HILFE Janosch fällt Menschen und andere Hunde an

dixiwesti
  • Forenwelpe
Beiträge: 3
Was kann ich tun?
Janosch ist seitdem 26.8.2015 bei uns. Er ist ein Schäferhund aus einem ungarischen Tierheim,8 Jahre alt,67 cm groß und mittlerweile 40 kg schwer. Als wir ihn holten, war er ganz brav, man konnte überall hingehen, er liebte alles und jeden. Er war schwach und verhungert, konnte wegen Arthrose und Muskelschwund kaum gehen. Mittlerweile ist er kräftig, hat Muskeln aufgebaut und zu uns einfach nur lieb, ein richtiger Knuddelbär. Auch seine Asta(Schäferhündin 5 Jahre und sehr selbstbewußt) liebt er und ist ihr untertan. ABER:
wenn wir spazieren gehen und es kommt uns Mensch oder Tier entgegen ist er kaum zu halten, er bellt und springt in die Leine, sodass ich und auch mein Mann wirklich große Mühe haben, ihn zu halten.Vor einigen Tagen ist er ausgebüchst und hat eine Frau angesprungen, die mit ihrem Mann am Garten vorbeiging. Glücklicherweise hat es mein Mann sofort bemerkt, dass der durch das offene Gartentürchen entkommen ist und konnte schlimmeres verhüten.
Was können tun, Wer hat einen Rat?? Warum macht er das? Er ist uns gegenüber doch so ein Schaf.
Zuletzt geändert am 22.02.2016 11:03 Uhr
meerestaucher
  • Hundetrainer
Beiträge: 4196
wie ist er denn wenn er bellt und springt, schaut das eher aus als ob er dahin will weil er gerne da hinmöchte, oder sieht das eher aus als als ob er die angekläfften angehen möchte?

probiert doch mal: lecker hähnchen abkochen, sobald du siehst dass er gleich loslegen will (und da brauchst du gutes timing, weil wenn er loslegt ist es zu spät) drück ihm mal das hähnchen in die schnauze.
Was macht er dann?
achte auch darauf dass du einen adäquaten abstand zum bebellten einhälst, also: nicht zu nah dran, und nicht zu spät reagieren.

meiner hat am anfang auch alles angekläfft, weil er nichts kannte, und durch das füttern hat er erst mal eine etwas positivere grundeinstellung zum angekläfften entwickelt. bei den meisten dingen (kinderwagen, jogger etc) hat das bellen nach kurzer zeit von alleine aufgehört, bei einigen sachen (z.B. männer die sich runterbeugen) bellt er machmal noch, ist aber auf dem level dass man dann einfach ein abbruchsignal geben kann, so dass er aufhört. darauf folgt dann von mir immer belohnung und wenn möglich mal ein näheres kennenlernen des bebellten.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
Eleonore
  • Begleithund
Beiträge: 674
+ 3
Hallo dixiwesti,
mit einem Hund der derart nach vorn geht, würde ich keine Experimente wie schön füttern machen. Ich würde euch raten schnellstens einen kompetenten Trainer zu konsultieren der sich die Sache mal anschaut. Der euch auch sagen kann wie man so ein Verhalten in den Griff kriegt. Ein Schäferhund mit unbekannter Herkunft ist ein anderes Kaliber als ein Yorkie oder Chihuahua. In dem Alter haben sich verschiedene Verhaltensweisen eventuell schon so gefestigt, das ohne Hilfe eines Trainers nicht klarkommst.
VlG, Eleonore.
christianeadler
  • Moderator
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+ 1
Wenn ich die Überschrift lese, würde ich an eurer Stelle auch einen Trainer bestellen. Was meinst du mit anfallen? Hat er schon mal jemanden verletzt oder geht es vielleicht nur um Imponiergehabe? Die beschriebenen Situationen lassen Revier- und Schutzverhalten vermuten, was für einen Schäferhund sicher nicht untypisch wäre. Euer Job als Halter wäre es, das zu kontrollieren. Habt ihr schon Erfahrung auf dem Gebiet? Wie benimmt sich die Hündin und wie ihr, wenn er sich angriffslustig (oder vielleicht auch nur verteidigungsbereit) aufführt? Solche Fragen lassen sich nur durch Beobachtungen vor Ort klären.
Tierhalter.... was für ein Wort? Aber leider trifft dies oft zu.... ein Mensch der das Tier davon ab-hält frei zu sein (Stefan Wittlin)
meerestaucher
  • Hundetrainer
Beiträge: 4196
Original von Eleonore:

Ein Schäferhund mit unbekannter Herkunft ist ein anderes Kaliber als ein Yorkie oder Chihuahua. In dem Alter haben sich verschiedene Verhaltensweisen eventuell schon so gefestigt, das ohne Hilfe eines Trainers nicht klarkommst.
VlG, Eleonore.


Alidasy: Ein Schäferhund mit unbekannter Herkunft ist aber immer noch eines: Nämlich ein Hund. Genauso wie ein Yorkie oder Chihuahua. Wie der Hund die Leut anfällt kann am besten der Halter einschätzen, aber es kann genau so gut sein dass der Hudn einfach Angst hat.
Und ich bin immer erstaunt wie groß doch das Vertrauen der Leute in fremde Trainer und wie klein das Vertrauen in sich selbst zu sein scheint. Gerate da draussen an den falschen Trainer, und dein Hund ist versaut.
Ausserdem machst du mit einem Stück Hähnchen nix kaputt. Schlimmstenfalls reagiert der Hund nicht und fertig. Im positiven Fall, und im Fall dass der Hud Angst hat, kann sich durch drauf aufbauendes Training eine Verhaltensänderung erziehen.

Aber schönfüttern konntest du ja noch nie leiden, auch jetzt mit neuem Namen nicht.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
christianeadler
  • Moderator
Beiträge: 20213
+ 3
Original von meerestaucher:

>> Und ich bin immer erstaunt wie groß doch das Vertrauen der Leute in fremde Trainer und wie klein das Vertrauen in sich selbst zu sein scheint. Gerate da draussen an den falschen Trainer, und dein Hund ist versaut.



In meinem Beitrag kannst du das Wort Trainer gern ersetzen. Ich würde mir einen Aussenstehenden suchen, der vor Ort das Menschen- und Hundeverhalten beobachten und beurteilen kann. Aus der Überschrift klingt für mich Angst und die vernebelt unsere Wahrnehmung. Da muss jemand ran, der unbefangen ist. Der Hund bellt und geht nach vorn, was will er damit erreichen?


Ausserdem machst du mit einem Stück Hähnchen nix kaputt. Schlimmstenfalls reagiert der Hund nicht und fertig. Im positiven Fall, und im Fall dass der Hud Angst hat, kann sich durch drauf aufbauendes Training eine Verhaltensänderung erziehen.


Ganz so einfach ist es nicht. Durch das Füttern machst du die Situation aus Sicht des Hundes zu einem bedeutsamen Ereignis. Wenn der Hund also z. B. meint, er muss dich beschützen, bestärkst du ihn in seiner Annahme, dass eine vermeintliche Gefahr tatsächlich eine ist.
Tierhalter.... was für ein Wort? Aber leider trifft dies oft zu.... ein Mensch der das Tier davon ab-hält frei zu sein (Stefan Wittlin)
Suri, Max und Balou
  • Halbstarker
Beiträge: 249
Hallo,
ich hatte dieses Problem mit meinem Balou auch. Hab mir eine Hundetrainerin/Hundeverhaltenstherapeutin ( http://www.huthesa.de/ )gesucht, weil ich nicht einordnen konnte, ob es ein Angriff ist.
Balou war von Anfang an ein unsicherer Hund. Gassi gehen fand er als Welpe schon doof, er mochte und mag auch nicht wirklich Fremde. Irgendwann waren dann auch Jogger und Radfahrer seiin Ziel.
Die Trainerin sagte, dass es bei Balou viel drauf ankam, wie die Leute sich verhalten. Haben sie ihn direkt angesehen, evtl. auch direkt in die Augen, war das für ihn das Zeichen nach vorn zu gehen. So nach dem Motto, Angriff ist die beste Verteidgung.
Ich viel mit ihm gearbeitet, viele Leckerchen gebraucht und mich interessant gemacht (faxen gemacht usw) um ihn abzulenken, wie mir die Trainerin geraten hatte. Es hat lange gebraucht, aber wir haben es geschafft. Bis auf einige Ausnahmen, z.B. dunkel gekleidete Personen mit Hut, oder Basecap. sind ihm die Leute inzwischen egal. Aber auch das haben wir im Griff, da wir regelmäßig zum Training auf den Hupla gehen, um den Gehorsam zu festigen.
Zuletzt geändert am 23.02.2016 10:06 Uhr
Eleonore
  • Begleithund
Beiträge: 674
+ 1
Hallo zusammen,
der beschriebene Hund ist schon 8 Jahre alt, seit ca. 6 Monaten bei den neuen Haltern, kam abgemagert mit verschiedenen Gebrechen an und wurde erst mal auf GEPÄPPELT. Über das Vorleben des Tieres ist nicht viel bekannt. Dann ist auch noch eine 5-jährige Hündin da. Soviel ist aus dem ET her raus zu lesen. Die Gründe für sein Verhalten können vielfältig sein.

- Ressourcenverteidigung. Grundstück (Revier) seine Hündin (Geschlechtspartner) Sein Rudel ( er traut seinen Menschen keine Führungsqualitäten zu und regelt das selbst)

- Wesensschwäche (ihn anschauen bedeutet eine Kampfansage)

- Angst (bevor der andere was tut, zeige ich ihm was ich kann)

Janosch ist angekommen, hat sich eingelebt, weiß was im Rudel so abgeht, hat Muskulatur aufbauen können und gehört mit 8 Jahren noch lange nicht zum "alten Eisen" und das zeigt er auch. Ein Stück Hähnchenfleisch im falschen Moment bestärkt ihn in seinem Verhalten. Dieses Verhalten aus der Ferne nach einer Beschreibung zu analysieren und Ratschläge zum abstellen zu geben halte ich zumindest für fahrlässig. Ein Aussenstehender, ob Trainer oder erfahrener HH vor Ort sieht um was es geht.
VlG, Eleonore
melwin
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2061
+ 1
Ich weiß nicht, wieso in solchen Fällen immer wieder Ratschläge zur "Selbsttherapie" gegeben werden, anstatt auf einen guten Trainer zu verweisen. Dass halte ich für grob fahrlässig.
Liebe Grüße von Melwin.
Suri, Max und Balou
  • Halbstarker
Beiträge: 249
Genau das wollte ich mit meinem Beitrag sagen!
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Zuletzt geändert am 23.02.2016 12:18 Uhr
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