Bundesweite Pflicht zur Kennzeichnung und Registrierung: Experten begründen ihre Forderung

Feuerwolf
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+ 1

noch ein Aspekt

Es gibt zwar die Steuerpflicht, aber wie schon hier geschrieben, hält sich nicht jeder daran und nicht jeder evtl. registrierte Hund trägt seine Steuermarke. Sonst hätte die Polizei nicht diesen Täter suchen müssen, bei der auch Tasso gehofen hat und eine Belohnung zur Ergreifung des Täters ausgeschrieben hatte.

Dieses Beispielt zeigt, wozu der Mensch fähig sein kann, der seinen Hund aussetzt bzw. sich seiner entledigen will:


Erhängter Hund Belohnungen für Hinweise auf Tierquäler ausgesetzt

Aktualisiert am 07.02.17 um 14:49 Uhr
Hund Leine Tierquäler Schöffengrund
Fahndung nach einem Tierquäler: der tote Hund und die Leine, mit der er erhängt wurde. Bild © Polizei Wetzlar

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Die Polizei spricht von einem unfassbaren Fall von Tierquälerei: Im mittelhessischen Schöffengrund ist ein Hund mit einer Leine an einem Baum erhängt worden. Jetzt treiben Tierschützer die Suche nach dem Täter weiter voran.

Mit einem drastischen Foto fahndet die Polizei seit Montag nach einem unbekannten Tierquäler. Das Bild zeigt einen toten Hund - "eine Hüte- oder Schäferhundmischung". Ein Spaziergänger fand das dunkelgraue Tier vor einer Woche in einem Wald in der Nähe des Schöffengrunder Ortsteil Schwalbach (Lahn-Dill). Jemand hatte den zwei bis drei Jahre alten Hund an einem Baum erhängt.

Nun beteiligen sich auch zwei Tierschutzorganisation an der Suche nach dem Tierquäler. Peta setzte eine Belohnung von 1.000 Euro für Hinweise aus, die den Täter überführen, wie die Tierschützer am Dienstag mitteilten. Auch Tasso e.V. verspricht in einem Facebook-Post 1.000 Euro.

In zwei Metern Höhe an Baum geleint

"Es muss ein qualvoller Tod gewesen sein", sagte ein Polizeisprecher. Der oder die Täter hatten die Leine, in der der Kopf des Hundes steckte, in etwa zwei Metern Höhe an dem Baum befestigt und dann stramm gezogen. "Lediglich die Hinterläufe und das Gesäß hatten Bodenkontakt", heißt es im Polizeibericht. Der rechte Hinterlauf des Hundes wurde vor kurzem rasiert. An dieser Stelle ist eine OP-Narbe zu erkennen.

Mit der Veröffentlichung der Fotos verbinden die Ermittler die Hoffnung auf Hinweise: Wer kennt das getötete Tier, wer vielleicht sogar die Leine? Sie ist geflochten und hat drei Metallringe zur Einstellung der Leinenlänge. "Töten eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund", lautet die Straftat, wegen der ermittelt wird.

http://www.hessenschau.de/panorama/belohnungen-fuer-hinweise-auf-tierquaeler-ausgesetzt,hund-erhaengt-100.html

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Aber vielleicht könnte genau dieser Hund noch leben, wenn er gechipt und registriert gewesen wäre. Er ist zwar nicht entlaufen, aber vielleicht hätte ein Chip den Halter davon abgehalten den Hund auszusetzten und aufzuhängen.
Ein Chip ist schwerer zu entfernen als eine Steuermarke. Eine Pflicht zur Chippung+ Registrierung bei Ausstellung eines Impfausweises durch den TÄ könnte evtl. helfen.

Schöffengrund - Im Fall des an einem Baum aufgehängten Hundes hat die Polizei jetzt den Täter ermittelt. Ein 26-Jähriger gesteht die Tat.

Wie die Beamten berichten, nahmen sie einen Mann aus Mittelhessen fest. Während der Vernehmung gestand er, den Hund im Schwalbacher Wald aufgehängt zu haben. Weil es keine Haftgründe gab, wurde der 26-Jährige nach der Vernehmung wieder entlassen. Bei seiner Tat sprach er laut Polizei von einer Kurzschlussreaktion - sie sei auf seine private und berufliche Situation zurückzuführen. Zusammen mit dem Wesen des Hundes soll er der Belastung nicht mehr standgehalten haben - er tötete das Tier. Nach eigenen Angaben blieb er wohl nicht bis zum Tod des Tieres.

https://www.op-online.de/hessen/schoeffengrund-hund-baum-erhaengt-polizei-ermittelt-taeter-7383018.html
Zuletzt geändert vor 6 Tagen, 23:52 Uhr
Shibaherz
Beiträge: 20797
Todtraurig, sowas.

@CairnLover, @Catalou: Ich meinte, dass die Registrierungspflicht v. a. wegen der mit ihr verbundenen Kontrolle über die erfolgte Zahlung der Hundesteuer (in Berlin 120 Euro jährlich für den ersten Hund, zuzüglich der obligatorischen Hundehaftpflichtversicherung) auf bestimmte Leute abschreckend wirkt, und schätze die Zahl derer, die aus diesem Grund die Registrierungspflicht ablehnen, viel höher ein als die Zahl derer, die ihren Hund mutwillig und verantwortungslos aussetzen. Warum sollte jemand, der diese Ausgaben scheut und sie in einer Stadt wie Berlin gesetzwidrig erfolgreich vermeiden kann, die Registrierung ablehnen, wenn der Staat auf die Zwangsabgabe verzichten würde?
Aber dass der deutsche Staat dazu bereit ist, halte ich für ganz unwahrscheinlich, weil ihm die Steuer eben auch als Instrument zur Begrenzung der Hundepopulation dient.

Es ist doch ganz klar, dass von den Protagonisten der Registrierungspflicht die unbestreitbaren Vorteile wie Zuordnung aufgefundener Hunde zum Halter und damit auch Entlastung der Tierheime in den Vordergrund gerückt werden. Über die Hundesteuer, d. h. die zuständigen Finanzämter, ist eine umstandslose Zuordnung eines aufgefundenen Hundes nicht möglich; bisher ist der Hundehalter, jedenfalls in Berlin, zudem nicht verpflichtet, die Hundesteuermarke am Hund zu befestigen. Ein im Netz jederzeit erreichbares Zentralregister eröffnet der Polizei bzw. den Ordnungsämtern da, zusammen mit der Chippflicht, schon andere Perspektiven. Trotzdem bleibt eine Dunkelziffer an Hunden, die hier „schwarz“ aus Osteuropa importiert und an gewissenlose Halter verschoben werden.
Ich fände es dann auch o. k., wenn alle Tierärzte Zugang zu so einem Zentralregister bekommen würden.

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
christianeadler
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Wer seinen Hund auf kriminelle Weise durch Aussetzen oder Töten entsorgen will, wird wohl kaum einen registrierten Chip im Hund lassen. Die Dinger lassen sich genauso schnell entfernen wie tätowierten Tieren die Ohren abgeschnitten werden.

Wer allerdings nur keine staatliche Überwachung seines privaten Hobbies Tierhaltung wünscht oder einfach keine Hunde- oder auch angedachte Katzensteuer zahlen will oder kann, gehört für mich nicht zu diesem Personenkreis. Ich selbst gehöre zwar zu den nützlichen Idioten, die ihre Hunde anmelden, aber ich habe auch Verständnis für die, die es nicht tun. Man wird schliesslich nur ohne Gegenleistung kommunal ausgebeutet. In derselben Kommune, in der ich 1983 meinen ersten Hund anmeldete, kostete das damals 28 Mark im Jahr. Heute muss man 85 Euro bezahlen und für einen Hund über vierzig Zentimeter einen Versicherungs- und einen Sachkundenachweis erbringen, von den Auflagen und Kosten für Listenhunde ganz zu schweigen.

Aktuell kann man problemlos einen nicht angemeldeten Hund mit seiner Chipnummer für Suchmeldungen registrieren lassen. Einen Zusammenhang zwischen Tierliebe und einer Verweigerung der Hundesteuer und anderer Schikanen sehe ich nicht. Bevor ich einer Kennzeichnungspflicht zustimmen würde, müsste zunächst der Staat in Vorleistungen gehen, sich z. B. um illegale Hundeproduktion und -einfuhr kümmern, Hundehändler aus dem Verkehr ziehen, Katzenkastrationsprojekte finanzieren... Ohne so ein erkennbares Interesse am Tierschutz, glaube ich auch nicht an die guten Absichten bei einer Registrierung. In unserer Nachbarkommune hat sich z. B. schon ein städtischer Mitarbeiter mit der Absicht zur Einführung von Katzensteuer verplappert. Kein Wunder, dass seitdem die Registrierung nur schleppend voran kommt!
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Shibaherz
Beiträge: 20797
Ich gebe Dir recht – ein Zusammenhang zwischen Tierliebe und Hundesteuer erscheint tatsächlich weit hergeholt. Na ja, das Verhältnis zwischen Bürger und Staat war noch nie eins von „Geben und Nehmen“. Zuviel Idealismus ist da mMn fehl am Platze, es ist eben AUCH ein Gewaltverhältnis.

Mit dem - das staatliche Handeln nach wie vor legitimierenden – Konzept des Hundes als „Luxusgut“ wird mMn aber nicht nur die Tierliebe, sondern auch die Einsamkeit vieler Menschen in unserer immer anonymer und rücksichtsloser werdenden Welt staatlicherseits verhöhnt. Denn die Familie mit dem Mann als Alleinverdiener und mit mehreren Kindern, in denen die Mutter als Hausfrau den Kindern zuliebe zusätzlich noch einen Hund versorgt, ist doch heutzutage unter den Hundehaltern nicht mehr der Normalfall.

Und wer ist der Staat? Er ist der Repräsentant und „Vollzugsbeamte“ gesellschaftlich durchsetzungsfähiger Interessen. Deren Akteure ihn aber ungern selbst finanzieren. Dafür gibt es zwangsweise erhobene Lohn- und Einkommenssteuern, zwangsweise erhobene Mehrwertsteuern, und, obwohl natürlich weniger ins Gewicht fallend und nicht „automatisch“ erhebbar, auch zwangsweise erhobene Hundesteuern. Aber keine Vermögenssteuer, und großzügig bemessene Erbschaftssteuern.

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Feuerwolf
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@ChristianeAdler + @Shibaherz:

Ich hatte nicht gemeint einen Chip mit Registrierung beim Ausstellen des Impfausweises durch einen TA anstatt einer Steuernummer incl. Marke, sondern zwei von einander getrennte Abläufe.

Nix Chip - Nix Impfung - Nix Registrierung bei Tasso o.ä. , nur im Gesamtpaket zu haben.

Also mit der Steuer möchte ich das auch nicht verbunden haben. Soviel traue ich Vater Staat nun wirklich nicht....käme ja einem deutschlandweiten Hundekennzeichen gleich wie einem Autokennzeichen mit den entsprechenden Daten etc. etc. pp.
weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 427
Ich kenne einige HH, die ihren Hund zwar mit Chip bekommen haben, aber den Hund nirgens angemeldet haben. Obwohl Tasso kostenlos ist und die Anmeldung nun keine Arbeit ist... Die HH erzählen mir, ist nicht nötig hat doch den Chip, wenn ich entgegne, aber der muss angemeldet werden, damit im Zweifelsfalle man sein Tier zurückbekommt. Da kommt die Begründung, hat doch ein Halsband an mit eingestickter Telefonnummer...
Heute war in der Zeitung eine Meldung, in Frankfurt ist vor einem halben Jahr ein Hund auf dem Weg zum TA entwischt und jetzt hat man ihn in der Schweiz schwer verletzt gefunden. Dank der Chipnummer, konnte der Besitzer seinen Hund (er ist 9 Jahre alt, noch nie ausgebüxt) wiederbekommen.

Die flächendeckende Chipanmeldung hätte schon was für sich, ich finde es auch schlimm, wie viele HH sich um die Anmeldung drücken um Hundesteuer zu sparen. Ich finde sie ebenfalls für überflüssig, aber wo staatliche Stellen Geld bekommen können, werden sie es nicht abschaffen...
Bei uns in Hessen wird nicht gefragt, wie groß der Hund ist, Haftpflichtversicherung ist kein Thema. In meiner Gemeinde zahle ich für beide 85€ zusammen...
Wir werden auch so gut überwacht, viele machen da auch gerne mit, z.B. Deutschlandcard, oder ähnliche, da wird alles registriert, wer weiß wo unsere Daten da landen... Die laufen alle zusammen wer will kann jederzeit mein Profil kaufen und nutzen, wer weiß ob nicht auch unsere Behörden...? Wo wir laufen wird mit Videocameras überwacht, neuerdings mit Drohnen, wir sind gut überwacht, ob da die Chippflicht wirklich noch so einen großen Unterschied macht?
CEEYEET
  • Forenwelpe
Beiträge: 138
In Sachsen wird das anders gehandhabt. Aus gesundheitlichen Gründen habe ich mich schweren Herzens entschlossenen unseren Arthur in liebe Hände abzugeben. Da ich meinen Mann pflegen muß, bin gezwungen in eine Wohnung zu ziehen. Da Arthur aus dem Tierheim war musste ich erst dieses informieren wo der Hund sein neues zu Hause hat.Ausserdem wird beim abmelden die Anschrift des neuen Besitzers verlangt. Die neue Adresse wird an die Kommune des neuen Besitzers weitergeleitet. Das ist mir unbegreiflich, dass jetzt auch noch ein Ausweis verlangt werden soll.
Shibaherz
Beiträge: 20797
@Feuerwolf: Es wird aber, sollte die Registrierungspflicht für Haustiere (bzw. für Hunde und Katzen) beschlossen werden, die entsprechende Datenbank natürlich mit der der Finanzämter, Abt. Hundesteuer verbunden werden. Der Staat lässt sich doch die Gelegenheit, auf diese Weise eine bessere Kontrolle über die Zahlung der Hundesteuer zu erlangen, nicht entgehen.
Also, um es kurz zu machen: ich halte die Registrierung schon für sinnvoll, aber nur unter der Voraussetzung, dass die Hundesteuer entfällt.

Ein sozialkompetenter HH erhält, wie Christiane schrieb, für die Hundesteuer vom Staat keine Gegenleistung, weil der Staat an der Bewertung des Hundes als Luxusgut festhält.
Aber auch ein HH, der die Hundesteuer nicht zahlt, verhält sich evtl. sozialkompetent, d. h. er beseitigt die Hinterlassenschaften des Hundes innerhalb des kommunalen Terrains.

Sozial rücksichtslose Menschen tun das nicht, egal ob sie die Hundesteuer verweigern oder widerwillig zahlen. Von solchen habe ich schon oft genug gehört: „Wieso soll ich das wegmachen? Ich zahl doch Hundesteuer!“ Der Kot bleibt dann, entsprechend den Einsatzplänen der Berliner Stadtreinigung, wochenlang auf den Gehsteigen liegen. In einigen Berliner Stadtteilen kommt man sich vor wie ins Mittelalter zurückversetzt.


@weckener: In Berlin ist die Steuer für jeden Hund gleich hoch, einschließlich der „Kampfhunde“.


@Ceeyeet: Meines Wissens wird das von allen Tierheimen, die an Tierschutzvereine angeschlossen sind, so gehandhabt. Nicht nur in Sachsen.
Von einem speziellen „Ausweis“ für den Hundehalter, der die erfolgte Registrierung bei etwaigen Suchaktionen oder Funden nachweist, war doch bisher gar nicht die Rede. Das überprüfen die heute doch alle umstandslos mit ihren „Tracker“ Geräten. Da genügt der Personalausweis.

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert vor 4 Tagen, 04:35 Uhr
weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 427
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@weckener: In Berlin ist die Steuer für jeden Hund gleich hoch, einschließlich der „Kampfhunde“.

Das war bei uns genauso bis der Gemeinde auffiel, da kann man ordentlich Geld kassieren, jetzt Listenhunde 800€....
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