Landwirtschaftsminister Schmidt fordert Abschussfreigabe für Wölfe

Shibaherz
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+ 3

Ende der "Willkommenskultur"?

Ja natürlich, Tomstep, gibt es diese logische Verbindung.
Die Stimmungsmache, auf die sich der Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt (CSU) stützt, geht aber derzeit mehr von Nutztierhaltern aus, politisch vertreten durch die Landesbauernverbände,
als von den Jägern und Jagdverbänden.
Dagegen hat sich bspw. die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und die SPD-Fraktion im bayerischen Landtag in Stellung gebracht: „Wer jetzt nach Abschuss ruft, fordert zum Rechtsbruch auf und ermutigt insgeheim kriminelle Wilderer“ (Florian von Brunn)

Rechtlich ist der Wolf geschützt sowohl durch internationale Abkommen (Washingtoner Artenschutzabkommen, Berner Konvention), durch EU-Recht (FFH-Richtlinie Anhang IV) und national durch das Bundesnaturschutzgesetz. Bauernverbände und teilw. Jäger fordern jetzt, den Wolf von Anhang IV (Auflistung von besonders seltenen und besonders schützenswerten Tieren und Pflanzen) auf Anhang V (Entnahme aus der Natur zulässig im Rahmen von Management-Maßnahmen) zu verschieben.

Verräterisch ist die Sprache. Ähnlich wie für Flüchtlinge wird eine „Obergrenze“ gefordert.
Ähnlich wie bei der Flüchtlingsthematik werden Proteste als „Romantik“ abqualifiziert.
Der Förster, Jäger und Wildbiologe Ulrich Wotschikowsky nimmt ironisch das Gerede von einem „Ende der Willkommenskultur“ auf:

http://woelfeindeutschland.de/ende-der-willkommenskultur/

Jetzt wird die Stoßrichtung der „Dresdener Resolution“ vom 28.11.2016 auch dem letzten klar. Da hatten sich die umweltpolitischen Sprecher von CDU und CSU über die Wölfe in Deutschland ausgelassen. Dann ist der Bund von der Umweltministerkonferenz der Länder aufgefordert worden, sich über die Populationsentwicklung der Wölfe „Gedanken zu machen.“ Mit solchen „Gedanken“ sind nun um die Jahreswende einige Politiker an die Öffentlichkeit getreten. Allesamt von CDU oder CSU, allesamt aus dem Landwirtschaftssektor – obwohl der Wolf dort gar nicht zu Hause ist, sondern im Naturschutzressort.
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) fordert also eine „beschränkte Abschussfreigabe“ für Wölfe. Der sächsische Landwirtschaftsminister (er heißt ebenfalls Schmidt, CDU) stößt ins gleiche Horn. Sein bayerischer Amtskollege Helmut Brunner (CSU) hat den Almbauern schon im Sommer versprochen, sich für wolfsfreie Gebiete in den Alpen einzusetzen (Wölfe sind noch gar keine da). Beate Schlupp (CDU) fordert in Mecklenburg-Vorpommern „Obergrenzen“ für Wölfe schon seit Jahren (in dem dünn besiedelten Land gibt es gerade mal zwei Rudel). Und Politiker der FDP fordern unverdrossen (und sogar gegen die Jagdverbände), den Wolf ins Jagdrecht zu übernehmen (damit man ihn schießen kann, was denn sonst). „Das Ende der Willkommenskultur“ sei gekommen, verkündete kürzlich der Funktionär eines Landesbauernverbandes (als ob es eine solche im landwirtschaftlichen Sektor jemals gegeben hätte).
Was ist eigentlich passiert, das diesen Aktionismus rechtfertigen könnte? Nichts. Ja freilich – Wölfe haben Schafe gerissen. Das tun sie, seit es Schafe gibt. Das wird ihnen leicht gemacht, wo der Schutz der Weidetiere nicht ernst genommen wird. Sie haben nirgends ein Kind gefressen oder einen Menschen auch nur angeknurrt. Warum also die Aufregung?
Die Entwicklung müsse „kontrolliert,“ der „ungehemmten Ausbreitung Einhalt geboten“ werden – warum? Gerade mal etwa ein Siebtel des Bundesgebietes ist von Wölfen besiedelt, es sind gerade mal etwa sechzig Rudel, und wir sind weit entfernt von einem „günstigen Populationszustand,“ egal wo man diese Population nun verortet. Unser Beitrag zu einer vitalen Wolfspopulation in Mitteleuropa ist bisher anständig und wird international hoch geachtet (und verdient deshalb eher Lob als Tadel) – und ist dennoch zunächst eher bescheiden. Da machen uns andere, weniger wohlhabende Länder einiges vor!
Derzeit gilt es nicht, Wölfe zu schießen oder ihnen Grenzen zu verordnen. Derzeit gilt es, das Management der Wölfe voranzubringen, beim Herdenschutz und seiner Finanzierung Nägel mit Köpfen zu machen, den Weidetierhaltern unter die Arme zu greifen. Und dabei nicht in Almosenkategorien zu denken, sondern diesen Leuten ihr Auskommen dauerhaft und menschenwürdig zu sichern – gegen Monokulturwirtschaft, Massentierhaltung, bodenruinierende Abfallwirtschaft (das Gülleproblem!), Dumpingpreise, landfressende Siedlungs- und Verkehrspolitik etcetera, etcetera. Wäre ich Landwirtschaftsminister – ich hätte mächtig zu tun und wäre froh, die Sache mit den Wölfen dem Kollegen im Umweltressort überlassen zu können.
Politikerschelte liegt mir fern. Ich beneide die von uns gewählten Volksvertreter nicht um ihren täglichen Job, am wenigsten einen Landwirtschaftsminister. Er hat nicht nur einen Herkulesjob gegen die Agrarlobby zu bewältigen, sondern er verwaltet auch ein Ressort, das den größten Anteil am weltweiten Artensterben hat. Aber gerade deshalb kommen „Gedanken“ aus dieser Richtung zur Einschränkung einer Tierart, die auf dem Weg zurück ist, bei mir nicht gut an.
Ihr (Wotschikowsky)

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 11.01.2017 19:42 Uhr
Feuerwolf
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Konnte jemand mit den Hinweis zu der Petition etwas anfangen ?

LG Feuerwolf
weckener
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+ 2
@shibaherz,
das hast Du sehr gut beschrieben. Es ist traurig, wie der Mensch versucht, die Natur nur nach seinem Nutzen zu gestalten, alles was nicht nutzt, sofort vernichten....
christianeadler
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+ 5
Auch mir gefällt der Artikel im Beitrag von Shibaherz nicht schlecht, aber er trifft mMn nicht den Kern. Selbst wenn tausend Wölfe (auch Luchse und Co) durch Deutschland streifen würden, wäre der Schaden an Tierleben nicht einmal annähernd so gross wie in der modernen Massentierhaltung. Jeden Tag verenden tausende Tiere in den Mast- und Brutanlagen. Jeder Krankheitserreger, nicht nur Geflügelpest und Rinderwahn, führt heute zu Massentötungen. Warum wird so ein Aufstand um ein paar gerissene Schafe gemacht? Dasselbe gilt auch für Wildschäden. Es sterben viel mehr Tiere durch Verkehrsunfälle als durch Wölfe. Wird deswegen an eine Beschränkung der Autozulassungen gedacht, oder werden zumindest verkehrsberuhigte Zonen in wildreichen Gebieten eingerichtet?
Die nächste Frage wäre, wer denn die vielen Wolfsgeschädigten sind? Wieviele Wanderschäfer gibt es noch in Deutschland, für die ein sicheres Einpferchen vielleicht ein Problem wäre? Und in welchen Gegenden von Deutschland können Landwirte, sofern sich das im Zeitalter der Massentierhaltung überhaupt noch für sie lohnt, ihre Tiere ungesichert in die Weide schicken? Ich selbst wohne schon ziemlich grün, aber wenn hier mal ein paar Kühe ausreissen, kommt das eine Stunde später in den Verkehrsnachrichten. Und der Besitzer schwitzt, weil keine Versicherung zahlt, wenn er seine Aufsichtspflicht vernachlässigt hat. Sollten seine Tiere gegenüber Menschen angriffslustig sein, kann er gleich den Geldbeutel für eine saftige Ordnungsstrafe zücken. Mal abgesehen von ein paar abgelegenen Almen ist also eine sichere Einzäunung ohnehin Pflicht. Nur ist eine Rolle Stacheldraht billiger als ein wolfssicherer Elektrozaun.
Wenn ich die Phantasien von einer Überpopulation an Wölfen höre, fühle ich mich zehn Jahre zurückversetzt, als sich nach 170 Jahren ein einzelner Bär erdreistete, seine Tatzen auf deutschen Boden zu setzen. Mit den paar Wählerstimmen von passionierten Trophäenjägern und tatsächlich Wolfsgeschädigten lässt sich keine Politik gegen geltende Arten- Und Tierschutzgesetze machen. Da ist Panikmache in der Bevölkerung sehr hilfreich, wenn man nicht zugeben will, dass Menschen ihre Umwelt nur ungern mit Konkurrenten teilen. Jogger müssen Angst haben, mit einem Reh verwechselt zu werden. Hundehalter trauen sich nicht mehr in den Wald, weil ihr Liebling dort vom bösen Wolf gefressen wird. Für den Gang zur Mülltonne bewaffnet man sich sicherheitshalber, falls dort ein hungriges Wolfsrudel lauert. Also ich bin mit meinen Hunden recht häufig in zwei von den eingezeichneten Wolfsgebieten unterwegs und habe noch nie eine Schwanzspitze zu sehen bekommen, gerade erst kürzlich zum zweiten Mal ein Heulen in der Ferne gehört. Im selben Zeitraum treffe ich aber hunderte Rehe. Wovon haben wir dann eine Überpopulation?
CEEYEET
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@christianeadler Dein Eintrag hat mir gut gefallen und trift den Nagel auf den Kopf .
Shibaherz
Beiträge: 19827
+ 2
@Christiane: Die von Dir umrissene Dimension des Problem“kerns“ hat Wotschikowsky, ein profunder Kenner der Materie, in seinem von mir zitierten Kommentar doch auch angerissen.
Sie mag, bezogen auf die Reflexion unserer Lebensweise, einen Kern darstellen; aber nicht bezogen auf diederzeitige politische Auseinandersetzung.
Es geht in diesem thread, so wie ich ihn verstanden habe, um die POLITISCHE DURCHSETZUNG einer „begrenzten“ Abschussfreigabe für Wölfe, entgegen bestehenden Gesetzen und Abkommen, die die Bundesrepublik unterzeichnet hat. Das heißt, dieser politische Wille richtet sich auf eine Veränderung dieser Bestimmungen (wie ich in meinem Beitrag angedeutet habe).

Wie geht man von interesssierter Seite (Landesbauernverbände und ihre Verbündeten in der CDU/CSU) nun vor, um diesen Willen politisch durchzusetzen?
Man mobilisiert die Bevölkerung und erklärt partikulare Interessen (von geschädigten Nutztierhaltern, die dem ganzen „bürokratischen Regulierungsaufwand“ ablehnend gegenüberstehen) zum öffentlichen, zum Gemeinwohl-Interesse. Das funktioniert prima über die Märchenschiene vom bösen Wolf.
So entblödet sich der Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt (CSU) nicht, immer wieder davon zu faseln, dass „Menschenschutz vor Artenschutz“ gehe.

Wenn es im ländlichen Raum Einwohnerversammlungen zu diesem Thema gibt (bzw. geben wird), kannst Du kaum mit kritischen Hinweisen auf Massentierhaltung, Siedlungs- und Verkehrspolitik erfolgreich dagegen halten (nebenbei bemerkt: Der größte Feind des Wolfes ist der Straßenverkehr; durch ihn sind bereits 6 Exemplare der Gattung verendet). Da geht’s dann eher darum, dass die Elektrozäune nur zu 80 % bezuschusst werden und ihre Aufstellung „unnötige“ Arbeit macht.

Summa: Naturschutz als gemeinschaftliches Anliegen ist im Bewusstsein der Bevölkerung noch viel zu wenig verankert. Es gibt für ihn keine starke gesellschaftliche Lobby. Denn die starken gesellschaftlichen Lobbys gründen sich alle auf materielle Interessen. Naturschutz dagegen erscheint vielen Zeitgenossen als „fixe Idee“, als Hirngespinst. Das darf zwar als solches frei im Raum schweben. Aber sobald durch ihn eigene materielle Interessen verletzt werden, muss für die Akzeptanz Geld bereitgestellt werden, und nicht zu knapp. Oder aber man versucht, die spärlichen rechtlichen Schutzbestimmungen zurückzufahren.

Es sind doch jetzt Milliarden-Überschüsse bei den Steuern eingefahren worden. Könnte da nicht mal ein Bruchteil für die Akzeptanz und den Schutz der Wölfe abgezweigt werden?

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 13.01.2017 19:10 Uhr
Feuerwolf
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+ 1
@Shibaherz: Chapeau !

LG Feuerwolf
Lunahdl
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Beiträge: 490
+ 1

Petition

Hallo, danke für die Hinweise. Ich habe die Petition unterschrieben und auf FB geteilt!
PitaPata Dog tickers

href="http://pitapata.com/">PitaPata Dog tickers
Feuerwolf
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+ 3

Erfreuliches Update ! aber auch leider witerhin das Rotkäppchen-Syndrom

Umweltministerin Hendricks (SPD) spricht sich gegen Abschuss von Wölfen aus, wie zuletzt von Landwirtschaftsminister Schmidt (CSU) gegenüber der Passauer Presse gefordert !

Hier ein entsprechender Link dazu:
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/tiere/nach-forderung-von-schmidt-hendricks-gegen-abschuss-von-woelfen-14614097.html

Leider ist aber das Rotkäppchen-Syndrom weit verbreitet, wie ein Bericht der LZ-Online wieder belegt. Der Landrat (CDU) hat den niedersächsischen Umweltminister Wenzel (Bündnis90/Die Grünen) zu einem Gespräch eingeladen um ihm deutlich zu machen, dass Wölfe abgeschossen werden müssten. Einige Teilnehmer drohten sogar sie würden die Wölfe selber abschiessen, wenn nichts passiert.

Hier der Link dazu:
http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/395523-wolf

Gerissene Schafe aus einer Herde in Uelzen waren allerdings wieder nicht komplett mit einem elektrischen Weidezaun gesichert, geschweige denn mit zusätzlichen Flatterbändern versehen.
Dadurch lernt der Wolf erst Recht, dass Schafe eine sehr, sehr leichte Beute sind. Ein Großteil des Problems der gerissenen Schafe ist also ein von den Schafhaltern selbstgemachtes Problem!

Auch hier ein entsprechender Link dazu:
https://www.az-online.de/leserbriefe/uelzen/schafe-fahrlaessig-angeboten-6707024.html

Für mich stellt sich jetzt die Frage: Wieso werden solch fahrlässig handelnde Schafhalter nicht einer Geldstrafe o.ä. für ihr Handeln "belohnt"?
Sie bringen dem Wolf erst Recht bei Schafe zu reissen, indem sie ihre eigenen Tiere nicht schützen, beschweren sich dann über die "bösen Wölfe" und wollen ihn gar illegal abschiessen.

Sollte nicht schon das Nichtschützen seiner eigenen Herde ein Vergehen am Tierschutz sein?

Außerdem ist das Androhen einer hinterher begangenen Straftat selber eine.

LG Feuerwolf
Zuletzt geändert am 14.01.2017 11:49 Uhr
christianeadler
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+ 3
Ich hatte den Eingangsbeitrag nicht unbedingt als Aufforderung zu einer politischen Debatte aufgefasst. Das wäre aus meiner Sicht auch zuviel der Ehre für den Unsinn, den Herr Schmidt von sich gegeben hat. Die einzige Reaktion anderer Politiker war entsprechend auch nur die Zurechtweisung der zuständigen Ministerin.
Wenn man aber schon von der Politik an der Basis spricht, wo Wählerstimmen gesammelt werden, sollte man die Landbevölkerung nicht für Idioten halten. Dem Schäfer ist durchaus klar, dass ihn nicht die paar von Wölfen gerissenen Schafe ruinieren, sondern die Dumpingpreise für Fleisch und Wolle im internationalen Handel. Er kann nicht mit der Schafhaltung in Irland oder gar Australien und Neuseeland konkurrieren. Ohne die subventionierten Aufgaben in der Landschaftspflege wären sie auch ohne Wölfe pleite. Auch die Landwirte mit anderen Weidetieren wissen, dass nicht die Wölfe, sondern die Massentierhalter für die ruinösen Fleischpreise verantwortlich sind. Jungbullen auf der Weide lohnen sich nicht mal mehr als Nebenerwerb der Milchkuhhaltung. Solange Otto Normalverbraucher nur den billigen Preis für Turbomast bezahlen will, kommt der Landwirt mit konventioneller Aufzucht auf keinen grünen Zweig. Da geht es aber um die grosse Politik, die im fernen Berlin und Brüssel gemacht wird. Zum Frustabbau vor Ort möchte man dann wenigstens mal ein paar Schädlinge beseitigen dürfen, ob nun Wolf, Luchs, Adler, Milan oder wildernde Hunde und Katzen ist dabei ziemlich egal.

Tatsächlich, und das wird bei diesen Stammtischdebatten von Bauern- und Jagdverbänden gern übersehen, wird den Herrschaften doch aber aktuell schon der Bauch gepinselt. Zäune werden subventioniert und für Tiere, die nachweislich von Wölfen gerissen wurden, werden Entschädigungen gezahlt. Dabei sagt die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung in Paragraph 3 eindeutig:
"Haltungseinrichtungen müssen so ausgestattet sein, dass den Tieren, soweit für den Erhalt der Gesundheit erforderlich, ausreichend Schutz vor widrigen Witterungseinflüssen geboten wird und die Tiere, soweit möglich, vor Beutegreifern geschützt werden."
Eigentlich wäre allein der Tierhalter für die Sicherheit zuständig, und wenn ihm schon der Steuerzahler zum Schutz der Wölfe unter die Arme greift, sollte auch langsam mal Ruhe sein. Ansonsten sollte man von Politikerseite über einen Kurswechsel im Sinne von Feuerwolf nachdenken und statt über Entschädigungen für gerissene Weidetiere über Strafen für unsachgemässe Haltung im Sinne des Tierschutzgesetzes diskutieren. Man muss die Wölfe doch nicht zum Abendessen einladen und sich dann wundern, dass sie auch kommen. Geeignete Elektrozäune bekomme ich in jedem Landhandel, und arbeitstaugliche Herdenschutzhunde werden inzwischen auch in Deutschland wieder gezüchtet.
Und nur mal als Denkanstoss zur grossen Gefahr durch Wölfe ganz aktuelle Zahlen: Wir haben in Niedersachsen mehr als 60 registrierte Exemplare, und trotz mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen wurden im ganzen Jahr 2016 134 Weidetiere erlegt. Da isst der durchschnittliche Bundesbürger mehr Fleisch.

Meiner persönlichen Meinung nach wären die Steuergelder auch sinnvoller in Informatinonsveranstaltungen über den Umgang mit (Wild- )Tieren investiert. Für Wölfe ist nicht nur das Rotkäppchensyndrom, sondern auch die Kuscheltierperspektive eine Bedrohung. So vermutet man z. B. bei den Welpen von 2014 eines Rudels aus Munster, dass sie schon sehr früh Kontakt zu Menschen hatten und dadurch keine Scheu vor ihnen haben. Und so wurde dann der Jungwolf Kurti wahrscheinlich nur als Opfer falscher Tierliebe so aufdringlich, dass man ihn 2016 zum Abschuss freigab. Eigentlich hat man hier zugespitzt nur dasselbe Problem wie bei den ewigen Diskussionen um Hunde. Entweder lassen sie sich zu Plüschtieren vermenschlichen, oder sie gelten als gefährlich. Dabei müssten wir einfach nur respektieren, dass ein Tier sich wie ein Tier verhält und auch so behandelt werden sollte, also genügend Distanz wahren und nie vergessen, dass es vorne Zähne hat, aber das will in einer naturentfremdeten Umwelt erstmal gelernt sein.
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