Fußarbeit

JANNY W
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Hallo liebe Hundesportler,
ich habe mal eine Frage zur Fußarbeit in der Bh und später im Obi.

Ich bin 15 Jahre alt und trainiere mit meinem Danny für die BH-Prüfung im Mai. Eigentlich klappt die Fußarbeit schon gut, 3o Schritte funktionieren schon flüssig, Danny halt Blickkontakt und läuft zügig neben mir. Da 30 Schritte (ohne Winkel+Wendungen) für die Bh nicht reichen versuche ich seit einigen Wochen die Schrittzahl langsam zu erhöhen. Leider beginnt Danny dann weg zugucken und wird meist langsamer. Wenn ich stehen bleibe und wieder neu angehe läuft Danny meist wieder normal. Nur kann ich ja nicht ständig stehen bleiben...

Habt ihr einen Tipp wie ich die Strecke bis auf ca. 50 Schritte verlängern kann ohne das Danny den Blickkontakt unterbricht und langsamer wird?

Edit: Ich habe von Anfang an keine Handhilfe (Hand an der Schulter) gegeben...

Lg Janny und Danny
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Gast
Hallo Janny,
du hast einen intelligenten Hund, der zählt deine Schritte mit. Wenn du bis jetzt immer nur 30 Schritt gemacht hast, ist er der Meinung das reicht jetzt. Hunde sind auch nur Gewohnheitstiere. Man sagt nicht umsonst das ein gut abgeführter Hund das Schema der UO auch allein laufen könnte. Ich würde an deiner Stelle das Schema lassen und kreuz und quer über den Platz gehen, dabei immer drauf achten, das er freudig bei Fuß bleibt. Wenn er den Blickkontakt unterbricht fordere diesen wieder ein, wenn er langsamer wird, das Fuß fordern. Wenn ich deinen Post richtig interpretiere, richtest du dich nach dem Hund, aber er richtet sich nicht nach dir wie es eigentlich sein sollte. Früher hatten die Hunde auch eine Leine dran um korrigierend eingreifen zu Können.
Was verstehst du unter Handhilfe? Läuft der HF in gebückter Haltung neben seinem Hund her und hält seine Hand auf die Schulter? Muss gut aussehen, kann man auch gleich auf allen Vieren neben dem Hund herlaufen. Entschuldige den Sarkasmus, aber ich führe noch nach aller Väter Sitte.
LG, Alidasy mit Banditen
Lincan
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1. DAS hätte dir dein Trainer/deine Trainerin vermitteln müssen!

2. Gehe zügig, kurze schnelle Schritte, baue Winkel ein, immer nach dem Zufallsprinzip; verändere deine Geschwindigkeit Fuß normal, schnelles Fuss, langsames Fuuuuß......

3. Handhaltung, als ob du da en Leckerli drin hättest (linke Hand, Leine ist jetzt noch in der rechten Hand).

4. Erst, wenn es an der Liene gut klappt, machst du die Freifolge.

5. Wenn du stehen bleibst, muss der Hund sich setzen (so kenne ich das). da ist die Hilfe: gerader, gestreckter Körper (Brust raus, Bauch rein).

6. Schritte nicht zählen bzw. Anzahl variabel gestalten.

MEINE Hündin lief die Freifolge ohne mich, weil ich sie vergessen hatte - in der Prüfung! Der Prüfer lag fast vor Lachen auf dem Boden, hat dann aber gesagt, dass er die Hündin nicht wegen meiner Dusseligkeit durchrasseln ließe (im SV - und der Prüfer galt eigentlich als scharf....) Dann durfte ich noch mal - das nur, weil Hunde sich Abläufe gut merken können.

Ein anderer Prüfungsablauf (diesmal war ich Prüfungsleiter) > Hund setzte sich am dritten Strauch immer brav hin, weil da die Schritte zu Ende waren.... Der Prüfer hat das natürlich gemerkt und hat den Prüfling anders laufen lassen, der dann auf das Wort "Kommando", das der Prüfer gab, seinen Hund ins Sitz bringen musste (seinerzeit Sitz aus der Bewegung).

Dein Danny scheint irritiert zu sein, weil er jetzt anders laufen muss. In seinem Kopf passt das irgendwie nicht. Hilf ihm bitte, indem du dich frei vom Schema machst, es erst später zusammensetzt. Er soll ja auf DICH hören, nicht mitdenken (obwohl ich das toll bei Hunden finde....). In der BH/UO-Prüfung will man Kadavergehorsam sehen, was aber nur geht, wenn du deinen Hund überraschst (plötzliche Winkel, schnelle kurze Schritte für die Aufmerksamkeit, variierende Schrittzahl, variierendes Tempo. BELOHNT wird erst nach Erreichen eines Abschnitts (den du dir selbst als Ziel setzt, aber bitte jetzt noch nicht mit dem Laufschema zu tun hat).
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
Lincan
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P.S.

Hihi Alidasy, lies mal meinen Beitrag - da ist es passiert mit dem Alleinlaufen der BH (in der Freifolge).

Selbstverständlich kann man in der Prüfung auch tricksen. So ist ein leises ssss, wenn der Prüfer nicht in der Nähe ist, ein guter HInweis, wieder hochzugucken.

Mir hat mal ein Prüfer gesagt, ich solle keinen breakdance machen, weil ich etwas übertrieben die Arme bewegte beim Gehen (macht man ja normalerweise, aber meine Technik war dann doch zu auffällig ).

Naja, für diese Hündin war die Hundeplatzarbeit selbstbelohnend, so dass ich auch stocksteif hätte gehen können - die brauchte meine (versteckten) Hilfen gar nicht; hab's dann auch gar nicht mehr gemacht.
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
JANNY W
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@alidasy: Handhilfe ist eigentlich mehr so gedacht, dass die linke Hand kurz unter der Schulter liegt, damit hundi eine hilfe zum hochgucken hat...
@Lincan: Ich bin seit zwei Wochenenden im Verein, einmal war meine Trainerin krank und die co-trainerin hatte schlechte Laune
beim anderen Mal haben wir nur verkehrstraining gemacht

Die Anzahl der Schritte lege ich nicht richtig fest, ich habe Markierungen die mir ungefähr sagen können wie weit ich gegangen bin
Winkel und Kehrtwenden habe ich auch schon oft eingebaut mit ihnen klappt es dann auch-ohne Schema klappt alles

nur grades gehen wird dann schnell langweilig, meistens gehe ich mit ihm los, guckt er schön gibt's das leckerchen. Ich halte an, er setzt sich kurz durch atmen weiter...ich teile mir die strecken unregelmäßig ein aber wenn man einmal ganz durch geht wird's unsauber

Lg Janny mit Danny
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Gast
Hallo Janny,
um meinen Hund am Fuß zu halten gibt es diverse Möglichkeiten:

Ich habe mich kurz vor der Prüfung in die Finger geschnitten, und um zwei oder drei Finger ein Pflaster geklebt. Da ich Rechtshänder bin hat es die Finger der linken Hand erwischt. Nur ist unter dem Pflaster keine Wunde sondern Leberwurst. Die Nase deines Hundes klebt an deiner Hand.

Oder du steckst in die linke Hosentasche ein gut und stark riechendes Leckerchen, Käse oder Rinderherz, Was er aber erst nach Abschluss einer kompletten Übung bekommt. Es wird nicht bei jedem Absitzen eine Belohnung gegeben. Auch das Absitzen sollte nicht immer von gleicher Dauer sein, mal kürzer, mal länger.

Es ist auch möglich die lange Geradeausstrecke zum EIN/AUSgang des Übungsplatzes zu legen. Also komplett anders als gewöhnlich. Vermeide zum Üben jede Routine, dein Hund soll dir folgen, nicht du dem Hund. FÜHRE deinen Hund. Um das zu erreichen, kannst du ihm einen Bittbrief schreiben oder ihm klar machen wer das Sagen hat.
LG, Alidasy mit Banditen
Zuletzt geändert am 09.03.2015 22:55 Uhr
Lincan
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Janny,

da du schon mal was von Vereinstraining geschrieben hattest, was auch noch länger zurückliegt, dachte ich, dass du da schon mehr Training hattest.

Noch'n Tipp: damit du Fehlverknüpfungen vermeidest, solltest du nicht einfach nur für das Hochgucken in dem Moment immer Lecker geben sondern MAL (variable Belohnung), um a) die Motivation hoch zu halten und b) eine Fehlverknüpfung bzw. Aufbau einer ungewollten Verhaltenskette zu vermeiden.

Hattest du nicht auch noch eine Trainerin außerhalb des Vereins? Kann sie dir nicht auch noch wertvolle Tipps geben oder mit dir ach außerhalb des Hundeplatzes trainieren?

Und trainiere nun das Ende des Schemas mehr bzw. immer das, was deinem Hund am schwersten fällt, also nicht anfangen und die Reihenfolge wieder abspulen (z.B. nach Kehrtwendung Fuß, Fusss, Fuuuß sondern Kehrtwendung, Linkswinkel, Rechtswinkel, Platz aus der Bewegung - auch mit Leine - Herankommen mit Vorsitz, wieder angehen usw. also durcheinander.

Versuch macht kluch
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
JANNY W
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@Lincan: Meine Trainerin ist nur Huschulerin keine Hundesportlerin xD

habt ihr nebenbei eine übungsanleitung zum Vorsitz? Ich trainiere eigentlich das herankommen mit der GS, weil Vorsitz zu krüppelig aussieht...
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Lincan
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Original von JANNY W:

@Lincan: Meine Trainerin ist nur Huschulerin keine Hundesportlerin xD



Ups, das gehört zum Grundwissen eines Trainers..... Ich bin auch kein Hundesportler, habe dennoch auch Fobis z.B. in Obedience.... Auch wenn man selbst keine BH gelaufen ist (ich bin mehrere gelaufen, auch mit Erweiterungen), so sollte man sich wenigstens theoretisch damit auskennen (auch, um begründet eine BH abzulehnen....) und als Zuschauer dabeigewesen sein.

Nun, ich habe da wahrscheinlich andere Ansprüche, aber es gehört zum lerntheoretischen Teil, auch was wahre Hundepsychologie betrifft.

Beispiel:

Hund liegt im Platz und soll herankommen in das enge Vor-Sitz. Manche Hunde kommen nur zögerlich oder im Bogen oder sogar mit Schnüffeln. Das hat i.d.R. nichts mit Ungehorsam zu tun sondern schlicht mit Höflichkeit. Hier muss man also schon mal genau hinschauen, aus welcher Motivation das ein Hund macht, wobei auch das Kriterium Beziehung Hund>Halter eine Rolle spielt (zuviel Druck > Hund beschwichtigt über Schnüffeln ODER Hund-Halter-Verhältnis zeichnet sich dadurch aus, dass der Hund seinen Halter nicht wirklich ernst nimmt/ernst nehmen kann, so dass er die Stinkekralle zeigt oder er einfach nur sein Ding durchzieht).

DAS ist auch im ALLTAG wichtig! Enges Vor-Sitz ist nichts anderes als Blocken, also das Gegenteil dessen, was wir sonst von unserem Hund wünschen. Diesen Widerspruch muss ein Hund erst einmal aufdröseln können. Wenn man einen "weichen" Hund hat, wird er im Zweifelsfall höflichen Abstand halten.

Wenn man mit Leckerchen belohnt, kann es sein, dass der Hund etwas schräg vorsitzt. Man kann dann ein Bein ausstrecken (dort, wo sonst der Po des Hundes hinschwenkt und daher das Vor-Sitz unsauber wird), damit der und eine "Einflugschneise" angezeigt bekommt. Dazu kann man die Hände dich vorne am eigenen Körper nach oben Richtung Brust ziehen, so als wenn der Hund an einer Schnur herangezogen wird (Oberkörper etwas nach hinten). Und wenn man sehr geschickt ist, dann gibt man das Lecker nicht mit der Hand sondern spuckt es von oben nach unten zum Hund, damit der Hund "mittig" bleibt.
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Lincan
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P.S.:

Auch das Vor-Sitz sollte getrennt geübt werden, also nicht Vor-Sitz und dann GS, da Hunde dann gerne die GS vorweg nehmen, also weiterhin und sogar noch schlimmer ein unsauberes Vor-Sitz zeigen. Also dann lieber Vor-Sitz OHNE Grundstellung üben, bis es gut klappt.

Zusammensetzen = komplette Verhaltensketten aufbauen kann man die Übungen später.

Auch das ist eine alte Ausbilderweisheit, die sich komplett mit dem modernen Training deckt. Lernpsychologisch wussten schon damals auch die alten Ausbilder viel, auch wenn sie es nicht in wissenschaftliche Worte kleiden konnten. Leider haben sie auch oft falsche Schlüsse gezogen wie z.B. dass das unsaubere Herankommen immer Ungehorsam ist.
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
Zuletzt geändert am 10.03.2015 07:20 Uhr
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