Mein Hund kann plötzlich nicht mehr alleine bleiben

Erhard Eggert
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Beiträge: 2
Liebe Hundefreunde !
Ich habe seit ca. 1,5 Jahren einen 8 jährigen Maremano aus einem italienischen Tierheim.
Der Hund hat sich nach einiger Anlaufzeit gut an uns gewöhnt und konnte schon bis zu
8 Stunden alleine in der Wohnung bleiben. Nun sind wir aber ratlos. Er hat nun 2 mal nach
ca. 4 stündiger Abwesenheit die halbe Wohnung zerlegt. Es lag für uns kein ersichtlicher Grund vor.
Kann uns jemand einen Tipp geben. ?
DOJO2
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Beiträge: 1295
+ 1
Hallo

Ganz ehrlich , warum hast du dir diesen Hund genommen ?
Nur damit du ihn 8 Stunden allein läßt ? ? ?

Ich verstehe so manche Menschen .... nicht .
Dies hat doch nichts mit Tierliebe oder Verständnis für das
Tier zu tun .

Dabei hattest du Glück , das der Hund erst nach 1,5 Jahren
damit anfing .
Denk einmal darüber nach was du gemacht hast . Du hast
den Hund aus seiner gewohnten Umgebung gerissen , weg
von den anderen Hunden und hast ihn in Einzelhaft
gesteckt .
Wie würdest du dich an seiner Stelle , fühlen ? ? ?

Mit der Aufnahme des Hundes aus dem Tierschutz hast du weder
dir selbst noch dem Hund einen Gefallen getan .

Das Zerlegen ist erst der Anfang ....
Da es sich um einen Hirtenhund handelt , werden noch einige
Sachen/Dinge auf dich zukommen .

.
Der Hund widerspiegelt die Seele seines Besitzers
trixi11
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Beiträge: 1222
Original von Erhard Eggert:

Liebe Hundefreunde !
Ich habe seit ca. 1,5 Jahren einen 8 jährigen Maremano aus einem italienischen Tierheim.
Der Hund hat sich nach einiger Anlaufzeit gut an uns gewöhnt und konnte schon bis zu
8 Stunden alleine in der Wohnung bleiben. Nun sind wir aber ratlos. Er hat nun 2 mal nach
ca. 4 stündiger Abwesenheit die halbe Wohnung zerlegt. Es lag für uns kein ersichtlicher Grund vor.
Kann uns jemand einen Tipp geben. ?


Was habt ihr am Tagesablauf verändert?

Seid ihr umgezogen? Viele Hunde lernen das alleine-bleiben ortsbezogen, d.h. wenn ihr umgezogen seid, kann es sein, dass ihr das Trainiing von vorne beginnen müsst.


8 Stunden finde ich allerdings auch zu lange.
Feuerwolf
  • Begleithund
Beiträge: 912
+ 3
@Lincan: Es wird wahrscheinlich nichts weiteres hinterherkommen, eben WEIL ein Maremmano ein HERDENSCHUTZHUND ist! und eben KEIN Hirtenhund per se, denn ein Hirtenhund kann auch ein Treiberhund sein sprich BorderCollie o.ä. Dieser doch sehr feine Unterschied ist von sehr großer Bedeutung und wird auch leider in vielen einschlägigen Literaturen falsch bzw. auch z.T. einfach falsch übersetzt benutzt.
Herdenschutzhunde bzw. Maremmanos sind es seit ca. 3000 Jahren gewohnt OHNE Menschen auf die Herde oder das Grundstück aufzupassen! sogar tagelang!
Maremanno ist die Abkürzung für : Cane de pastore Maremanno Abruzzese
Übersetzung: Der Hund, der ein Hirte ist in der Maremma und den Abruzzen.
Idealerweise werden mind. 3 Maremanni zum Schutz der Herde benötigt, zwei vorne und einer hinter der Herde, wobei sich die Tiere auch durchaus abwechseln. Aber auch ein einzelner Maremanno bewacht die Herde bzw. die Familie auch durchaus allein und vermisst keine anderen Hunde, zumal er auch nicht wie andere Hunde einfach nur so spielt oder ohne Grund durch die Gegend rennt, okay manchmal ganz selten aus reiner Freude, aber das kannst Du an einer Hand abzählen im Jahr.
Herdenschutzhunde und damit Maremannos "ticken" ETWAS anders, als die restlichen Hunde!
...und noch etwas......weisst Du wie Maremannos in den allermeisten italienischen Canile dahinvegetieren und leiden? Solche stolzen Hunde, die die Freiheit und Eigenständigkeit sooo lange schon gewohnt sind?
Wahrscheinlich alles nicht, denn sonst würdest Du nicht schreiben Erhard Eggert hätte sein Hundchen aus seiner gewohnten Umgebung gerissen, denn DAS hat er BESTIMMT nicht, denn Maremannos sind anderes gewohnt!

@Erhard Eggert:
Dein Maremmano ist jetzt wahrscheinlich erst richtig bei Dir und Deinem Zuhause angekommen und findet es jetzt einfach äußerst "unpassend" für einen waschechten Maremmano, dass er sein "Oberschaf" (hüstel....Dich.......war auch lange solch ein "Oberschaf" bzw. "Ober-Maremanno) bzw. seine "Schafherde" sprich Deine Familie nicht einem Maremnno entsprechen beschützen kann/darf.
Wenn Dein Hundchen aber erkannt hat, dass Du eben der "Ober-Maremanno" bist und nicht er der Chef der Bewachungsmanschaft, dann wird es sich legen. Meine Kleine hatte diese "Anwandlungen von Größenwahn" als Welpe und Junghund, danach nie wieder, als sie erkannt hat, dass nicht sie er Chef ist bzw. sein wird, sondern ich und danach meine damalige Althündin und erst danach sie.
Zuletzt geändert am 06.10.2016 21:29 Uhr
DOJO2
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Beiträge: 1295
@ Feuerwolf

Mit deiner Aussage hast du wohl mich gemeint .

In einigen Punkten hast du sogar Recht .
Nur das der Hund oder die Hunde immer allein bei der Herde
waren , dass kann einfach nicht stimmen . Aus verschiedenen
gründen .
Und das es eine Rasse gibt die gern allein ist , glaube ich auch
nicht . Hunde sind und waren schon immer Rudeltiere .

Durch Größe und Gewicht ist es eben eine ruhige bequeme
Rasse , die sich die Kräfte einteilt und sich nur bewegt wenn
wirkliche Gefahr besteht bzw eine Notwendigkeit .

Nicht nur bei dieser Rasse gibt es Hunde , die Leiden .
Wenn man es genau nimmt .

Was du Erhard Eggert geschrieben hast , ist eine Vermutung von dir ,
oder ?
Den wenn der Hund erst nach 1,5 Jahren ankommt in der neuen
Umgebung , dann finde ich das zwischen Mensch und Tier etwas
falsch gelaufen ist .
Aber vielleicht lag oder liegt es an diesem allein lassen .
Im Tierschutzhaus kam ja auch nur der Mensch , um zu füttern .

Aber ja , ich wünsche Erhard mit dem Hund viel Freude .
.
Der Hund widerspiegelt die Seele seines Besitzers
Feuerwolf
  • Begleithund
Beiträge: 912
+ 1
@Dojo2: UUUUpps, stimmt, ic hmeinte Dich.........Lincan!!!....Sorry!!!

Ähm......der Mareammano ist kein ruhiger, bequemer Hund. Weiss Gott nicht! Aber eines stimmt, diese Hunde teilen sich ihre Kräfte ein, die ist bei ihrer ursprünglichen Lebensart überlebenswichtig gewesen.

Stimmt, nicht nur dise Rasse leidet dort. Aber z.T. wesentlich mehr als andere, denn sie haben seit 3000 Jahren eine andere Lebensweise als "normale Haushunde". Viele geben sich in den Caniles ganz auf, weil es so rein gar nichts dort mit ihrer ursprünglichen Lebensweise zu tun hat. Sie sind von Natur aus eher zurückhaltend allem Neuen und dem Menschen gegenüber und z.T. misstrauisch, eben keine aufgeschlossenen Hundchen, di esich über jeden/jedes freuen, was ihnen entgegenkommt. Er läßt sich nicht so einfach anfassen, von Fremden schon einmal gar nicht und wenn er sich seinen "Betreuern" verweigert.....nie. Kommt leider auch öfter vor in Caniles etc. Ein Maremanno hat ein sehr gutes Gedächtnis und kann verdammt lange nachtragend sein, wenn er etwas als ungerecht oder nicht gerechtfertigt erfahren hat bzw. empfindet. Manchmal verzeiht er eben nie.

Und wenn ErhardEggert einen Maremanno aus dem Tierschutz mit 6 1/2 Jahren übernommen hat, der vielleicht 2-3-4 Jahre in so einem Canile war, dann ist es für diese Rasse nicht absonderlich, dass es so lange gedauert hat, bis sich ein Maremanno wieder dem Menschen anschließt. Es kann nämlich wie schon gesagt, durchaus sein, dass sich dieser Hund nie wieder einem Menschen anschließt und ihm vertraut. Keine Seltenheit bei dieser Rasse. Wie gesagt, die "ticken" etwas anders als "normale" Hunde.

Ich habe nicht geschrieben, dass es diesen Hunden immer gefällt allein zu sein, aber sie sind es eben eher gewohnt.
Denn z.T. sind die Hunde wirklich mehrere Tage allein mit der Herde gewesen. Heute weniger, da immer mehr Hirten ihre Schafe über Nacht einpferchen. Aber auch dann sind die Hunde allein bei der Herde, ohne Hirte. Werden die Schafe nicht eingepfercht bleiben sie doch auch öfter einige Tage allein mit den Hunden zusammen in der Botanik. DIes stellt z.T. ein größeres Problem in den bergigen Regionen dar, besonders wenn die Hirten dann z.B: für verstorbene Tiere eine Entschädigung beantragen. Diese bekommen sie nämlich nur, wenn die Tiere eingepfercht waren und es wirkklich den dringenden Verdacht gibt, dass ein Wolf der Verursacher war.
Und im Winter.....leben die Mareamannos auch bei den Schafen im Stall, sind also dort auch länger ohne den Menschen.

Maremannos kennen daher normalerweise keine Verlassensängste in dem heute gebräuchlichen Zusammenhang.

Falls Erhard Eggert seinen Maremanno in einem Mehrfamilienhaus hält, dann kann es sein, dass er "schlechte" Manieren mit der Zeit entwickelt nach einiger Zeit. Dafür ist ein Maremanno nicht gemacht. Sollte es so ein, ist dieses Verhalten nicht verwunderlich nach einiger Zeit. Zeigt aber auch zum einen, dass er erst jetzt angekommen ist (wie schon gesagt, für einen Maremanno nichts ungewöhnliches) und jetzt sein "Revier" nicht entsprechend schützen und verteidigen kann. Denn das Revier eines Mareamannos ist nicht nur auf die Wohnung oder den eigenen Garten begrenzt, sondern schließt alle mit ein, was in seinem Sichtbereich ist bzw. in einem Mehrfamilienhaus ist, eben das ganze Haus.
weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 377
+ 4
@DOJO2
Feuerwolf hat recht, erst kürzlich wurden im Fernsehen Herdenschutzhunde sowohl in Italien, Frankreich und Spanien vorgestellt. Sie sind keine Hirtenhunde, wie man sie hier kennt. Sie sind auch nicht bequem, sondern gelassen und ruhig, aber wehe ein Feind naht....

Diese Hunde sind tatsächlich nicht mit anderen zu vergleichen, sie binden sich nicht so an den Menschen und bleiben mit der Schafherde tatsächlich tagelang allein und beschützen sie. Dafür werden sie in frühster Jugend in die Schafherde gebracht und betrachten diese als ihre Familie. Sie verscheuchen Bären und Wölfe ohne Ansage vom Mensch. Sie lassen sich nur von ihrem Besitzer anfassen, andere Menschen sind sie sehr skepisch gegenüber, scheuen sie....

Ein solcher Hund als Familienmitglied, schon wenn er so alt ist, ist bestimmt eine Herausforderung, vielleicht hilft da ein Hundetrainer, der mit diesen Rassen Erfahrung hat. Jedenfalls einfach wird es sicher nicht.
Feuerwolf
  • Begleithund
Beiträge: 912
+ 3
@weckener: OOOOOOOOch....................wenn man einmal verstanden hat wie die Herdenschutzhunde "ticken" und dieses Wissen bzw. Erkennen auch umsetzen kann, finde ich es eingentlich Recht einfach mit ihnen......

Aber man muss sich auch darauf einlassen können und die "Andersheit" akzeptieren können und dementsprechend mit ihnen umgehen. Mehr als bei anderen Hunden muss man sich den Respekt der Herdenschutzhunde erst verdienen und in ihren Augen logische, gerechte und für die Herde / das Rudel die besten Entscheidungen treffen. Dann gehen sie für Dich durch`s Feuer und stehen mehr als 100% hinter Dir.
weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 377
Ach, ich habe ja auch nicht behauptet, das es unmöglich ist. Ich wollte aufzeigen, wozu Herdenschutzhunde gezüchtet wurden, wie ihre Gene angelegt sind.
Klar ist es möglich, einen 8 Jahre alten Hund umzuerziehen, nur denke ich, einfach wird es nicht, mit seinem Hintergrund. Ich wünsche Ehrhard Eggert viel Glück dabei. Allerdings finde ich auch einen Hund 8 Stunden allein zu lassen, da machen sicher sehr viele Blödsinn. Ist schon sehr viel, würde ich meinen nicht zumuten.
Vor kurzem habe ich eine Frau mit einem Maremanno im Rüpelalter getroffen, sie erzählte mir, das sie bei einer Hundetrainerin ist, zufällig in meinem Dorf, die sich auf die Herdenschutzhunde spezialisiert. Ich glaube so eine wäre die richtige Anlaufstelle für Ehrhard Eggert. Wer weiß schon, was der Hund alles hinter sich hat, da ist Hilfe sicher besser.
Feuerwolf
  • Begleithund
Beiträge: 912
+ 1
@weckener: Hab`es auch nicht so verstanden, dass Du meintest es sei unmöglich.
Einige Verhaltensweisen lassen sich aber nicht umerziehen. Z.B: Jagdtrieb beim Jagdhund aus einer Arbeitslinie oder einige Verhaltensweisen bei einem Schutzhund. Man muss damit umgehen lernen und sich dementsprechend anpassen.

Leider gibt es mittlerweile sehr viele Hundetrainer, die sich auf Herdenschutzhunde spezialisiert haben. Daher bitte Obacht!
Es gibt schon fragliche unter ihnen.

Ein wirklich guter Trainer für Herdenschutzhunde kann sicherlich von Vorteil sein. Es ersetzt aber nie die Auseinandersetzung mit den Eigenschaften dieser Hunde und das Erlangen des Wissens darum, soll heissen: Lesen, Info`s sammeln etc.

Aber leider scheint ErhardEggert ja auch wieder die Flucht ergriffen zu haben nach den ersten "netten" Kommis mit dem entsprechenden Ton........verständlich für mich.......leider.......
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