Hundeerziehung ohne Stress

Summina09
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Schönen guten Tag liebes Dogspot-Forum

Mich würde sehr interessieren, ob ihr schon von der stressfreien Hundeerziehung gehört habt und ob ihr diese gegebenenfalls sogar praktiziert.

Ich bin wirklich noch kein Experte im Bereich Hund und suche deshalb nach Rat.

So sieht gängiges Hundetraining für mich aus: Stress wird gezielt eingesetzt, um dem Hund ein bestimmtes Verhalten an- oder abzugewöhnen.

Sprich, zum Beispiel wird der Tierhalter mal etwas lauter, gibt schnelle Befehle, zeigt sich dominant etc.

Ist das wirklich die gängige Praxis? Oder ist es auch möglich, den Hund zu trainieren und dabei ein wenig netter zu agieren?

Ich habe mich auch schon ein wenig hier im Forum und auch im Web umgeschaut. Auf Partner-Hund.de (http://partner-hund.de/info-rat/hundeerziehung/7-tipps-fuer-das-taegliche-hunde-training) wird gesagt, dass man sogar mal auf das Leckerli verzichten soll. Während in diesem Beitrag ##### Link editiert ##### gesagt wird, dass das Hundeverständnis der Schlüssel zum Erfolg ist.

Sprich, der individuelle Umgang mit dem Hund scheint hier favorisiert zu werden. Irgendwie wirkt das auf mich alles ziemlich kompliziert.

Habt ihr generell vielleicht noch ein paar Tipps zum erfolgreichen Hundetraining mit möglichst wenig Stress?

Vielen Dank im Voraus!
Zuletzt geändert am 03.09.2017 17:48 Uhr
Lincan
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Stress?

Zunächst einmal sollte geklärt werden, was stressfrei sein soll. Wird hier Eustress oder Distress gemeint?

Zudem sollte man wissen, dass jedes Lebewesen mit beiden Formen des Stresses klarkommen muss, unabhängig davon, ob es von einem Mensch trainiert wird oder einfach nur lebt, im Wald oder von Menschen besiedelten Umgebung - egal.

Dann sollte man wissen, dass Erziehung nicht gleich Training ist! Leider werden diese Begriffe immer noch miteinander vermischt.

Und schliesslich kann Eustress, zum Beispiel Vorfreude auf Leckerli oder Ball, zum Distress führen, was aber wiederum nicht allen bekannt ist, selbst bei so genannten Hundetrainern nicht.

Man muss keine Befehle brüllen sondern kann leise freundliche Anweisungen geben. Ein Hund hat gute Ohren! Wenn etwas beim Training nicht klappt, dann sollte der Mensch einen anderen Lehrweg für seinen Hund wählen. Dieser an den Hund und die Situation angepasste Lehrweg bedeutet für den Hund einen einfacheren Lernweg

Einen Hund auf den Rücken zu werfen, nur weil er an der Leine zieht, ist nicht nur tierschutzrelevant sondern auch völlig dämlich. Das bedeutet aber nicht, dass ein Hund, der auf die nette Art trainiert wird, keinen Stress hat. Auch Lernen mit Freude und Spaß ist Stress.

Leckerlis muss man auch nicht per se geben, zumal viele Hunde sie gar nicht als Belohnung empfinden. Ein Lob oder eine Belohnung sollte zum Hund passen und zur Situation, also hoher Ablenkungsreiz erfordert Superleckerli, normale Reize nur normales Leckerli. Mein Großer findet mein Lob in Form von Mimik, Sprache und Knuddelaktion am besten - Leckerlis nimmt er in solch einer Situation gar nicht an. Er befindet sich im Eustress - und ich muss ausbalancieren, wie stark ich mein Lob gestalte, damit der Eustress nicht zum Distress wird.
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
Zuletzt geändert am 03.09.2017 19:05 Uhr
Lincan
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Wer mit stressfreier Hundeerziehung wirbt, hat sich schon selbst disqualifiziert, da er keine Ahnung von den biochemischen Vorgängen in Hund und Mensch hat und zudem noch nicht einmal weiss, dass es diverse Arten von Stress gibt und dasd ein Hund Stressmanagement lernen sollte, da er dies für seinen Organismus braucht, wie auch Kinder/Menschen. Auf dad WIE kommt es an - wie immer
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
Lincan
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Was hast du denn für einen Hund?

Wie alt ist er? Ist es ein Rüde oder eine Hündin? Groß, mittel oder klein? Rasse oder Mix? Kastriert oder nicht? Wenn ja, in welchem Alter?

Was hast du für konkrete Fragen?
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
Summina09
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Liebe Lincan,

vielen Dank für deine Antworten! Hatte heute einen langen Arbeitstag und wollte generell erst mal Meinungen sammeln, danke dass du schon so viel geschrieben hast.

Eustress und Distress sind ehrlich gesagt noch vollkommen neue Begrifflichkeiten für mich, welche ich schon mal als wichtigen Anhaltspunkt notieren werden.

Ich merke, dass du einen sehr großen Erfahrungsschatz zum Thema Hund besitzt. Ich bin da anscheinend noch ziemlich unerfahren. Das Training mit Leckerlis als Belohnung habe ich für ganz selbstverständlich erachtet. Hat in meinem Bekanntenkreis jeder so gemacht. Vielen Dank für diese Inspiration.

Ich habe eine Schäferhündin, 3 1/2 Jahre alt. Ich habe wenig Vergleichswerte, aber würde sie als mittelgroß bezeichnen.

Deine Beiträge haben mir sehr viel neuen Stoff zum Recherchieren geliefert, vielen Dank dafür. Da machst es mehr Sinn, erstmal ein wenig nach Literatur zu suchen, eh ich endlos viele Fragen hier stelle.

Die allgemeine Diskussion zum Thema kann aber natürlich auch noch weitergehen, wenn noch jemand seine Ansichten teilen möchte.
Feuerwolf
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+ 1
Wie groß ( in cm) ist denn nun Deine Schäfi-Dame?......Du schreibst, Du hast wenig Vergleichswerte......aber alle Deine Bekannten haben doch auch Hunde, wenn ich Deinen Text richtig gelesen habe.

Ist der Schäfi Dein erster Hund? Kastriert oder nicht (hat Lincan schon gefragt).

Was habt ihr denn bisher so an "Erziehungsmethoden" benutzt? Die haben nicht zum Erfolg geführt? Nenn doch ein paar konkrete Beispiele, an denen kann man sicher besser und direkter, als so abstrakt, Dir Hilfe geben.

So ganz verstehe ich es ehrlich gesagt nicht. Du fragst hier um Meinungen bzgl. Hundeerziehungsmethoden, willst jetzt aber doch erst nach Literatur suchen und Dich (anscheinend) abmelden????....ohne mehr Meinungen und Hilfen????

Lg Feuerwolf mit Renntier Fina
Lincan
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Klar kann man mit Leckerchen arbeiten. Ich hoffe, dass es nicht falsch rübergekommen ist. Aber man sollte schauen, wie man belohnt, denn manchmal sind Leckerlis eben nicht das beste Gutui aus der individuellen Hundesicht.

Auch die Dosis sollte angepasst werden. Je nach Aufgabe bzw. Etschwrrnissen bei der Aufgabe kann man anfangs inflationär sein mit der Gabe von Belohnung, sollte es aber dann anpassen/weniger dosieren, wenn die Aufgabe verstanden und umgesetzt wurde. Mir fällt dazu immer Balancieren und Jonglieren ein

Du scheinst ja schon alles prima zu machen - hast bestimmt ein gutes Bauchgefühl, was sehr wichtig ist
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
Summina09
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Hi Feuer,

danke für deine Antwort. Meine Schäferhündin ist ungefähr 56 cm groß.

Ja sie ist meine erste Hündin, kastriert.

Ich habe durch Lincans Antworten gemerkt, dass ich noch gar nicht auf dem Level bin, um konkrete Fragen zu stellen. Es gab einfach zu viele Begrifflichkeiten, welche ich vorher noch erlernen muss.

Mein Hauptanliegen ist einfach nur, meine Hündin zu trainieren, z.B. dass sie nicht mehr Joggern hinterherläuft. Und das ganze ohne negativen Stress. Aber wie gesagt, ich muss noch einiges mehr lernen.

LG,

Summina
Zuletzt geändert am 07.09.2017 19:50 Uhr
Lincan
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Hmmmh, irgendwie fehlt mir was an Infos oder ich bin gerade nicht so denkfähig.

Die Hündin ist über 3 und läuft hinter Joggern her.

Macht sie das jetzt erst? Oder fällt es erst jetzt auf?

Was war denn bis jetzt mit Erziehung und Training? Gab es bislang keine Probleme?

Was ist mit der sonstigen Impulskontrolle, also Reiz-Reaktionszeit?

Und wieso benutzt du den Begriff negativer Stress? Wenn du die Hündin daran hinderst, etwas zu tun, was sie will, dann bekommt sie aber flott negativen Stress! Und du hast auch negativen Stress dabei

Löse dein Problem mit einem Trainer/einer Trainerin vor Ort, also Einzeltraining bei dir im Umfeld, wo es die bekannten Auslöser gibt.

Vorher sollten allerdings Basics trainiert werden wie Aufnahme des Blickkontakts, Steigerung der Impulskontrolle usw. Richtet sich das Verhalten gezielt gegen Jogger, also nicht allgemein bewegender Reiz, dann wäre zu klären, aus welcher Motivation das geschieht, um dann ein gezieltes Verhaltenstraining durchführen zu können.

Ein kostenfreies Onlinetraiming kannst du hier allerdings nicht erwarten - es wäre auch eher kontraproduktiv.

Ach so - falls du mit stressfrei oder ohne negativen Stress meinst, dass das Training ausschliesslich mit positiven Mitteln erfolgen soll und keine Bestrafung enthält, dann such dir einen Trainer/eine Trainerin, der/die so arbeitet. Schade, dass du nicht in meiner Nähe wohnst - für einen freien Hundeverein hier am Ort arbeite ich ehrenamtlich, so dass die Kosten gering wären. Ansonsten wäre es teurer. Wenn du magst, kann ich mal einen Kollegen oder eine Kollegin empfehlen in deiner Nähe bzw. mehrere.

Ich könnte mal in meinem Netzwrrk nachfragen, müsste aber deine Stadt haben. Du kannst dich dann bei den Kollegen melden.

Wenn das hier kein fake ist (machen ja so einige, weil sie mit den Links Geld verdienen; ist schon ein alter Hut und Methode sehr bekannt), dann solltest du endlich mit dem Training anfangen anstatt dir einen Wolf zu recherchieren, während der nächste Jogger schon dran ist
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
Zuletzt geändert am 08.09.2017 00:06 Uhr
Feuerwolf
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Beiträge: 912
+ 1
@ Lincan: Ich denke, Du wirst keine Info`s zum Wohnort erhalten oder sonstige näheren Angaben zu Problemen etc., ebenswo wie ich keine erhalten habe.

Ist wohl doch eher einfach nur Werbung für den zweiten Link..... .....wenn auch das "Drumherum" besser gemacht ist als sonst üblich bei solchen Aktionen......trotzdem Schade finde ich......Ehrlichkeit bleibt so mit Sicherheit auf der Strecke....und ist nun nicht unbedingt die beste Werbung für den Link nebst Inhalt

@Summina09: Sollte ich aber doch mit meiner Einschätzung daneben liegen, bitte um kurze Info....und dann werden wir uns mit Sicherheit ganz feste bemühen Dir zu helfen mit Deinem Hundi.......auch andere langjährige HB mit Ausbildererfahrung werden sich dann bestimmt einklinken....
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