Kastration- was kann oder wird sich ändern?

visitor
  • Moderator
Beiträge: 7446
+ 2
Es gibt Gegner und Befürworter für die Kastration eines Hundes; einig ist man sich, glaube ich, aber so weit, dass jeder das Beste für sein Tier und auch die entsprechende Lebenssituation möchte.

Hier kann vielleicht jeder seine Erfahrungen mit seinem kastrierten Tier niederschreiben, und zwar positives wie negatives. Aber es soll bitte keine Grundsatzdiskussion werden, die haben wir schon an anderer Stelle!

Ich fange mal an

Unterscheiden möchte ich noch einmal Sterilisation und Kastration.

Bei der Sterilisation werden bei Rüde und Hündin keine Geschlechtsorgane entfernt. Beim Rüden werden also die Hoden belassen und die Samenleiter dauerhaft unterbrochen.

Bei einer Hündin werden die Eileiter unterbrochen. Auch hier wird kein Organ entnommen, und so wird die Produktion der Geschlechtshormone bei der Sterilisation nicht beeinträchtigt und das Sexualverhalten bleibt in vollem Umfang erhalten.

Bei der Kastration werden beim Rüden die Hoden durch einen Schnitt in den Hodensack entfernt. Bei der Hündin werden die Eierstöcke und auch oft die Gebärmutter durch einen Bauchschnitt entfernt.
Diese Eingriffe finden unter einer Vollnarkose statt.

Nach der Entnahme sinkt der Hormonspiegel ab, aber es dauert noch einige Zeit, bis sich das Verhalten eines Hundes "angeglichen" hat.

Das finde ich eher negativ:

Bei einer Frühkastration vor der Geschlechtreife kommt oder kann es bei Rüden und Hündinnen zum verspäteten Verschluss der Wachstumsfugen der Röhrenknochen kommen. Ist der Hund dazu zur Körpergröße zu dick, wir er als erwachsenes Tier unter vermehrt oder verfrüht auftretenden Artrosen leiden.

Das Tier wird im Wesen nicht erwachsen, es bleibt auf dem "Stand", in dem es war. Sein ganzes Leben lang kann es weder die soziale Reife noch die körperliche Ausreifung erreichen.

Das kann sich positiv ändern:

Nach einer Kastration im Erwachsenenalter kann ein Hund keine weiteren Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Er ist und bleibt, wie er ist.

Ein Hund, der sehr unter seinem Sexualtrieb leidet und sich und andere durch sein Verhalten gefährdet, kann ruhiger werden und wieder "ansprechbar", auch wenn heiße Hündinnen in der Nähe sind.

So, dass war es erst einmal von mir. Durch das Zusammentragen von Erfahrungen können wir anderen bei einer Entscheidung helfen, und informativ ist es auch.

Lieben Gruß Tina
Ein Australian Terrier ist gut - zwei sind besser!


Der Mensch versteht aus gutem Grund am besten sich mit seinem Hund, vor allem seiner Meinung wegen: Der Hund sagt nämlich nichts dagegen ...
Gast
+ 1
Hallo,

ich finde, das ist einge gute Idee!
Ist ja doch anscheinend ein strittiges Thema.

Also meine direkten Erfahrungen beschränken sich auf den "Rüden-Bereich".

Unseren ersten Hund (Münsterländermischling) haben wir mit ca. anderthalb Jahren kastrieren lassen, weil er ständig abgehauen ist.
Wir wohnten an einer 6-spurigen Strasse und es war zu gefährlich.
Im Nachhinein muss ich aber natürlich ganz klar sagen, dass das eine Erziehungssache war!
Es war unser erster Hund und wir haben sehr viel falsch gemacht (OK, ich war auch 7.... )!
Die Kastration verlief ohne Probleme. Er war einen halben Tag beleidigt, danach ging es ihm wieder gut.
Das Weglaufen hat danach aufgehört!
Am sonstigen Verhalten kann ich mich zumindest an keine weiteren Verhaltensänderungen erinnern.

Als nächstes kam Wotan.
Den haben wir sehr früh kastrieren lassen. Mit 11 Monaten.
Ich war übrigens bei der OP dabei!
Mein Vater hat darauf bestanden, weil Wotan extrem gerochen hat und meiner Familie davon schlecht geworden ist. (Doofes Argument, ich weiß)
Auch hier muss ich sagen, wäre es wahrscheinlich nicht nötig gewesen.
Wotan ist absolut unproblematisch mit anderen Hunden. Und was mir halt auch auffällt, dass ganz wenige Hunde ein Problem mit ihm haben.
Allerdings ist er einfach auch kein dominanter Hund.
Vom Körperbau kann ich natürlich nicht sagen, wie er sich weiter entwickelt hätte.
Der Geruch ist übrigens verschwunden.
Bei der OP und danach gab es auch keinerlei Probleme.

Arko war schon kastriert, als meine Eltern ihn bekommen haben.
Viele Hunde "verstehen" ihn nicht, aber das liegt eher an seiner schlechten Vergangenheit...

Jetzt hab ich Sam, quasi mein erster unkastrierter Rüde (zumindest der mir gehört).
Bei ihm merke ich jetzt, dass es schon einige Rüden gibt, die ihn dumm anmachen (was halt blöd ist, weil er da schnell mit Panik reagiert).
Aber das ist nunmal auch normal unter Hunden.
Vor kurzem war eine Hündin hier heiß und ich habe gemerkt, dass ich einen "Mann" habe.
Es war zum aushalten, ich musste öfters dreimal was sagen, bevor er gehört hat und es war schon anstrengend, ihn auf mich zu konzentrieren.
Aber es war OK! Deswegen würde ich ihn jetzt nicht kastrieren.
Wenn das jetzt ein Dauerzustand werden sollte oder sein Trieb stärker werden würde, würde ich es mir vielleicht nochmal überlegen.
Ich finde, wenn es Stress für den Hund wird, den man vermeiden kann, würde ich es tun.

Fazit: Ich habe bisher keinerlei negative Erfahrungen gemacht (hab auch ehrlich gesagt noch von keinen gehört, auch keine OP-Komplikationen) aber ich würde nicht aus Prinzip kastrieren (beim Rüden)

Grüße

Christina
steph
  • Forenwelpe
Beiträge: 32
Angel:
Hat sich mit jeder Läufigkeit eine Blasenentzündung geholt, daher Kastration mit ca 2 Jahren. Ok, es hat natürlich einige Wochen gedauert, bis sie den Eingriff weggesteckt hat bzw. sie keine grösseren Schmerzen mehr hatte, aber letzten Endes hat sie es gut überstanden und keine negativen Nachwirkungen oder Veränderungen feststellbar gewesen.

Leon:
Kastration mit einem guten Jahr, weil wir mit Alina ja eine unkastrierte Hündin haben. Eingriff super gut verlaufen und er war sehr schnell wieder fit. Keinerlei Veränderungen festzustellen, er war vorher schon ein friedlicher Rüde und ist es bis heute geblieben.

Grüsse
Steph
Netty
  • Halbstarker
Beiträge: 567
Hallo,
mein Tuerarzt hat es mir so erklärt udn ich habe es auch so festgestellt und auch öfters gelesen.

Die kastration kann nur Dinge verändern, die mit dem Sexualverhalten des Hundes zu tun hat aber nicht charakterliche Eigenschaften.

Nur ein Alpharüde darf sich fortpflanzen. Hat man also einen Rüden, der ein stark ausgeprägtes Sexualverhalten hat, wird er Konkurenten "ausschalten" (im Sinne von Rang) wollen.
Er wird (für uns) ein ziemlicher Macho sein udn sich mit anderen Rüden anlegen.

Merlin z.B. wollte alles und jeden dominieren auch uns. Wir hatten 4 läufige Hündinnen in der nachbarschaft. mit ihm war kein normaler Spaziergang mehr möglich. er kratzte an Türen, fras nicht udn war wirklich unausstehlcih.

Mein Arzt riet mir zur Kastration aber erst, wenn er voll entwickelt ist. Er hält nichts von Frühkastrationen.

merlin wurde kastriert. Ein paar tage war er wirklich stinkig, Schmerzen ect.
Auch das Fäden ziehen ging nur mit Maulkorb.

Nach ein paar monaten war er ganz anders. Er ist absolut kein Macho, versteht sich nach wie vor mit allen hunden nur das Dominieren anderer Rüden bei läufigen Hündinnen hat aufgehört.
Mit Merlin kann ich immer und überall arbeiten ohne dass er abgelenkt wird.

Er ist trotzdem ein sportlicher aktiver Hund, denn das hat ja weniger mit Kastration zu tun.
Viele denken, ach kasdtrieren dann hab ich einen ruhigen Hund... das ist blödsinn..
es sei denn dass er vorher extrem, wegen dem Sexualverhalten, hippelig war.

Meine Bekannte hat mehrere Hunde. Einer der Rüden wurde immer schon ziemlich untergebuttert. Diesen Rüden hat sie nicht kastrieren lassen, da er sich noch mehr gefallen lassen hätte.
Sie hat den dominanteren Rüden kastrieren lassen udn seidem ist das zusammenleben entspannter.


LG
Netty
Agnosie:
"Krankhafte Störung der Fähigkeit, Sinneswahrnehmungen - trotz erhaltener Funktionstüchtigkeit der Sinnesorgane - als solche zu erkennen."
Leidet die Mehrzahl der Menschen darunter?
visitor
  • Moderator
Beiträge: 7446
Eine bekannte Familie hat einen großen Rüden.
Ein lieber Kerl, auch die Hundeschule wurde mit Erfolg besucht und das sozialverhalten war in Ordnung.
Was sie sich davon versprachen; was sie dazu bewegte, den Hund kastrieren zu lassen? Ich weiß es nicht.
Vielleicht, dass sie den Hund für eine kurze Urlaubszeit zur Züchterin in Urlaub geben wollten, vielleicht das ihnen der Hund zu groß und kräftig wurde?
Denn der Hund konnte zwar alle Kommandos, aber die Leute waren nicht so fit darin, sich auch konsequent selber an die aufgestellten Erziehungsziele zu halten.
Der Hund sollte (durch Gedankenlesen?)schließlich wissen, was man im Zusammenleben von ihm erwartet....

So wurde er denn kastriert. Aber es ging ihm gar nicht gut. Er hatte sehr starke Schmerzen und fand keine Ruhe.
Der TA versicherte, es wäre alles normal und der Hund müsse sich bald beruhigen.
Also wieder nach Hause und weiter gewartet, in der Überzeugung, dass der Hund sich nur "anstelle".
Etwas später, der Hund hatte weiter Schmerzen und wusste sich kaum zu bewegen oder zu schlafen, viel auf, dass der Hodensack arg geschwollen und heiß war. Blut trat aus, und es gab heftige Einblutungen und die Schenkel und auch Schwellungen und Einblutungen bis zum Brustbein.
Wieder zum Tierarzt, und es wurde festgestellt, dass es auch stark in den vernähten Hodensack einblutete und der Hund nicht simulierte, sondern ernstlich krank war.
Also musste der TA noch einmal operieren und den "Schaden" beheben. Anscheinend hatte sich innerlich eine Naht eines Blutgefäßes gelöst.
Der Hund wäre fast innerlich verblutet.

Nachdem er wieder genesen war und der Hormonumschwung abgeschlossen, ist der Hund nun wieder ein netter, lieber Kerl - wie vorher.
Er zieht immer noch an der Leine, aus den gleichen Gründen wie früher, und wird nur selten für die Urlaubszeit abgegeben.

Es hat sich an sich nichts geändert.


Lieben Gruß Tina
Ein Australian Terrier ist gut - zwei sind besser!


Der Mensch versteht aus gutem Grund am besten sich mit seinem Hund, vor allem seiner Meinung wegen: Der Hund sagt nämlich nichts dagegen ...
Zuletzt geändert am 19.01.2008 15:34 Uhr
Gast
  • Forenwelpe
Ich habe Erfahrungen bei Rüden und Hündinnen, mit früher und später Kastration.

Also der erste Rüde Attila war unser erster Familienhund, ein Berner Sennenhund. Er wurde erst mit ca. 3 Jahren kastriert, der Grund war das er ständig abhauten und es sogar schafte durch unseren umzäunten Garten abzuhauen. Wir haben es gemacht weil er bei einem seiner Ausflüge fast ertrunken wär. Er ist bei Nachbarn in einen Teich gefallen/gesprungen können wir nicht sagen und kam nicht mehr raus, hätte eine andere Nachbarin nicht die Polizei gerufen, wäre er ertrunken. An seinem Verhalten hat sich nur geändert, dass er sich nicht mehr für läufige Hündinnen interessiert hat und nicht mehr abgehauen ist, ansonsten war er ganz der Alte. Letztendlich mussten wir ihn mit 6 Jahren einschläfern lassen, da er unter schwerer HD litt und am Ende nicht mehr allleine aufstehen konnte.

Der 2. Rüde unser dritter Hund Balu ein Berner Sennenhund-Husky-Mix, der hat eine Frühkastration hinter sich mit 6 Monaten. Er erfreut sich mit 9,5 Jahren immer noch bester Gesundheit. Er weiss dennoch zu unterscheiden ob eine Hündin läufig ist oder nicht. Bei läufigen Hündinnen hüpf er trotzdem mal gerne hintendrauf. Sein Verhalten hat sich nicht geändert. Er ist mit Rüden und Hündinnen friedlich, obwohl er bei Rüden manchmal den Macho raushängen lässt.

Meine erste Hündin Ailien (DSH-Collie-Mix) ließ ich mit 7 Jahren kastrieren. Ich war noch in der Ausbildung zur Tierarzthelferin und zu der Zeit hatten wir sehr viele Hündinnen mit Gebärmuttervereiterungen. Und da fast alle Hündinnen in Ailiens Alter waren, entschied ich mich sie zu kastrieren, bevor sie evtl. auch an einer Gebärmuttervereiterung erkrankte. Sie überstand die Operation ohne Probleme und war am Tag nach der Kastration wieder top fit. Ailien war seit der ersten Läufigkeit anderen Hündinnen gegenüber ziemlich zickig, dass ließ nach der Kastration etwas nach, ansonsten blieb sie ganz die Alte. Wir mussten sie letztendlich mit 12,5 Jahren einschläfern lassen, weil sie einen Milztumor hatte, der schon in die anderen Organe gestreut hatte.

Pepper habe ich mit 6 Monaten kastrieren lassen, da ich sowieso nicht vorhabe mit ihr zu züchten und da ich in der Frühkastration eine Vorbeugung gegenüber Erkankungen wie Eierstockszysten, Gebärmuttervereiterungen und Gesäugetumoren sehe. Alles Erkrankungen die sehr häufig bei älteren Hündinnen auftreten. Auch Pepper hat die Operation ohne Probleme überstanden und war am nächsten Tag wieder top fit. Vom Verhalten her ist sie ein toller Hund. Ein besseren hätte ich mir nicht wünschen können. Sie ist ALLEN Hunden und ALLEN Menschen gegenüber freundlich. Also ich würde meinen nächsten Hund ob Rüde oder Hündin auch wieder so früh kastrieren, da ich damit die beste Erfahrung gemacht habe.


Lg Carmen
Zuletzt geändert am 19.01.2008 15:40 Uhr
~~**Jinigeliyor**~~
  • Halbstarker
Beiträge: 332
Hallo,

habt ihr vielleicht bei euren kastrierten Rüden auch die Erfahrung mit einer Fellveränderung gemacht??? Das sog. Kastratenfell??? Bei meiner Hündin hat sich da garnix getan, aber bei den Rüden einer Freundin, den Hundis wachsen lange Plüscheln oder sie sehen aus als hätten sie eine gerupfte Wolldecke auf dem Rücken. Rassen: Münsterländer und Deutschlanghaar.

Gruß jini
visitor
  • Moderator
Beiträge: 7446
Bei einigen Hunden, die ich kenne, ist es auch so- sie haben ein puscheliges Babyfell bekommen oder sehen "gescheckt" aus.

Lieben Gruß Tina
Ein Australian Terrier ist gut - zwei sind besser!


Der Mensch versteht aus gutem Grund am besten sich mit seinem Hund, vor allem seiner Meinung wegen: Der Hund sagt nämlich nichts dagegen ...
Gast
  • Forenwelpe
Ja, das gibt es vorallem bei Hunden mit längerem roten Fell, wie Irish Setter oder rote Langhaardackel, da kommt es zu plüschigen Fellveränderungen nach der Kastration. Aber ich habe auch schon anders farbige Hunde mit so einer Fellveränderung gesehen.

Lg Carmen
~~**Jinigeliyor**~~
  • Halbstarker
Beiträge: 332
Danke für eure Meinungen.

lieg das mit dem Babyfell an den Hormonen, wahrscheinlich oder??? Könnten man das irgendwie verhindern oder so???

Grüße Jini
Kostenlos anmelden
MY dogSpot - LOGIN
Passwort vergessen?
Du bist noch nicht dabei?
Oder logge Dich jetzt mit Deinem facebook-Account ein
mit facebook
Gerade online
dukang1911
dukang1911Online seit
10 Minuten
franzi1903
franzi1903Online seit
9 Minuten
Nitrowoman
NitrowomanOnline seit
14 Minuten
lotharheinzwegemund
lotharheinzwegemundOnline seit
21 Minuten
isabellinaPremium
isabellinaOnline seit
56 Minuten
Princezz
PrincezzOnline seit
124 Minuten
Freunde zu dogSpot einladen
dogSpot lebt vom Weitersagen. Lade jetzt Deine Freunde zu dogSpot ein!
Feedback
Du hast Wünsche, Anregungen oder Verbesserungsvorschläge? Dann schreibe diese in unseren extra dafür vorgesehen Bereich oder vote für bereits abgegebene Vorschläge!

Hilfe gesucht?
Du hast Fragen zu Funktionen, der Mitgliedschaft oder allgemein zu dogSpot? Antworten findest Du in den FAQs oder schicke uns einfach hier eine Nachricht!

Dein Feedback:


Dein Name/Benutzername (für Rückfragen):


Deine E-Mail Adresse (für Rückfragen):