Landwirtschaftsminister Schmidt fordert Abschussfreigabe für Wölfe

Feuerwolf
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+ 8
Ca. 150 - 200 Wölfe sollen in Deutschland z.Zt. leben in ca. 45 Rudeln, vor allem im Norden und der Mitte Deutschlands.

Jetzt hat Landwirtschaftsminister Schmidt gefordert, dass eine "Regulierung der Anzahl" eingeführt werden soll wegen der wachsenden Zahl der Wölfe, die mit Hilfe einer Abschussfreigabe erfüllt werden soll.
Vor allem CDU und CSU unterstützen diese Forderung und kritisieren die Haltung von Sachsen Umweltminister, der sagte, es sollen doch erst alle Schutzvorkehrungen von Seiten der Landwirte u. Schäfer ergriffen werden.

Die meisten Schafsrisse erfolgten in ungeschützen Herden, also weder Elektrozaun, Herdenschutzhunde etc.

Das Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz hat extra s.g. Flatterbänder verteilt, nachdem festgestellt wurde, dass Wölfe Zäune, die zusätzlich mit diesen Flatterbändern praepariert wurden, nicht überwunden wurden. Viele Landwirte und Schäfer scheint dieser "enorme Aufwand " aber zu viel Aufwand zu sein.

Heute morgen wurden mehrfache Berichte in N24 von einem Landwirt ausgestrahlt, der jetzt, "stocksauer" über die Schafsrisse in seiner ungeschützen Herde neben den Stallgebäuden, für Abschüsse plaediert und jetzt "stocksauer" einen Elektrozaun um seine Herde gezogen hat.
Nach angebl. 25 Schafsrissen seit Weihnachten 2016.

Wieso bekommen die Schafe erst nach so vielen Rissen einen besseren Schutz? Die kostenlos ausgegebenen Flatterbänder hab` ich in dem Beitrag an den Zäunen allerdings immer noch nicht gesehen, geschweige denn Herdenschutzhunde.

Aber klar, die Flatterbänder an den Zäunen als wirkungsvollen Schutz anzubringen bringt Arbeit mit sich. Eine Abschussfreigabe zu fordern ist da wesentlich bequemer.

Auch hinsichtlich des Schadensausgleiches bei Riss beim zuständigen Landratsamt ist es einfacher eine Abschussfreigabe zu fordern, als den Mindestschutz einer Herde durchzuführen.
Denn....der Schäfer/Landwirt erhält nur dann einen Schadensausgleich für das gerissene Tier, wenn er den geforderten Mindestschutz seiner Herde nachweisen kann!

Kann denn ein Land wie Deutschland nicht mit ca. 150 - 200 Wölfen leben ohne sie gleich abschießen zu müssen?
Zuletzt geändert am 09.01.2017 11:16 Uhr
christian48
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Was anderes kann man von diesen Herren auch nicht erwarten !!!
weckener
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+ 4

Bei unseren mehr als zahmen Wildtieren bin ich auch dafür, das auch bei uns ein paar Wölfe denen Respekt einflößen. Rehe haben wir soviele, das sie von Hessenforst als Schädlinge behandelt werden....Müssen drastisch reduziert werden....!!!
Aber die alten Ängste vor dem bösen Wolf und dessen angeblicher Blutgier, die vor nichts Halt macht, ist viel zu viel verbreitet.

Ich kann verstehen, das Landwirte sauer sind, wenn ein Wolf (wars denn wirklich einer?), die Tiere reißt, aber erst sollten sie versuchen Abhilfe zu schaffen, aber nicht mit dem Gewehr, andere Länder zeigen doch wie man sich wehren kann. Sie haben langjährige Erfahrung, da kann man sich sicher gute Ratschläge holen...

Laßt doch die Wölfe leben, sie gehören in unsere Natur!!
Feuerwolf
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+ 4
@Weckener: Och......Rehe als Schädlinge? Neeee, es gibt zu wenige! ........bes. im Harz wird aber auch massiv von den Jägern schlechte Presse gegen den Luchs gemacht, weil er die Rehe so stark dezimieren würde und so den Jägern die Beute wegfrisst, dass kaum etwas für diese übrig bleibt.
Dort wurde letzten April ein trächtiges Luchsweibchen von einem Wilderer abgeschossen und liegengelassen.
Im Bayern werden auch immer wieder Luchs gewildert, geschossen oder vergiftet oder verswchieden auf seltsame Weise.

Auch wurde zu Beginn der Auswilderung verbreitet, der Luchs wäre eine Gefahr für Menschen und würde diesen angreifen.
Bisher ist aber auch dies nicht geschehen.

Immer wieder werden auch Wildkatzen erschossen. Wird bald auch gegen diese Tiere wieder gewettert als Bestien, die Menschen anfallen und verletzen?
tomstep
  • Alpha Hund
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+ 3

es gibt sogar welche, die es wenigstens erkennen und auch noch zugeben !

"Nein, wir jagen, weil es uns Freude macht, und was wir Hege nennen, ist blanker Eigennutz, gelegentlich Fressneid. Wir wollen den Habicht nicht fangen, weil uns die armen Fasanen leid tun, weil wir ihnen das ewige Leben wünschen. Wir wollen Habicht, Wiesel, Fuchs und Co. nur ans Leder, weil wir deren Beuteanteile selbst schlagen und kröpfen wollen."

(Bruno Hespeler, Fachjournalist u.a. für Zeitschrift „JÄGER“, Berufsjäger)
"Wäre doch nur ein Bruchteil der Schäferhundbesitzer so klug wie ihre Tiere."
(Stefan Wittlin, schweizer "Medicus-Canis", Kynologe-Hundetherapeut)
Zuletzt geändert am 10.01.2017 10:34 Uhr
Feuerwolf
  • Begleithund
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+ 1
@Tomstep: Ähm...hüstel.....ich verteufel nicht alle Jäger oder Jagdpächter. Ich hab`selbst einige in meinem Bekanntenkreis.
Auch bin ich kein Veganer und ein schönes Stück Wildbraten ab und an ist auch nicht zu verachten.
Es gibt sogar Jagdpächter, die nehmen es mit der Hege ganau und wildern auch Fasane aus ohne diese dann zu jagen.
Von so einem hab`ich vor 2 Jahren unseren Hobbit (Feldhase) in die Hand gedrückt bekommen zum Großziehen, was mir auch gelungen ist. Ausgewildert hab` ich ihn dann aber doch in einer anderen Gegend.....

Ich habe aber etwas gegen jene Jäger und Jagdpächter vom "alten Schlag", die verbotener Weise geschütze Tiere einfach abknallen, weil der Mensch "die Krönung der Schöpfung" ist und es ihm so auch zusteht, dass er das meiste Wild ohne große Anstrengung erlegen darf ohne Rücksicht aud andere oder die Natur.
Jedem das Seine, aber mir das Meiste......ob so ein Ungleichgewicht in der Natur entsteht oder nicht, mir doch egal.
Und eben auch gengen solche Landwirte oder Schäfer, die ihre Herden nicht wirkungsvoll oder gar nicht schützen und dann den Abschuss der Wölfe fordern. Oder...noch besser.....ohne Schutzmaßnahmen dann Ersatzzahlungen von der Umweltbehörde bzw. Landkreisen wollen nach einem Riss unter Vortäuschung falscher Tatsachen.....

Denn es gibt auch Landwirte und Schäfer, die ihre Tiere wirkungsvoll schützen und sich diese zusätzliche Arbeit machen.
tomstep
  • Alpha Hund
Beiträge: 8969
+ 1
Gesundheit !
Ist ja wirklich sehr schön für Dich und natürlich gönne ich Dir auch weiterhin die Freude mit Deinen Jagdbekannten , Aber es geht ja nicht (!) um "Jägerschnitzel" und/oder Rehbraten !
Herr Bruno Hespeler, Fachjournalist u.a. für Zeitschrift „JÄGER“und Berufsjäger beschreibt ja die seiner Meinung nach Motivation einiger seiner Jagdkollegen im "Umgang" mit unseren wildlebenden Raubtieren und das sind ja in der Regel eher die etwas kleineren Exemplare wie Fuchs, u.s.w..
Natürlich werden Wolf, Luchs, und Co genau so behandelt! Davon gehe zumindest ich einfach mal so aus, wie Deine eigenen Berichte zum Umgang mit Wolf und Luchs auch ziemlich eindeutig nahelegen !
"Wäre doch nur ein Bruchteil der Schäferhundbesitzer so klug wie ihre Tiere."
(Stefan Wittlin, schweizer "Medicus-Canis", Kynologe-Hundetherapeut)
Zuletzt geändert am 10.01.2017 15:51 Uhr
Shibaherz
Beiträge: 20678
Und schon sind wir wieder bei der Jagd .
Ich halte die Akzeptanzprobleme der Nutztierhalter aber für öffentlichkeitswirksamer.

Warum sich für Wiederansiedlung der Wölfe in Deutschland einsetzen?
Weil ihre Rückkehr die Erhaltung und Wiederherstellung der Artenvielfalt fördert. Sie gelten als „natürliche Förster“. Vgl. dazu:

http://www.ifaw.org/deutschland/unsere-arbeit/w%C3%B6lfe/die-w%C3%B6lfe-kommen-zur%C3%BCck

Die letzte Zählung erbrachte für Deutschland 46 Wolfsrudel, 15 Wolfspaare und 4 territoriale Einzeltiere. Sehr wenig im Vergleich zu Osteuropa und dem Balkan.



...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 10.01.2017 18:25 Uhr
weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 377
+ 2
Original von Feuerwolf:

@Weckener: Och......Rehe als Schädlinge? Neeee, es gibt zu wenige! ........bes. im Harz wird aber auch massiv von den Jägern schlechte Presse gegen den Luchs gemacht, weil er die Rehe so stark dezimieren würde und so den Jägern die Beute wegfrisst, dass kaum etwas für diese übrig bleibt.

Ja ich kenne die Auskünfte der Jäger, es gibt kein Wild mehr.... ich sage ihnen dann, zu Fuß laufen, möglichst mit Hund, dann sehen sie das Wild auch! Wenn ich auf unserem Deich (Rhein) laufe, kann ich in einer halben Stunde ca. 100 Rehe stehen sehen, wieviel da noch rumliegen weiß ich nicht.
Da wurde letztes Jahr ein Reh von einem Hund gerissen und der Jäger schrieb in der Zeitung, wenn das so weitergeht, sterben hier alle Feldrehe aus...??? Und Wildschweine, die treten sich auf die Füße!!!

Ich gebe zu, gegen einen schönen Rehbraten oder Wildschweinbratwurst habe ich nichts..., ich weiß Schande über mich, aber mir schmeckt es. Es gibt auch Jagdpächter, die sich um ihr Wild kümmern, aber viele sind es nicht.

In unseren Wäldern gibt es seit einiger Zeit Marderhunde und Waschbären, mal sehen, wie lange sie überleben können... Wildkatzen, Luchse sind hier noch nicht gesehen worden, ist vielleicht auch zuviel Unruhe im Wald. Laufend fahren Jäger, Förster und das Wasserwerk mit sehr flotten Tempo durch die Wälder, manchmal komme ich mir vor, ich wäre auf der Hauptstraße.....

shibaherz:
Ich bin dafür das Wölfe sich hier ansiedeln!!!
Zuletzt geändert am 10.01.2017 18:28 Uhr
Shibaherz
Beiträge: 20678
@Tomstep: Im Hinblick auf den Antrieb von Jägern gebe ich Dir recht. Ich hatte den Streit in der eigenen Familie.
Mein Bruder + leitete in der untergegangenen DDR ein großes Jagdgebiet nahe zur Ostsee, bis zur poln. Grenze. Gleich nach der Wende lud er mich auf seinen Hochsitz ein, er lauerte auf Wildschweine auf der Lichtung, die aber GsD grade nicht kamen
In seinem Gästezimmer glotzten mich von 3 Wänden Hirschköpfe mit verschieden großen Geweihen an, so dass ich nicht einschlafen konnte.
Er erzählte mir auch, dass sie mangels anderem geeigneten Getier „streunende“ Katzen zum Scharfmachen der Hunde verwendeten. Wenn es da Wölfe gegeben hätte, die wären genauso kurzerhand abgeknallt worden wie die „Republikflüchtlinge“ an der verminten Grenze.

Eine Nichte von mir hingegen, die schon zu DDR-Zeiten in ein verlassenes Gutshaus in Mecklenburg zog (inzwischen treffen sich da „Kreative“, Theaterwerkstätten und so), peppelte dieses kleine verlassene Rehkitz auf und entließ es später wieder in die Freiheit



...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 10.01.2017 19:25 Uhr
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