erwartungen an welpen

Gast
+ 12
ich finde es immer erstaunlich, was teilweise von einem welpen schon erwartet wird.

- sie sollen innerhalb kürzester zeit absolut stubenrein sein
- sie sollen bereits eine beißhemmung haben
- sie sollen hören, wenn gerufen wird
- sie sollen wissen, womit sie spielen dürfen und womit nicht; sollen also gleich verstehen, was kaputt gemacht werden darf und was nicht...

viele erwartungen KANN ein welpe garnicht erfüllen. wo ist die gelassenheit, der humor?

was denkt ihr? was für erwartungen habt/hattet ihr bei euren welpen?

nelly habe ich - obwohl sie immer ohne leine war - so gut wie nie gerufen. ich habe einfach den folgetrieb ausgenutzt. bis heute hatten wir nie probleme.
sie durfte spielerisch beißen. durfte ausprobieren, wie fest sie zubeißen kann, bis ich "autsch" gequietscht habe. geschadet hat das nicht. wir hatten jede menge spaß und sie hat gelernt, wie weit sie gehen kann.

was denkt ihr, kann man das mit jedem hund so machen oder gibt es ausnahmen?
Gast
+ 4
Ich denke auch, dass vielen Welpen der Spass am Leben genommen wird.
Wir haben Zorro damals auch sehr viel Freiheit gelassen. Einfach ihm Wärme und Geborgenheit gegeben.
Viel gespielt haben wir mit ihm, spielerisch das erwünschte Verhalten gefördert.
Ich bedauer so manche Welpen die wie so manche Kinder nur lernen müssen, nie so richtig Kind sein dürfen.
Wenn man ein intaktes Rudel beobachtet, haben die Welpen sehr viel Narrenfreiheit und werden nur verwarnt wenn es wirklich Ernst wird.
hippoly
  • Halbstarker
Beiträge: 289
+ 3
Theoretisch stimme ich Dir zu, hab doch selbst grad zwei Welpen und das ist eine völlig andere Welt als die erwachsenen (oder halberwachsenen) Pflegehunde vorher.

Allerdings seh ich das mit der Beißhemmung anders - ich hab eben einen 2.5jährigen Sohn, dem man nicht an den Fingern knabbert.

Cookie versuchte heute morgen meine Wade zu kneifen - ging nicht, die passt nicht ins kleine Hundemaul

Die Namen bringe ich den beiden spielerisch bei - beim kraulen sag ich die immer wieder.

Stubenreinheit - heyy, die sind jetzt bald 19 Stunden da und ich hatte jetzt 2 wirkliche Pfützen, aber jede Menge kleiner Spritzer, weil ich nicht schnell genug war oder die beiden erschraken, wenn ich sie hochheben wollte.

Das gehört dazu - selbst mein 4jähriger Rüde macht dann und wann mal ein paar Tropfen unter sich, kommt halt vor

Den Folgetrieb nutze ich auch - aber ich nutze auch meine Schnalzlaute und lock die Kleinen so ran, wenn sie eh schon in meine Richtung unterwegs sind. Aber - ich habe auch keine von einem guten Züchter geprägten Hunde, sondern zwei, die auf der Straße geboren wurden und dann seit sie 4 Wochen alt waren im Tierheim saßen mit wenig Menschenkontakt. Da muss ich anders arbeiten und es macht Spaß zuzusehen, wie es weitergeht.

Die Wohnung ist soweit welpensicher - das, was es nicht ist, da bin ich eh immer mit dabei. Mein Sohn macht mehr Unsinn, wenn ich ihm den Rücken zudrehe als die beiden Welpen.

Noch

Aber ich freu mich so ein bisschen drauf - auch wenn ich mich auch freue, wenn sie gut vermittelt sind.
Gruß von Danny mit den kleinen und großen Monstern
Jumper
  • Forenwelpe
Beiträge: 63
+ 4
In wenigen Wochen werden uns unsere Welpen wieder verlassen. Die neuen Besitzer haben ganz unterschiedliche Erwartungen an den Familienzuwachs. Stubenrein wäre sehr schön, aber mit ca. 9 Wochen völlig utopisch Unsere Welpen hören schon ganz gut auf zurufen, weil wir ihre natürliche Neugier und den Folgetrieb fördern. Spielsachen sind Spielsachen....keine Schuhe oder Socken!!! Wir lassen uns nicht "spielerisch" in die Hände beißen! Das tut uns weh und darum spielen WIR nicht mehr mit, so lernen die Kleinen, dass Hände nur abgeleckt werden und dann folgen Streicheleinheiten.
Ich sage den neuen Familien immer, dass sie einen Kuchenteig von mir bekommen, in dem viele gute Zutaten sind..... formen und auf gehen kann er aber nur in der neuen Küche.
Gruß die Jumpers
Macht nicht den Fehler und behandelt eure Hunde wie Menschen, sonst behandeln sie euch wie Hunde.
tomstep
  • Alpha Hund
Beiträge: 8970
+ 2
Ja,hört nicht u.s.w. .Also von einem Welpen würde ich erstmal sehr wenig erwarten,ihm statdessen vieles in Ruhe beibringen.Stubenrein,hören,u.s.w. .Immer mit zunehmendem Alter steigern und ihn Hund sein lassen.
"Wäre doch nur ein Bruchteil der Schäferhundbesitzer so klug wie ihre Tiere."
(Stefan Wittlin, schweizer "Medicus-Canis", Kynologe-Hundetherapeut)
blubbl
  • Begleithund
Beiträge: 1556
+ 5
@ Jumper

Ich finde es schön, dass ihr euch so um eure Lütten bemüht. Es sollte zwar selbstverständlich sein, ist es aber nicht.

@ ennie

Du hast noch etwas vergessen: man sollte die Lütten sofort alleine lassen können.

Das mit dem Folgetrieb funktioniert nur, wenn DU in der Zeit, wo er noch besteht ( baut sich meistens spätestens in der 18 Woche ab) dich so wichtig machst, das dein Welpi garnicht das Bedürfniss hat, die große weite Welt ohne Dich kennenzu lernen, bei Dir hat das anscheinend sehr gut funktioniert. Leider können das viele Leute nicht, denken der Hund folgt so toll, lassen ihn ohne Leine laufen und schwupps, ist der Folgetrieb weg und der Hund liegt tot auf der Straße. Ist jetzt hart formuliert, habe ich aber trotz vorheriger Warnungen leider schon fünf Mal erleben müssen ( nicht live zum Glück)



Mir sind in den Welpengruppen, die ich mit betreut habe, auch diese Wahnsinns Anforderungen an die Kleinen aufgefallen. Worüber sich tatsächlich kaum einer GEdanken macht, der seinen ersten Hund/ Welpen hat, ist, dass ein Welpe, genauso wie ein Kind, alles lernen muss. Viele glauben tatsächlich ein Hund kann von klein auf an "Sitz" " Platz" " Komm" Bleib" usw.. und wenn der Hund das nicht macht, ist er stur und muss bestraft werden.
Wir haben immer gesagt, man muss einen Knopf erst einbauen, bevor man ihn benutzen kann. Die Umschreibung mit dem Kuchenteig finde ich aber viel schöner ( und nicht so mechanisch, es sind ja schließlich Lebewesen )
Besonders regte es mich aber auf, wenn die Leute die Kleinen "zum Üben" mal eben eine Stunde alleine ließen. Das würde doch auch keiner mit nem Kleinkind machen. Das der Welpe dabei Existenzängsten ausgesetzt ist, weil er in dem Alter eben noch nicht alleine überleben könnte, darüber machen sich viele keine Gedanken.
Insgesammt wird mir in der HUndeerziehung zu viel Stress gemacht, allein die Frage " Ja, wielange dauert dass denn, bis der das gelernt hat" finde ich furchtbar, es ist schließlich ein Individuum, wir lernen doch auch nicht alle gleich schnell, außerdem kommt es ja wohl auch stark auf den Lehrer drauf an
Ich persönlich sehe es so, dass der Weg das Ziel ist und dass der Hund das ganze Leben mit entspanntem Lernen beschäftigt sein sollte, das so aufgebaut ist, dass der Hund genügend Freizeit hat, aber nicht unterfordert ist.
Überhaupt werden sich leider wenig GEdanken gemacht, zb bei der Leinenführigkeit. Lernt ein Hund nie, dass er mit straffer leine nicht zum Objekt seiner Begierde kommt, indem man einfach stehen bleibt und dafür sorgt, dass das Objekt nicht zum hund kommt, wird er wenn er älter wird, diese Möglichkeit kaum noch in Betracht ziehen und dementsprechend fast automatisch leinenführig. Wenn man dann das Fussgehen auch noch im richtigen Moment belohnt, braucht es später deutlich weniger Diskussionen, als wenn man den Hund an strammer Leine zu jedem anderen Hund zum "Begrüßen" hinschleift.
Wir haben bei zwei Welpen meiner Freunde ( Hundetrainer) probiert, die Hunde so auszubilden, dass Fehlverhalten garnicht erst als erfolgreich abgespeichert wird, sondern das richtige von vorneherein belohnt wurde und das Falsche einfach nicht zum Erfolg führte.Außerdem wurde darauf geachtet die HUnde nicht zu überfordern, auch wenn sie noch soviel Potenzial haben und anbieten. Beide Hunde sind sehr fröhlich bei der Sache, stehen extrem gut im Gehorsam und sind absolut sozial.Auch diesen Hunden wurde von vorneherein Ruhe beigebracht, da es, finden wir, wichtig ist, das ein Hund, auch wenn ein anderer gerade arbeitet abschalten kann, damit er für seinen Einsatz wieder fit ist und nicht völlig überdreht.
Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.

[url=http://www.dreamies.de/show.php?img=ws2pzffdq6v.jpg][img]http://img3.dreamies.de/img/195/t/ws2pzffdq6v.jpg[/img][/url]
Zuletzt geändert am 13.04.2009 18:45 Uhr
Gast
+ 1
Original von ennie:

- sie sollen innerhalb kürzester zeit absolut stubenrein sein

Meine Welpen sind manchmal auch schon stubenrein, wenn ich sie abgebe. Ganz haeufig machen sie dann bei Haus/Familienwechsel aber wieder rein.... Bei meinen Hunden hat es unterschiedlich lange gedauert, aber relativ schnell und manchen musste ich die Stubenreinheit nicht mal beibringen, da unsere Haustuer die meisste Zeit im Jahr offen steht und sie schauen es sich auch von den anderen ab.

- sie sollen bereits eine beißhemmung haben

das dauert unter Umstaenden auch mal laenger

- sie sollen hören, wenn gerufen wird

das lernen allerdings unsere Welpen schon. Natuerlich hoeren sie noch nicht perfekt und immer, aber das "komm" ist mit das erste, was sie lernen

- sie sollen wissen, womit sie spielen dürfen und womit nicht; sollen also gleich verstehen, was kaputt gemacht werden darf und was nicht...

ok.. das find ich sollte sie auch wirklich relativ schnell wissen. Aber im laufe der Welpenzeit geht SEHR viel kapputt

viele erwartungen KANN ein welpe garnicht erfüllen. wo ist die gelassenheit, der humor?

Ich behaupte mal, dass ich trotzdem noch sehr viel durchgehen lasse und auch gelassen bin. Ich staune immer, wenn man mir kaum 3 Monate alte Welpen vorstellt, die schon Sitz, Platz, Bei Fuss und Maennchen uvm drauf haben.. da sind wir entschieden langsamer

nelly habe ich - obwohl sie immer ohne leine war - so gut wie nie gerufen. ich habe einfach den folgetrieb ausgenutzt. bis heute hatten wir nie probleme.

Den Folgetrieb nutze ich auch, aber wenn die Ruepelphase beginnt, gibt es diesen TRieb leider nicht mehr

sie durfte spielerisch beißen. durfte ausprobieren, wie fest sie zubeißen kann, bis ich "autsch" gequietscht habe. geschadet hat das nicht. wir hatten jede menge spaß und sie hat gelernt, wie weit sie gehen kann.

Das ist bei mir ganz anders, aber liegt wohl auch ein bisschen an meinen Typ:
es gibt kein Spielen und das damit verbundene Beissen in Haende oder sonstwo hin. Absolut tabu.

was denkt ihr, kann man das mit jedem hund so machen oder gibt es ausnahmen?

Wie Du an meinem Beitrag schon gesehen hast, gibt es sicherlich UNterschiede in der Erwartung und auch in der Durchfuehrung mancher Strategien.

Ich habe Hunde, die sich sehr langsam entwickeln und ich kann mir viel Zeit lassen und manche Spiele kommen hier einfach nicht vor, wie zum Beispiel Unterwerfungsspiele. o.ae.
Gast
schön, dass schon soviele was dazu geschrieben haben

also spielerisches beißen bei kindern würde ich natürlich auch verbieten. genauso gegenseitiges jagen!

gut mit dem alleine bleiben (also der welpe), hatte ich keine probleme, da schon ein erwachsener hund da war.

aber was denkt ihr, woher diese erwartungen kommen?
weil man sich die rasse seines hundes nach dem vorbild eines bekannten ausgewachsenen hundes ausgesucht hat? weil andere hundebesitzer immer erzählen, was ihr hund schon so alles kann?

die assoziation mit dem kuchenteig finde ich auch sehr schön, männern leuchtet aber das mit dem knopf vielleicht auch gut ein
blubbl
  • Begleithund
Beiträge: 1556
+ 4
Hm, ich denke das diese Erwartungen durch die Medien sehr geschürt werden.
Außerdem ist mir eine merkwürdige Sichtweise vieler Menschen auf unsere lieben Vierbeiner aufgefallen.
Es wird alles als " Schicksal" betrachtet was die Hunde angeht, aber nicht so, als ob ein HUnd das Produkt seiner Erziehung ist ( natürlich nicht nur, aber ja auch zu einem nicht unerheblichen Teil). Ein Hund der viel kläfft oder schnappt oder sonst ein unschönes Verhalten zeigt, wird oft so kommentiert:" Das ist halt ein Spinner, das kann man nicht ändern." Warum das Tier so ist, wird nicht gefragt.Falls dieser Hund dann vielleicht ein Jack Russel Terrier ist und es von diesen vielleicht zwei in der Nachbarschaft gibt, die beide kläffen ist auch noch das perfekte Rasseklischee geboren.
Hat man aber einen HUnd in der Nachbarschaft, der gut hört und total lieb ist, heißt es oft: "Ja, Mensch, da haben sie aber Glück, dass sie so einen tollen Hund haben, der hört ja auch so gut"

Das dahinter viel Arbeit steckt, sehen manche Leute nicht, wollen es aber auch oft nicht sehen. Ich denke vielfach sind Menschen halt doch sehr romantisch und stellen sich bei einem Collie immer so ein nettes Tier wie "Lassie" vor.
Das beste Bsp. erlebte ich letztes Jahr, als ich noch mit dem Lakelandterrier unterwegs war, der gerade in den Anfängen seiner Grundausbildung war und wo ich dann von Spaziergängern zu hören bekam" Guckmal, der macht Sitz, obwohl das ein Terrier ist!"
Im gleichen Zeitraum war ich mit meinem Leihbordercollie unterwegs. Wir übten Dogdance und er machte einen Slalom rückwärts durch die Beine. Ein Päarchen kam vorbei. Die Frau:" Guck mal, das macht der ja toll." Der Mann:" Natürlich kann der das, das ist ja auch ein Border Collie, die sind klug."

Das sind leider keine Ausnahmen, diese Ansichten haben auch viele Leute mit Welpen. Sie sehen nicht den WEg, den man gegangen ist um so einen umgänglichen Hund zu haben, viele sind völlig überfordert mit den Anforderungen, die der Welpe an sie stellt. Nicht nur zeitlich, auch psychisch. Da darf man sich nicht einfach gehen lassen, da muss man auch viele Dinge tun, die einem in dem Moment gegen den Strich gehen, weil es die Konsequenz gerade erfordert. Viele haben selbst nie gelernt Konsequenzen für ihr eigenenes Handeln zu tragen, wenn der Hund dann die Inkonsequenz seines Halters Konsequent mit Fehlverhalten "Bestraft", sind viele HH extrem verzweifelt oder wütend. Erst dann wird vielen bewusst, in welche Situation sie sich gebracht haben.
Ich habe auch schon mit zukünftigen HH gesprochen, die, wenn ich sie auf das eine oder andere Problem in ihrer Planung ansprach einfach nur sagten:" Ach, das wird schon irgendwie gehen". Sie wünschen sie so sehnlichst so einen süssen Hausgenossen, dass die negativen Seiten sie dann oft übermannen, wenn der Lütte da ist und sie dann merken, dass es eben nicht " schon irgendwie geht".

Im großen und ganzen steht hinter diesen Anforderungen einfach Naivität und oft auch Ignoranz.
Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.

[url=http://www.dreamies.de/show.php?img=ws2pzffdq6v.jpg][img]http://img3.dreamies.de/img/195/t/ws2pzffdq6v.jpg[/img][/url]
Zuletzt geändert am 13.04.2009 20:22 Uhr
Jumper
  • Forenwelpe
Beiträge: 63
+ 4
Wir habe eine sehr schnell lernende Rasse. Das hat Vorteile und manchmal auch Nachteile, denn Unsinn lernen sie genauso schnell
Wir bleiben im ersten Jahr mit den neuen Familien unserer Welpen im Kontakt. Ich mache dann auf die verschiedenen Entwicklungsstufen aufmerksam.
Dumme Fragen gibt es bei mir nicht. Wenn ich etwas nicht weiß, muss ich fragen (dürfen). Wenn ich Angst haben muss, dass jemand lacht oder an meinem Verstand zweifelt, frage ich nicht und schon sind Erziehungsfehler vorprogramiert.
Ich habe auch mal mit null Wissen angefangen und lerne immer noch dazu.
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