Draußen ist alles interessanter wie zu hören

LilaBadeente
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Hallo liebe Hundefreunde!

Ich war hier schon länger nicht mehr aktiv unterwegs.
Seit etwas über einen Monat haben wir einen Junghund aus Rumänien bei uns aufgenommen, anfangs war sie sehr lernbereit und lernte (zumindest im Haus) sehr schnell. Sie hatte Anfangs noch vor allen Einwirkungen angst, seien es Autos, rennende Kinder, Regentropfen die laut auf den Boden fallen etc... Das geht mitlerweile wirklich alles sehr gut. An der Leine läuft sie (bis auf das sie hin und wieder zieht) ganz gut. Dort hört sie auch einigermaßen wenn gerade nichts anderes interessanter ist (anderer Hund, fremde Menschen etc.) Jetzt hat sie seit Anfang der Woche total den splien und hört draußen sobald ich sie von der Leine mache garnicht mehr (ansonsten ging selbst das oft ohne Probleme) sie rennt gefühlte Kilometer weit vor und dreht sich nicht mal um wenn ich rufe, selbst wenn sie mich oder uns nicht mehr sieht dauert es einige Minuten bis sie wieder zurück kommt. Natürlich loben wir sie dann. Aber wieso tut sie das auf einmal? Es hat sich an unserer Haltung nichts geändert.Allerdings haben wir seit letztem Samstag den Hund meiner Schwägerin da, dieser ist sehr dominat, kennt aber klare Grenzen und hört sehr gut. Läuft immer bei Fuß und nie weit vorauß. Von daher denke ich eigentlich nicht das es an ihm liegt? Oder versucht sie ihm etwas zu beweisen? Generell scheine ich draußen für sie nicht sehr interessant zu sein, egal ob leckerli oder wildes herum springen, sie hängt andauernd nur mit der Nase auf den Boden und spürt lieber Wühlmäuse auf.
Selten hört sie auf mein Hier (dann gibt es leckerlies und streicheleinheiten, aber sobald sie das leckerli hat gehts auch schon schnell wieder weg von mir um bloß nichts zu verpassen)

An sich stört es mich nicht wenn sie wie eine wilde schnüffelt oder herum tollt,
aber auf "hier" sollte sie zwingenst hören.

Kann mir jemand tipps geben oder mir verständlich machen weshalb sie das tut?
Ich glaube weniger das es an dem Hund liegt, sondern eher an mir. Ich werde leider auch sehr schnell ernergisch wenn sie mehrere male hintereinander nicht hört, vor einer Woche hörte sie für einen welpen noch wie eine 1...was mach ich falsch?

Liebe Grüße aus dem Sauerland

(PS: Sophie ist jetzt ca. 6-7 Monate alt, Rasse unbekannt)
* Ein Freund ist ein Mensch der die Melodie deines Herzens kennt und sie dir vorspielt wenn du sie vergessen hast *
tomstep
  • Alpha Hund
Beiträge: 8971

Hallo von einem Ex-Sauerländer

Also mal vorweg , ich bin kein Hundetrainer oder sonst so etwas megakompetentes , will Dir dennoch mal meine persönliche Sichtweise darstellen !
Sie ist erst seit etwa 1 Monat bei Dir , also noch sehr hurze Zeit , sie kommt aus Rumänien (evtl.Straßenhund ?) und für sie ist ja alles völlig neu , alles und dafür finde ich es schon recht prima wie weit ihr schon (!) seid , gemäß Deinen Schilderungen.
Versuch ihr soviel Sicherheit zu vermitteln wie es geht , aber nur innerhalb der von Dir gesetzten Grenzen.
Bis sie wirklich zuverlässig hört würde ich sie draußen immer nur noch mit Schleppleine (nur mit Geschirr , wegen ihrer Sicherheit !) führen und so langsam aber sicher das Rückruf Training aufbauen und zwar bis es lange und immer zuverlässig klappt.Egal wie lange es dauert denn das ist eins der wichtigsten Kommandos um sie überhaupt ohne Leine laufen zu lassen !
Ich denke auch das Eurer "Gasthund" eher hilfreich ist beim Training und er ganz sicher nicht die Ursache für ihr Verhalten.
Sie muss erst mal wirklich ankommen , alles verarbeiten , verinnerlichen und lernen , lernen , lernen !
Bleib am Ball , lass Dich nie entmutigen und lass Dir (Euch) Zeit , aber mit Konsequenz.
Ach ja , wie Du wirklich korrekt und erfolgreich ein Schleppleinentraining aufbaust wird hier recht gut erläutert :

http://www.planethund.com/hundeerziehung/schleppleinentraining-0608.html
"Wäre doch nur ein Bruchteil der Schäferhundbesitzer so klug wie ihre Tiere."
(Stefan Wittlin, schweizer "Medicus-Canis", Kynologe-Hundetherapeut)
Zuletzt geändert am 30.12.2015 15:59 Uhr
Eleonore
  • Begleithund
Beiträge: 674
Hallo lilaBadeente,
zunächst einmal, das Welpenalter endet mit ca. 4 Monaten (+- 1, bei großen Rassen noch etwas später). Der nächste Schub in der Entwicklung kommt zum Tragen, ein Junghund erweitert erfahrungsgemäß seinen Radius und pfeift auch schon mal auf gutgemeinte Ratschläge seines Erziehungsberechtigten, in diesem Fall auf dich. Mit 6 - 7 Monaten setzt bei einem mittelgroßem Hund auch noch die Pubertät ein, und Kommandos werden gern mal hinterfragt. Dagegen hilft nur Konsequenz, Geduld und Durchsetzungsvermögen deinerseits. Oder du greifst in die Trickkiste. Ein Hund, der nicht auf meinen Rückruf hören will, läuft an der Schleppleine (nur mit Geschirr), sein Mäusesuchen würde bei mir kanalisiert, statt Mäuse sollte er eine Fährte oder Leckerchen suchen und natürlich finden. Auf die Art und Weise wirst du auch wieder interessanter für deine Sophie. Gutes Gelingen.
LG, Eleonore
holy underdog
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 3812
Hallo LilaBadeente

Genau das, was tomstep schreibt -

Sophie ist ein Hund mit 'Vergangenheit' - Eine Vergangenheit, über die Du vermutlich nur wenig Information hast - da brauchst Du in erster Linie bei ALLEM viel Geduld und Einfühlungsvermögen !
Wenn Du sie ranrufen willst, dann mach das immer in freundlichem, aufforderndem Ton -
Ich hör das oft bei uns im Park - wenn da da jemand seinen Hund mit: HIIIEERHER ! anbölkt - das klingt wie ne Drohung - ich würde da auch lieber nicht kommen !

Und aus aktuellem Anlass - NOCHMAL: GANZ WICHTIG - IMMER AN DER SCHLEPPLEINE LASSEN! WEGEN DER DÄMLICHEN SYLVESTER-KNALLEREI! Das gilt eigentlich zur Zeit für alle Hunde !
Bei uns knallen die Deppen schon seit ein paar Tagen rum....

Frage:
Wenn Du Sophie mit : HIER! ranrufen willst, schaut sie sich dann nach Dir um - oder ignoriert sie Dich draussen komplett ?

LG holy underdog
„Haben Tiere eine Seele und Gefühle“ kann nur fragen, wer über keines der beiden verfügt.
(Eugen Drewermann)
Zuletzt geändert am 30.12.2015 16:17 Uhr
LilaBadeente
  • Forenwelpe
Beiträge: 24
@Holyunderdog, es ist immer unterschiedlich. Wenn nichts interessantes in der Luft liegt reagiert sie eigentlich super auf mein hier, aber wenn sie eine Färte aufgenommen hat regt sich da garnichts, dann bin ich anscheinend völlig egal und wie gesagt merkt sie dann auch erst nach ein paar Minuten das ich ja garnicht mehr rufe und nicht mehr da bin (wenn sie nicht hört drehe ich mich oft um und gehe einfach in die andere Richtung).

@tomstep, Jaaa, ich finde auch schon das sie dafür extrem lernbereit ist und schon verdammt schnell gelernt hat. Sie ist im Haus auch wahnsinnig aufmerksam. Nur das sie halt jetzt auf einen Schlag draußen nicht mehr hört nervt mich völlig. Ich hatte mich so gefreut *lach* Will halt nur nichts falsch machen und das wunderte mich jetzt einfach. (Ob sie ein Straßenhund ist denke ich eigentlich nicht, wie gesagt kannte sie alle Sachen draußen nicht. Wie sie im endeffekt dort gehalten wurde keine Ahnung, sie hat auch eine rausgebissene Ecke am Ohr und eine Narbe im Auge die laut dem Tierarzt nicht mehr heilbar ist + das sie vor unbekannten Türen panische Angst hat) Aber dafür ist das natürlich wirklich schon hervorragend!

Danke für eure Tipps! Werde dann mal mit der Schleppleine anfangen zu üben
* Ein Freund ist ein Mensch der die Melodie deines Herzens kennt und sie dir vorspielt wenn du sie vergessen hast *
holy underdog
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 3812
Wenn Du den sogenannten Rückruf (Hier) mit Sophie übst, dann immer nur in relativ kurzen Einheiten - möglichst immer aufhören, wenn es geklappt hat - belohnen und dann wieder ne Weile rumschnobern lassen.

Wie heisst das so schön: man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist !

Und dran denken - die Schleppleine ist nur zur Sicherung da -
NICHT zum (zwangs)ranholen !
Sophie sollte immer freiwillig zu Dir kommen - kommt sie nicht: ohne Kommentar/Tadel/ Mecker o.ä. abbrechen und so tun, als wär NIX gewesen - einfach weiterspazieren......

LG holy underdog
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(Eugen Drewermann)
Zuletzt geändert am 30.12.2015 17:08 Uhr
LilaBadeente
  • Forenwelpe
Beiträge: 24
Ok, danke... dann hab ich ja doch etwas was ich falsch gemacht habe, wenn sie an der leine nicht gehört hat hab ich sie immer zurück gezogen. Aber gut zu wissen! Werde das mal testen
Habe immer gedacht das wenn ich dann einfach regunslos bleibe sobald sie nicht hört, das sie dann erst recht denkt sie könne machen was sie will... Dankeeee
* Ein Freund ist ein Mensch der die Melodie deines Herzens kennt und sie dir vorspielt wenn du sie vergessen hast *
weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 379
@LilaBadeente,
Du hast doch Deinen Neuen erst 1 Monat, dafür hast Du es doch schon ganz schön weit gebracht. Wenn Du Dir einen Hund aus dem Tierheim oder anderen Tierschutzorganisationen holst, mußt Du unterschreiben, das der Hund mindestens 6 Wochen an der Leine bleiben muss. Ich habe meine Hunde auch aus dem Ausland, allerdings ältere Hunde, aber ich habe festgestellt, die ersten Wochen sind sie eingeschüchtert, nach 4-6 Wochen tauen sie auf und erkunden die Welt. Zum einen weil sie ihre Grenzen erkunden wollen, zum andern, die Welt ist groß, voller Abenteuer und so spannend.
Nach so kurzer Zeit kann eine ganz feste Bindung ja noch nicht hergestellt sein, das dauert noch eine Weile, deshalb bitte einfach mehr Geduld, nimm die Schleppleine, meine Hunde sind so jagdbegeistet, dass sie für immer an der Schleppleine bleiben müssen.
Bei meinen Hunden hat es auch ganz schön lange gedauert, bis wir auf einen Nenner gekommen sind, nach einem halben Jahr sind wir dann in die Hundeschule gegangen um die Fehler auszumerzen, die wir gemacht haben.Es war schon manchmal ganz schön deprimierend, wenn es nicht so klappt, wie ich mir das so vorgestellt habe. Ich habe lernen müsssen, das ein freundlicher Ton viel mehr erreicht, als ein strenger.....
holy underdog
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 3812
@LilaBadeente

kicher...das Ding heisst doch Schleppleine - und nicht Abschleppseil !

Hier noch Tips:

Ich zitiere hier einfach mal einen Hundemenschen mit viel Erfahrung:

Geschrieben am 20.05.2014 14:31 Uhr
Hallo zusammen,
es gibt auch noch weitere probate Mittel um Hund zum Kommen zu bewegen.

Möglichkeit eins: unter 1 x Rufen wegrennen, wirklich rennen

Möglichkeit zwei: ich hocke mich am Wegrand nieder und untersuche mit wichtiger Miene das Gras vor mir. Unser Hund beobachtet in den meisten Fällen seinen Menschen ganz genau, auch wenn der es meist nicht merkt. Die Neugier was Herrchen oder Frauchen da wohl gefunden haben könnte, treibt ihn schnell zu uns. Natürlich liegt da Leckerchen im Gras.

Möglich drei : Ich streichel einen anderen Hund wenn vorhanden und unter der Voraussetzung das meiner dann nicht gleich zur reißenden Bestie wird.

Es führen viele Wege nach Rom.
LG, Alidasy mit Banditen


Gugg mal, wenn Du magst: http://www.dogspot.de/forum/thema/ratlos4/#491711
„Haben Tiere eine Seele und Gefühle“ kann nur fragen, wer über keines der beiden verfügt.
(Eugen Drewermann)
Zuletzt geändert am 30.12.2015 17:48 Uhr
LilaBadeente
  • Forenwelpe
Beiträge: 24
+ 1
@weckener, wir mussten nichts unterschreiben bezüglich 6 Wochen an der Leine. Unsere Sophie fing nach einer Woche bereits an aufzutauen und wurd immer lernbereiter. Nur wie gesagt hat das alles anfangs funktioniert mit dem hier, erst jetzt seit einer Woche hört sie auf einen Schlag nicht mehr. Ich werde das mit der Schleppleine üben
Freundlicher Ton ist auf jeden Fall tausend mal besser
* Ein Freund ist ein Mensch der die Melodie deines Herzens kennt und sie dir vorspielt wenn du sie vergessen hast *
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