Bräuchte mal einen Rat von Agility - erfahrenen Leuten

Keyla
  • Begleithund
Beiträge: 1761
Hallo ihr Lieben,

also, ich mache mit Paule jetzt Agility - einmal die Woche in einem Verein, jetzt hatten wir gestern die fünfte Stunde und bis her - hat alles soweit ganz gut geklappt.
Paule kennt diese Platzsituation nicht, ich war noch nie im Verein und habe ihn alleine ausgebildet - nur von meinen Seminaren, aber da kannten sich die Hunde sehr gut untereinander und es war eine feste Gruppe.
( Das wird jetzt ein Roman, sorry - ist immer so bei mir )
Die ersten beiden Probestunden war Paule gut, dass heißt er motiviert und mit Freude dabei und lernt schnell, ebenso war seine Aufmerksamkeit bei mir und der Platz ist voll mit drei Gruppen gleichzeitig und mindestens 30 Hunden.
Also, Paule lernt schneller als ich - ich bin mit dem koordinieren der Körpersprache noch nicht so gut und aufgrund dessen ist er auch mal vorbei gelaufen, aber das ist normal - am Anfang, denke ich.
Paule ist wirklich hochmotiviert und fordert auf dem Platz, mir schon fast ein bißchen zuviel - also auch viel bellen.
Da mein Hund ein kleiner Freigeist ist und eben, durch die Frühkastration auf dem Stand eines pubertären Hundes - war es für mich schon ein "Wagnis", die Leine abzumachen - und er blieb aber sehr gut bei mir.

Dann kam der gestrige Tag
Erst Slalom - da läuft er im Moment eben nur durch die Stangen, hat er gut gemacht und ich war auch ganz gut im führen - jedenfalls ist er gut eingependelt und alles bis zum Ende gelaufen und ich daneben.
Da hatte er schon zweimal die Tendenz abzuzwitschern, meist - in den Pausen, wenn ich mich mit der Trainerin unterhalte.
Kam aber auf Rückruf, kein Problem.
Diese zwei Sprünge und der Slalom dazwischen war der längste Lauf, den bis dato hatten und das war gerade.

Bei dem anderen Trainer sollten mehrere Sprünge nicht gerade genommen werden, eine Wippe ( war ganz neu für uns ), Reifen, Sprünge mit Richtungswechsel und dann ein Tunnel. Die Wippe erstmal eingelernt - ist er rüber, aber war sehr langsam und Paule fand es glaube ich etwas langweilig. Reifen hat er auch einzeln genommen, kein Problem.
So, dann sollten wir zwei schräge Hürden nehmen und dann ein Richtungswechsel, wieder zwei schräge Hürden, dann Tunnel.
Da war ich dann schon am koordinieren, weil ich so einen Richtungswechsel noch nicht gemacht hatte und es auch schwer gestellt war.
Ich war dann nicht genau genug und Paule ist an dem einem Sprung vorbei gelaufen, also nochmal und da habe ich schon absitzen gesehen - das er weniger konzentriert war und sich mehr umschaute, er lief dann raus aus dem Lauf ist pullern gegangen. Eingefangen und wieder von vorne - da hat er dann gestreikt und ist in das Gebüsch auf dem Platz - und verbrachte dort so vier Minuten bevor er wieder kam.

Jetzt frage ich mich natürlich - es ist doch total kontraproduktiv, dass er so einem Frusterlebnis vom Platz ist, wenn ich Pech habe - sagt er das nächste Mal : "achh das war doof das letzte Mal, ich will nicht", sollte der Hund nicht immer mit einem positiven Erlebnis vom Platz gehen? Auch wenn man nur einmal durch den Tunnel schickt?
Ich denke, er war einfach überfordert - wollte es richtig machen, ich war aber nicht klar genug und das hat gefrustet und wie soll er mir sagen - mir reicht es, er kann sich ja nur entziehen.
Ich mache das nur - weil er Freude daran hat, aber überfordern will ich ihn nicht. Und ist es nicht auch eine Übungssache - die Konzentrationsspanne auszubauen?
Wir waren jetzt gerade mal fünf Mal da - fünf Hürden schwer gestellt plus Richtungswechsel waren zuviel finde ich.
Was sagen die Agility-Erfahrenen?

Grüßle
"Alles Wissen die Gesamtheit aller Fragen und alle Antworten ist in den Hunden enthalten." Franz Kafka
Gast
+ 1
Hi Jammie!

Das ist viel zu viel was du und Paule in der fünften Stunde machen müsst.
Mit der Wendung meinst du sicher die belgische Kehre, na die ist echt schwierig und für Anfänger eigentlich zu kompliziert.

Es reicht wenn ihr jedesmal ein neues Gerät kennenlernt. Das Gerät wird dreimal genommen: Zum zeigen, zum üben, zum kann ich.
Ein paar nette Sprünge ums Eck und das reicht.

Was Paule auch merkt ist deine Unsicherheit. Ich bin selber zu Anfang auch so eine Dumpfbacke gewesen die erst lernen musste Kehren zu machen, zeigen und Wege finden.
Das verunsichert natürlich den Hund. Aber das wird besser, auch ich habe es gelernt.

Wie sieht es mit der Motivation aus? Habt ihr ein Spielzeug was Paule gerne mag?
Um Ruhe rein zubringen würde ich ihn nach jeder Hürde erst mal belohnen. Das wird irgendwann auf jede zweite Hürde reduziert.
Und vergiss nie mit einer Übung abzuschliessen die Paule und auch du gut kannst. Lobe ihn dafür tüchtig.
Nichts ist schlimmer als frustriert vom Platz zu gehen.

Lieben Gruß von Helga und ihrer Bande
Gast
  • Forenwelpe
Hallo,

einen Hund, aber auch eine/n Hundeführer/in frustriert vom Paltz gehen zu lassen, ist eine ganz schlimme Sache. Das sollte auf keinen Fall sein.
Auch die Anforderungen erscheinen mir für einen Anfänger sehr hoch. Wenn ich daran denke, wie ich Agility begonnen habe. Da war ein selbst ein kurzer Parcours noch kein Thema.
Du schreibst, Du hättest Seminare besucht. Was waren denn das für Seminare?

LG
Volker und Aussie-Bande
Keyla
  • Begleithund
Beiträge: 1761
Hallo und danke für die Antworten,

dann war mein Gefühl richtig, es war zuviel und irgendwie habe ich Paule wahrscheinlich auch überfordert - muss ich mehr darauf achten - wo seine Grenze der Motivation liegt.

@Volker
Das waren so Sachen in Richtung UO und BH-Vorbereitung - die Seminare, die Hunde kannten sich aber ganz gut und es war nicht so stressig,weil weniger "Action". Paule ist sehr gestresst auf dem Platz - kommt eigentlich kaum zur Ruhe, auch beim zu schauen nicht. Ist beim Agility ja kein ungewöhnliches Phänomen, aber ich lege eigentlich immer sehr viel Wert auf Ruhe.
Werde mal darauf achten, mehr Ruhe zu vermitteln - das nächste Mal.

Grüßle Jammie
"Alles Wissen die Gesamtheit aller Fragen und alle Antworten ist in den Hunden enthalten." Franz Kafka
Gast
  • Forenwelpe

Agility

Hallo^^

Habe mit meinem Toschi auch Agility im Verein angefangen... Auch wir haben von anfang an recht viel in der Übungsstunde gemacht, Toschi hat damit allerdings keine Probleme!! Trotzdem verinnerliche ich es gerne noch mal in Ruhe, weswegen ich mir einfach ein paar eigene Hindernisse und einen Tunnel angeschafft habe!! Die Hindernissse sind ganz simple eigen gebaute der Tunnel ist einer aus sonem Kinder spiel set^^ Zu Hause übe ich jetzt immer mal die verschiedenen sachen IN RUHE und wann ich und mein Hund es will... mir hat das viel geholfen sodass er jetzt im Unterricht einfach routinierter ist und ein wenig die Aufregung weg ist, weil es für ihn ja schon zu etwas ganz normalen geworden ist
Vielleicht würde dir das ja auch helfen...
LG Janina
Flying Dart
  • Forenwelpe
Beiträge: 32
Min. 30 Hunde auf einmal auf dem Platz? Wie soll sich der Hund da konzentrien, wenn irgendwo immer Aktion ist.
Gruß Günter
Keyla
  • Begleithund
Beiträge: 1761
Hallo Günther,

ja, dass ist in der Tat schwierig, also es trainieren drei Gruppen parallel - der Platz ist fast so groß wie ein Fußballfeld, aber da Paule eben nicht so "vereinsgeschult" ist - lenkt ihn das schon ab und ich habe fest damit gerechnet, dass er mal eben stiften geht - das peinliche ist nur, dass die anderen wirklich nie stiften gehen und man etwas peinlich aus der Reihe fällt , aber ich kann da auch mal schmunzeln.

Allerdings laufen nicht alle gleichzeitig, aber auch in den Pausen ist Paule aufgepusht - weil eben immer irgendwo Action ist. Ich habe mich am Anfang gefreut - das Bellen kann ja auch Motivationsbellen sein und bei ihm ist es eine Mischung, allerdings auch ein beträchtlicher Teil Stress und das gefällt mir nicht so gut - ich bin immer sehr für Ruhe.
Also im Lauf kann er gerne mal bellen, aber davor und beim warten - möchte ich es eigentlich nicht.
Als ich das ansprach, mehr Ruhe - meinte der Trainer, ist doch gut wenn er schnell ist , mhhhh - also schnell ist Paule und auch motiviert, ich denke - wenn man das erstmal etwas runterfährt und ganz viel mit Beherrschung & Koordination arbeitet - kann man später, wenn wir uns eingependelt haben - sicher auch das Tempo erhöhen.

Ich werde bei nächsten Training nochmal das Gespräch suchen!
Danke, für alle Meinungen!

Lieben Gruß
"Alles Wissen die Gesamtheit aller Fragen und alle Antworten ist in den Hunden enthalten." Franz Kafka
Zuletzt geändert am 31.05.2010 18:56 Uhr
Mehlemer Bürgerin
  • Alpha Hund
Beiträge: 8090
Hallo oute mich gleich als nicht Agi Fachfrau, wie in der Überschrift erbeten, aber im Prinzip ist es bei diversen Sportarten gleich also kann ich jetzt nur vom THS ein paar Parallelen schließen:
Denke auch, es sind viel zu viele Hindernisse, die ihr bewältigen müsst, vorallem gleich Kombinationen...
Wird denn normalerweise nicht nach und nach erst jedes Hindernis einzeln erlernt und später erst zusammengefügt?
Die Temposache, die der Trainer anspricht finde ich kontraproduktiv, auch bei uns wird erst alles langsam gefestigt, also Angang, Sprung und Abgang, bevor man auf die Tube drückt, ausser jetzt, man braucht für manches etwas Schwung...
Wie Du sagst als bisherige Einzeltrainiererin ist es echt eine wahnsinnige Konzentrationssache, da sind sicher die Übungseinheiten auch noch zu lange
Auf jeden Fall soll man positiv vom Platz gehen, wenn man nun merkt der Hund ist z.B. platt und hats deshalb verhauen, sollte man schnell noch eine einfache positive Sache reinschieben und übermässig loben, auch schon beim vorherigen Missgelingen nicht unmutig werden, sodass der Hund nicht den eigenen Frust darüber bemerkt.. vielleicht kannst Du beim nächsten Mal schon besser einschätzen, wanns zuviel wird, damit Du grad noch Zeit hast was einfaches einzustreuen und damit abzubrechen...Manche warten echt so lange bis der Hund total platt ist und brechen dann mittendrin ab, also versuchen, es gar nicht so weit kommen zu lassen, eigentlich kennt man ja seinen Hund und der gibt einem in der Regel auch schon vorher Zeichen, dass bald schluß ist...
Claudia ohne Nino am
Mehlemer Bürgerin
  • Alpha Hund
Beiträge: 8090
schliesse mich dem Interesse an...
Claudia ohne Nino am
blubbl
  • Begleithund
Beiträge: 1537
+ 1
Ich wollte mich den anderen noch mal anschließen und finde auch dass es für deinen Hund viel zu viel ist.
Ich an deiner Stelle hätte erstmal zwei Stunden so mit gemacht und von Paule einfach nur Grundgehorsam unter Ablenkung gefordert, damit er sich erstmal an die Situation gewöhnen kann. Ich hätte auch fürs ruhige Pause machen erstmal richtig viel belohnt, damit die Pause nicht so stark im Kontrast steht zur ARbeit, sondern auch als positiv wahrgenommen wird.
ERst wenn er dort ruhig arbeitet und entspannt Pause macht, hätte ich selber angefangen mit dem "echten" Agility.
Zum Kläffen: Ich weis nicht, wie die anderen es sehen, aber wir sehen es so: Kläffen = STress, Stress wollen wir nicht haben, also müssen wir es so aufbauen, dass nicht so starker STress entsteht.
AUßerdem, entweder du lässt deinen Hund ganz oder garnicht beim Agi bellen, denn die HUnde die erstmal anfangen puschen sich selber so hoch, dass sie irgendwann Dauerkläffen sobald sie die Hürden sehen, dass nervt und ist für den Hund auch nicht erholsam, es erschwehrt das Lernen, da Lernen ja auch mal " Sacken lassen " bedeutet, was in diesem Zustand aber nicht möglich ist.

Zu den Hindernissen:
Ich kenne es so, dass man erstmal überhaupt keinen Parcours läuft. Wir achten stark auf die Führung und darauf, dass der Hund auch auf Distanz exakt gearbeitet werden kann, damit wir Wege sparen und Wechsel präziese vorher planen können.
Bei uns werden schon verschiedene Hindernisse trainiert, aber höchstens drei in einer Stunde und dafür dann gründlich.
Bevor wir im Parcours z.B. die A- Wand laufen lassen, hat der Hund schon gelernt, sie alleine zu laufen mit Kontaktzone ect. wenn wir schon 5-10 M vorher stoppen und abwenden o.ä.
Bevor Hürden gelaufen werden, liegen die Stangen zur Gelenkschonung auf dem Boden und man übt führen in Achten, macht blinde Wechsel und baut auch mehrere Hindernisse mit ein, so dass auch schon ein "out" trainiert wird.
Desweiten wird trainiert, immer brav am Anfang abzusitzen, klappt das nicht, wird das vor allem anderen trainiert.
So ist es, wenn dann endlich immer längere Parcoure gelaufen werden für den HUnd weniger Stressig, weil er sich voll auf seine Aufgabe konzentrieren kann und weis wie sich alles anfühlt( er hat z.B. kein mulmiges Gefühl mehr wegen der Wippe o.ö.). Desweiteren weis er genau welches KOmmando was bedeutet und muss nicht Raten. Außerdem wird man selber viel sicherer was Führung angeht, so dass man sich selber unterbewusst viel besser im Parcours zurecht findet.

Unsere Hunde kläffen im Parcours und auch sonst so gut wie garnicht. Die eine Hündin ganz selten mal, besonders wenn sie Führung vermisst, die ist aber auch die ersten Jahre kläffend Agility gelaufen und hat immer noch Mühe sich nicht so aufzupuschen. Die anderen sind leise und arbeiten sehr präziese und schnell( außer Nanouk, der ist eher langsam, das hat aber andere Gründe ).
Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Zuletzt geändert am 25.06.2010 21:46 Uhr
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