Hund testet seine Grenzen

Gast
So, 2. Thema für heute.
Waren eben lange spazieren und ich bin zugegebenermaßen ein wenig perplex.
Wir sind irgendwann einem anderen Hund begegnet und sie hat sich wieder aufgeführt, wie ein Volldepp. Ist nichts unerwartetes, wir arbeiten dran und wissen, dass das ein langer und schwieriger Weg ist,...und ich bin ja wahnsinnig froh darüber, was wir bisher alles erreichthaben.
Auf jeden Fall hab ich Sie irgendwann zusammengestaucht, weil Sie mich komplett ignoriert hat.
Hab Sie irgendwann im Genick gepackt (so scheiß ich sie immer zusammen, vllt ist das ja schon nicht richtig) und im deutlichen Ton gesagt, "Schluss". Normalerweise passt das dann und gut ist.
Heute hat Sie mich angeknurrt um mir deutlich zu sagen, dass sie das jetzt nicht einsieht und ihr das nicht passt. Es war definitiv nicht bösartig, aber eben sehr widersetzlich.
Hab sie dann erstmal auf den Rücken gelegt, kurz bei Fuss laufen lassen, dafür dann auch gelobt...und dann wieder weiter (also nicht stundenlang die Beleidigte gespielt, ich weiß, dass das Minuten später nichts mehr bringt).
Später hab ich geschaut, ob sie vielleicht irgendwas da hat, das schmerzhaft gewesen sein könnte, aber negativ.
Generell habe ich momentan das Gefühl, dass sie ab und an versucht mir auf der Nase rumzutanzen.
Einfach immer mal wieder nachfragen...kurz an der Leine ziehen (und das Kapitel haben wir eigentlich wirklich durch), dann mal Sitz verweigern, solche Dinge. Ich agiere dann natürlich sofort, also nicht erst Minuten später und es sie frägt dann auch danach nicht mehr nach...
Dann ist die Sache auch wieder gegessen.

Kurze Randinfo, Amy ist 2,5 Jahre alt, Malinois-Mix, seit 8 Wochen in meinem Besitz. Kommt aus eher bescheidener Haltung, wurde geschlagen, vllt sogar versucht scharf zu bekommen.
Ich weiß, dass sie mir inzwischen wirklich vertraut, sehr an mir hängt und wir eigentlich jetzt schon ein tolles Team sind.
Ich arbeite viel mit ihr, sie ist lernbegierig, und wir kommen super voran.
Momentan kommt leider hinzu, dass ich im Physikumsstress bin, also viel lerne (wir gehen trotzdem jeden Tag 1,5 Stunden nachmittags spazieren und arbeiten und toben)...
Naja, auf jeden Fall, habe ich das Gefühl, dass sie momentan ihre Grenzen testet.
Kennt ihr das? Hab ich bisher irgendwas falsch gemacht? Und wie reagiere ich da?

Liebe Grüße
Jana und Amy
Zuletzt geändert am 07.03.2009 18:17 Uhr
mokarina
  • Forenwelpe
Beiträge: 74

Hund mit Grenzen

Hallöchen,ich finde deine Reaktionen etwas zu heftig.Einen hund im Nacken packen ist für ihn lebensbedrohlich.Das ist unter hunden die vorletzte Aktion bevor sie totgeschüttelt werden.
Und auf den Rücken schmeißen ist nicht gerade vertrauensaufbauend und bringt oft nichts.Früher habe ich es auch so praktiziert bin aber jetzt beim dritten Hund eines Besseren belehrt worden.Ich würde jetzt wesentlich vorrausschauender reagieren.Und der Hund muß auch lernen(immer mit viel Motivation), was erwünscht ist und was nicht.Das soll heißen es muß alles nacheinander erarbeitet werden.Vorallen muß bei allen immer das Timing stimmen.Ich selber habe auch eine Hündin die nicht einfach ist.Aber mit meiner strengen Art hatte ich sie letztendlich noch mehr verunsichert.
Jetzt bin ich bemüht ruhiger und konsequenter zu bleiben, und immer ein vorrausschauendes Programm im Kopf zu haben.Ich hoffe dass das Ganze nicht so großkotzig und besserwisserisch rüberkam.MfG mokarina
HH-Girl
  • Halbstarker
Beiträge: 253
Puh, ich muss schon sagen: heftig!
Ich würde nie im Leben einen Hund auf den Rücken legen, m.E. hat das für den Hund auch keinen Lernwert. Umso schlimmer noch wenn ich lese das Dein Hund wahrscheinlich bei seinen Vorbesitzern geschlagen wurde und versucht wurde scharf zu machen, und wenn Du dann noch Deinen Hund auf den Rücken legst.....dann kannst Du froh sein das sie "nur" knurrt" und Dich nicht beißt!

Ich habe auch einen Hund der auf andere Hunde sehr schlecht reagiert und ich habe nun mit Clickern angefangen, wäre das nicht was für euch? Da bleibt Dir jegliche Gegengewalt erspart.
Bei Fragen schreibe mich doch mal an
Gast
Einen Hund der aus schlechter Haltung kommt, geprügelt worden ist und der Angst hat, den schüttelst du im Nacken und schmeisst ihn auf den Rücken?
So schaffst du kein Vertrauen zu deiner Hündin.
Klar versucht ein Tierschutzhund nach ca 6-8 Wochen seine Grenzen auszutesten.
Da hilft nur Geduld, Liebe und Konsequenz.
Heisst also tägliches üben mit viel positiver Bestärkung.
Wenn sie das nächste Mal sich wieder so aufführt bei einer Hundebegegnung, stelle dich vor sie, verwehre ihr den Blick zum anderen Hund, zeige ihr, dasss du alles im Griff hast.
Gast
Danke erstmal für die Antworten.
Deswegen frage ich ja, es ist mein erster eigener Hund und ich versuche ja, alles richtig zu machen und will das ja auch lernen.
Auf den Rücken "schmeißen" ist vielleicht übertrieben ausgedrückt.
Natürlich versuche ich, wann immer möglich durch Motivation und Belohnung weiter zu kommen.
Aber ich weiß eben nicht, wie ich denn reagieren soll, wenn sie etwas tut, von dem sie weiß, dass sie das so nicht darf. Versteht ihr?
Ich mein, durchgehen lassen, geht ja auch nicht, schreien oder schlagen kommen sowieso nicht in Frage (würde ich niemals machen und das versteht sie auch einfach nicht), das Wort "Schluss" hat Sie einfach ignoriert.
Wie gesagt, bisher hatten wir keine Situation, die so etwas erfordert hätte und vllt war ich auch einfach überfordert, weil Sie meine Anweisung nicht nur in Frage gestellt, sondern missachtet hat.
Aber ich will bei Gott nicht, dass jetzt hier jemand denkt, ich würde meinen Hund misshandeln.
Ich will einfach klare Regeln haben, die eingehalten werden müssen, weil sonst ein miteinander nicht funktioniert (ich hoffe das hört sich jetzt nicht zu forsch an), es ist dabei nicht so, dass ich hier nur mit Strenge arbeite, eigentlich überhaupt nicht...ich bin eigentlich der Ansicht (und bisher hat sich das auch als sinnvoll herauskristallisiert), dass es dem Hund Sicherheit gibt, wenn er weiß, dass ich der "Chef" bin, ich auf ihn auspasse, etc...und heute hat sie das mit dem Chef sein einfach in Frage gestellt.

Das mit dem Vorrausschauen hab ich da leider nicht so ganz verstanden. Ich habe sie vorrausschauend zu mir gerufen, was sie schon recht widerwillig gemacht hat, weil der andere Hund viel interessanter war, hab sie dann aber gelobt, als sie kam, absitzen lassen (machen wir immer) und hab versucht mich "interessant" zu machen, Leckerli, Spielzeug, aber es war ihr heute sowas von egal und sie ist bellend auf den anderen Hund losgerannt und hat wie bekloppt an der Leine gezogen.

Wie gesagt, deswegen frage ich ja , wenn mir das alles wurscht oder ich mir meiner Sache sicher gewesen wäre, dann gebe es die Nachfrage hier nicht
Gast
Und noch ein kleiner Nachtrag , das Ganze war direkt danach auch wieder "gegessen", wir haben später getobt, gearbeitet und es war alles prima...also keinerlei Duckmäuser-Verhalten oder sowas in der Art. Überhaupt nicht (was nicht heißen soll, dass ich das jetzt öfter machen werde, keine Angst oder rechtfertigen, oder sonstwas)...
Geschüttelt hab ich sie übrigens auch nicht (wobei ich ja gerade schon ein schlechtes Gewissen habe, dass ich sie überhaupt im Genick genommen hab), sondern quasi dort festgehalten und mit festem Ton Schluss gesagt. Und das auch erst, nachdem Sie mich da von der Seite angemacht hat.

Achja, ansonsten hat sie keine Probleme mit andern Hunden, ist inzwischen sozial verträglich (war anfangs sehr unsicher als sie direkt ausm TH kam, hat sich aber komplett gelegt)...sie zieht einfach nur wie ne bekloppte und ignoriert mich. Wie ich da normalerweise vorgehe,hab ich ja oben beschrieben.
Zuletzt geändert am 07.03.2009 19:24 Uhr
Gast
Gehst du in eine Hundeschule? Das wäre ganz gut. Gemeinsam lernt es sich besser, gerade Hundebegenungen.
Es war von mir kein Vorwurf, auch mir hat man vor geraumer Zeit beigebracht, das man den Hund im Nacken schüttelt und mal auf den Rücken wirft.
Man lernt ja nie aus und ich bin eh kein Typ die sich gern so durchsetzt.

Nun, die Unterordnung hat viel mit Vertrauen zu tun, ich glaub acht Wochen sind da eine kurze Zeit.
Ich würde sie bei Fehlern ignorieren, wenn sie es richtig macht loben und belohnen.
Es wird schon, alles braucht seine Zeit
TickyTacky
  • Moderator
Beiträge: 3587
Hallo
der Nackengriff ist in der Hundeerziehung früher mal fast als Heilmittel verkauft wurden....heute gilt eigentlich bewiesen, das dies keine gute art ist, den Hund zu korregieren.
Auch der Alphawurf wurde früher durchaus regelmässig eingesetzt, damit wird auch heute noch gearbeitet (meist in abgeschwächter Form) und er ist heiss diskutiert.
Fakt ist, das du dich auf einen sehr körperlichen Kampf einlässt mit dem Hund.

Das erwähnte knurren war nicht bösartig und auch nicht widersetzlich, der Hund kann sich nur auf diese Art artikulieren wenn ihm was nicht passt. Deine Reaktion war unangemssen a la mit Kanonen auf Spatzen schiessen und dein Hund hat dir "gesagt" das er dies nicht versteht, nicht gut findet, er eventuell sogar Angst hat.

Dann habe ich noch ein paar fragen damit ich es besser verstehe.
Du schreibst sie zieht an der Leine obwohl das durch ist sie es also kann. Leinenführigkeit hat bei meinen Hunden Monate gedauert, deshalb wundert es mich, warum es schon durch ist.
Denkst du das dein Hund dich vorführt und mit Absicht nicht hört?

Du hast sie vorrauschauend abgerufen, absitzen lassen, sie war an der leine (?) und wenn sie dann trotzdem den anderen Hund angepöbelt hat kann es auch schlichtweg daran gelegen haben, das der andere Hund eben zu dicht war.

Arbeits du in einer Hundeschule an den Problemen? Oder trainierst du mit ihr auf dem Hundeplatz?

Das waren erstmal alle fragen meine Kritik an deinem vorgehen ist nich böse gemeint und deine Absichten sind es sicherlich auch nicht, kling alles nur ein wenig old-school und birgt ein paar Gefahren.

Gruss
Sandra
Mother Nature always wants to be balanced - Cesar Millan
Zuletzt geändert am 07.03.2009 19:39 Uhr
Gast
Ja, wir gehen jetzt seit 6 Wochen 2 mal die Woche in eine Hundeschule. Einmal davon Familienbegleithundestunde, die sehr viel mit vertrauensübungen, Alltagssituationen, etc. arbeitet und einmal in die Tummelgruppe, wo die Hunde einfach nur ausgelassen toben können und das Sozialverhalten verbessert wird. Wie gesagt, wir werden auch immer sehr gelobt, gerade weil ich so arg mit Lob, etc. arbeite und wir so toll vorwärtskommen.
Gast
@ Tickytacky: erstmal vielen Dank fürs Gedanken machen.
Das mit dem körperlichen Kampf ist mir mehr oder weniger bewusst, wie gesagt, die Reaktion kam sofort und danach war von meiner Seite aus wieder gut.

Das Knurren war nicht agressiv, aber eben sehr widersetzlich, ein deutliches, ich mag nicht und auf grob deutsch "Du kannst mich mal"...ich sehe es halt in solchen Fällen als schwierig, so ein Verhalten zu ignorieren.

Das mit der Leinenführigkeit war auch ein wenig ungeschickt ausgedrückt. Natürlich ist mir klar, dass das es nicht hundert pro sitzen kann, nach so kurzer Zeit...ich glaub auch nicht, dass sie mich vorführen will, sondern einfach ab und an nachhakt, ob ich das alles so ernst meine. Zieht sie an der Leine, wechsle ich die Richtung und lobe sie, wenn sie brav mitkommt...das macht sie dann wieder einmal und dann ist wieder gut. Ich glaube auch wirklich nicht, dass mein Hund mir was böses will es ist wie gesagt eher so ne Art nachfragen...

Ja, sie war an der Leine, der andere Hund ist ja mit genügend Abstand an ihr vorbei, sie ist losgespurtet und hat dann gepöbelt (wobei auch hier pöbeln übertrieben ist). Im spurten hab ich sie dann eben mit der Leine festgehalten und zurückgezogen, worauf sie dann mich dann widerwillig angeknurrt hat und ich sie im Genick genommen und Schluss gesagt habe.
Hoffe ich hab das mit der Reihenfolge jetzt besser ausgedrückt, aber ging auch ehrlich gesagt ziemlich schnell.

Wir trainieren wie oben schon geschrieben auf einem Hundeplatz, ab April kommt noch Agility dazu um sie geistig und körperlich zu fordern (hatten ein Schnuppertraining und sie war hin und weg)...
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