Hund bellt andere Hunde an

songu
  • Forenwelpe
Beiträge: 1
Hallo, unser Dino (rüde) ist 1 Jahr und nun seit 3 Monaten bei uns.
Er ist ein Mischling, wir denken es könnte unter anderem eine Schnauzer-Tibetischer Terrier Mischung sein, sind aber wie gesagt nur Vermutungen.
Beim Spazieren Gehen haben wir das Problem, dass Dino andere Hunde sobald Sichtkontakt besteht, anbellt. Auch bei weiten Entfernungen. Wir besuchen bereits eine Hundeschule wo wir mit Ablenkung durch Leckerlis und Clicker arbeiten. Des Weiteren wurde auch angeraten, Hunden demnächst mal aus den Weg zu gehen. Was sich als ziemlich schwierig erweist
Jedenfalls funktioniert auch eine Ablenkung mit ultimativen "Super -Leckerlis" oder Spielzeug nicht. Ansprechen bzw eher Gehört Werden schon gar nicht. Wir haben auch einfaches Ignorieren versucht aber es ist kaum möglich mit ihm weiter zu gehen.
Er zeigt generell keine aggressiven Verhaltensweisen gegen Hunde, wenn wir auf der Hundewiese sind, ist er recht interessiert und nach dem ersten aufgeregten Bellen auch recht ruhig. Er hätte auch noch nie zu einem Hund hingeschnappt. Wenn er mit Hunden nicht kann oder umgekehrt, beobachtet er den anderen zwar etwas aber hält Abstand und bellt auch nicht (Beobachtungen auf der Hundewiese).
Was vielleicht noch wichtig ist, er geht sonst immer an der Leine, frei lassen ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich weil er bei anderen Hunden, Eichhörnchen und sonstigen schnellen Tieren sofort hin rennen will und auch versucht.
Jetzt ist meine Frage ob ihr vielleicht irgendwelche Tipps für uns hättet? Ich freu mich (fast) immer aufs Spazieren gehen aber das Versteckspiel vor anderen Hunden ist auf Dauer recht mühsam, und das Durchdrehen seinerseits bei seinen Artgenossen ebenso.
Hoffe ihr könnt mir weiterhelfen und sage schon mal Danke für alle Antworten
Liebe Grüße Sonja
Shibaherz
Beiträge: 20682
Meinem unmaßgeblichen Gefühl nach würde ich sagen, geht doch einfach mit ihm etwas mehr auf die Hundewiese und etwas weniger spazieren.
VIelleicht ist es für ihn wichtig, öfter, als ihr es jetzt tut, von der Leine gelassen zu werden. Hab ich jedenfalls bei meiner Hündin so kennengelernt und ihr das auch ermöglicht. Natürlich muss der Rückruf (bei mir war es das "Stopp!"-Signal) sitzen.
Und wenn Ihr angeleint mit ihm spazieren geht, dann eben eher zu einer Zeit, wo (noch nicht oder nicht mehr) so viele Hunde unterwegs sind.

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 08.06.2017 20:53 Uhr
melwin
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2061
+ 2
Original von songu:

Hallo, unser Dino (rüde) ist 1 Jahr und nun seit 3 Monaten bei uns.

Beim Spazieren Gehen haben wir das Problem, dass Dino andere Hunde sobald Sichtkontakt besteht, anbellt. Auch bei weiten Entfernungen.

Als erstes würde ich mich fragen, warum sich der Hund so verhält.
Man kann doch nur etwas erfolgreich bekämpfen, wenn man weiß, was da vor sich geht und warum. Also, Ursachenforschung.


Wir besuchen bereits eine Hundeschule wo wir mit Ablenkung durch Leckerlis und Clicker arbeiten. Des Weiteren wurde auch angeraten, Hunden demnächst mal aus den Weg zu gehen. Was sich als ziemlich schwierig erweist


Wie gesagt, Ursachenforschung. Sonst ist es wie gegen Windmühlen kämpfen. Nur mit Ablenkung wirst Du nichts erreichen. Du lenkst ihn für den Moment ab und dann? Wovon lenkst Du ihn ab und warum? Die Ursache wird doch nicht behoben.
Hunde aus dem Weg gehen? Was soll dass bringen? Was lernt der Hund dabei? Nichts! Der Hund bellt nicht, ist ja auch kein Auslöser da. Ist der Auslöser aber wieder da, bellt der Hund wie vorher.Erfolg? Keiner.


Jedenfalls funktioniert auch eine Ablenkung mit ultimativen "Super -Leckerlis" oder Spielzeug nicht. Ansprechen bzw eher Gehört Werden schon gar nicht. Wir haben auch einfaches Ignorieren versucht aber es ist kaum möglich mit ihm weiter zu gehen.

Was sagt die Hundeschule dazu? Für mich ist es logisch, dass Du keinen Erfolg hast.Es wird ja nicht am Problem gearbeitet, sondern ihm nur aus dem Weg gegangen.

Er zeigt generell keine aggressiven Verhaltensweisen gegen Hunde, wenn wir auf der Hundewiese sind, ist er recht interessiert und nach dem ersten aufgeregten Bellen auch recht ruhig. Er hätte auch noch nie zu einem Hund hingeschnappt. Wenn er mit Hunden nicht kann oder umgekehrt, beobachtet er den anderen zwar etwas aber hält Abstand und bellt auch nicht (Beobachtungen auf der Hundewiese).
Was vielleicht noch wichtig ist, er geht sonst immer an der Leine, frei lassen ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich weil er bei anderen Hunden, Eichhörnchen und sonstigen schnellen Tieren sofort hin rennen will und auch versucht.


Ich vermute mal, Dein Hund hat Frust aufgebaut, weil er früher (Welpenzeit) sofort an jeden Hund ran durfte. Ein " Nein" gab es nicht. Jeder Hund wurde stürmisch begrüßt und es wurde auch wild und sofort gespielt. Tabus gabs für ihn nicht, Regeln oder Erziehung auch nicht. Nun ist er an der Leine und darf wegen seinem Benehmen auch nicht an jeden Hund ran. Es könnte ja etwas passieren. Du bist vorsichtig, denn Du möchtest nicht, dass deinem Hund oder den anderen Hunden etwas passiert. Der Frust baut sich immer mehr auf und der Hund steigert sich immer mehr rein. Ist dann also nicht mehr ansprechbar.


Jetzt ist meine Frage ob ihr vielleicht irgendwelche Tipps für uns hättet? Ich freu mich (fast) immer aufs Spazieren gehen aber das Versteckspiel vor anderen Hunden ist auf Dauer recht mühsam, und das Durchdrehen seinerseits bei seinen Artgenossen ebenso.
Hoffe ihr könnt mir weiterhelfen und sage schon mal Danke für alle Antworten
Liebe Grüße Sonja

Als erstes würde ich die Hundeschule wechseln, denn ich habe hier das Gefühl, dass hier nur nach 0-8-15 gearbeitet wird. Gibt es kleine Problemchen, wissen sie nicht weiter und lassen erst mal alles so weiter laufen wie bisher. Könnte sich ja von alleine was bessern.

Ich würde mir erst mal einen Privattrainer(Verhaltenstherapeuten) leisten und im Einzeltraining mit ihm arbeiten. Da wirst Du erst mal die Grundausbildung ohne Ablenkung lernen. Also die täglichen Grundkomandos. Sitzen die, lehrnt der Hund diese Komandos unter Ablenkung. Damit hast Du den Hund erst mal unter Kontrolle und kannst darauf aufbauen. Nun würde ich die übliche Gruppenarbeit mit einbauen.
Bei der Begrüßung anderer Hunde und vor dem spielen würde ich grundsätzlich den Hund erst einmal ins "Sitz" oder "Platz" gehen lassen, um mehr Ruhe in die Begegnung kommen zu lassen. "Sitz" oder "Platz" würde ich mit "Lauf" auflösen. Erst dann ist spielen angesagt.Mit dem "Sitz" und "Platz" kannst Du natürlich auch sofort selbst anfangen. Zuerst in der Wohnung (ohne Ablenkung), dann auch draußen (mit Ablenkung). Bei jeder Hundebegegnung (auch vom weiten) erst einmal ins "Sitz" oder "Platz" gehen lassen. Ist er ruhig, kannst Du näher an andere Hunde ran gehen. Nur wenn er ruhig ist! Was lernt der Hund? Bin ich ruhig, darf ich auch zu anderen Hunden gehen. Hundespielgruppen (Vereine oder Hundeshulen) sind da eine gute Hilfe. Sie sollten aber unter Aufsicht eines Trainers stehen. Begegnungen und Spielen also nur aus dem ruhigen Zustand und ohne Leine ziehen zulassen!
Liebe Grüße von Melwin.
CairnLover
  • Halbstarker
Beiträge: 571
+ 3
Die Mehrheit der Hunde bellt andere Hunde an, wenn sie an der Leine sind. Ich hatte schon Hunde, die da keinen Mucks gemacht haben und Hunde, die bellen. Ängstliche Typen bellen eher- nach dem Motto- Gefahr fremder Hund. Souveräne Hunde interessiert das nicht weiter.
Ich sehe das nicht als größeres Problem. Hunde können ja nicht sprechen, sondern ihre Lautäußerung ist eben bellen.
Für uns ist es allenfalls lästig. Aber bei den vielen angeleinten Hunden in unserer Gegend, die sofort bellen, wenn ihnen ein anderer Hund begegnet, mach ich mir keinen großen Kopf, dass die Jungs auch meistens bellen.
melwin
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2061
+ 2
Ich würde mal sagen, dass es zumindest von den anderen Hundehaltern als stark läßtig empfunden wird und man auch bald von den anderen Hundebesitzern gemieden wird.Dass ist für die meisten HH aber nicht gerade angenehm. Ihr Hund möchte Kontakt, weiß sich aber nicht zu benehmen, also wird er von den anderen HH verständlicher Weise gemieden.Außerdem entstehen aus diesem Frust, der sich immer weiter aufbaut bald Aggressionen. Deshalb sollte man m.M.n. als HB frühzeitig dagegen angehen.
Liebe Grüße von Melwin.
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