Hund ist unentspannt beim Gassi gehen...

Juliax59
  • Forenwelpe
Beiträge: 1
Hallo
Ich hoffe dass ich hier endlich mal Hilfe bekomme oder wenigstens einen guten Rat.
Denn mein Rüde (1 Jahr und ca 2 Monate), ist beim Spazieren gehen total aggressiv gegenüber Leuten, Autos, Hunden etc., außerdem ist er immer unentspannt und zittert.
Zb: Wenn ich mit ihm Gassi gehe und einer Person entgegen laufe, fängt er an wie verrückt zu bellen, nach der Person zu schnappen, so ist es auch fast bei Autos, denn wenn Autos an uns vorbei fahren (was sich auch nicht verhindern lässt, weil wir in einer größeren Stadt wohnen) fängt er schon vom weiten an sie anzubellen und auf sie loszustürmen...
Ich habe es selbst schon mit Leckerlis probiert, worauf er keine Reaktion gezeigt hat, dann habe ich eine Hundetrainerin gehabt, die zu mir gekommen ist und sich das alles angeschaut hat und mir Übungen dafür gezeigt hat, die ich 3 Monate jeden Tag ausgeführt habe, die dennoch nichts halfen. Mit ignorieren, hinsetzten, die Straßenseite wechseln habe ich es ebenfalls probiert, doch leider hält ihn davon nichts ab. Außerdem dachte ich es könnte an meiner Ausstrahlung liegen, die eher wenn ich mit ihm unterwegs bin sehr leidet, was heißt, dass ich sehr unsicher werde... Doch bei anderen Familienmitglieder verhält er sich genau so auf den Straßen.
Ich hoffe dass mir einer von euch helfen kann :/

Mfg
Lincan
  • Begleithund
Beiträge: 1294
Was waren das für Übungen?

Hatten die auch was mit DEINEM Verhalten zu tun oder nur Training?

Ist dein Hund gesund?

Wurde er kastriert? Wenn ja, wann?

Solch ein massives Verhalten kommt nicht von heute auf morgen >> Trainer (GUTER Trainer!) vor Ort ist am besten. Möglicherweise war es nicht die passende Trainerin für euer Problem.
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
melwin
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2061
+ 1
Original von Juliax59:

Hallo
Ich hoffe dass ich hier endlich mal Hilfe bekomme oder wenigstens einen guten Rat.
Denn mein Rüde (1 Jahr und ca 2 Monate), ist beim Spazieren gehen total aggressiv gegenüber Leuten, Autos, Hunden etc., außerdem ist er immer unentspannt und zittert.
Zb: Wenn ich mit ihm Gassi gehe und einer Person entgegen laufe, fängt er an wie verrückt zu bellen, nach der Person zu schnappen, so ist es auch fast bei Autos, denn wenn Autos an uns vorbei fahren (was sich auch nicht verhindern lässt, weil wir in einer größeren Stadt wohnen) fängt er schon vom weiten an sie anzubellen und auf sie loszustürmen...


Wenn ich dass so lese, fühle ich mich um 10 Jahre zurückversetzt und sehe hier meinen Hund vor mir. Kaum hatte er das Haus verlassen, war er nicht mehr ansprechbar. Er kam vom Vermehrer und wurde von ihm , weil er keinen Käufer gefunden hatte, mit vielen anderen Welpen ins Tierheim. Da saß er dann viele Jahre und wurde in Rudelhaltung nur gemobbt. Irgend wann bekam er Einzelhaft. Kennen gelernt hatte er in diesen Jahren nichts. Mit den üblichen Methoden bin ich nicht weiter gekommen. Er war ja absolut nicht ansprechbar und hat mich in seiner Rage auch öfter mal gebissen, nicht absichtlich, mehr als Übersprungshandlung. Da mußte ich mir so einiges einfallen lassen. Das erste Jahr war das schlimmste Jahr. Wo sollte man anfangen? Ein Rückschlag nach dem anderen. Ich war selber Trainer und Verhaltenstherapeut besonders für gefährliche Hunde. Aufgeben war also keine Option für mich. Da war ich stur wie 10 Esel. Es hat viele Jahre gedauert, bis ich diesen Hund da hatte, wo er heute ist. Eine Baustelle ist geblieben. Sie ist zwar stark abgeschwächt, aber eben nicht ganz behoben. Wer ihn nicht kennt, der sieht die Baustelle auch nicht. Für den ist es ein ganz normaler Hund geworden. Er hat heute noch Angst vor andere Hunde. Deshalb hält er sie möglichst fern von sich. Sind sie auf Abstand, ist alles gut. Ein Spaziergang mit fremden Hunden geht nur, wenn wir uns mit kurzer Leine treffen und sofort weiter gehen. Nach kurzer Zeit (der tut mir nichts) können wir dann ableinen und die Hunde laufen gemeinsam. Richtig spielen mit Artgenossen kann er nicht. Er läuft dann lieber mit , macht kleine Jagdspiele oder gräbt Mäuselöcher aus. Also, im Großen und Ganzen ist er doch ein "ganz normaler" Hund geworden. Man muss ihn eben nehmen, wie er jetzt ist.

Seit wann habt Ihr denn den Hund? Vom Welpenalter an oder habt ihr ihn erwachsen übernommen? Was (und wie) habt Ihr unternommen, um das Problem in den Griff zu bekommen? Wie lange arbeitet Ihr schon daran?



Ich habe es selbst schon mit Leckerlis probiert, worauf er keine Reaktion gezeigt hat,


Gerade mit Leckerchen kann man bei so einem Hund das unerwünschte Verhalten noch verstärken. Belohnen muss man punktgenau, sonst läuft man Gefahr, für ein anderes (unerwünschtes) Verhalten zu belohnen. Wer beim Belohnen erst das Leckerchen aus der Tasche kramt, belohnt in der Regel nicht das gewünschte Verhalten, sondern das darauffolgende Verhalten. Also, Hund bleibt ruhig und soll belohnt werden. Hundehalter kramt das Leckerchen aus der Tasche (es müsste aber bereits in seiner Hand sein), in der Zeit fixiert der Hund aber bereits den anderen Hund oder Feind, Hund bekommt das Leckerchen und wurde somit für das fixieren (aggressiv werden) belohnt. Was hat der Hund daraus gelernt? Aggressiv werden lohnt sich. Belohnung im falschen Moment. Also, auch richtig belohnen muss erst gelernt werden. Ich habe bei meinem Hund nicht mit "Leckerchen" belohnt, sondern nur mit Lob. Ein Hund, der so in Rage ist, wird auch kaum ein Leckerchen annehmen oder es als Belohnung für gutes Verhalten sehen. Er hat ja in diesem Fall total zu gemacht. Ein Hund in dieser Lage wird auch nicht fressen. Ich habe bei meinem Hund mit Lob und Tadel gearbeitet. Wattebällchen werfen (wie es heute meistens Gang und Gäbe ist) hätten bei ihm nichts gebracht. Zuerst habe ich an der Grundausbildung gearbeitet (ohne Ablenkung), hatte dass geklappt, habe ich es auch beim Gassi eingebaut. Ich habe ihn also mit Gehorsamsübungen (Unterordnung) aus seinem Zustand raus geholt und ansprechbar gemacht. Auch heute arbeite ich viel mit ihm in der Unterordnung. Solche Hunde sollten immer unter Kontrolle bleiben.


* dann habe ich eine Hundetrainerin gehabt, die zu mir gekommen ist und sich das alles angeschaut hat und mir Übungen dafür gezeigt hat, die ich 3 Monate jeden Tag ausgeführt habe, die dennoch nichts halfen. Mit ignorieren, hinsetzten, die Straßenseite wechseln habe ich es ebenfalls probiert, doch leider hält ihn davon nichts ab.



Dann muss man eine andere Methode finden. Dafür ist ja ein Trainer da. Ich würde mir an Deiner Stelle noch einmal einen anderen (guten) Trainer suchen. Notfalls auch einen von weiter weg. Einige Trainer bieten Hundeschule mit Urlaubsplatz an. Oder, man sucht sich eine Unterkunft in der Nähe.



* Außerdem dachte ich es könnte an meiner Ausstrahlung liegen, die eher wenn ich mit ihm unterwegs bin sehr leidet, was heißt, dass ich sehr unsicher werde... Doch bei anderen Familienmitglieder verhält er sich genau so auf den Straßen.
Ich hoffe dass mir einer von euch helfen kann :/

Mfg



In Deinem Fall wird Dir kein Forum wirklich helfen können. Hier muss ein guter Trainer drauf sehen, sonst machst Du moglicher Weise alles noch schlimmer als es jetzt schon ist. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass die anderen Familienmitglieder die selbe Unsicherheit dem Hund gegenüber zeigen, wie Du dass machst. Ist eigentlich auch normal, wenn man so einen Hund an der Leine hat.
Liebe Grüße von Melwin.
Nele12345
  • Halbstarker
Beiträge: 408
ich kann mich Melwin nur anschließen, da kann wirklich nur ein guter erfahrener Hundetrainer helfen und davon gibt es leider nicht soviele, da muss man schon gut hinschauen. Und wenn die Übungen nicht gefruchtet haben bei deinem Hund dann war es eben vielleicht die falsche Herangehensweise und oder muss man erst mal dem Grundproblem auf der Spur kommen, (evtl massive Ängste und Unsicherheit, magelndes Vertrauen in seine Menschen) Aber du musst lernen ruhiger zu sein und dir deine Unsicherheit nciht anmerken zu lassen denn das überträgt sich auf deinen Hund. Ich habe auch eine Angsthündin aus der Tötung gerettet die ich anfangs nicht mal anfassen konnte. Da musste ich auch einige Erziehungemethoden umändern damit ich bei meiner Angsthündin was erreiche und sie nicht sofort wieder dicht macht. Aber der große Durchbruch kam erst als sie mir 100% vertraute, dann ging es viel schneller mit ihr an den Ängsten zu arbeiten und nebenbei die ganz normale Unterodnung sitz, platz, beib und Rückruf zu erlernen.
Ich drück dir die Daumen das du einen guten Trainer findest und es deinem Hund bald besser geht dernn nicht nur du leidest unter der Situation sondern dein Hund auch.
Liebe Grüße
Renate
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