Ein Hund - tausend Probleme

Kazooie
  • Forenwelpe
Beiträge: 2
Hallo liebe Tierfreunde!
Ich bräuchte Eure Hilfe bzw. Euren Rat.

In meinem nun 20-jährigen Leben gab es eigentlich immer Hunde in unserer Familie. Mit "Leo", unserem letzten mussten wir leider Ende März 2013 den letzten Gang antreten. Mit 15 Jahren litt er einfach nur mehr verschiedensten Altersschwächen. Wir hatten ihn damals vom Wiener Tierschutzhaus geholt. 5 Jahre musste er dort verweilen und wurde damals als Streuner aufgefunden. Fast sieben wunderbare Jahre durften wir anschließend noch mit ihm verbringen.
"Leo" war unser erster "Secondhand"-Hund und hatte große Probleme mit der Bauchspeicheldrüse. Dadurch hätte er am liebsten unentwegt 24/7 vor sich hin gefressen. Doch der Gute brauchte ein spezielles Diätfutter von Royal Canin und das Medikament Creon in granulierter Form drauf. Sonst war Durchfall vorprogrammiert.

Im Herbst hielt es schließlich nicht mehr länger ohne Hund aus. Deswegen machte ich mich auf die Suche nach einem neuen Partner mit der kalten Schnauze. Zuerst begann diese in sämtlichen Tierheimen in Wien, Niederösterreich und Burgendland statt. Doch leider erfüllte keiner so wirklich den Voraussetzungen, die ich doch stellen musste: ein großes Hundchen, ab ca. 6 Jahren, kann für eine längere Zeit alleine bleiben, ist nicht stürmisch (habe eine gehbehinderte Oma), und verträgt sich mit Gleichgesinnten. Außerdem kann es hin und wieder vorkommen, dass Kinderbesuch bei uns auftaucht.

Doch es gibt ja auch diverse Tierschutzvereine, die sich für Tiere in den ausländischen Auffang- oder Tötungsstationen befinden. Da setzte ich schließlich meine Suche fort. Ich wollte einfach einer armen Seele einen schönen Lebensabend bei mir gewähren. So stieß ich schließlich auf die Animalhope-Nitra-Seite. DIeser Tierschutzverein war nicht unbekannt, denn bei uns in der Gegend gibt es viele "Nitra"-Kinder, da sich sogar ein oder zwei Pflegestellen in unserer Gegend.
Durch das Ganze kam ich schließlich auf die Schäferhündin "Josy". Eine wirklich süße und entzückende Seele, doch leider mit vielen Wehwehchen. Davon wollte ich mich jedoch nicht abschrecken lassen, denn sie konnte für kein einzelnes dieses. Die Arme kam nämlich aus einer sehr schlechten Haltung: aufgrund eines hineingemixten Dobermannes hat sie ein verhältnismäßig zu schmales Becken, wodurch lange Spaziergänge und Hundesport eher nichts für sie sind, ihre Zähne sind sehr dunkel und teilweise abgebrochen bis stummelig und das schlimmste ist ihr Magenproblem. Es ist ein richtiger Teufelskreis mit ihrem Durchfall. Teilweise ist es auch psychisch bedingt, aber zum Großteil ist es eine lebenslange Narbe ihrer schlechten Haltung. Fressverträglichkeit ist bei ihr ein russisches Roulette. Und des öfteren plagt sie sich auch mit dem Stuhl. Kurz und prägnant: Sie ist schon ein ganz schön lädierte Schäferlady!
Doch trotz allem wollte ich sie adoptieren und das tat ich auch. Es entwickelte sich auch alles sehr gut. Aus "Josy" wurde übrigens "Kazooie" (vielleicht gibt's hier einige Nintendo-Kenner unter Euch und es ging wunderbar mit ihr bergauf. Da sie auf der Pflegestelle sich mit 8, später sogar 9 Hunden und ein paar Katzen in einer 90 qm Wohnung wohlfühlen musste, hatte wohl ihren Durchfall so verschlimmert. Denn schon nach gut zwei Tagen, nachdem sie bei mir war, war von diesem nichts mehr zu sehen. Das Futter, das sie angeblich als einziges verträgt (Trockenfutter "Lamm & Reis" von Hornbach) ging uns dann auch bald aus, das uns die Pflegestelle mitgab und trotz allem ging es auch wunderbar mit anderem Futter weiter.
Alles schien so glücklich zu verlaufen, bis vor zirka drei Wochen alles auf einen Schlag ein böses Ende nahm. Auf einmal musste ich jede zweite Stunde mit Kazooie Gassi gehen, weil sie es sonst nicht mehr ausgehalten hatte. Und da ich alleine wohne, ist das ganz schön hart gewesen: am nächsten Tag war wieder Schule und ich konnte Nachtschicht schieben. Alle Versuche es besser werden zu lassen, schienen für die Katz zu sein. Der Tierarzt wollte ein Blutbild von ihr machen und zwei Röntgenaufnahmen aufgrund ihres extrem schmalen Beckens. Nicht nur deswegen suchten wir als bald als möglich den Tierarzt auf, auch weil Kazooie so Probleme mit dem Gewicht hat und der ständige Durchfall lässt das Ganze natürlich nur noch schlimmer werden. Doch der Tierarzt schien mich zu beruhigen und meinte, dass ich das ruhig auch erst nächsten Monat machen könnte. Denn zu dieser Zeit ging wirklich jeder Cent von meiner Mutter und mir für das arme Tier drauf - ohne Erfolg.
So versuchte ich schließlich mit dem Verein in Kontakt zu treten, ihm sagen, dass ich einfach nicht mehr könne und Kazooie einfach jemanden braucht, der ständig bei ihr ist, um im Notfall schnell handeln zu können. Die böse Überraschung: Erbost fasste die Dame an der anderen Leitung zusammen "Also, Sie wollen den Hund weggeben, weil er einfach Durchfall hat?!" Irgendwie total falsch verstanden würde ich mal sagen! Jeglicher Erkärungsversuch scheiterte kläglich.
Normaler Weise bin ich diejenige, die Menschen verurteilt, die ihre Tiere abgeben, doch ich konnte einfach nicht mehr. Stetig ist in die Wohnung hinein gemacht. Meine Mutter kam nicht mit der Unterstützung nach und ich bekam selten nachts ein Auge zu, weil sie wieder Gassi musste. Doch weil ich Kazooie ja eigentlich nicht weggeben will, ging ich auf das Angebot der Vereinsdame ein zu deren Tierarzt zu gehen. Diese würde sich den Hund noch einmal genauer ansehen und mir das ganze um den Vereinspreis machen können. Gesagt, getan, denn ich liebe ja meine Kazooie über alles.
Das Endergebnis: mit den Medikamenten ging es wieder einigermaßen bergauf, jedoch gab es nach deren Absetzung wieder ein drastisches Tief und ich war wieder um über 160 Euro leichter geworden. Für das Wohl für Kazooie will ich natürlich nicht geizig sein, aber nun ist wieder alles beim Alten.
Der Verein überlässt sie auf gut Deutsch ihrem eigenen Schicksal, wenn es natürlich ganz anders dargestellt wird (ich weiß, dass sie sich um die Tiere sorgen, doch Hilfe gleich null finde ich auch nicht okay). Oft weine ich und drehe halb durch, weil Kazooie ja eigentlich nichts für ihre gesundheitlichen Probleme kann. Meine Mutter sprach auch schon oft mit mir, dass ich sie trotz allem zurückgeben soll, weil ich mich auch schon total damit fertig mache, aber ich möchte es ja doch nicht tun. Sie ist ja auch nicht mehr die Jüngste und gesundheitlich in einem so desolaten, anscheinend chronischen, Zustand - wer nimmt sie da noch?
Sie ist so schmusebedürftig und an und für sich eine so angenehme Zeitgenossin, wenn sie nicht so beim Gassigehen auf die anderen losgehen würde (da wird sie richtig böse - auch hier scheiterte jeder Versuch ihr dies auszutreiben, aber mit dem Beißi ist es halb so schlimm), aber einfach eine so liebenswerte, treue und vor allem achtsame Seele.
Ich möchte sie ja eigentlich nicht weggeben, aber ich will auch nicht egoistisch sein und trotz allem an ihr Wohl denken.
Wisst ihr vielleicht einen guten Rat oder gar eine Lösung für mein Problem? (

tut mir echt leid, dass ich so viel geschrieben habe - ich wollte mich echt zurückhalten, doch ich schaffte es leider doch nicht, so wie ich es wollte :S
halunke
  • Begleithund
Beiträge: 1220
hhhmmm...
also was ist denn alles bei deiner kleinen untersucht worden??
das konnte ich aus deinem text jetzt nicht so richtig rauslesen...
Blutbild?
wurde auf Giardien getestet (2x)?
bzw andere Parasiten?

kam bei einer Kotprobe wirklich garnix raus?
ein wochenlanger so massiver durchfall gehört schon fast in eine klinik...ehrlich gesagt

die reaktion von TSV ist tatsächlich nicht sehr professionell, auch wenn die annahma, dass du sie weggeben willst weil sie durchfall hat im kerne ja nicht falsch ist. ich denke aber, dass man in ehrenamtlicher arbeit im TS schnell abstumpft und zu schnellen unangemessenen urteilen kommt. was steht denn im übernahmevertrag?
bei vielen vereinen ist da eine klausel, dass du das tier nicht einfach selbst weitervermitteln sollst/darfst, sondern es an den verein zurückgeht im abgabefall.
Viele Leute glauben zu denken, wenn sie lediglich ihre Vorurteile neu ordnen!
-William James-
tomstep
  • Alpha Hund
Beiträge: 8970
Ich würde auch dafür plädieren sie erst einmal (auch wenn es Geld kostet,das ist nun mal so) wirklich richtig und komplett durchchecken zu lassen von einer Tierklinik oder anderen kompetenten Tierärzten.
Vielleicht ist das Problem ursächlich leichter zu beheben als vermutet.
Wenn du die Süße zurückgibst versteht sie die Welt nicht mehr (verständlich) und sie wird vermutlich kaum Chancen haben wieder vermittelt zu werden.
"Wäre doch nur ein Bruchteil der Schäferhundbesitzer so klug wie ihre Tiere."
(Stefan Wittlin, schweizer "Medicus-Canis", Kynologe-Hundetherapeut)
Kazooie
  • Forenwelpe
Beiträge: 2
Hallo liebe Tierfreunde!

Erstmals vielen Dank an euch beiden, dass ihr euch die Mühe gemacht habt, meinen meterlangen Beitrag zu lesen und mir mit euren gutgemeinten Räten am Weiterhelfen ward.
Verzeiht mir jedoch meine späte Antwort. Ich hab als Newbie das gar nicht wirklich mitbekommen wie das hier mit den Antworten geregelt ist. (Bin das von anderen Foren gewohnt, dass da neue, ungelesene Beiträge offensichtlich markiert sind)

Aktuell sieht das Ganze so aus: Kazooie geht es nun wieder gut
Leider muss ich jedoch dazusagen, dass sie nun nicht mehr meine Sofawärmerin ist. Ich war zum Schluss mit ihr maßlos überfordert. Nicht mal mehr die Nacht konnte ich mehr durchschlafen, ohne, dass ich 2-3 währenddessen mit ihr gehen musste und morgens um 7 Uhr dann wieder hineingemacht war.
Der Verein selbst war leider zu inkompetent. Jedoch ging ja durch den Vertrag heraus, dass ich nur die Besitzerin bin und nicht Eigentümerin. Das ist hier in der Rechtslage sehr wichtig zu unterscheiden. Wenn das Tier nämlich beim Besitzer nicht artgerecht gehalten wird, so muss es vom Eigentümer wieder dessen Obhut zurück. Ich sehe hier meinen Fall eigentlich so, denn ich konnte Kazooie nicht mal mehr während meiner Anwesenheit richtig halten. Sie "erstickte" sozusagen in ihren eigenen Exkrementen.
Da rief ich noch einmal die Dame von ihrer alten Pflegestelle an. Am Anfang war es natürlich nicht leicht, aber sie wurde zum Glück sehr schnell einsichtig. Denn Kazooie kann einfach nicht in ihrem aktuellen Zustand alleine bleiben. Ihre Pflegemama ist immer zu Hause und da ist sie auch unter Ihresgleichen. Das dürfte ihr nämlich auch gefehlt haben - auch wenn sie auf der Gasse die anderen immer richtig angezickt hat.
Ich bin froh, dass Kazooie jetzt einen Fixplatz am grünen Stadtrand hat, wo vor der Tür gleich einmal einen riesengroße Wiese zum Toben vorhanden ist - die war bei mir doch etwas weiter weg.
Bei der Pflegemama geht es ihr zum Glück sehr gut - ich bin so froh, dass doch noch alles gut ging.
Ich schaffte es leider am Schluss nicht mehr, dass es mich sogar gesundheitlich angriff, dass es mir fast so ging, wie meinem einstigen Hündchen.

Ich danke Euch sehr für eure netten Ratschläge und krault mir eure Partner mit der kalten Schnauze unbekannter Weise von mir

Liebe Grüße
Eure Leni
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