. Dazu kommt die Organisation an sich, die einfach mehr Gewicht hat als Einzelpersonen, dazu noch Justiziare, die im Thema drin sind.
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Lini_Popini
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berechtigte einwände... allerdings könnte man trotzdem irgendwie den stein ins rollen bringen, mit hilfe örtlicher tierschutzvereine zum beispiel.
Shibaherz
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@Lincan: Ich wollte mit diesem thread nicht sofort wieder die Brücke zu den Hunden schlagen, sondern erstmal bei den sog. „Wildtieren“ bleiben.
Heimischen Wildtieren gönnen wir die Freiheit – oder eben nicht (vgl. den Wolfsthread).
Exotische Wildtiere werden zum Zweck der Ergötzung bzw. Begaffung ausgestellt (Zoo) oder abgerichtet (Zirkus). Von respektvollem Ungang mit ihnen im Sinn des letzten Beitrags von Christiane in dem Wolfsthread kann so und so nicht die Rede sein. Die exotischen Wildtiere würden dann gar nicht erst importiert.

Bei dem öffentlich ausgetragenen Streit zwischen PETA und dem Hannoveraner Zoo beschäftigt mich noch etwas anderes, nämlich, wie weit Tierschützer gehen dürfen. Hausfriedensbruch, um heimlich Kameras zu installieren? Verunglimpfungen? Morddrohungen, die zwar sicher nicht PETA zugeschrieben werden können, die dann aber von Sympathisanten geäußert werden?

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Lincan
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Zunächst einmal >> Elefanten müssen beschäftigt werden, denn sonst verkümmern sie.

Das WIE ist entscheidend. Ich habe live bei einem Wildtiertraining fürs Fernsehen hospitiert und letztlich die - von mir schon vermutete - Erkenntnis mitgenommen, dass sich das Training nicht sehr vom Hundetraining unterscheidet. In meinem Fall wurden die Tiere freundlich trainiert, erhielten ein akustisches Signal vom Trainer, wenn der Übungsteil richtig durchgeführt worden ist, wobei dieses Signal auch die Belohnung ankündigte. Die Tiere hatten Spiellaune und Spiellust und außerdem eine enge Bindung zu Trainer, Container und Pfleger. Man durfte aber nie vergessen, dass es Wildtiertraining waren mit entsprechenden Entwicklungsphasen. So steckte ein 2 oder 3jähriger Bulle in der Pubertät mit allem, was auch bei den Hunden dazugehört. An einem engen Durchgang massregelte er die Co-Trainerin durch einen Abschlagbiss, weil er zuerst durch die enge Passage wollte. Es war nur eine entwicklungsbedingte Zurechtweisunh, denn sonst hätte das Bein der Co-Trainerin kein Loch bekommen sondern wäre abgebissen gewesen (das Loch war nicht wirklich tief, wenn man die mächtigen Eckzähne sieht).

Ich kann mir also nur erklären, dass der Bulle im Film deswegen so hart angegangen wurde, um ihm zu demonstrieren, wer das Sagen hat. Er darf nicht wissen, dass ein Mensch schwach ist.

Dass es auch anders geht, habe ich selbst erlebt. Auch ist es nicht nachvollziehbar, warum die Elefanten grundsätzlich auf diese Weise dressiert werden, mal abgesehen von den Tricks, die ich dämlich finde. Da wären andere Dinge besser, aber das wollen dann die Zuschauer nicht sehen,weil zu langweilig in deren Augen.

Was mich grundsätzlich an PETA stört, ist die fehlende Bereitschaft, sich alles erklären zu lassen. Auch habe ich einen Groll gegen deren eigene Tierquälerei! Da müssen zum Beispiel Carnivoren vegan ernährt werden, was zum Beispiel Bauchweh verursacht, abgesehen von den Langzeitschäden. Ebenso sind mir viele Äußerungen zu plakativ wie Stammtischparolen.

Was ich gut finde, ist die Aufmerksamkeit und damit auch eine Änderung der eigenen Denkweise zu mehr Achtsamkeit. Vielleicht braucht man dann auch solche plakativen Äußerungen, um etwas zu bewegen. Auch eine Gegenmeinung kann dazu führen, dass das Thema im Kopf bleibt und das eigene Verhalten zum Positiven verändert.

PETA hat einen Rechtsbruch begangen mit den heimlichen Aufnahmen. Im Einzelfall ist zu prüfen, ob das rechtlich moralisch toleriert werden kann. Ich würde das nur nach Abwägung aller Umstände bewerten wollen. Morddrohungen sind nicht hinzunehmen, doch nehme ich da PETA in Schutz, denn es wird immer bekloppte Versager geben, die sich da hervortun, ob bei PETA oder Wallraff & Co.
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Lincan
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Ich meinte >> ob bei BERICHTEN VON PETA ODER WALLRAFF & CO.

Auch wenn die Reportagen und Aussagen sachlicher gemacht werden würden, gibt es immer solche Spinner, die das so kommentieren. Diese muss man ggf. juristisch belangen, damit sie endlich Grenzen lernen.

Es kommt auf den jeweiligen Bericht an, ob man dem Ersteller so etwas wie eine Mitschuld attestiert. Dies wäre allerdings nur ein moralischer Aspekt, denn juristisch ist der Berichtverfasser deswegen nicht zu begangen. Immerhin hat er ja nicht zu Mord und Totschlag aufgerufen.
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weckener
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Ich habe schon vor Jahren solche brutalen Methoden im TV gesehen, also für mich nichts Neues, interessant ist an der Aufnahme, das die "Erziehungsmethoden" am Tag bei Besucherpublikum stattfand....
Sonst wird mit noch viel brutaleren Aktionen das nach dem Publikumsverkehr gemacht. Mit der Begründung, die Elefanten dürfen niemals merken, das sie die stärkeren sind. Trotzdem oder vielleicht deshalb (weil Elefanten ein verdammt gutes Gedächtnis haben) werden die Pfleger angegriffen und viele so schwer verletzt das sie sterben.
Aus dem Grund und das stand nun in meiner Tageszeitung hat auch der Zoo Hannover mitgeteilt, in Zukunft bekommen die Elefanten ein großes abgeschirmtes Gehege, ohne Jeglichen Menschenkontakt. Wie in einigen Zoos werden sie dann trainiert die Ohren und die Füße durch das Gitter zu stecken um sie zu behandeln. Ich halte die Haltung in viel zu kleinen Gelände auch für Tierschutzbedürftig. Nachts angekettet, tags zwar mit ein paar Übungen beschäftigt ist einfach nicht artgerecht.


Als ich junges Mädchen war, bin ich sehr viel in Kronberg / Taunus im Opelzoo gewesen, der war damals ein Forschungszoo, wo wissenschaftlich getestet wurden, wie sich die Tiere im Winter draußen aufhalten, ob sie in die Häuser gehen, die Tür war immer auf und es war damals schon eine Sensation Elefanten, Zebras und Giraffen im Schnee zu beobachten. Die Gehege waren so groß, das man öfters Pech hatte, weil die Tiere am anderen Ende des Geheges waren, schon damals gab es eine Mischung aus Tiere, die aus der gleiche Gegend stammten. Es wurden nur Tiere gehalten, die Pflanzenfresser sind.
Auch die Elefanten hatte für damalige Verhältnisse ein sehr großes Areal und wurden als Gruppe gehalten, ohne Ketten! Die Besucher durften sie füttern, was ein Fehler war, der Bulle merkte sich schnell, wer ihm das Futter vorenthalten hat und warf gezielt mit Steinen auf die Person, traf auch regelmäßig. Das war dann ein Grund ihn zu erschießen.... Wieder so ein Fall, wo Menschen nicht bedenken, was die Fütterung außer vom Personal anstellen kann, letztlich hat ihm das Leben gekostet....

Wie das heute im Opelzoo zugeht weiß ich nicht, er ist in der Zwischenzeit kommerziell betrieben, damals war das der einzige Zoo wo ich gern hinging, die Tiere hatte große Freiheit und in den anderen Zoos die kleinen Gehege und der Wunsch jedes kleine Eck mit irgend einem Tier zu füllen, völlig beengt , war mir ein Graus....
Feuerwolf
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Solch ein Umgang mit Lebewesen, hier Elefanten, finde ich absolut nicht in Ordnung.

Der Beitrag über die Elefanten im Hannoveraner Zoo lief auch bei N24, der Babyelefant hat laut geschrien, als ihn der Pfleger mit dem Elefantenhaken auf den Kopf geschlagen hat. Am Ende des Stockes befindet sich ein harter, spitzer Metallhaken. Es war kein 2-3jähriger Bulle sondern ein Elefantenkalb !!

Tierquälerei und Tierbeschäftigung sind für mich zwei ganz unterschiedliche Dinge.

Bei HundKatzeMaus mit Diana Eichhorn gibt es seit einiger Zeit eine Tierschutz-Detektivin, die Meldungen über Tierquälerei auch nachgeht und eben auch mit versteckter Kamera arbeitet um Beweise an Veterinärämter und ggf. die Polizei zu schickt:

hundkatzemaus: Die Tierdetektivin
08.06.2015 | 09:48
Im Einsatz für Tiere

Judith arbeitet als Tierschutz-Ermittlerin. Seit 2010 überführt sie die Täter und rettet Tiere. Sie recherchiert dort, wo sich sonst keiner hintraut, deckt auf, was sonst unentdeckt bleiben würde. Fast täglich bekommt sie Hinweise auf mögliches Tierleid. Dieses Mal wurde sie von einer Informantin auf eine unseriöse Jack-Russel-Zucht aufmerksam gemacht. Die Züchterin soll ihre Hunde und Welpen in Schweinebuchten halten. "hundkatzemaus" begleitet die Tierschützerin bei ihrem Einsatz.
Judith will der Sache nachgehen und sich selbst ein Bild vom Gesundheitszustand der Vierbeiner machen. Als Kaufinteresseintin getarnt und mit versteckter Kamera ausgerüstet, stattet sie der Hundezüchterin einen Besuch ab. Doch was sie dort erwartet, ist erschreckend! Die Hunde vegetieren in einer dunklen, kalten Scheune vor sich hin. Vor allem einer der Welpen bereitet ihr große Sorgen. Seinen Gesundheitszustand stuft sie als kritisch ein. Wird er die Tortur überleben? Und plötzlich gerät Judith auch noch an die Polizei. Ein besonders schwieriger Fall für die Tier-Ermittlerin. Ob es ihr gelingt die Tiere zu befreien?

(Quelle: vox.de) http://www.vox.de/cms/hundkatzemaus-die-tierdetektivin-2332120.html

.....also nicht nur PETA ........und irgendwie doch auch eine Brücke zu DS mit Diana Eichhorn, oder nicht?

Es ist ein zweischneidiges Schwert mit solchen Übewachungskameraaktionen, aber ich denke ohne geht es nicht um gegen Tierquälerei vorzugehen. Greenepeace benutzt auch...hüstel....nicht immer so gesetzeskonforme Aktionen um auf Missstände aufmerksam zu machen. Nur damit ist es der Organisation gelungen ein weltweites Bewußtsein für den Umweltschutz und damit auch für den Tierschutz zu verbreiten und zu fördern.
Die Spenden für Greenpeace und auch die Mitgliederbeiträge können bei der Steuer abgesetzt werden

Da diese Aktionen mit versteckten Kameras etc. seit Jahren öffentlich und wöchentlich im deutschen Fernsehen ausgestrahlt werden, scheint ja wohl das Tierwohl bzw. die Tierquälerei höher bewertet zu werden als der Hausfriedensbruch oder die Eigentumsrechte der Tierquäler.
Ich finde das gut so !

Morddrohungen gehen für mich allerdings gar nicht, da stellt man sich auf die gleiche Stufe wie die Tierquäler selber, denn sie drohen mit etlichen Aktionen ja auch mit dem Tod den Tiere oder töten sie gar ganz.

Liebe Grüße Feuerwolf mit Renntier Fina
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