Mein Wuff mag keine Rüden- eigentlich normal...?

hauabjetzt
  • Forenwelpe
Beiträge: 37
Möchte mich mal kurz informieren, ob und wie ihr das Dominanzverhalten bei euren Rüden abgewöhnt habt?

Meiner ist jetzt ein 10 jähriger Mischling (mittelgroß) und er ist nach wie vor dominant zu anderen, nicht kastrierten, Rüden.
Das heisst er zofft sich richtig mit anderen, das sieht schon immer sehr gefährlich aus, meistens lassen die Besitzer und ich die Hunde dann machen, dann ist es ja meistens auch geklärt.
Nur Außenstehende sehen das meistens sehr negativ an, sieht ja auch immer gefährlicher aus, als es ist.

Mich nervt es aber dann auch, dass er sich dann nicht mehr auf meine Kommandos konzentriert, sondern z.B. von weitem den anderen Rüden anguckt.
An der Leine macht er das mittlerweile nicht mehr SO oft, ich rede dann immer leise auf ihn ein, dann bleibt er auch locker.
Nur wenn wir spazieren gehen, ohne Leine, dann ist es halt oft so, dass er dann angeleint werden muss, weil er sich sonst nicht mehr einkriegt.

Wie gewöhnt man ihm das am besten ab?
casabianca
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 3542
+ 1
Hi,

mein 9-jaehriger kann auch nicht mit anderen Rueden. Bei ihm ist es sogar so, dass er beschaedigt.

Dass Rueden auf einmal andere Rueden gerne haben funktioniert glaube ich nicht (falls es jemand geschafft hat, immer her mit den Tipps). Ausser evt bei noch jungen Rueden, die eine "Phase haben".

Ich fuer meinen Teil habe meinem Hund beigebracht, die anderen zu ignorieren und sich auch nicht provozieren zu lassen. Das heisst im Grunde, dass er keinen Kontakt mehr zu anderen geschlechtsreifen Rueden hat, ausser eben Welpen und Jungrueden, die noch vor oder max. in der Pubertaet sind.

D.h. wenn ich andere Hunde sehe ist meiner an der kurzen Leine, muss bei Fuss gehen und die anderen ignorieren, selbst wenn diese bellen oder ihn provozieren.
Segue l’amico delle greggi, il forte Animoso mastin, di ferree punte Armato il breve collo: abil difesa Incontro al lupo assalitor. Robuste E nervose le membra, e scintillanti Abbia gli occhi, e mantel bianco, Convolto di pelo assa, che dalle Acute il salvi scane de’ lupi, e si’ li Cacci e assalti. (C. Arici, 1824, La Pastorizia)
hauabjetzt
  • Forenwelpe
Beiträge: 37
Das handhabe ich auch so. Dachte da gibts vielleicht ein gutes Konzept womit man das abgewöhnen kann.
Dachte ich auch schon, dass das Verhalten natürlich ist.
Debbie1984
  • Forenwelpe
Beiträge: 12
Ich glaube nicht das dieses Verhalten normal ist! Ich habe eine Hündin, die 1 Monat vor der Läufigkeit andere Hündinnes mobbt! Dieses Verhalten ist als Hormon gesteuert, aber ich irgnoriere das nicht, sondern lasse sie in dieser Zeit nicht mit anderen Hunden ohne Leine laufen oder nur mit Beißkorb!
Auch bei Rüden ist es normal, wenn Hündinnen anwesend sind, dass die mal rangeln können, aber wenn dein Hund auf jeden Rüden so reagiert würde ich drann arbeiten!

Wenn das Verhalten heftig ist und fast ständig und er fixiert, lautert oder ständig steif wird beim Anblick anderer Hunde:

Als erstes rate ich dir den Kontakt ohne Leine mit anderen Hunden einzuschränken! Trainiere an der Leine, dass er da nicht mehr bellt/ knurrt oder auch "nur" anfixiert! Dh. die geht mit LOCKERER Leine, auch wenn ein anderer Hund kommt, einen Bogen, nicht direkt auf den anderen Hund zuführen - kann als Drohung gedeutet werden von Hunden! So entspannt sich die Situation! Wenn du keinen Bogen machen kannst, weiche aus zB Straßenseite wechseln - achte auf das Verhalten deines Hundes - fixiert er, wird steif, stellt Haare auf, lauert er - ist die Distanz zu dem anderen Hund schon zu gering! Bringe ihn in eine Distanz wo er entspannt und ansprechbar ist und belohne ihn!

Wenn er frei läuft und er steuert auf andere Hunde zu und ist nicht mehr ansprechbar (hört nicht auf dich) - gehe bzw laufe in eine andere Richtung, der Hund kommt dich suchen (im Normalfall - Folgetrieb)!
Ein "Hier" klappt oft nicht wenn Hunde zusammen stehen oder sich umkreisen oder so etwas - sie würden sich eteventuell selbst gefährden, wenn sie auf Besitzer in diesem Moment hören würden!

Das Hier gut üben falls das nicht perfekt klappt - dann kannst du deinen Hund, wenn du einen anderen Hund siehst zu dir rufen und Fuß gehen lassen; und das Kommando aufheben, wenn er zu dem anderen Hund darf oder der andere Hund auf ihn zu kommt!
"Hier" muss immer positiv bestärkt werden; nicht "Hier" anleinen und gehen - sondern wieder los schicken nach der Belohnung fürs brave kommen! Sollange das "Hier-Kommando" nicht gut klappt verwende ein anderes Wort zB "Komm" oder was auch immer bis jetzt verwendet wurde! Die Belohnung für das "Neue" Kommando muss was ganz besonderes sein zB Wurst, Käse usw
Auch eine Hundepfeife funktioniert super! (außer es ist so kalt wie jetzt, da versagt der Ton der Pfeife schneller)

Wenn ich meine Hündin zurückrufe, schauen alle Hundebesitzer, da sie mit so einem Tempo auf mich zuschießt und sich vor mir hinsetzt!

Hoffe es war hilfreich und ich bin nicht zu viel vom Thema abgewichen!
marcowittkopf
  • Halbstarker
Beiträge: 262
+ 2
Du bist aber bedenken das Rüden anders handeln.
Irgendwann werde auch ich Respekt verlangen und dann weiß ich auch, wofür. Irgendwann werde ich auch endlich in Seniorenheime investieren. Irgendwann werde ich dich ansimsen und zum neuen Busen gratulieren. Und dann lasse ich mir mein Gehirn absaugen, irgendwann werde ich mich integrieren.
Piggeldy
  • Begleithund
Beiträge: 1353
+ 3
Sorry Debbie, wenn ich das lese, wird mir doch ein wenig anders.
Sind ja nett gemeint, deine Tipps.
Sollte Hauabjetzt, welch ein Name , einen äußerst selbstbewußten, statusaggressiven Hund haben, wird er ihr was husten, wenn sie mit Bestechungswurst, etc... kommt.
Und ob er mal eben so hinter ihr her lauufen wird, wenn sie sich umdreht und geht ist auch fraglich.
Denn in diesem Moment wird es ihm wohl bedeutend wichtiger sein, "sein" Revier gegen den "Eindringling" zu verteidigen.

Und das ist sooo normal.

Seit es Menschen gibt ziehen die männlichen homo sapiens in Kriege um Land zu verteidigen oder zu erobern, in Mastställen werden männliche Schweine kastriert, weil ansonsten die Haltung auf kleinem Raum unmöglich wäre.
Schon mal eine gemischte Herde mit mehreren Hengsten auf einer Weide gesehen?
Oder wie zwei Kater sich kloppen?
Ebenso wissen Hühnerhalter, daß Hennen sich bedeutend besser miteinander vertragen als Hähne.
Warum nur soll das denn bei Hunden anders sein?

Klar gibt es bei all diesen Beispielen besonders friedliche Tiere, diese sind jedoch in der Minderheit.
Auch wenn männliche Tiere eine Aufgabe haben, Jagdhunde bei der Jagd, Pferde auf einem Turnier, der Border beim Agility, usw... klappt das Miteinander oft wunderbar. Während der "Arbeit" halt.
Beginnt jedoch die Freizeit kann es schon wieder ganz anders aussehen.
Hunde sind bodenständig, der Mensch ist abgehoben (Michael Grewe)
Laursen
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2588
+ 1
hej,

eigentlich liegt der Fehler bei uns.
Rüden können wirklich andere Rüden ohne Probleme akzeptieren, wir vergessen nur immer etwas.

Hunde sind Rudeltiere, die in Revieren leben.
Wie oft erleben wohl Wölfe fremde Wölfe?
Wie oft hatten unsere Hunde früher kontakt zu Hunden, die sie nicht kannten, als wir noch keine Autos hatten und wir die Umwelt noch nicht so zersiedelt hatten?

Man kann das Verhalten eines Rüden gegenüber anderen Rüden eigentlich sehr gut beeinflussen.
Ein Rüde muss ganz einfach auch Strategien erlernen, wie er auch mit Anderen auskommen kann.
Dies lernt er am Besten mit bekannten Hunden.
Deshalb macht es wirklich Sinn, für seinen Hund Freunde zu suchen.
Weibchen für einen Rüden sind natürlich einfacher und problemloser, ähnlich wie bei uns, steht da ja auch immer irgendwie die Vermehrung im Hintergrund.
Deshalb sind die Weibchen meist sehr freundlich am Anfang gegenüber unbekannten Rüden und kurz darauf lassen sich die Rüden einiges gefallen von den Weibchen.
Aus der Sicht der Partnerauslese sicher ein gutes Vorgehen.

Trotzdem können Rüden viel lernen beim Umgang mit Weibchen, wie sie mit anderen Rüden klar kommen können.
Sprachsicherheit und Ausdrucksmöglichkeiten sind ungeheuer wichtig, wenn ein Hund lernen soll, auch mit anderen auszukommen und das kann er mit dem anderen Geschlecht am Besten üben.
Wenn man es dann noch schafft, einem Hund über seine Erlebnisse die Selbstsicherheit zu geben, die er benötigt, um nicht alles mit Komentkämpfen regeln zu wollen, hat man es eigentlich geschafft.

Noch ein Hinweis, wenn Hunde das Gefühl haben, dass sie keine weiteren Mitglieder im Rudel brachen, sind sie auch nicht an Kontakt mit fremden Hunden interessiert, das muss sie aber nicht unfreundlich machen.

Liebe Grüsse aus dem Norden
hauabjetzt
  • Forenwelpe
Beiträge: 37
"Wenn er frei läuft und er steuert auf andere Hunde zu und ist nicht mehr ansprechbar (hört nicht auf dich) - gehe bzw laufe in eine andere Richtung, der Hund kommt dich suchen (im Normalfall - Folgetrieb)!"

LOL nee, das macht er definitiv nicht Das hatte ich schonmal im TV gesehen, da stand auch wenn der Hund nicht beim ersten mal KOMM kommt, soll man weggehen. Das stört meinen Hund nicht die Bohne Da denkt der andere Hundebesitzer noch ich hab ne Meise wenn ich abhaue

Der kommt manchmal erst nach 3 Mal rufen...aber immerhin, er kommt.
Laursen
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2588
+ 2
@hauabjetzt Du hast jetzt auch, ohne es zu wollen, ihm lange das Gegenteil beigebracht.
Ich verstehe nur zu gut, dass es problematisch ist, seinen Hund stehen zu lassen, wenn er auf einen anderen losgeht.
Dies sieht wirklich so aus, als ob man so etwas wie Fahrerflucht begehen wollte.
Trotzdem würde es funktionieren, wenn Dein Hund die Gewissheit hätte, dass Du tatsächlich abhauen könntest.
Falls es nicht so wäre, dann könntest Du eigentlich Deinen Hund nie mehr ab der Leine lassen, denn dann will er ja nicht bei Dir bleiben.
Deshalb müsste die Drohung, dass Du verschwinden könntest, funktionieren, wenn Dein Hund dies glauben würde.

Wie man einem Hund beibringen kann, wieder auf den Abruf zu folgen, habe ich in einem Blog beschrieben:
http://www.dogspot.de/benutzer/laursen/blog/der-notrueckruf/

Jetzt gibt es aber zwei Probleme.
Erstens, unter Umständen hast Du ihm so erfolgreich beigebracht, dass Du auf jeden Fall kommst, dass der Notrückruf alleine nicht ohne weiteres funktioniert.
Sollte dies so sein, schreib mir eine PN, dann helfe ich Dir weiter.
Es gibt noch mehr Möglichkeiten, die ich aber nicht gerne in einem Forum beschreibe.
Der Grund ist einfach, Methoden, bei denen man etwas falsch machen kann, möchte ich nicht in einem Forum stehen haben, sondern sie nur persönlich weitergeben, damit ich wenigstens das Gefühl habe, dass man mich richtig verstanden hat.
Zweitens, genau vorhersagen, wann der Notrückruf auch bei anderen Hunden funktioniert, ist eigentlich nicht ohne Test zu machen.
Deshalb finde ich es wirklich schwer, sich auf den Notrückruf zu verlassen und abzuhauen, wenn man schon Probleme mit anderen HH hat.
Mein Rat deshalb geht wirklich in die Richtung, dass man so lange übt wie nur irgendwie möglich, damit man sich auch sicher fühlt, wenn man dies in so einer Situation machen muss/will.

mfg
Debbie1984
  • Forenwelpe
Beiträge: 12
Ja ich weiß schon, dass Rüden anders sind als Hündinen!
Ich kann nur aus der Erfahrung sprechen die ich mittlerweile nach 15 Jahren Hundeerfahrung habe! Meine jetztige Hündin ist wie gesagt auch hormon gesteuert und versucht vor ihrer Läufigkeit andere Hündinen "loszuwerden" - sie stellt sich einfach steif drüber und lasst sie nicht mehr aufstehen!

Nachdem grdsl jeder Hund einen Folgetrieb hat, da er ohne Rudel verloren wäre - sollte er seinem Besitzer folgen! Ich hab das selbst bei meinem Hund gemacht und am Anfang gezittert ob sie irgendwann kommt! Mein Hund hat verstanden, hey meiner Besitzerin gefällt das Verhalten nicht und dann ist sie auch noch weg! Meine Hündin dreht sich öftern nach mir um und schaut ob ich noch da bin! Sie läuft auf keine anderen Hunde zu ohne von mir die Erlaubnis zu bekommen usw.
Gerade am Anfang sollte man nur den richtigen Zeitpunkt erwischen um weg zu laufen, denn wenn der Hund einmal weg ist und schon mit dem anderen rangelt, kommt er erst nach wenn er es merkt und das kann dauern!

Ich bin immer gegangen, wenn mein Hund zum fixieren oder zum schleichen angefangen hat!

Und ich glaube, dass das auch bei Rüden funktioniert!
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