Hilfe! Welpe hat Angst im Freien

Heartny
  • Forenwelpe
Beiträge: 4
Hallo liebe Dogspoter!

Langsam bin ich mit meinem "Latein" am Ende... Ich habe vor 2 Wochen eine 4 Monate alte Hündin aus dem Tierschutz adoptiert und sie zeigt sich von Anfang an vorallem anderen nicht vertrauten Menschen und auch Hunden gegenüber sehr ängstlich. Angeblich war sie zuvor überhaupt nicht ängstlich, was ich aber nicht wirklich glauben kann, so ausgeprägt ängstlich sie sich zeigt. Durch ihre Angst bewegt sie sich nur innerhalb weniger Meter von der Haustür entfernt und es fällt ihr schwer sich zu lösen. Sobald ein Mensch sich nähert bekommt sie Panik und rennt zum Hauseingang zurück und es gelingt mir meist nicht sie mit Leckerchen oder Spiel noch einmal rauszulocken. Oftmals müssen wir unverrichteter Dinge wieder in die Wohnung zurückkehren, was natürlich dazu führt, das sie ihr Geschäft in der Wohnung statt draußen verrichtet.

Mir wurde schon mehrmals gesagt, dass ich Geduld haben sollte... Aber nun sind schon 2 Wochen vergangen und ich habe kaum Fortschritte erreicht, obwohl ich sie ganz viel lobe, wenn sie draußen doch mal ihr Geschäft erledigt oder sich mal einen Meter weiter als sonst getraut und nur noch draußen mit ihr spiele. Ich kann nirgendwo mit ihr hingehen, Kontakte zu anderen Hunden sind so auch kaum möglich. Ich bin echt verzweifelt! Es ist der erste Hund in meinem Leben, der nicht gerne raus geht...

Hat jemand von euch vielleicht ähnliches erlebt und kann mir Tipps geben, wie ich meine Kleine für die Außenwelt begeistern kann?


Liebe Grüße
Diana
weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 378
+ 1
Hallo Diana, ich gebe den anderen HH recht, Du musst Geduld haben. 2 Wochen sind nichts! Denk bitte daran, egal wo Dein Hund vorher war und was er erlebt hat, er muss sich erst an sein neues Zuhause gewöhnen, ist schon ein Pluspunkt, wenn er sich in der Wohnung sicher fühlt! Alles andere ist für ihn furchterregend, neue Umgebung, fremde Menschen, fremde Hunde, die er noch nicht einschätzen kann.... Ich habe auch Hunde aus dem Ausland, jeder war anders als er kam, teilweise voller Angst, andere "Prima hier gefällt es mir, was machen wir jetzt?" , die eine, die sich nur an Hunden orientiert hat, Menschen waren ihr suspekt... Jede hatte auch ein anderes Schicksal vorher, weshalb ich so manches Benehmen verstehen gelernt habe.
Bei meinem Angsthund hat es 1 Jahr gedauert bis das Vertrauen vollständig da war. Die anderen musste ich bremsen.

Versuch mit Deiner Kleinen erstmal zu Zeiten rauszugehen, wo nicht viel draußen los ist, immer mit viel Geduld ruhig freundlich mit hoher Stimme für jeden Schritt loben...

Wahrscheinlich wirst Du nach einiger Zeit Dich wundern, wieso Du jetzt so aufgeregt warst.... Zwinge sie nicht auf andere Hunde zuzugehen, das kommt schnell genug, bleib einfach gelassen und ruhig, das vermittelt ihr, alles in Ordnung! Mit Hundeschule würde ich warten bis sie sich richtig eingelebt hat, das oberste Gebot ist, ihr Sicherheit zu geben und Dich als Bezugsperson zu akzeptieren!
Heartny
  • Forenwelpe
Beiträge: 4
Danke, weckener! Das gibt mir Mut und Hoffnung. Ich bin mit Hunden aufgewachsen und hatte zuvor auch schon einen Angsthund (der allerdings trotz panischer Angst vor anderen Hunden liebend gern raus ging), aber ihr Verhalten ist mir neu und ich habe Angst, dass sie in ihrem jungen Alter durch ihre Angst wichtiges verpasst und es deshalb später immer schwieriger wird. So wie du es beschreibst bin ich aber schon auf dem richtigen Weg. Uns liebt sie schon abgöttisch und weicht uns nicht mehr von der Seite und sonst ist sie auch richtig toll!
Chillyheart
  • Begleithund
Beiträge: 1378
+ 2
Hallo Diana, ich kann das nur bestätigen,
setz dich und deinen Hund nicht unter Zeitdruck.Geduld und Gelassenheit sind jetzt wichtig, nur dann vermittelst du! die Sicherheit die deine Kleine jetzt braucht.
Wenn du entspannt mit dieser Situation umgehst überträgt sich das auch auf deinen Hund, wenn du gestresst bist weil es noch nicht so klappt , spürt sie das auch.Landet das "Geschäft " drinnen dann versuch trotzdem noch einmal mit ihr raus zu gehen, hat bei meinen langfristig geholfen.Zwei Wochen sind wirklich zu kurz um das nötige Vertrauen aufzubauen, Rückschläge musst du in Kauf nehmen aber nicht aufzugeben lohnt sich mit Sicherheit
viel Glück dabei
Gruss Chillyheart
Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.( Louis Armstrong )
Zuletzt geändert am 21.04.2017 21:39 Uhr
Feuerwolf
  • Begleithund
Beiträge: 915
+ 2
Sehe es fast genauso wie Chillyheart und Weckener.

Du musst ruhig, souverän und ganz gelassen wirken für Dein Hundi.

Ich würde dann rausgehen, wenn draußen nicht so viel los ist oder mir Ecken suchen, die ruhig sind und wo nicht viel los ist.
Also Hundi ins Auto und dorthin gefahren.
Üb`immer weiter kleine Dinge wie Sitz,Platz etc. mit Belohnung, die Hundi am meisten mag. Sei es Leckerlies oder ein Ball oder Ansprache und Streicheln. Wenn ihr zusammen übt baut ihr so eine immer festere Bindung zueinander auf, damit verliehrt sie immer mehr ihr Angst in Deinem Beisein.
Versuche den Pieselgang nicht abzubrechen und ihr nachzugehben, d.h. unverrichteter Dinge wieder ins Haus gehen, wenn sie bestimmt wann.
Dies ist eine negative Verstärkung ihres Angstverhaltens, weil sie damit die Führung übernimmt und ja so bestätigt bekommt, dass sie die Situation richtig einschätzt und nicht Du.
Also....die allerbesten Leckerlies mitnehmen....evtl. Käse, Wienerle, Hühnchenfleisch etc......sofort nach dem Pieseln ab ins Hundchen damit... ...und so feste gelobt mit hoher Stimme, als wenn sie den Nobelpreis erhalten hätte.....so daß evtl. Menschen, die Dich sehen denken, Du hättest...ähm....einen an der Waffel

Und 2 Wochen sind wirklich noch keine lange Zeit für so eine große Ängstlichkeit.....wird wohl noch einige Zeit dauern

Viel Geduld, Konsequenz und Durchhaltevermögen

Feuerwolf und Renntier Fina
Heartny
  • Forenwelpe
Beiträge: 4
Danke euch allen! Und danke für den Tipp, den Pieselgang nicht abzubrechen, @Feuerwolf - das werde ich gleich mal versuchen umzusetzen
christianeadler
  • Moderator
Beiträge: 20211
+ 1
Hallo Diana,
ich habe ängstliche Hunde immer an einer langen Leine, bis sie gelernt haben, bei mir Schutz zu suchen, wenn sie sich erschrecken. Erstens verfestigt sich, wie Feuerwolf es schreibt, das Weglaufen, und zweitens kannst du bei echter Panik auch Pech haben, dass deine Kleine nicht nach Hause rennt, sondern verschwindet. Eine lange Leine benutze ich, damit beim Zurückzucken und Ausweichen kein Ruck in der Leine entsteht und den Schreck verstärkt, aber der Kontakt zum Hund bestehen bleibt. Dann kannst du betont ungerührt stehen bleiben oder vielleicht sogar weiter gehen und so signalisieren, dass du keine Angst hast. Einem ängstlichen Hund musst du die Sicherheit geben, die er selbst nicht hat. Am Aufbau des Selbstbewusstseins arbeitet ihr automatisch mit jeder Situation, die ihr erfolgreich durchsteht. Wenn deine Kleine auch nur im Ansatz die richtige Richtung einschlägt, kannst du mit Allem loben, was du hast, Stimme, Leckerchen, Streicheleinheiten. In der nächsten Stufe kannst du dann ganz zufällig Spielzeug oder Futter in Richtung der vermeintlichen Gefahr werfen.

Und zwei Wochen sind wirklich nichts. Da weisst du meistens noch nicht mal sicher, ob dein Hund wirklich überdurchschnittllich ängstlich ist oder z. B. aufgrund mangelnder Vorerfahrungen an Reizüberflutung leidet oder sich vielleicht durch schlechte Erfahrungen in einem Revier mit fremden Hunden unwohl fühlt. Das merkst du erst, wenn sich eure Beziehung festigt.
Tierhalter.... was für ein Wort? Aber leider trifft dies oft zu.... ein Mensch der das Tier davon ab-hält frei zu sein (Stefan Wittlin)
Heartny
  • Forenwelpe
Beiträge: 4
Danke, christianeadler
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