Gruppenhaltung Hund

threedogs2009
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Ich möchte heute einen Beitrag über die Gruppenhaltung von Hunden schreiben.

Ich selber halte eine Gruppe von Hunden, welche aus drei Individuen besteht.
Es handelt sich hierbei um körperlich stark voneinander abweichenden Hunden.
Ein Neufundländer, ein Tibet Terrier und auch ein Yorkshire Terrier zählen zu meiner sozialen, gemischten Gruppe.
Diese Tiere sind alle samt im Welpen-Alter gekauft worden, wobei nur der Yorkshire Terrier nicht im Besitz von einer Ahnentafel ist.
Zwischen den Hunden besteht kaum ein Altersunterschied, jedoch ist dieses „kaum“ soweit ausreichend, dass man bereits von einen Unterschied sprechen kann. Bei uns Menschen wäre dieser geringe Altersunterschied nicht erwähnenswert.
Bei Hunden jedoch zählen schon einige Monate, welche gravierende Auswirkungen hinsichtlich des Spielverhaltens haben können.
Betrachtet man einen 1 ½ Jährigen Rüden und vergleicht sein Spielverhalten mit einen 2 Jährigen, dann ist jedem bewusst, was mit meiner Aussage gemeint ist.
Natürlich haben Hunde einen unterschiedlich stark ausgeprägten Spielsinn. Grundsätzlich kann meine Aussage jedoch bestätigt werden, gerade wenn man die Geschlechtsreife (bei vielen Hunderassen mit 2 Jahren) aus körperlicher Sicht und aus geistiger Sicht des Hundes betrachtet.
Experten der Kynologie (u.a. Verhaltenserforschung Wesen Hund) haben bereits zahlreiche Fachbücher veröffentlicht, wo immer wieder der Hinweis gegeben wird, dass bei einer Mehr-Hunde-Haltung die Tiere unterschiedlichen Alters, unterschiedlichen Geschlechts und jeweils angepasst an die Charaktere der im Haushalt vorhandenen Hunde, sein sollten.
Warum dieser Expertenrat?
Für jeden Menschen steht hierbei die Lösung bereits vor Augen.
Junge Hunde lernen von alten Hunden.
Rangkämpfe innerhalb der gemischten Hundegruppe sind recht selten erkennbar, bis gar nicht ausgeprägt.
Der ältere Hund stellt jeweils das ruhige und souveräne Oberhaupt der Caniden (Hundeartige) dar.
Voraussetzung ist die gute Prägungs- und Sozialisierungsphase, welcher der ältere Vierbeiner erhalten hat.
Das Geschlecht wird auch als endscheidend angesehen und lässt Rückschlüsse bei Gleicherem auf zu entstehende Rivalität (Konkurrenten in jeglicher Hinsicht)
zu.

Spielt das Geschlecht bei einer Mehr-Hunde-Haltung tatsächlich eine so endscheidende Rolle und trägt bei Unterschiedlichkeit zur besseren Harmonie in der Gruppe bei?

Grundsätzlich ja. Ein Pärchen sollte gerade bei Unerfahrenheit über das Wesen Hund immer vorgezogen werden.
Ich bin im Allgemeinen auch ein Befürworter der Pärchen-Haltung von Hunden.
Was aber wenn die Hundegruppe aus mehreren Hunden besteht. Aus drei, vier oder noch einige Caniden mehr.
Für jeden Rüden eine Hündin dazu holen?
Für jede Hündin einen Rüden dazu holen?

Nein, natürlich darf so niemals gedacht werden. Bei einer zu großen Hundegruppe kann durchaus der Überblick verloren gehen und der Hundehalter schnell überfordert sein. Zum Wohle der Vierbeiner muss sich jeder die Frage stellen, was kann ich dieser Hundegruppe bieten und wie weit reicht die eigene Hundeerfahrung aus, um Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung erst gar nicht zu setzen.

Vielfach wird in der Presse über Animal Hoarding berichtet, was uns alle sehr entsetzt.
Bedenken wir aber auch, dass nicht jeder dieser Hundehalter ein Tierquäler ist. Irgendwann war der Punkt erreicht, wo diese Menschen den Überblick verloren haben und sich ihre eigene Realität malen. Oftmals sind dann keine Menschen dar, die ihre Hilfe anbieten und den oftmals bezeichneten „Tierquälern“ die Augen öffnen.
Auch ich kann dieses Horten von Tieren nicht für gut heißen, aber uns allen sind nun mal detaillierte Hintergründe nicht bekannt. Verurteilen wir diese Menschen nicht gleich, bieten wir diesen Menschen unsere Hilfe an und/oder melden wir es der zuständigen Ordnungsbehörde.

Was ist nun aber bei einer Mehr-Hunde-Haltung zu beachten?
Um es auf dem Punkt zu bringen spielt der Hundehalter die entscheidende Rolle hierbei!
Ein gutes fundiertes Wissen über Hundeverhalten, über das Wesen Hund, lässt die Gefahr minimieren, dass der Überblick bei einer großen Hundegruppe verloren geht.
Ich bin ein Befürworter eines „Allgemeinen Hundeführerscheins“ im gesamten europäischen Raum. Sicherlich auch ein Thema was diskussionswürdig ist.

Was für Eigenschaften sollte ein Hundehalter „inne-haben“, welcher sich mehr als zwei Hunde hält
threedogs2009
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Der Hundegruppe auch körperlich gewachsen sein!

Mit der Überschrift meines Beitrages ist natürlich nicht gemeint, dass ein Hundehalter regelrechte "Ringkämpfe" mit seinen Vierbeiner durchführen sollte.
Nein natürlich nicht. Es gibt immer wieder Hundehalter, welche ihr Herz an großen Hunderassen verloren haben.
Es reicht nicht aus, dass eine Riesenrasse beheimatet wird, es folgen in vielen Fällen noch weitere "Groß-Hunde".
Leider bedenken Menschen jedoch auch nicht die körperliche Mehrarbeit. Ich habe häufig schon gesehen, dass selbst erwachsende Männer mit nur einen Groß-Hund nicht klar kommen. Der Hund zieht und zerrt und das andere Ende der Leine wird wie ein geringes Hindernis hinterher gezogen. Kommt jetzt noch ein weiterer Hund dazu, dann ist der Ofen völlig aus.

Was läuft also in solchen Sachverhalten falsch?

Klar ist jedem Hundebesitzer, dass in derartigen Sachverhalten die Leinenführung des Hundes nicht oder nur gering trainiert wurde.
Ganz klar, dass es zu riesigen Problemen kommen kann, wenn noch nicht einmal der Erst-Hund leinenführig ist und dann ein zweiter, dritter Hund hinzu kommt.
Grundkommandos müssen einfach sitzen. Nicht nur führ ein sicheres Spazieren-gehen als sozial - gemischte Gruppe, auch ist es dienlich für das Beobachtungslernen jüngerer Vierbeiner.
Junge Caniden schauen sich viele Verhaltensweisen von ihren älteren Gruppenmitgliedern ab. Werden Grundkommandos an ein älteres Tier abgegeben, dann wird auch der jüngere Hundeartige aufmerksam. Dieser versteht hier ebenfalls den kurzen Wortlaut und beobachtet die Ausführung seines älteren Artgenossen ganz genau.

In einem Wolfsrudel, also einer Wolfsfamilie, beobachten die Jüngsten (Welpen) ihre Eltern und auch ihre älteren Geschwister (in der Regel die Jährlinge).
Die Welpen lernen durch Beobachtung. Sie schauen sich das erfolgreiche Anpirschen der Älteren an die Beute an und ab.

Natürlich werden den jüngsten Caniden immer mal wieder ihre Grenzen gezeigt, wenn diese in ihrem Spieltrieb übertreiben.
Genauso funktioniert auch eine Hundegruppe.
Eines muss aber auch zu einer Hundegruppe gesagt werden. Die Hundegruppe darf und muss zusammen spielen. Es dient der sozialen Bindung und dient auch gleichzeitig der körperlichen und geistigen Fitness. Aber auch ein Spiel kann kippen. Dann müssen wir als Hundebesitzer dieser Hundegemeinschaft handeln. Droht ein Spiel unter den Hunden zu kippen und ist der Ansatz da, dass es zu einer ernsthaften Konfrontation kommen kann, dann erfolgt von dem Hundehalter ein eindeutiger Spielabbruch.
Vergleichbar etwa mit tobenden Kindern, welche langsam aber sicher ungehaltener Spielen. Auch hier müssen Eltern, Erzieher, sofort handeln.
Ein Unter- Sich- Ausmachen ist nicht immer der richtige Weg und sollte grundsätzlich vermieden werden.

Fazit:
Beschäftigt sich der Hundehalter intensiv mit dem Wesen seiner Hunde, werden Regeln und Grundgehorsam umgesetzt, dann steht einer Mehr-Hunde-Haltung nichts im Wege.

Ich selber halte wie anfangs erwähnt drei un-kastrierte Rüden, welche alle uneingeschränkt miteinander harmonieren.
Laursen
  • Rudelbeschützer
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@threedogs2009

hej,

ich finde Dein Thema "Gruppenhaltung Hund" schon so sehr interessant aber Du schreibst wirklich gut und fundiert.
Deshalb möchte ich vorschlagen, dass Du Deine Beiträge später zu einem oder mehreren Blogs machst.
Das geht ganz einfach mit copy an paste.
Blogs haben den Vorteil, das sie einfacher zu finden sind, dass es mehr Sinn macht, mit einem Link auf sie zu verweisen.
Man hat bei einem Blog dann trotzdem noch die Möglichkeit über Kommentare noch etwas hinzu zu fügen oder zu bemerken, da gibt es aber für den Verfasser den Vorteil, dass er auch noch als Moderator seines Blogs auftritt und Kommentare löschen kann.
Man sollte übrigens aufpassen, dass man bei einem Blog nicht Copyright verletzt, eben weil sie leichter auffindbar sind.
Bei Themen hat man dieses Problem weniger, da die persönliche Nutzung auch bei Copyright erlaubt ist, Beiträge zu Themen sind deshalb in einer Grauzone, zugegebener Massen in einer sehr dunklen Grauzone aber trotzdem.
Ich finde Themen sind ideal, um etwas besprechen zu können und es macht durchaus Sinn, dass man einen Blog zuerst bespricht, bevor man ihn veröffentlicht, deshalb, ich möchte meinen Beitrag nicht so verstehen, dass Du das Thema stoppen sollst.

Liebe Grüsse aus Dänemark
sweetsummer
  • Forenwelpe
Beiträge: 9
Ich halte der Zeit eine Riesenhundegruppe von 12 Tieren, alle samt aus dem Tierschutz. Es sind 8 Rüden und 4 Hündinnen, alle sind kastriert. Hier klappt alles Prima, sogar beim Fressen passiert nichts. Bei uns sind die Hündinnen die Chefinnen und alle paar Wochen bekommt mal einer kurz einen auf den Deckel. aber nur eine kurze Zurechtweisung und dann ist auch wieder gut, bei uns läuft das seit Jahren gut.

Ich muss aber dazu sagen, das die Hunde auf einem Areal von 9.000 qm und einem Haus von 250 qm sich gut aus dem weg gehen können.
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