CHARLY SETTERHUND - LEBT SEIT SEINER KINDHEIT IN DER HÖLLE - BRAUCHT DRINGEND EIN ZU HAUSE.
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Notfall der Woche / Charly möchte so gern im Warmen sterben …
Charly ist ein Setterbub, der im Jahr 1999 geboren wurde. Er war kaum ein paar Monate alt, als er in eine der schrecklichsten Hundehöllen Italiens abgeschoben wurde - und eigentlich endete sein Leben an dieser Stelle. Alles was danach kam, war ein langes Warten auf den Tod. Und der klopft jetzt an seine Tür … Charly lebte in der Hundehölle in einem versteckten Gehege, zusammengepfercht mit anderen Hunden auf seinem eigenen Dreck, dem seiner Leidensgenossen und der Unmengen von Ratten, die den Hunden da Leben schwer machten. Ohne Witterungsschutz, ohne Auslauf, ohne menschliche Zuwendung, ohne ausreichend Futter oder irgendeine Art von medizinischer Versorgung. Die anderen Hunde waren ranghöher und von dem wenigen, was man ihnen zu fressen vorwarf, bekam er kaum etwas ab. Auch beim Kampf um die wenigen Schlafplätze zog er fast immer en Kürzeren, so dass nur ein Bett auf der Erde im Kot für ihn übrig blieb. Sommers wie winters, bei jedem Wetter. Der Stress inmitten hunderter völlig frustrierter und daher aggressiver Hunde, war fast unerträglich. Charly hat sich geschützt, indem er mental einfach irgendwo in seiner Jugend stehenblieb - er hat sich bis heute ein fast fröhliches, tollpatschiges Gemüt bewahrt, das ihm hilft, mit all dem Elend klar zu kommen, dem er ausgesetzt war. Irgendwann gab es einen winzigen Lichtblick in diesem Dasein. Ein Jäger entdeckte ihn zwischen den fast 500 Hunden und nahm ihn kurzfristig mit nach Hause, um seine Jagdeigenschaften zu prüfen. Wir wollen hier kein Statement über die ziemlich brutalen Haltungsmethoden des durchschnittlichen italienischen Jägers abgeben, aber was auch immer ihm dort passierte, war vermutlich kaum besser als die Hundehölle. Und da er auch nicht "gut genug" war, fand er sich schon kurze Zeit später in seinem alten Gehege wieder. Als nicht einmal mehr die italienischen Behörden die Augen vor den katastrophalen Verhältnissen in Charlys Hundeverwahranstalt schließen konnten, wurden die Tier endlich konfisziert und konnten Anfang 2010 in ein neu gebautes Hundeheim zu echten Tierschützern umziehen. Seitdem geht es Charly besser. Aber auch wenn er diese schrecklichen Jahre überlebte, hat ihm das kein Glück gebracht. Eine Familie fand sich für ihn nicht mehr. Im November 2011 hatte er einen Schlaganfall und eigentlich dachten wir schon da, dass seine Zeit nun gekommen ist. Er konnte kaum mehr aufstehen, taumelte nur noch durch die Gegend und hörte auf, zu fressen. Seine Nieren versagten und das Leben rann aus ihm heraus wie Sand aus einer kaputten Eieruhr. Seine Pflegerin Patricia gab sich unendliche Mühe mit ihm, träufelte ihm tagelang teelöffelweise verdünnten Fleischbrei ins Maul und sorgte dafür, dass er an den Tropf kam. Nicht einmal das war nämlich für Charly selbstverständlich, denn er gehört zu den Hunden, für den keine der ans Tierheim angeschlossenen Gemeinden die Verantwortung übernimmt und daher gibt es kein Geld für ihn. Eine medizinische Versorgung ist bis heute nicht für ihn gewährleistet und kann nur erfolgen, wenn Geld von außerhalb kommt. Mitte Dezember geschah das Wunder und es ging Charly wieder besser. Er erholte sich zusehends, blieb ein klein wenig tüddelig, wurde aber wieder fröhlich und rannte ausgelassen und settertypisch gern im Freilauf herum, wie zu seinen besten Zeiten. Wir leiteten mit Hilfe von Spendern einige dringend erforderliche Untersuchungen für den lieben Kerl ein, um endlich Klarheit über seinen Gesundheitszustand zu bekommen. Seine Blutwerte stellten sich als relativ gut und unbedenklich heraus und auch eine Zyste an seinem Auge, die bekannt war, wurde als ungefährlich eingestuft. Sie kann allerdings im Moment nicht operiert werden, da eine Narkose zu gefährlich für ihn wäre (daher ist er auch nicht kastriert). Aber damit kann er leben. Die Vermutung des Schlaganfalls bestätigte sich, aber den hat er gut überwunden. Allerdings wissen wir nun, warum er ihn bekam: Charly hat vermutlich einen Gehirntumor. Für eine letzte Gewissheit bräuchten wir Diagnosemöglichkeiten, die es in seinem Umfeld nicht gibt. Aber das würde jetzt sowieso nichts mehr ändern
Von: AdopTiere e.V.