Insektenvernichter Schmidt

Shibaherz
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Jetzt hat Deutschland, vertreten durch den „selbstbewussten“ CSU-Agrarminister C. Schmidt, der Zulassung des Pflanzenvernichtungsmittels Glyphosat in der EU für weitere fünf Jahre zugestimmt.
Bekannte Folgen des Einsatzes: Unbrauchbarmachung des Bodens, Verschwinden der Insekten und in ihrer Folge der Vögel. Verdacht auf Krebsursache.
Es ist nicht nur ein Affront gegen die SPD-Umweltministerin B. Hendricks, die dagegen votierte, und somit ein Verstoß gegen die Geschäftsordnung der Bundesregierung. Es ist vor allem ein Beweis, wie gleichgültig das ökologische Gleichgewicht und die Gesundheit der Bevölkerung Politikern sind, die sich in erster Linie großen Konzernen und Handelsketten und der von ihnen vertretenen Ideologie des „Wachstums um jeden Preis“ verpflichtet fühlen.
Gemeinwohl ist nicht identisch mit Wachstum. Die Wirtschaft kann wachsen, und gleichzeitig können soziale Ungerechtigkeit und soziale Spaltung zunehmen, gleichzeitig kann sich die ökologisiche Balance immer weiter verschlechtern.

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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
CairnLover
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Ich bin stinksauer und finde es zum Kotzen.
Dabei wäre die Zulassung wohl auch ohne unsere Zustimmung erfolgt.

Aber es darf bezweifelt werden, dass auch nur ein einziger Anwender dazu gezwungen wird Glyphosat anzuwenden. Nein. Die setzen das alle freiwilig ein, gleichwohl die Problematik sicherlich jedem bekannt ist.
Feuerwolf
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@Shibaherz; Für mich ist besonders schlimm, dass Monsanto nicht nur hochrangige Wissenschaftler gekaut hat um Studien und Untersuchungen bzgl. Glyphosat zu kaufen, sondern dass auch der "Wissenschaftspabst Europas bzgl. Glyphosat" , der als "unabhängiger" Berater für die EU und Deutschland tätig ist, früher direkt bei Monsanto angestellt war und jetzt immer noch Einmalzahlungen erhält !!!

hier zwei Links zu dem Thema:
http://www.zeit.de/thema/glyphosat
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2017-10/glyphosat-monsanto-wissenschaftler-bestechung-eu-kommission

Ich habe vor einiger Zeit eine investigativjounalistische Doku dazu gesehen, in der der Mensch von einem Journalist dierkt dazu befragt wurde und ihm entsprechende Dokumente gezeigt wurden.
Angebl. kannte er seine eigenen Gehaltsabrechnungen nicht und müsse diese erst Prüfen....doooof nur war, dass er bei dieser Antwort rot wurde und den Journalisten nicht anschauen konnte!!!

.......und dem hat jetzt mein "heissgeliebter" Landwirtschaftsminister geglaubt und in seinem Sinne abgstimmt entgegen deutscher Abstimmungsabsprachen wenn zwei deutsche Bundesminister unterschiedlicher Auffassung sind bei Abstimmungen, die beide Resorts betreffen.
CairnLover
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Wie kann man nur annehmen, dass der Schmidt weniger gut informiert ist, als die Bürger des Landes.
Das Gegenteil dürfte der Fall sein.

Erstmal ist Schmidt eben CSU und damit in einer starken Lobbyistenpartei und dann ist er möglicherweise nur noch vorübergehend im Amt. Da muss man doch schauen, wo man anschließend bleibt und seine Schäfchen vorsorglich ins Trockene bringen. Und genau das hat er getan. Er hat ja auch klar gesagt, er hat das für sich entschieden, nicht für Deutschland.

Außerdem ist auch Mutti eine große Befürworterin von Glyphosat und hat sich trotz Rüge (LOL) auf Schmidts Seite gestellt.

Nicht zuletzt wird Monsanto sehr bald zu Bayer gehören wie es aussieht, und auch wenn es schon ein Papier gibt, nachdem der Saatgut- und Herbizidbereich für rund 6 Milliarden an BASF weiterverkauft werden soll, betrifft dies alles doch deutsche Chemiekonzerne, also die deutsche Wirtschaft und damit auch deutsche Arbeitsplätze, die zu schützen sind.

Der Schmidt hat in Sachen Tierwohl sowieso nur mehr als halbherzig das gemacht, was er aufgrund der EU-Forderungen unbedingt machen musste.
Aber als unsere hessische Landwirtschaftsministerin letztes Jahr im Bundesrat einen Antrag zum Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung von Rindern einbrachte, fand der zwar eine breite Mehrheit, nur Schmidt hat keinen Handlungsbedarf gesehen.
Aber wen wunderts. Wurde von CSU-Seite doch schon öfter geäußert, dass man Forderungen der Grünen für eine Zumutung hält.
Shibaherz
Beiträge: 20718
+ 1
@Feuerwolf: Ja traurig, wenn Wissenschaftler sich kaufen lassen.
Die Protestbewegungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen können auf deren Unterstützung in keinem Fall verzichten. Immerhin haben 15 000 Wissenschaftler weltweit die „Warnung an die Menschheit“ unterschrieben.

Inhaltlich stand ja Merkel, wie sie betonte, auf der Seite von Schmidt. Sie hat öffentlich nur sein Vorgehen gerügt, weil sie nicht anders konnte und weil es ihr politisch schadete. Die SPD-Umweltministerin Hendricks ist zum x-ten Mal düpiert worden. Sie saß dabei wie ein begossener Pudel.

Ich glaube, dass Schmidt in Abstimmung mit den anderen CSU-Spitzen auch Merkel und der CDU vors Schienbein treten wollte. Die CSU will keine Neuauflage der GroKo. Und CDU-Nachwuchsstar Jens Spahn (37, Parl. Staatssekr. Bu.min.Fin., rechts von Merkel zu verorten) äußerte bei „Hart aber fair“ bereits ganz lässig (sinngemäß): „Wenn alle Stricke reißen, machen wir´s eben alleine.“ Ohne Merkel? Sie hat keine Lust dazu.

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Zuletzt geändert am 29.11.2017 18:08 Uhr
weckener
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+ 3
Ich finde das auch voll daneben, wie kann sich ein Minister über die Meinung der Poltischen Partner so hinwegsetzen. Außerdem ist die Bevölkerung absolut dagegen.
Wie gestern im TV bei Quer auf die Schippe genommenen Schmitt, könnte man glauben, er sieht sich nicht mehr in der künftigen Regierung, sondern ebnet sich den Weg in die Chemie.... Wo er doch soviel für die Chemie, Pharmafirmen, Monsanto getan hat, da steht ihm doch sicher ein Vorstandsposten zur Verfügung....

Wie ich schon seit einigen Jahren beobachte, wird das Glyphosat auch bei der Ernte benutzt. ich denke jedenfalls, das es sich um das Mittel handelt. Bei Glyphosat wirkt das Mittel direkt auf dem Blatt, es kriecht in die Wurzel und tötet so die Pflanze. Unsere Kartoffeln und Zwiebeln werden, wenn sie eine bestimmte Größe erreicht haben mit dem Mittel besprüht, damit das Knollenwachstum unterbrochen ist. Die können so nicht mehr ausreifen, das Mittel geht sicher auch in die Knollen und wir essen das pur mit..... Toll, ich bin so richtig begeistert.....
Shibaherz
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+ 1
Ja es ist eine Sauerei. Es sind auch nicht bloß die Pharmakonzerne, sondern auch die landwirtschaftlichen Großbetriebe und die Handelsketten, die dahinter stecken. Oder die sprithungrigen Pendler, wegen des Mais, oder das fressgierige Vieh, das für so viele fressgierige Menschen geschlachtet wird ...
Jetzt soll ja der Döner von der EU verboten werden. Bin mal gespannt. Das gibt sicher nicht nur in Berlin einen Aufstand

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CairnLover
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Es sieht doch schon seit Jahrzehnten so aus, dass für eine durch seriöse und unabhängige Wisssenschaftler erstellte Studie mit negativen Ergebnissen durch den entsprechenden Konzern sofort mindestens 2 Gegenstudien in Auftrag gegeben werden, die zu einem positiven Ergebnis kommen.

Vor dem Hintergund, dass geschönte Studien und von Konzernen bezahlte Wissenschaftler ein seit Jahrzehnten bekanntes Problem sind, finde ich es eigentlich besonders schlimm, dass es als Konsequenz daraus trotzdem bislang keine staatlichen unabhängigen Zulassungsbehörden gibt, denen auch extern finanzierte Studien zur ausführlichen Prüfung vorgelegt werden müssen.
Im Gegenteil ist es doch noch schlimmer geworden, weil die Konzerne schon längstens dafür gesorgt haben, dass die Ausbildung in ihrem Sinne erfolgt.

Und Glyphosat findet sich schon lange in unserem Urin.
Es wundert nicht, dass die Studie dazu privat finanziert wurde. Der Maximalwert lag bei 4,2 Mikrogramm pro Liter Urin.

Laut BfR wird Glyphosat zu maximal 20 Prozent aus dem Darm absorbiert und später über den Urin ausgeschieden.
Der laut BfR auch für Kinder angeblich immer noch völlig unschädliche Grenzwert für die maximale tägliche Aufnahme von Glyphosat liegt bei 0,5 Milligramm Glyphosat pro Kilogramm Körpergewicht.
http://www.bfr.bund.de/cm/343/empfindliche-bevoelkerungsgruppen-insbesondere-kinder-sind-das-mass-aller-dinge-bei-der-wissenschaftlichen-risikobewertung.pdf

Wenn ich bedenke, was schon alles weit im Nachhinein hier verboten wurde, nachdem es wegen der Gesundheitsgefahren in den USA schon längstens verboten war, kann ich nur sagen- Das kann man glauben. Muss es aber nicht.

Aber es kann noch schlimmer kommen, wie die USA bereits festgestellt hat. http://www.deutschlandfunkkultur.de/usa-klagen-gegen-monsanto-erst-glyphosat-jetzt-dicamba.2165.de.html?dram:article_id=397557
Im aufgeführten Link sind weitere aktuelle Artikel zum Thema verlinkt, wie

Plagiatsforscher Stefan Weber: - "Es geht hier nicht um irgendwelche Randkapitel"
(Deutschlandfunk, Umwelt und Verbraucher, 05.10.2017)

Glyphosat - Wie Gesundheitsgefahren klein gerechnet werden
(Deutschlandfunk, Andruck - Das Magazin für Politische Literatur, 02.10.2017)

Kampf um sauberes Saatgut in Paraguay - "Monsanto vergiftet die Welt"
(Deutschlandfunk Kultur, Weltzeit, 07.09.2017)
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Zuletzt geändert am 02.12.2017 14:07 Uhr
tomstep
  • Alpha Hund
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+ 2
Firmen wie u.a. auch Monsanto (Bayer) produzieren Glyphosathaltige Gifte und Bayer die Medikamente gegen Krebs. Ein Schelm wer dabei böses denkt.
Na jedenfalls ist das eine sehr gewinnbringende Geschäftsidee und das zählt. Aber dann kommen ja wieder die Argumente (u.a. der verantwortlichen "Volksvertreter" ) wie Arbeitsplatzsicherung, Existenzsicherung, Ernährungssicherung (besonders in sog. Drittweltländern) und so weiter ....
"Wäre doch nur ein Bruchteil der Schäferhundbesitzer so klug wie ihre Tiere."
(Stefan Wittlin, schweizer "Medicus-Canis", Kynologe-Hundetherapeut)
Feuerwolf
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@Tomstep: auch einfach nur
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