Mein Hund hat einen Fremdkörper verschluckt- was nun?

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  • Alpha Hund
Beiträge: 7442
Da ich bei diesem Thema :
http://www.dogspot.de/forum/thema/wie-bring-ich-den-hund-zum-uebergeben/
schon etwas betroffen war möchte ich daraus ein Thema ableiten was jeden Hundebesitzer doch beschäftigen wird.
Was passiert nun wenn ein Hund einen Fremdkörper verschluckt?

Zuerst den Hund anleinen, damit er nicht in Panik wegläuft.
Sieht man das ein Hund etwas aufnimmt und verschlucken möchte kann man versuchen den Fremdkörper noch im Maul zu fassen zu bekommen.
Steckt der Fremdkörper fest kann man mit zwei Personen versuchen den Fremdkörper zu entfernen indem einer das Maul des Hundes aufsperrt und der andere versucht den Fremdkörper herauszunehmen.
Bitte daran denken das Hunde in Panik wehrhaft reagieren können!

Verschluckt ein Hund unbeobachtet einen Fremdkörper kann der sich durchaus ohne weitere Beschwerden zu verursachen im Magen aufhalten.

Wurde beobachtet was der Hund verschluckt hat oder auf dem Röntgenbild diagnostiziert das der Fremdkörper noch im Magen steckt kann man versuchen dem Hund mittels Brechmittel zum Hervorwürgen des Gegenstandes zu animieren.
Das sollte nur unter ärztlicher Aufsicht geschehen, da die Fremdkörper durchaus stecken bleiben, die Speiseröhre perforieren oder auch die Atemwege blockieren könnten was ein sofortiges Eingreifen des Arztes nötig macht.
Spielzeuge können im Magen sehr hart werden da die Weichmacher ausgelöst werden und Gegenstände mit Spitzen können die Speiseröhre beim Auswürgen ernsthaft verletzen.
Tierärzte werden versuchen wenn möglich die Fremdkörper mit einem Endoskop zu entfernen.

Mit einer Röntgenaufnahme wird der Tierarzt genau feststellen könne wo der Fremdkörper ist und was es sein könnte.
Ist der Fremdkörper noch im Magen da die vorab genannten Möglichkeiten nicht geholfen haben wird der Fremdkörper operativ entfernt. Das geht überwiegend noch relativ komplikationslos, da der Magen eher robust ist und daher durchaus vom Fremdkörper unbeschädigt bleiben kann.
Trotzdem ist es eine umfangreiche Operation.

Die meisten Krankheitsbeschwerden treten erst auf wenn der Gegenstand in den Darm gewandert ist.
Der Hund kann folgende Anzeichen einer Erkrankung zeigen: Erbrechen nach einer Mahlzeit, Mattigkeit gefolgt von Futter- und Wasserverweigerung. Kot wird nicht mehr abgesetzt und die Maulschleimhaut wird kalt und klebrig.
Beim Fiebermessen kann Schleim am Thermometer hängen bleiben.

Ist der Fremdkörper schon im Darm ist der Darmabschnitt oft schon beeinträchtigt. Dabei kann man von einer Entzündung bis zu einem Absterben des betroffenen Darmabschnittes ausgehen. Auch kann der Fremdkörper den Darm perforiert haben und so kann es neben Blutungen auch zu einem Austritt von Darminhalt in die Bauchhöhle kommen.
Somit wird neben dem Fremdkörper auch entsprechend viel vom Darm entfernt und die stattfindende Entzündung behandelt.

Auch hier sind die Heilungschancen gut, wenn sich nicht schon heftige Entzündungen ergeben haben und der Allgemeinzustand des Hundes gut ist.

Nun gibt es ja die Hausmittel, die schon gute Dienste geleistet haben.

So soll man dem Hund Sauerkraut oder Dosentomaten geben, mit Kartoffelpürree oder Toastbrot, was den Fremdkörper "ummanteln" soll und so entschärft, wenn es auf dem Weg zurück ans Tageslicht ist. Alternativ fressen Hunde ja Gras mit dem gleichen Ziel; der Fremdkörper soll umwickelt werden und dann abtransportiert.
Da ist bei kleineren Fremdkörpern auch einen Versuch wert.
Aber man sollte immer ein Auge auf den Hund haben und schon mit einem Arzt telefonischen Kontakt aufnehmen, damit man im Zweifel Notfallmäßig aufgenommen werden kann.
Ist man sich nicht sicher ob der Hund den ganzen Fremdkörper ausgeschieden hat ist auch ein Arzt zu konsultieren.

Sollte ein Hund nun unbemerkt etwas gefressen haben wie zB ein Stück Teppich oder eine Nylonstrumpfhose kann es dazu kommen das der erstaunte Besitzer, der seinen Hund beim Kotabsetzen beobachtet, ein merkwürdiges Gebammel sichtet.
Oft kann man dem Hund helfen indem man dann vorsichtig an der Kordel oder dem Strumpf zieht.
ABER: bitte daran denken das sich eine Kordel, ein langer Stumpf oder ähnliches durchaus durch den ganzen Darm ziehen kann! Achtung!
Zieht man also in der besten Absicht am "Gebammel" kann es zu schweren Verletzungen im Darm kommen, der sich durch die Kordel o.ä. zusammenballt und in Teilen abgeschnürt werden kann.
Das kann für den Hund lebensbedrohlich werden.

Hier ist es auch sehr sinnvoll im Zweifel den Tierarzt aufzusuchen.

Wurde ein Fremdkörper eingeatmet?

Hat ein Hund einen Fremdkörper eingeatmet kann es zu Niesen, Husten, Röcheln, Atemgeräuschen, Atemnot bis hin zur Bewußtlosigkeit kommen.
Wenn ein Hund einen Fremdkörper eingeatmet hat kann es helfen dem Hund angemessen kräftig zwischen den Schulterblättern zu klopfen.
Hilft das nicht und der Fremdkörper wird nicht ausgeschieden kann man kleinere Hunde an den Hinterbeinen nehmen und kopfüber angemessen "schütteln" damit die Schwerkraft das ihre tun kann.
Auch bei Hunden gibt es eine Art Heimlich- Griff ! Dabei wird der Hund seitlich gelagert und eine Hand unterhalb des Brustbeins aufgelegt. Es muss nun ein genau dosierter ruckartiger Druck in Richtung Zwergfell erzeugt werden, damit der Fremdkörper aus der Luftröhre geschleudert werden kann.
Aber ACHTUNG! Bei der Anwendung dieser Praxis kann es zu inneren Verletzungen des Hundes kommen.

Wenn es möglich ist sollte immer dem Tierarzt die Behandlung überlassen werden, und wenn man die Behandlung selber durchführen musste dann anschließend den Hund beim Tierarzt vorstellen.

Ich wünsche uns und vor allem allen Hunden das uns solche Erfahrungen erspart bleiben! Aber wenn man zu den Betroffenen zählt bitte nichts verschleppen.


Hier meine Erfahrungen mit dem Verschlucken von Fremdkörpern:
Betroffen war ich weil wir auch mal zwei Fälle mit unseren Hunden hatten die ähnlich lagen.
Einmal war der Pudel meiner Oma in ernsthaften Schwierigkeiten, weil er ein Stück von einem Flummi/ Vollgummiball abgebissen und verschluckt hatte.
Das wurde erst mal nicht bemerkt und erst als es dem Hund richtig schlecht ging und man nach einer Ursache forschte wurde der angebissene Ball gefunden.
Sofort wurde der Hund in die Tierklinik Kaiserberg gebracht und das Röntgenbild bestätigte den Verdacht. Der Hund wurde umgehend operiert da sich das Stück festgesetzt hatte.
Eine OP im Bauchraum ist immer eine Operation die relativ groß ausfällt, wie man sich vorstellen kann. Der Hund bekommt einen Bauchschnitt und Magen und Eingeweide werden, je nachdem wo das Teil sitzt, auch abgetastet, aufgeschnitten oder falls schon Nekrosen sind in Teilen entfernt.
Der Hund konnte jedenfalls ohne das Komplikationen auftraten operiert werden und verblieb ein paar Tage in der Klinik.
Die Genesung war auch im normalen Bereich; nur musste der Hund 3 Etagen getragen werden wenn es nach draußen gehen sollte.

Der zweite Fall betraf meinen Hund, einen recht großen Bouvier. Der spielte mit dem Quitscheigel unseres Riesenschnauzers und im Sitzen schaute er mich knautschend an- und weg war der Igel, versehentlich verschluckt.
Ich dachte ich sehe nicht recht!
Also auch zur Tierklinik, aber die kamen mit dem Hund gar nicht klar. Trotzdem bekam er "Brechspritzen", aber der Igel war ehrlich gesagt wirklich nicht nach oben zu würgen.
Was man bei solchem Spielzeug wissen sollte ist das sich die Weichmacher im Magen lösen und der Igel dadurch schrumpfte und steinhart wurde.
Leider leider musste der Hund dann doch operiert werden, wofür ich allerdings eine andere Klinik wählte.
Dieser Hund bekam einen etwas 20 cm langen Bauchschnitt und zum Glück war innerlich noch nichts beschädigt.
Die Heilung ging gut voran und der Igel ist immer noch im Schaukasten der Klinik neben anderen Kuriositäten, die Hunde und Katzen so verschluckt haben.
Unglaublich.
Ein Australian Terrier ist gut - zwei sind besser!


Der Mensch versteht aus gutem Grund am besten sich mit seinem Hund, vor allem seiner Meinung wegen: Der Hund sagt nämlich nichts dagegen ...
lieblich
  • Forenwelpe
Beiträge: 15

was, wenn nicht bemerkt?

Ja, eben, ich dachte mir gerade...was tun, wenn ich das nicht bemerke, dass mein Hund was verschluckt hat? O.K. in deinem Fall ging es ihm sehr schlecht danach. Da ist dann klar, dass man nach einer Ursache sucht. Ich nehme aber an, dass es auch Fälle gibt, wo der Hund was verschluckt und das längere Zeit unbemerkt wird, oder???
AngryApple
  • Forenwelpe
Beiträge: 13
Ja! Gute Anmerkung, ist sicherlich schon häufiger passiert, dass ein Hund Dinge ohne Wissen des Herrchens verschluckt hat.
LG
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