Kastration.

Gast
Hallo,
ist die Kastration nicht Tierquälerei und eine eine Art Verstümmelung,
die sowohl bei Hunden wie bei Hündinnen,
nicht nur auch ein operativer Eingriff ist,
der auch Gefahren und Komplikationen auslösen kann
und auch gravierende Veränderungen im Wesen der Tiere,
oder im Hormonhaushalt verursacht.

Schon lange gibt es ein Kupierverbot bei Hunde,
bei dem das abschneiden von Schwänzen oder Ohren
ist verboten wird.

Die körperliche Verstümmelung und Verletzung durch eine Kastration,
wird aber meistens auch in unserer Gesellschaft akzeptiert
und sogar bei manchen, so genannten Tierschutzvereinen begrüßt.

Obwohl verfassungsrechtlich niemand einem Tier
ohne vernünftigen Grund Schmerzen,
Leiden oder Schaden zufügen darf,
wird die Kastration mit einer veterinärmedizinischer Indikation
durchgeführt, begründet und den Tieren weiterhin zugemutet.

In Deutschland gibt es wohl kaum eine unkontrollierte
Massenvermehrung bei Hunden,
trotz dem begründen einige Tierschutzorganisationen
die reihenweise und massenhafte Kastration
aller Tiere, denen sie habhaft werden können, mit dieser Behauptung.

Aber auch viele private Hundehalter lassen ihre Hunde kastrieren,
die meisten einfach nur aus Bequemlichkeit.

Bei Hündinnen wird ein vermeintliches Krebsrisiko,
bei der Begründung der Kastration vorgeschoben.
Obwohl es den meisten Menschen eigentlich um irgendwelche
Komplikationen durch den Zügels bei der Hündin
wären der fruchtbaren Tage, wie Blutungen,
oder die 2x im Jahr, auftretende Gefahr einer ungewollten Befruchtung geht,
welches aber auch ohne diesen schweren Eingriff,
problemlos geregelt werden könnte.

Bei Rüden kommen auch mal Probleme der Prostata,
oder ein Ausfluß vor, die die medizinischer Indikation
der Kastration begründen soll.
Natürlich ist es meistens auch hier der Versuch Problemen beim Hund,
ohne einem großen Aufwand zu begegnen.
Aber Charakter oder Erziehungsfehler bei Hunden,
lassen sich nicht mit diesem körperlichen Eingriff
beseitigen.

Gibt es noch etwas Neues,
welche Begründung habt Ihr gewählt,
um die Kastration Eures Hundes zu rechtfertigen ?

Fritz.
Zuletzt geändert am 18.04.2016 13:47 Uhr
meerestaucher
  • Hundetrainer
Beiträge: 4196
+ 3
nö, glaub ich nicht dass es dazu etwas neues gibt. es wird immer welche geben, die behaupten, dass jeder der seinen Hund kastrieren lässt dies ja nur aus reiner Bequemlichkeit tut (warum auch sonst, nicht wahr?), und es wird immer kastragegner und kastrabefürworter geben, die sich dann in seitenlangen threads die köpfe einschlagen.

meine begründung (und ich muss mich dafür nicht rechtfertigen, sondern nehme es wie angegeben, als reine begründung):
-verringerung des risikos von Gesäugekrebs
- meine sollte eh keine welpen bekommen, warum dann dieses ganze trara mit schlechter laune, scheinschwangerschaft, depressiv sein, anschwellen, und das jedes halbe jahr? ist ja auch nciht so prall. und natürlich schon gar nicht, wenn man eh nicht darf.

mein rüde ist intakt, der bleibt auch intakt, da er eher auf der ängstlichen seite steht und da ja anscheinend testosteron helfen kann.


wenn ich mich über etwas aufregen würde, bezüglich tiere keine schmerzen zufügen etc, dann würde ich mich persönlich mittlerweile über ganz andere themen aufregen (massentierhaltung und co).
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
Lincan
  • Begleithund
Beiträge: 1294
Es kann selbstverständlich medizinische Gründe geben, die eine Kastra rechtfertigen. Eine Frühkstra ist generell abzulehnen, es sei denn, dass echte medizinische Gründe vorliegen.

Bei meinen Hündinnen war es unterschiedlich, z.B. mit 2 Jahren kastriert, da (während er OP ersichtlich) nicht korrekt angelegte/entwickelte Eierstöcke und dadurch Gebärmutterentzündung; eine andere z.B. mit 7 Jahren kastriert, da Eierstockentzündung (Antibiose hilft da einmal, aber es kommt immer wieder); einer meiner Rüden mit 7 Jahren kastriert wegen massiver Prostataprobleme, die wir mit anderen Mitteln nicht in den Griff bekamen (er ist jetzt 12).

Alle anderen Hunde nicht kastriert; keine der Hündinnen hatte Gesäugetumore.

Als "Gesundheitsprophylaxe" würde ich keine Kastra machen. Dann würde ich eher etwas mit der Ernährung unternehmen, z.B. keine Kohlehydrate, um einen Krebs nicht zu "füttern" (fördern).

Ich kenne Hunde, die Lungenkrebs bekamen, obwohl sie nachweislich nie geraucht hatten und auch nicht in einem Raucherhaushalt wohnten.

Ich kenne Hunderassen, die prädestiniert sind für Knochenkrebs >> sollte man daher vorsichtshalber alle Knochen entfernen ?

Es bleibt eine Einzelfallentscheidung, aber Finger weg von TÄen, die alles kastrieren wollen, was nicht bis 3 auf den Bäumen ist, sowie von Trainern, die eine Kastra als Verhaltenstherapie empfehlen! Falls z.B. ein Testosteronüberschuss ursächlich ist für unerwünschtes Verhalten, sollte man sich fragen, in welcher Zeit das ist (Pubertät kann zu solchen "Ausreißern" führen im Hormonstatus, was sich aber im Laufe der Entwicklung i.d.R. relativiert) und dann auch erst einmal mit der chemischen Kastra ausprobieren, wie sich eine echte Kastra auswirken könnte (aber nur 1 x als Probelauf).

Aktuell habe ich einen zwangskastrierten Rüden im Lehrgang >> er war angegriffen worden mit Durchbeißen/Quetschen der Hoden; Alter 15 Monate, großer Rüde, immer noch lieb und vor allem temperamentvoll (in der Arbeit ruhig); wird wohl ewiger Junge/Kasperkopp bleiben. Er wird massiv angebaggert von einem anderen jungen Rüden (2 Jahre) einer Großrasse, der völlig verknallt in ihn ist - trotz Kastrachip! es mag sein, dass der Chip noch nicht seine volle Wirkung erzielt hat, denn als er noch frisch drin war, hat der Großrüde immer noch auf die Düfte der Damenwelt reagiert (plus Kastraten), nunmehr dies aber nicht so stark bis fast gar nicht. Man kann es aber nicht aussitzen sondern die Reifeentwicklung wird unterbrochen. Sinn macht nur, dass man besser trainieren kann (Konzentrationsfähigkeit), um dann eine Basis zu schaffen, auf der man aufbauen kann bzw. sich der Hund im Normalstatus besser erinnert und somit die Chance der Lenkbarkeit deutlich erhöht ist.

Mein Spätkastrat war auch sehr grelle in den ersten drei Jahren, aber da musste ich eben durch. Ab dem dritten Lebensjahr wurde er ruhiger, gesetzter, "vernünftiger". Er war immer mit intakten Hündinnen zusammen, auch eigene.
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
meerestaucher
  • Hundetrainer
Beiträge: 4196
+ 1
nur würde ich mich da mal informieren, wie so die raten liegen zwischen lungenkrebs, gesäugekrebs und knochenkrebs. Ausserdem würde ich Krebsarten, die geschlechtspezifisch sind, nicht mit Krebsarten vergleichen, die hauptsächlich eine Rasse betreffen, bzw jeden treffen kann (also wurscht ob männlein oder weiblein oder welche rasse). Gesäugekrebs ist bei unkastrierten Hündinnen einer der am meist vorkommenden krebssorten.

In USA (die sehr früh kastrieren) gibt es kaum mehr Gesäugekrebs (bei den kastrierten), was wohl kaum daran liegt, dass die da alle keine Kohlenhydrate mehr füttern....vergleich man dann mal mit einem Land wie Schweden (wo kaum kastriert wird) gibts da sehr wohl recht hohe Raten mit Gesäugekrebs und Pyo. Was jetzt wohl auch kaum daran liegt, dass die Schweden ihre Hunde nur mit Kohlenhydraten vollstopfen.

Denke auch ehrlich gesagt nicht dass das als prophylaxe dient, eher wenn der fall krebs schon ausgebrochen ist, und dann ist eh 50/50 chance, ob bösartig oder gutartig. und wenns bösartig ist, werden fehlende kohlenhydrate wohl auch nix mehr richten können.

und irgendeinen hund mit krebs kennt wohl jeder. bei uns ist erst der nachbarshund verreckt. war jünger als meine, hatte gesäugekrebs und war unkastriert. shit happens.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
Zuletzt geändert am 18.04.2016 19:22 Uhr
benchen
  • Begleithund
Beiträge: 896
+ 4
Meine letzten beiden Hunde aus dem Tierschutz fanden nur den Platz bei mir, weil sie kastriert waren / sind.
Das kann jeder halten wie ein Dachdecker, auch links und rechtsrum diskutieren. Ich will mit dem Hund zusammenleben und das soll für alle erträglich sein.
Ich hätte auf keinen Fall die Hündin genommen, wenn sie nicht sicher kastriert gewesen wäre. Der Auslandstierschutz ist damit so fit, daß die OP nicht schiefgeht.
Was das "Zufügen von Schmerzen" angeht - die ungewollt auf die Welt gekommenen Welpen , die oft genug im Auslandstierschutz landen, die können reichlich was erzählen von zugefügten Schmerzen.
Eleonore
  • Begleithund
Beiträge: 674
+ 1
Hallo Benchen,
das Halten wie ein Dachdecker ist gut und schön, eine TIERSCHUTZORGANISATION die ständig und laufend gegen das Tierschutzgesetz verstößt, kann mir gepflegt gestohlen bleiben. Für mich passt das nicht übereinander. Der Knoten in der Milchleiste meiner intakten Hündin, von der TÄ ertastet, war nach einigen Tagen verschwunden. Von der TÄ wurde zur sofortigen OP geraten. Also auch nur der Kohle wegen Angst schüren. Oder sollten wir, vielleicht sogar per Gesetz, alle Mädchen vor der Pubertät ausräumen und die Jungen kastrieren lassen??? Es gäbe dann doch wesentlich weniger Brust- Gebärmutter- und Hodenkrebs. Was für ein Fortschritt.
meerestaucher
  • Hundetrainer
Beiträge: 4196
+ 2
Die Tierschutzorgas können auch nur bis zur Stirn gucken, und nicht was dahinter ist. Ich wohn hier auf dem Land, um mich rum jede Menge Leut, die nicht bis drei zählen können. Was hier so an Hunde-und vor allem an Katzenbabies angeboten wird, geht auf keine Kuhhaut. Ich würde es da übrigens sehr begrüssen, dass z.B. Kastrapflicht für Katzen eingeführt wird. Da kann ich die Tierschutzorgas sehr gut verstehen, die ja überhaupt nicht mehr nachkommen. Ausserdem machen die das wohl eher aus dem Gedanken ungewollten Nachwuchs zu verhindern, als Krankheiten vorzubeugen. Unter den geretteten Tieren sind ja auch eine Menge Rassehunde, und so ein Wurf hier oder da bringt doch mal locker nen 1000er. Da draussen gibts yorkies für 700 EUR, ohne Papiere. lohnt sich doch.

Und Alidasy: der andere deiner beiden Hunde ist doch auch kastriert, warum dann die Aufregung. Das wird wohl auch seine Gründe gehabt haben.
Und leider verschwindet eben nicht jeder Knoten, manch andere haben da leider nicht so viel Glück. Hier im Forum gibts ja auch Fälle mit Gesäugekrebs, so abwegig ist das ganze also nicht.
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Antoine de Saint-Exupéry
Lincan
  • Begleithund
Beiträge: 1294
+ 3
Tja, vllt. sollte man überhaupt gleich alles wegnehmen, bei Tier und Mensch, damit man keinen Krebs oder keine psychischen Erkrankungen oder sonst etwas bekommt.....

Und wer USA-hörig ist - wie seinerzeit die TÄe - der glaubt solchen Studien gerne, die Geld in gewisse Kassen spült

Und: keine Studie ohne Gegenstudie sowie "Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe"

Es gibt nun glücklicherweise Menschen, die etwas mehr als bis 3 zählen können und nicht alles unreflektiert glauben, was ihnen über die Medien zugespült wird.

Aktuell ist mir persönlich ein Fall bekannt von einem Mischling, der von Geburt an einen Hirntumor hatte, den niemand erkannte und nicht erkennen konnte. Wissenschaftler waren extrem erstaunt, dass dieser Hund überhaupt so alt geworden ist, weil diese Krebsart "normalerweise" einen Hund bald sterben lässt. Dieser Hund wurde gebarft und bekam keine Kohlehydrate; seine Halterin ist Tierheilpraktikerin.

Wie dem auch sei - es bleibt dem Halter selbst überlassen, was er macht.

Falls eine Hündin kastriert wird, lasse ich komplett ausräumen, da es NICHT sicher ist, dass das Restmaterial resorbiert wird. Es kann auch entarten - und dann hat man doch eine Pyometra, die ja durch die Kastra vermieden werden sollte.

Ob ein Krebs ausbricht bzw. wo/welcher Krebs, ist von vielen Faktoren abhängig. So gibt es durchaus eine genetische Disposition - auch bei Gesäugetumoren. Wir kennen das auch von Menschen. Dann kann es Sinn machen, vorsichtshalber das Gesäuge zu entfernen, wie es auch schon Menschen gemacht haben.

Ein wichtiges Kriterium ist allerdings das Alter des Hundes. So hatten meine Hündinnen keine Probleme nach der Kastra bzgl. Verhalten oder emotionaler Zustände. Auch Rüden sollten nicht nur physisch sondern auch psychisch erwachsen sein. Wer das nicht möchte, sollte sich lieber einen Stoffhund kaufen!
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
Lincan
  • Begleithund
Beiträge: 1294

Ergänzung

Der Hund im obigen Beispiel ist 5 Jahre alt geworden und durch einen Epi-Anfall per MRT untersucht worden. Da wurde das entdeckt, was früher bei Untersuchungen nicht gesehen wurde. Der Tumor war extrem LANGSAM gewachsen, anstatt wie sonst sehr schnell.
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
Eleonore
  • Begleithund
Beiträge: 674

An Meerestaucher

Das nennt man Geschäftsprinzip, mit minimalstem Einsatz den größtmöglichen Gewinn erzielen. Nichts anderes machen die Konzerne und der kleinste Krauter. Eine Krawatte für 2 € einkaufen und für 5 € verkaufen. Von den 3 % Gewinn lebt man dann. Damit ist die Landbevölkerung, die ja nicht mal bis 3 zählen kann, anscheinend doch nicht so dumm, wie du sie verkaufen willst. Ich kann aber verstehen, das du dich trotzdem wie der Einäugige unter Blinden fühlst.

Und ja, eine meiner Hündinnen wurde nach zweimaliger Gebärmutterentzündung kastriert. Nach Einholen einer zweiten Meinung hab ich mich zu diesem Schritt entschlossen. Nach meiner Meinung widerspricht es sich aber, das eine TS-Orga gegen das TS-Gesetz verstößt. Und solange im TS-Gesetz Kastrationen nur bei medizinischen Indikationen erlaubt sind, ist auch eine Kastrationspflicht für Katzen nicht möglich.
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