Ein Wühltischwelpe im Bekanntenkreis

gary7
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Vorgestern erreichte mich von einem sehr guten Freund ein kurze Nachricht: "Kennst du jemandem in deinem Hunde-Club der Mopswelpen hat? Bitte gechippt und geimpft"
Ich war erst mal total schockiert. Die Anfrage konnte nur bedeuten, dass Eigeninteresse besteht. Er mag eigentlich Hunde nicht besonders, vor allem wenn sie nicht erzogen sind. Nun hat er wohl aber eine neue Freundin und die möchte einen Mops - JETZT - SOFORT
Was tun? Ich stehe vor einem Rätsel.. Ich habe schon versucht, vernünftige Argumente anzubringen: Zeit, Geld, Sauberkeit (wichtig für ihn),.. aber auch erklärt, dass man mit sonem Welpen eine Menge Verantwortung übernimmt, was viele nach einiger Zeit nicht mehr wollen und ihre Hunde abgegeben. Ich bin mir so sicher, dass auch dieser Mops nur eine Laune ist, genauso wie mein Gary von irgendjemandem mal eine Laune war und als die vorbei und die Probleme riesig waren, war er nur noch lästig und wurde abgegeben. Das so hautnah zu erleben, das macht mich wütend und traurig zugleich. Aber ich bin mit meinem Latein zu Ende, was soll ich denn noch tun?

Einen ähnlichen Fall erlebe ich zur Zeit auch. Verwandte haben sich ein Haus und Grundstück zugelegt und dazu gehört natürlich auch ein Wachhund. Was holt man sich? Einen Deutsch Kurzhaarrüden (wir reden von Wachhund), aus einem Upswurf aus einer Jägerfamilie, natürlich billig, über die herausschauenden Nägel in der Wurfkiste (ich habe Bilder gesehen) hat man hinweggeschaut. Dieser anspruchsvolle Hund ist jetzt bei Menschen, die keinerlei Ahnung von Hunden haben, die niemals zu einer Welpenstunde oder Hundeschule gehen würden und die immer noch meinen, in erster Linie ist er ein Wachhund und man kann ihn bedenkenlos im Wald laufen lassen.

Soviel wird berichtet, soviel Überzeugungsarbeit geleistet, aber die Leute, die es betrifft, erreicht es ja doch nicht.. Ich habe mir immer überlegt, was das für Leute sind, die bei Winkel und Co. im Stall einen Welpen kaufen. Es sind Menschen, die sich über alles mögliche informieren, aber wenn es um ein Lebewesen geht, da schließen sie die Augen und die Ohren. Es beginnt mit "ICH WILL EINEN HUND" und nicht mit, "ich informiere mich mal, ob ein Hund zu mir und meinem Leben passt"
Das ärgerliche am Ärger ist, dass man sich schadet, ohne anderen zu nützen.
(Kurt Tucholsky)

PitaPata Dog tickers
silvie86
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Ja da ist sie leider wieder-die Realität...
Kann man es den Menschen in dem Konsumzwang denn aber auch wirklich verübeln? Man muss immer haben, jetzt und sofort und das dann möglichst billig und weil der Markt so gut geht, wird natürlich immer mehr produziert, damit unterbieten sich dann auch die Erzeuger mit den Preisen. Und so geht es eben auch der Ware Hund...
Das gleiche ist doch, wenn man Leuten erklären möchte, dass es nicht nötig ist eine Hündin zuzulassen, dass dies nicht ihr Leben verlängert oder vor Krankheiten schützt und dass es nicht ihre natürliche Bestimmung ist sich zu vermehren und vorallem, dass dazu viel mehr gehört, als einfach einen hübschen Rüden dazu zustecken...

Was man daran ändern kann? Mir fällt kein vernünftiger Weg ein...
Die Liebe zum Hund ist des Menschens Sehnsucht nach dem Paradies.
PrincessBeauty
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oh ja ich kenne das zu gut... in meinem Bekanntenkreis kenne ich leider auch einige Wühltischwelpen... Sie wurden hinter der scheibe ausgesucht, niemals elterntiere gesehen und dann günstig gekauft.. nun wundern die halter sich warum ihre Hunde so "gestört" wären..... mir bricht es das Herz!

Grade wegen solchen Fällen habe ich es mir zu Aufgabe gemacht (ich bin zur Zeit in einem Studium zum Thema "Umgang mit Hunden" demnächst eine Stelle zur Vorabinformation zum Hundekauf zu eröffnen!! ich finde das ist das wichtigste! Wenn das kind einmal in den Brunnen gefallen ist, ist es meisst zu spät! Aber vorher möglichst viele Menschen mit Aufklärung zu erreichen könnte einigen Hunden evtl etwas weiterhelfen! Klar werde ich auch nur eine minderheit erreichen können und die, die sich eh nicht informieren wollen, tun es auch nicht! Aber ich kann auch nicht einfach nur so zusehen...
Wenn Menschen denken Tiere können nicht fühlen, werden Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken!!!
Laursen
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hej,


das ist wohl einer der schwierigsten Fragen, wie man unvernünftige Menschen davon abhalten kann, etwas unvernünftiges zu machen.
Wenn man die Frage so stell, merkt man sehr schnell, dass man die verschiedenen Menschen einzeln erreichen muss, es gibt kein Rezept, dass bei allen funktioniert, denn alle haben eigene Gründe, sich dumm zu verhalten.

Auf der anderen Seite ist es zum Glück so, dass es doch einen Minderheit ist, die sich dumm verhält, auch wenn es um den Kauf von Hunden geht.

Generell finde ich, dass Leute, die sich einen Hund zu tun wollen, es immer noch schwer haben, heraus zu finden, wo sie sich Informationen beschaffen können.
Ein grosser Anteil an diesen Fehlkäufen ist nähmlich auf uninformierte Menschen zurück zu führen, also Menschen, die nicht wussten, dass es Hilfe gibt, beim Hundekauf und wo man sie findet.
Wenn wir nur diesen Anteil reduzieren könnten, dann wäre schon viel erreicht.
Das Hilfsangebot ist eigentlich gross genug und es gibt genügend engagierte Menschen, die bereit sind, Zeit und Wissen zu investieren, zum Beispiel in den Tierheimen, die hier wirklich oft einen grossen Einsatz machen.
Hier ist nur das Problem, dass sich nur diejenigen an ein Tierheim wenden, die einen überlegen auch einen "gebrauchten" Hund nehmen zu wollen.
Das Problem dabei ist dies, dass man schon Umgang mit guten HH haben muss, damit man herausbekommt, wo man diese Hilfe bekommt, man findet solche Informationen nicht in den gelben Seiten.
Es muss uns auch klar sein, dass die Leute, die ernsthaft überlegen einen Hund zu zu tun auch relativ schnell einen Erstkontakt brauchen.
Das liegt daran, dass das Halten eines Hundes in den wenigsten Fällen etwas ist, dass man aus logischen Gründen überlegt, sondern es geht um Gefühle, warten empfinden wir aber als negatives Gefühl.

Was nun die anderen Menschen angeht, die man nicht so einfach erreichen kann, bei denen muss man jedes mal auf sie eingehen und einen eigenen Zugang suchen.
Es gibt viele Tricks und Überlegungen, wie man dies bei den verschiedenen Menschen erreichen kann, zum Beispiel indem man ihnen einbildet, dass man am besten in einem Tierheim nach einem guten Züchter fragt.
Oder aber auch, dass es normalerweise eine schlechte Idee ist, gleich mit der Türe ins Haus zu fallen, weil dann Verteidigungshaltungen eine normale Reaktion sind.
Wie ich aber schon am Anfang geschrieben habe, meine ich aber, dass man jeden Menschen in solchen Fällen als Individuum behandeln muss und kann mir deshalb nicht vorstellen, dass man generell Tipps geben kann, die immer funktionieren.

Liebe Grüsse aus dem Norden
caro137
  • Begleithund
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Das erfolgversprechendste bei allen ist letzlich, dass man sie dazu bringt selbst auf die richtige Idee zu kommen. Das geht aber bei jedem über andere überlegungen.
Eigentlich sollte man dazu einen Kurs für Staubsaugerverteter besuchen
Ich bin kein Profi darin - da kommt mir meine eigene Meinung und Empörung immer wieder zu stark in die Quere, aber es läuft darauf hinaus erstmal Zustimmung und Sympathie zu bekunden:
"Ach finde ich toll dass Du jetzt auch zum Hundefan geworden bist!" - bin ich doch garnicht ????
"Wie kommst Du denn auf Mops?" - eigentlich will den nur meine Freundin
"Ich kenne mich da nicht so aus - aber stimmt es, dass die so schnarchen und oft sogar ne OP brauchen, dass sie überhaupt richtig atmen können ?" - habe ich noch nicht von gehört, das wär ja echt doof
"Gerade die Billigzuchten sollen die Probleme so häufig haben... willst Du tatsächlich das gesparte Geld nacher in Tierarztkosten stecken ? -neee, das wär ja keine Ersparnis
Erzähl mir doch mal was Du so toll an einem Hund findest? - Was sind aus DeinerSicht die Vor-und Nachteile?" -Vielleicht überwiegen die Nachteile eindeutig.....

oder auch "oh toll ein Drahthaar- die fand ich schon immer nett- was haben die denn für Eigenschaften? " -wissen wir eigentlich gar nicht genau
"Ich habe gehört das Jagdhunde so super menschenfreundlich sein sollen und ruhig im Haus....nur im Wald muss man immer wegen dem Jagdtrieb aufpassen? ist Euer auch so toll rassetypisch?"... - Mist eigenlich sollte er genau anders sein

Auf was der einzelne reagiert und wie groß der "Umweg" sein muss ist natürlich ganz unterschiedlich.

Mist - ich wollte mich damit schon lang noch mehr beschäftigen - es ist auch für Verhaltenstherapie und die Mitarbeit der Besitzer sehr nützlich die "Tricks" des Gesprächsaufbaus zu kennen -denn "eigene Ideen" werden viel besser umgestezt als alles was einem nur von einem anderen empfohlen wird
The greatness of a nation and its moral progress can be judged by the way its animals are treated (Mahatma Gandhi)
Für ein Hundeleben ist der Mensch verantwortlich.
bullterrier-in-not.de
meerestaucher
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Original von caro137:

Das erfolgversprechendste bei allen ist letzlich, dass man sie dazu bringt selbst auf die richtige Idee zu kommen. Das geht aber bei jedem über andere überlegungen.

"Ich kenne mich da nicht so aus - aber stimmt es, dass die so schnarchen und oft sogar ne OP brauchen, dass sie überhaupt richtig atmen können ?" - habe ich noch nicht von gehört, das wär ja echt doof
"Gerade die Billigzuchten sollen die Probleme so häufig haben... willst Du tatsächlich das gesparte Geld nacher in Tierarztkosten stecken ? -neee, das wär ja keine Ersparnis

das finde ich ne gute Idee und dann würd ich ihn noch sagen, da dass dann ja ein geteilter hund ist sozusagen, er dann ja als hundepappa mal kurz 50% OP kosten auf den Tisch legen muss, aber dass er ja sicherlich gerne für den neuen hund den jahresulraub sausen läßt
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
caro137
  • Begleithund
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Jaaaa -und Urlaub mit Hund ist eh schwierig....fliegen is nicht, und Hundepension kostet fast so viel wie der eigene Urlaub
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meerestaucher
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na ja, aber die täglichen 2stündigen spaziergänge nach der arbeit bei wind und wetter sind ja auch fast wie urlaub
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
Laursen
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2588
+ 1
hi, das mache ich immer umgekehrt, ich schwärme immer von den langen, täglichen Touren und wie viel ich von der Natur sehe und dass ich sonst nie so viel laufen würde.
Dann betone ich, dass man gar nicht so viel laufen muss, auch wenn es wirklich so ist, dass man täglich raus muss und das gleich mehrfach, schliesslich kann der Hund sonst nicht auf Toilette.
Es ist genial zu zusehen, wie Menschen, die sich keinen Hund anschaffen sollten, anfangen vorzustellen, dass sie das plötzlich tun müssen.
Wenn ich dann noch davon Anfange, dass man immer wieder Glück hat und Menschen trifft, die das auch gerne machen (bedeutet doch nichts anderes, als dass man viel alleine unterwegs ist ), dann werden zuerst die Hunde kleiner.
Wenn das passiert, muss man solche Leute nur in Ruhe lassen, weil sie dann alleine herausfinden, dass sie trotzdem raus müssen. *fg*

mfg
katrinmutter
  • Halbstarker
Beiträge: 216
Soll ich mich jetzt outen? Ja ich habe auch vor einigen Jahren einen Wühltischwelpen gekauft und ich würde es nie wieder tun. Es war unser erster Hund und es sollte noch vor Ende meines Jahresurlaubs sein, damit er sich schön einleben kann und bei ihm sein kann. Wir hatten uns ein Haus gekauft und der Wunsch nach einem Hund war schon immer da. Informiert waren wir, na ja ein bisschen. Wir hatten uns in Kleinanzeigen umgeschaut, konnten uns aber nicht entscheiden, weil das Angebot so groß war. Tierschutzvereine sind manchmal etwas schwerfälllig, wollen die Umgebung kennen lernen (was gut ist) haben aber keine Zeit für einen Besuch. Tierheim kam mir damals nicht in den Sinn, ich ein Hundeanfänger sollte einem Hund aus dem TH gewachsen sein? Das habe ich mir nicht zugetraut. Um auszutesten, ob der Wunsch nach einem Hund wirklich so groß war, sind wir zu einem Händler gefahren, dort werden Hunde aus ungewollten Vermehrungen übernommen und weiterverkauft. Gefallen hat es mir dort auch nicht, aber als ich die süßen ARMEN Hundis dort hinter der Scheibe sitzen sah, hat mich das Mitleid gepackt und wir haben einen Hund mitgenommen. Wenn ich ehrlich bin, teils aus Mitleid und teils aus Bequemlichkeit, Geld auf den Tisch und weg mit dem Hund. Heute würde ich es nicht mehr machen. Aber sind manche Züchter denn besser, die lassen ihre Weibchen werfen und werfen bis sie verbracht sind. Wo sollen denn die ungeplanten Welpen bleiben? Unser Zweithund kam dann aus dem Tierschutz. Eine arme Kreatur aus einem Animalhordinghaushalt, der Macken hatte die auch heute noch nicht behoben sind. Ich kann damit leben, aber dazu ist so manch einer nicht bereit. Grundsätzlich würde ich sagen, Wühltischwelpen sind abzulehnen, aber auch so manche Praktiken von anderen Hundeliebhabern ebenfalls.

LG Katrin
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