Heimtierhaltung fördern!

*Bea*
  • Admin
Beiträge: 524
Hallo liebe dogSpot-Mitglieder,

anlässlich der aktuellen Umfrage des ZZF möchten wir gerne eure Meinung erfahren. Wie sollten Bund und Kommunen die Heimtierhaltung fördern?

Habt ihr noch weitere Vorschläge? Wir freuen uns auf euer Feedback!


Euer dogSpot-Team und der ZZF
Lupine 3
  • Alpha Hund
Beiträge: 7284
Da gibt es verschiedene Ideen, die mir dazu einfallen. So ist der Ansatz zur Förderung von Tierhaltung in Seniorenheimen (am besten die tierische Begleitung, die Bewohner beim Einzug schon mitbringen dürfen) eine davon. Aber auch - speziell bei Hunden und Pferden - die endgültige Abschaffung der längst nicht mehr zeitgemäßen Hundesteuer (Pferdesteuer) sowie bundesweite Schaffung von Freilaufzonen für Hunde (wie sie beispielsweise aus dem Landeshundegesetz NRW unter § 2 Abs. 2 hervorgeht, aber nicht flächendeckend seit mehr als 10 Jahren umgesetzt wurde). Aufklärung über artgerechte Heimtierhaltung in Schulen ist sicherlich auch eine gute Idee, die leider bislang nur spärlich zu finden und nicht bundesweit zum schulischen Unterricht gehört.
Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Mitmenschen. (Ernst R. Hauschka) Beurteile Menschen nicht nach ihren Worten, sondern nach ihren Taten, denn viele reden vortrefflich, aber handeln schlecht. (Matthias Claudius)
christianeadler
  • Moderator
Beiträge: 20211
+ 1
Mir fällt da zuerst Einiges ein, um Heimtierhaltung zu verbessern, damit sich das Fördern auch lohnt. Da wäre die Abschaffung von Tiermärkten und Verkaufsbörsen, die zu unüberlegten Anschaffungen einladen, ein Verkaufsverbot für zu kleine Käfige und falsches Zubehör (z. B. Hamsterräder), Kontrolle über Heimtiere, die privat nur sehr bedingt zu halten sind (z. B. Schildkröten, Papageien oder Reptilien, deren Grösse oder Alter die Halter regelmässig überfordert), Überprüfung der Sachkunde bei den Verkäufern von Tieren (in den grossen Ketten sind es zumindest bei mir überwiegend 400- Euro- Jobber ohne Plan).

Dann sollte im Wohnungsbau nur gefördert werden, wo auch Tierhaltung erlaubt ist. Kleinere, jederzeit rückbaubare Sicherheitsmassnahmen wie Katzennetze am Balkon sollten jedem Mieter ohne Zustimmung des Vermieters gestattet werden.
Bei Hartz IV und ähnlichen Unterhaltsleistungen sollte zumindest Geld für den Haustierbestand zur Verfügung gestellt werden. Neuanschaffungen, obwohl gerade für Kinder und alte Menschen sehr wichtig, wären noch ein anderes Thema.
Den Tierhaltern sollten zinsgünstige Darlehen zur Verfügung gestellt werden, um notwendige, aber für den Halter momentan zu teure Tierarztbehandlungen zu bezahlen.
Artgerechte Tierhaltung in Kindergärten und Schulen fände ich einen guten Ansatz. Tiere verbessern bekanntlich das Betriebsklima, und die Kinder könnten hautnah lernen, ob sich die entsprechenden Tiere auch für zuhause eignen.
Tierhalter.... was für ein Wort? Aber leider trifft dies oft zu.... ein Mensch der das Tier davon ab-hält frei zu sein (Stefan Wittlin)
jagdfee
  • Halbstarker
Beiträge: 380
@christiane:Ach, 50% davon und die Welt wäre ein klein bisschen besser
dafür bräuchten wir:
Pflegeheimleiter(innen), die sich mehr für das seelische Wohl ihrer Heimbewohner interessieren als für Hygienevorschriften
Schulleiter(innen), die dem Druck von Eltern standhalten, dass allein der Anblick von Tieren bei ihrem Kind eine Tierhaarallergie auslösen könnte
Chefs, die kapieren, dass ein Tier das Betriebsklima fördern kann und nicht die Mitarbeiter vom Arbeiten ablenkt
Sachbearbeiter, die verstehen, dass auch Harz IV-Empfänger ein recht auf "artgerechtes Leben" haben
Unternehmer, die in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren
und
und
und
"Es gibt Tage, an denen mein Mittelfinger alle Fragen beantwortet."
Zuletzt geändert am 26.08.2013 20:10 Uhr
Shibaherz
Beiträge: 20678
Unter Förderung versteht man ja politisch zunächst mal finanzielle Leistungen. Da bin ich für die Abschaffung der Hundesteuer und dafür, daß Tierarztkosten als außergewöhnliche Belastungen bei der Steuererklärung geltend gemacht werden können. Außerdem sollte es unbedingt bei dem geltenden Mehrwertsteuersatz für Tierfutter bleiben und dieser nicht wie geplant um 100 % erhöht werden.

Im Wohnungsmietverhältnis sollte die Beweislast umgekehrt werden, d. h. einem Mieter mit Hundeführerschein sollte nur in begründeten konkreten Ausnahmefällen die Hundehaltung vom Vermieter verweigert werden können.

Mittelbar finde ich es sehr wichtig, daß derTierschutzgedanke Zugang zu dem Erziehungsspektrum von Kindertagesstätten und Grundschulen bekommt, auf keinen Fall bloß theoretisch. In Berlin u. a. Großstädten wird die Mehrheit der Besucher dieser Einrichtungen von Kindern aus Familien mit einem ganz bestimmten "Migrationshintergrund" gestellt - Türken und Araber gelten aber nun mal nicht gerade als hundefreundlich. Es ist nicht an der Tagesordnung, aber es ist mir schon passiert, daß Kinder und Jugendliche aus diesem Milieu versucht haben, bei zufälligen Begegnungen Mascha mit den Füßen (Schuhen) wegzustoßen. Vielleicht könnte ein Hausmeister Gehaltsvergünstigungen oder ein Nachbar eine Aufwandsentschädigung bekommen, wenn er sich bereit erklärt, den Kindern regelmäßig die Gesellschaft eines Hundes zu ermöglichen und ihnen Achtung vor dem Lebensrecht des anderen Lebewesens zu vermitteln.

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Dog01
  • Begleithund
Beiträge: 654
Ich denke auf jeden Fall soll kontrolliert werden wo ein Tier hin kommt und wie es ihm da geht.
Die Abgabegebühren an die Tierheime sollten erleichtert werden.
Es soll das Verursacherprinzip eingeführt werden,damit nicht irgendwelche Hunde in Hände gelangen wo sie wieder abgeschoben werden.Jeder der Hunde veräußert oder abgibt,soll zahlen wenn ein Hund ins Tierheim kommt.So würde sich manch einer mal vorher Gedanken machen,ob er seine Hündin decken lässt oder nicht.
Ich finde jetzt zu sagen ,das Geld in die Wohnungsbauförderung zu stecken ist Quatsch.Es sollte jedem Vermieter selber überlassen werden wer bei ihm Wohnt oder wie er sein Haus ausrichtet.Manche werden ihre Gründe haben.
Auch finde ich das Thema Harz vier ,wieder unpassend.Älteren Menschen die Tiere haben ,soll auf jeden Fall Förderungen und Hilfen zustehen.Aber das Jetzt jeder Harz vierer auch noch die Tierhaltung bezahlt bekommen soll finde ich nicht korrekt.Wenn ich weiß ich habe das Geld nicht schaff ich mir im Höchstfall einen Wellensittich an.Wenn einer unverschuldet da rein rutscht und schon Tiere hat,ein ganz anderes Thema.Wieviel Leute arbeiten und leben am Existenzminimum.Die Finanzieren sich alles selber und verzichten auf vieles.Auch diese Leute brauchen Hilfe.Es soll keiner ein Tier abgeben müssen ,weil man die OP nicht mehr bezahlen kann oder will.
Mit Geld kann man nicht alles machen,die Leute müssen zur Verantwortung erzogen werden.
ich würde auch den intensiven Tierschutz(der in den eigenen vier Wänden anfängt) in den Schulen und Kindergärten fördern,denn dort liegt die Zukunft.
christianeadler
  • Moderator
Beiträge: 20211
+ 1
@Dog01
Aus meiner Sicht wird man nicht viel dafür tun können, wie Vermieter an sich zur Heimtierhaltung eingestellt sind. Wenn aber Neubau, Umbau, Sanierung, Modernisierung mit öffentlichen Mitteln finanziert wird, gibt der Eigentümer mMn auch einen Teil seiner Rechte ab. Wo die Allgemeinheit zur Kasse gebeten wird, muss auch die Allgemeinheit profitieren. Da sollte ein Vermieter nicht Tierhalter draussen vor der Tür stehen lassen dürfen.

Auch bei der Hundesteuer sehe ich das ähnlich. Ich würde sie gern bezahlen, wenn sie zum Wohl von Tieren eingesetzt würde, statt zum Stopfen kommunaler Löcher: schöne und sichere Freilaufflächen für Hunde, Kastrationsaktionen für verwilderte Katzen, Sanierung und Unterhalt von Tierheimen......Und kein Hundehalter sollte seinen Hund abgeben müssen, weil er unverschämte Steuererhöhungen nicht mehr bezahlen kann (Abgabegrund für viele sogenannte gefährliche Hunde)

Und Jagdfees Beitrag hat mich auch noch auf etwas gebracht. Ich fände es sinnvoll, wenn der Bund eine medizinische Forschung zum Thema Heimtiere finanzieren würde. Zum Beispiel wird gegen Tierhaltung in Altenheimen oder auch Schulen immer die Hygiene angeführt. Viele Tiere aus Privathaushalten werden wegen Schwangerschaften als Krankheitsüberträger abgegeben oder von Ärzten als Auslöser für Allergien dargestellt. Aus vielen Fällen in meinem Bekanntenkreis weiss ich, dass es sich dabei um hundertprozentige Fehldiagnosen handelte.
Ein besonders krasses Beispiel: Die Eltern wurden vom Kinderarzt wüst beschimpft und sogar von der Familienfürsorge bedrängt, weil sie ihr asthmakrankes Kind gefährden, wenn sie ihren Hund nicht abschaffen. Der Hund blieb, das Mädchen ist heute Berufsreiterin, Hunde- und Katzenhalterin und hatte seit zwölf Jahren keinen Asthmaanfall mehr.
Andererseits gibt es auf den Menschen übertragbare Krankheiten und Parasiten, von denen die Tierhalter nichts wissen, also ein weites Feld für mal sinnvoll angelegte Forschungsgelder.
Tierhalter.... was für ein Wort? Aber leider trifft dies oft zu.... ein Mensch der das Tier davon ab-hält frei zu sein (Stefan Wittlin)
Dog01
  • Begleithund
Beiträge: 654
Nun ich denke das ist teilweise an der Sache vorbei geredet.Wenn ich zum Beispiel unser Haus modernisiert ,sprich Es Energiesparend umbaue,kann ich Fördergelder beantragen,das heißt nicht zwingend das ich Rechte abgebe.Im Gegenteil ich tue was für die Umwelt ,weil ich Energie spare.
Andererseits,ist es doch keinem zu verübeln ,wenn er keine Tiere im Haus erwünscht.ich habe schon einige Wohnungen sehen dürfen ,die dermaßen heruntergekommen sind ,das es hohe finanzielle Einbusen für den Eigentümer sind.
Man sollte nicht alles mit der rosaroten Brille sehen,gemäß dem Motto :Ich rette die Welt und wer nicht mitzieht ist böse.Man sollte wirklich mal hinter die Fasaten schauen.Was soll denn die Allgemeinheit noch alles finanzieren?
Ich liebe Tiere und meine Familie auch,aber wir haben uns auch entschlossen,keine Wohnung mehr zu vermieten.
Zu dem Thema Allergien.Bedenkt das der Körper sich alle Jahre ändert und ein Kind ,was hochgradig allergisch reagiert irgendwann mit dem Allergieauslöser leben kann.Viele Entwickeln im Alter Allergien und da sehe ich auch Handlungbedarf den Tier bzw. Halter zu helfen.Es ist keinem geholfen ,wenn ich sage man gibt das Tier nicht ab,denn die Gesundheit des Menschen geht immer noch vor.Wenn jemand über Jahre behandelt werden muß ,mit Arzneien und dergleichen vollgestopft wird,geht das auch zu Lasten der Allgemeinheit.
Also immer bitte zwei Seiten beschauen.
meerestaucher
  • Hundetrainer
Beiträge: 4196
Frage mal aber wieso soll bund und länder sich da überhaupt einmischen die tierhaltung zu fördern?
vielleicht sollte die frage eher heissen: was sollte getan werden umd die tierhaltung zu "verbessern".
hört sich für mich sonst so an als ob sonst daran gearbeitet werden soll dass jeder der schon hat noch mehr kauft und diejenigen noch keine haben sich auch eins zulegen.


finde aber einen genannten satz hier mit der eigenverantwortung sehr schön und sehr zutreffend. man muss halt auch immer schauen was machbar ist. ich hätte auch gerne ein pferd. kann mir aber auch keins leisten. geldtechnisch und zeittechnisch wohl noch mehr.
wäre ich harz4 empfänger, dann hätte ich nen minimini hund mit ner krankenversicherung. und keinen bernhardiner ohne krankenversicherung.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
christianeadler
  • Moderator
Beiträge: 20211
@Dog01
Ich denke, es ist schon klar, dass es mir um Fördermittel für vermieteten Wohnraum geht. Wenn ein Vermieter mit Steuergeldern unterstützt wird, sollte die Wohnung auch der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Jegliche Einschränkungen wie nur an Alleinstehende, nicht an Arbeitslose, ohne Kinder, ohne Tiere empfinde ich als Frechheit, WENN ich Geld vom Steuerzahler erhalten habe.
Im Übrigen habe ich selbst schon an Hunde, Katzen, Frettchen, Kaninchen und Schildkröten, bzw. an deren Besitzer vermietet und nie Probleme gehabt. Eine Haftpflichtversicherung ist Voraussetzung und keine Belästigung ausserhalb der eigenen vier Wände auch. Wenn mir jetzt jemand mit Gift- oder Würgeschlangen, Taranteln und ähnlichen Tierchen käme, würde ich das vielleicht noch überlegen.

@Meerestaucher
Die Politik hat sich dieses Themas im Wahljahr angenommen. Ich setze hier mal einen Link zu den unterschiedlichen Stellungnahmen der Parteien und des ZZF rein.

http://www.zzf.de/index.php?id=8

Ob die Wahlversprechen eine Verbesserung, eine Förderung oder vielleicht sogar eine Verschlechterung bedeuten, muss jeder für sich entscheiden. Da sind sich Zoohändler und Tierschützer nicht unbedingt einig.
Tierhalter.... was für ein Wort? Aber leider trifft dies oft zu.... ein Mensch der das Tier davon ab-hält frei zu sein (Stefan Wittlin)
Zuletzt geändert am 27.08.2013 21:46 Uhr
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