Böses Erlebnis

toyrun
  • Forenwelpe
Beiträge: 46
+ 1
Hallo,
ich habe gestern mit einem Hund ein unschönes Erlebnis gehabt und wollte dies hier mal erzählen. Vielleicht hat jemand einen Rat wie ich mich in Zukunft bei so etwas verhalten bzw. wehren kann.
Ich war mit meiner Hündin in einer Hundezone, wir waren gerade angekommen und ich hatte die Leine runter gegeben.
Da kommt eine junge Frau mit einem Stafford und gibt auch die Leine runter. Die Hunde beschnuppern sich, wir stehen einige Meter von den beiden entfernt. Plötzlich beginnt der fremde Hund wie wild auf mich zuzulaufen und springt mich mit voller Wucht an. Ich dachte noch, der springt jetzt wirklich und habe die Hände ganz fest in die Jackentasche vergraben, mich steif gemacht und mein Gesicht weg gedreht als das Tier mit allen vier Pfoten auf mir landetet und mit seinem Kopf in der Höhe von meinem Hals war. Die junge Frau entschuldigte sich und sagte, sie hat den Hund erst vor kurzem aus dem Tierheim geholt und sie arbeiten daran dass er nicht jeden anspringt. Na ich hab gesagt, sie soll ihm wenigstens einen Beißkorb geben bis das Training Erfolg zeigt, da bekommt man ja Angst. Ich hatte noch nicht ausgesprochen, da kam der Hund diesmal von hinten angelaufen und ist wieder mit voller Kraft gegen meinen Rücken gesprungen. Dann ist er nochmal von der Seite mit allen Vieren in der Luft gegen mich gehüpft und dann endlich hat die junge Frau das Tier eingefangen und angeleint.
Ich hatte wirklich Angst bekommen und nachher überlegt, was wenn ich umgefallen wäre oder geschrien oder mit den Armen gefuchtelt hätte? Wollte der nur völlig wild mit mir spielen, oder hätte der mich sofort angegriffen und gebissen wenn ich am Boden gelegen hätte? Ich muss ehrlich sagen dass mich dieser Vorfall sehr beschäftigt.
An meiner Hündin zeigte der fremde Hund kein Interesse und war gegen sie auch nicht aggressiv.
Wie könnte ich mich in Zukunft schützen wenn so etwas noch mal vorkommt? Habe ich mich richtig verhalten? Soll ich mir in Zukunft Pfefferspray oder was ähnliches einstecken um uns für den Ernstfall zu schützen bzw. zu wehren?
Ich hoffe ich komme hier jetzt nicht als besonders empfindlich oder ängstlich rüber, aber ich hatte wirklich Angst dass die Situation eskaliert und was dann?
Würde mich interessieren was eure Meinung dazu ist und wir ihr reagiert hättet oder ähnliches erlebt habt.
Danke für die Antworten und liebe Grüße!
meerestaucher
  • Hundetrainer
Beiträge: 4196
ich glaub da hätt ich der besitzerin mal ein paar takte gegeigt. auch wenn sie diesen hund gerad erst aus dem tierheim hat, oder gerade dann, sollte sie ihn noch nicht so ohne leine rumlaufen lassen. da wäre ich echt stinkig geworden.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
Zuletzt geändert am 05.12.2011 11:48 Uhr
Bine+Lupo
  • Begleithund
Beiträge: 740
+ 1
Hi,

uuuii, da hätte ich mich auch erschrocken! Gut, dass nix passiert ist. Denke der Hund ist einfach unerzogen und übermütig. Sprungstark sind die Staffs ja eh. Ich denke eigentlich nicht, dass er dir was tun wollte sonst hätte er ermutlich gepackt was er in die Zähne bekommt. Respekt Menschen gegenüber hat er wohl nicht gelernt. Das Verhalten ist schon ziemlich frech. Aber sein Frauchen meinte ja sie arbeitet dran..mal hoffen,dass es fruchtet.

Zukünftig würde ich dir empfehlen dich einfach wegzudrehen und den Hund ins Leere springen zu lassen. Notfalls kannst du auch dein Bein hochnehmen und der Hund wird dann dadurch gebremst. Ist aber nicht die feine, gewaltlose Art....kann auch mal Stress geben mit dem andern HH. Aber bevor mir ein Hund ins Gesicht springt.....

LG
Grüße von Bine und
iLoVeMyDoGi
  • Forenwelpe
Beiträge: 113
ach herrje...tja Staffs sind nun einmal Kraftprotze. Und wenn die Hunde ihre Kraft nicht einzuschätzen wissen, kommt sowas bei raus
Ich hatte auch einmal eine Situation mit einem Staff, bzw. vor allem dessen Herrchen. Wir hatten einen Staff-Rüden zur Pflege und trafen einen anderen Staff-Rüden. Unsere Hunde spielten und wir kamen aufs Thema Kampfhundgesetz etc. zu sprechen. Auf einmal ging das Herrchen zu seinem Auto und holte ein Messer heraus und meinte, würde der Hund einmal durchdrehen, weil das seien nun einmal Bestien, würde er ihn mit dem Messer erledigen. Man wisse ja nie. ich meine das ist ja auch schön und gut, aber das fand ich echt zu heftig.


Liebe Grüße

Kirstin und Rico
Liebe Grüße
Kirstin und Rico
Gast
Ich finde nicht, dass das übertrieben ängstlich rüberkommt - da hätten sicher viele von uns ein flaues Gefühl bekommen! Ich bin auch schon zweimal Mal in ähnlichen Situationen gewesen und war auch jedes Mal schockiert! Einmal saß ich zum Beispiel in aller Ruhe in einem Park auf einer Bank und las ein Buch, als ich einen Rottweiler sah, der seinem Halter ewig weit vorauslief und aus einem Grund, den ich nicht genau einordnen konnte, dachte ich, da läuft jetzt gleich was schief! Vielleicht war es irgendetwas am Verhalten des Hundes, ich weiß es nicht. Ich hatte den Halter daraufhin gebeten, doch bitte seinen Hund anzuleinen, was ihm aber nicht möglich zu sein schien, weil der Hund sich aus dem Gerufe überhaupt nichts machte. Schließlich gab der Mann auf, ohne auch nur einen Schritt schneller zu gehen, und prompt sprang mir der fremde Rottweiler auf den Schoß!!! Auch wenn ich mit großen Hunden aufgewachsen bin, hatte ich mich zunächst ziemlich erschrocken! Da der Halter aber seinen Hund nun wirklich nicht kontrollieren konnte und noch immer sehr weit entfernt war, hatte ich - sobald ich mich wieder etwas vom Schreck erholt hatte - gemacht, was ich gemacht hätte, wenn mein Hund das gemacht hätte: Ihm ein Abbruch-Kommando gegeben und ihn danach, weil das ja schon mal so gut klappte, vor mir absitzen lassen. Das war Mittel zum Zweck, denn so kam sein verantwortungsloses Herrchen nicht darum herum, zu mir zu kommen, um seinen Hund abzuholen! An der Stelle hatte ich ihm dann gesagt, was ich von der ganzen Aktion gehalten hatte, habe ihn darauf hingewiesen, dass ich indirekt dankbar sei, dass der Hund mir und nicht etwa einem kleinen Kind auf den Schoß gesprungen sei, welches möglicherweise dadurch sein Leben lang Angst vor Hunden bekommen hätte. Dann hatte ich ihn darauf hingewiesen, dass ich häufiger Mal in dem Park sei, weil ich (damals) eben gleich gegenüber wohnen würde, und wenn ich noch einmal sehen würde, dass sein komplett nicht abrufbarer Hund ohne Leine liefe, würde ich den Vorfall unmittelbar zur Anzeige bringen. Fazit: Ich hatte den Hund wirklich nicht mehr ohne Leine laufen sehen! Es hat also etwas bewirkt! Ich bin nicht dafür, solche Aktionen anzuzeigen und hatte das auch zu keinem Zeitpunkt vor, aber ich denke, wenn Situationen schon auf uns als Hundehalter als bedrohlich wirken und ein Hund komplett rücksichtslos gehalten wird, dabei am besten noch nicht abrufbar ist, dann sollte man wirklich auch mal etwas deutlich werden dürfen. Oh, und Menschen, die erklären, sie würden ihrem Staffordshire, den sie gerade aus dem Tierheim geholt hätten, dass Anspringen gerade abgewöhnen, die aber auf der anderen Seite nach der ersten solchen Aktionen weiteres Hochspringen nicht zu verhindern wissen ... Mir komplett unerklärlich Pfefferspray würde ich in deiner Stelle aber nicht mit auf die Gassirunden nehmen, wenn der Wind schlecht steht, bekämst du es ja möglicherweise zusätzlich noch selber ab ...
silvie86
  • Moderator
Beiträge: 1476
+ 4
Ich denke, man wird doch mehr von den Medien geprägt, als einem lieb ist... Denn sei mal ganz ehrlich, wärst du ebenso ängstlich gewesen, wenn es anstatt eines Staffs ein Labbi oder Goldie gewesen wäre? Die können ähnlich temperamentvoll sein und sein leider auch all zu oft schrecklich unerzogen... Oder war dir mulmig, weil ein Soka vor dir stand?
Abgesehen davon, dass sich die Halterin echt nicht richtig verhalten hat und ja, du hättest durchaus fallen können-was jedoch passiert wäre, ist reine Spekulation und wäre dem Hund gegenüber unfair. Auch Pfefferspray fände ich übertrieben-wie gesagt, der Hund schien ja nun nicht zwingend aggressiv zu sein. Ich hätte der HH ein paar Takte gesagt und wäre wohl nach der zweiten "Attacke" einfach mit meinem Hund gegangen.
Was du in Zukunft tun kannst? Ich würde mit einem Lautstarken "Nein" oder "Hey" sowohl Hund als auch Halter deutlich machen, dass ich mich nicht behüpfen lassen mag und das auch nicht lustig oder gar niedlich, sondern gefährlich finde... Ganz gleich, welcher Rasse der Hund angehört.
Die Liebe zum Hund ist des Menschens Sehnsucht nach dem Paradies.
caro137
  • Begleithund
Beiträge: 1681
+ 2
Ach ja - die lieben Vorurteile .
Ein Labbi der einen so anspringt ist einfach nur übermütig, unerzogen und rüpelig - unschön zwar, aber kein Grund sich Gedanken zu machen und einen Thread zu schreiben.
Wenn ein Staff (der 10 kg weniger wiegt) das gleiche macht, wird gleich an Lebensgefahr, Pfefferspray und Anzeige gedacht .

Ich verstehe, dass Du Dich erschrocken hast, und akzeptiere es auch nicht, dass Hunde einen einfach anspringen (egal ob klein oder groß).
So wie Du die Situation beschreibst, war es zwar unerzogen und rüpelig von dem Staff, aber kein Anzeichen einer gefährlichen Aggression.
Außerdem hat ihn die Besitzerin ja auch nicht einfach wild auf Dich zurennen lassen, sondern Du hattest zuerst "die Leine runtergegeben" und warst demnach damit einverstanden, dass sie ihn auch losläßt.
Ich denke ihr beide seid in der Situation davon ausgegangen, dass das Interesse am anderen Hund stärker wäre als an einem anderen Menschen.
Staffs sind allerdings generell (ok es gibt immer Ausnahmen) extrem menschenfreundlich, überschwänglich und grobmotorisch .... das muss man natürlich so kontrollieren, dass sich niemand belästigt oder bedroht fühlt (gilt auch für alle andern Hunde) - aber daran will die Besitzerin ja arbeiten.

"Funktionieren" alle Eure HUnde schon perfekt? Ist noch keiner zu unfreiwillig zu einem anderen hingerannt oder mal an einem anderen Mensch vor Übermut hochgesprungen ???
The greatness of a nation and its moral progress can be judged by the way its animals are treated (Mahatma Gandhi)

Nur indem wir die Hunde vor gefährlichen Menschen schützen,
schützen wir die Menschen vor gefährlichen Hunden !
Zuletzt geändert am 05.12.2011 14:48 Uhr
caro137
  • Begleithund
Beiträge: 1681
+ 3
ZUm Thema "Beißkorb":
hättest DU bei einem Labbi erwartet, dass er für "Anspringen" Maulkorbzwang bekommt?
hättest DU Deinen HUnd freigelassen wenn Dir ein Staff mit Maulkorb entgegenkommt?
hättest Du Dich von einem HUnd mit Maulkorb weniger bedroht gefühlt?

Ein Maulkorb führt automatisch zur Ausgrenzung und Stigma "gefährlich".
Wir konnten das bei einer Demo live erleben: Die Hunde die dabei waren , waren alle lieb, gut erzogen und sozialisiert.
Die ohne Maulkorb wurden gestreichelt, um die mit Maulkorb wurde ein Bogen gemacht
The greatness of a nation and its moral progress can be judged by the way its animals are treated (Mahatma Gandhi)

Nur indem wir die Hunde vor gefährlichen Menschen schützen,
schützen wir die Menschen vor gefährlichen Hunden !
Gast
+ 1
Generell erwarte ich von allen Hundehaltern, ihre Hunde rücksichtsvoll zu halten, egal welche Rasse sie halten. Mitunter das größte Ärgernis auf meinen Gassirunden war dieses Jahr sicher ein Labrador, der jeden Tag in einem stehenden und demnach auch ziemlich stinkenden Wasser ausgiebig geschwommen hatte und anschließend alle Leute, die ihm über den Weg liefen (davor aber bestimmt auch schon ...), dann klatschnass mehrmals ansprang. Dieser Hund hat mir in diesem Jahr schon so oft die Klamotten komplett verdreckt, dass ich mich frage, ob die Besitzer eventuell die Reinigungskosten scheuen und sich daher noch kein einziges Mal entschuldigt haben, denn viele viele andere Halter haben mir bereits von denselben Problemen mit exakt demselben Hund berichtet. Abgesehen davon, dass ich aber von ALLEN Hundehaltern erwarte, rücksichtsvoll zu sein, weiß ich, dass einzelne Rassen eine vergleichsweise sehr niedrige Reizschwelle haben, welche ihnen durch Rassezucht bedingte Selektion angezüchtet wurde, und daher wäre ich sicherlich - wie die Fragestellerin eben auch - sehr verunsichert gewesen, wenn mir ein unbekannter Hund einer solchen Rasse mehrmals beinahe ins Gesicht gesprungen wäre!
Zuletzt geändert am 05.12.2011 15:11 Uhr
OlèOla
  • Begleithund
Beiträge: 731
+ 4
Sicherlich ist diese Art des Empfindens mediengeprägt.
Dennoch spielt es in diesem Moment keine Rolle und obwohl die Angst einfach nur gesellschaftlich diskursiv konstruiert worden ist, hat es sich dennoch in vielen Menschen verankert.
Das bedeutet, dass auch solch "konstruierte" (und deshalb nicht weniger ernstzunehmenden) Ängste bestehen und man sie respektieren muss.
Bedeutet, dass ein "Labbi-Vergleich" an der Stelle vergebene Mühe ist.

Da möchte ich doch gleich wieder mein Spinnenbeispiel anbringen.
Ich habe noch nie etwas davon gehört, dass ein Weberknecht einen Menschen auf dem Gewissen hat.
Wohl aber die nicht ganz ungefährliche Bananenspinne, die es ein paar Mal auch in hiesigen Supermärkten schon gegeben hat.
Das führt dazu, dass ich als Spinnenphobikerin nun sehr vorsichtig in die Bananenkiste greife.
Vermutlich hätte sich nichts an meinem Einkaufsverhalten verändert, hätte ich nichts davon den Medien gehört.
Ähnlich wie der Mythos von der Vogelspinne in der Yuccapalme.

Würde ich also einen Weberknecht entdecken, der zufällig auf meinem Arm sitzt, würde ich mich doch sehr erschrecken, wahrscheinlich würde ich aber nicht in völlige Hysterie verfallen.
Je größer und dicker die Spinne, desto absurder mein Verhalten und vor allem meine Angst.
Kann man sich nun also vorstellen, was wäre, würde ich eine "andersartige" und medienpräsentere Spinne auf meinem Arm entdecken.

Kurz gesagt:
Die TE kann nichts für ihre Ängste und deshalb braucht man ihr da auch nicht mit Vorwürfen um die Ecke kommen.

Mir wäre auch mulmig geworden und ich bilde mir ein, keine großen Ängste vor anderen Hunden zu haben.
Je nach Verhalten des Hundes, würde ich dann auch handeln.
Ist es ein "spielwütiger" Labbi, würde ich ihn doch recht barsch von mir weg schubsen.
Ist es ein Hund, den ich nicht einschätzen kann, käme ich vielleicht nicht auf die Idee (was auch gut ist).

Ich finde die TE hat sich richtig verhalten und mir würde das Verhalten der Besitzerin des Staffs noch mehr zu denken geben.
Sie hat ihn noch nicht lange und lässt ihn jetzt schon (ohne ihn offenbar richtig einschätzen zu können) von der Leine.
Das ruft nicht gerade ein beruhigendes Gefühl bei dem angesprungenen Menschen hervor.
Hätte ich einen Hund, der jeden fremden Menschen anspringt (egal aus welcher Motivation), bliebe er an der Leine- so einfach ist das.
Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
Kostenlos anmelden
MY dogSpot - LOGIN
Passwort vergessen?
Gerade online
Elvis07
Elvis07Online seit
39 Minuten
Feuerwolf
FeuerwolfOnline seit
41 Minuten
Gastonbärchen
GastonbärchenOnline seit
47 Minuten
brigittebeusch
brigittebeuschOnline seit
71 Minuten