Auf Umwegen

Linus0572
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Beiträge: 7
Im November des vergangenen Jahres holte meine Lebensgefährtin Grobi zu uns. Zunächst war ich skeptisch, da Grobi erst eineinhalb Jahre alt und sehr quirlig war. Doch sie wollte nur iohn, keinen anderen. Sie meldete ihn im Hundeverein an und beschäftigte sich auch sonst sehr viel mit ihm. Zu diesem Zeitpunkt ging ich noch in Teilzeit arbeiten, so dass ich mich ab nachmittags um ihn kümmern konnte.

Ende Februar trennte sich meine Lebensgefährtin nach sieben Jahren von mir und zog in eine andere Wohnung im selben Haus. Wir vereinbarten, dass sie weiterhin am Morgen mit ihm Gassi geht und an den Wochenende auf den Hundeplatz, um den Rest würde ich mich kümmern. So blieb Grobi bei mir.

Anfangs funktionierte alles sehr gut und Grobi war bestens versorgt. Nach und nach zog sie sich jedoch immer mehr zurück und kümmerte sich immer weniger um ihn. An den Wochenenden gab es immer neue Ausreden, wieso man nicht auf den Hundeplatz gehen kann und nachdem sie sich ein neues Motorrad gekauft hatte, kümmerte sie sich überhaupt nicht mehr um ihn. Als ich sie darauf ansprach meinte sie nur lapidar, dass sie sich einfach nicht mehr um ihn kümmern könnte. Für mich eine Ausrede, nichts anderes. Es geht ihr schlicht darum, ihr Leben zu leben, ohne Rücksicht auf irgendwen.
Da ich nun aus der ehemals gemeinsamen Wohnung ausziehen möchte, auch um selbst endlich abschließen zu können, sprach ich sie darauf an, dass ich Grobi dann nicht mitnehmen kann, da ich wieder in Vollzeit arbeite und ihn nicht jeden Tag neuen Stunden alleine lassen kann und möchte. Da sie Grobi aber nun in ihrem neuen Lebensstil stört, würde sie ihn dann einfach abgeben. Ich würde es eher abschieben nennen.

Es ist erschreckend und furchtbar traurig, wie schnell sich ein Mensch doch verändern kann und auf nichts und niemanden mehr Rücksicht nimmt. Grobi hat große Verlustängste und ich werde ihn auf gar keinen Fall im Stich lassen. Nun habe ich glücklicherweise die besten Arbeitskollegen der Welt, welche mir in der Situation schon sehr geholfen habe. Über meinen Chef habe ich nun jemanden gefunden, wo Grobi tagsüber bestens versorgt wäre. Ich könnte ihn morgens dort abgeben und nach Feierabend wieder holen. Neben mehreren anderen Hunden sind dort auch Schweine und ich denke und hoffe, dass es funktioniert und für Grobi einfach nur ein großes Abenteuer werden wird.

Nach all dem Stress, Streit und Leid, nach all den Tränen und der Verzweiflung, wie es denn nun weitergehen soll, werde ich am Wochenende mit Grobi hinfahren und wir werden schauen, ob er sich mit den anderen Hunden und den Schweinen verträgt.

Drückt mir die Daumen, dass es klappt. Damit der kleine Kerl endlich mal zur Ruhe kommt und sein Leben genießen kann. Eines jedoch steht fest. Egal, was passiert. Ich werde ihn nicht im Stich lassen!
Catalou
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Beiträge: 1834
Das ist schlimm, aber ausbaden muss es der Hund, der nicht mehr erwünscht ist und sein Zuhause verliert.

Ich mach dir zu deinem Kummer keine weiteren Vorhaltungen, aber manchmal ist es so, dass man sich ohne viel nachzudenken, was im Fall des Falles mit dem Hund geschehen soll, einen Hund nimmt, der wohl geliebt wird, aber wegen der veränderten Umstände abgeschoben werden muss.

Ich drücke DEINEM HUND die Daumen, dass er ein neues Zuhause findet, wo er bleiben darf und es ihm gut geht.

Auch dir wünsche ich alles Gute!

LG Tina
Zuletzt geändert am 16.06.2016 10:51 Uhr
tomstep
  • Alpha Hund
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+ 1
wie dem auch immer sei, ich finde Grobi scheint nun super betreut zu werden und (vorausgesetzt es klappt alles) wird er mit anderen Tieren und auch Hunden sicher eine gute Zeit verbringen können dort.
Kurz gesagt : Es ist wie es ist und Du hast für Euch beide die beste Möglichkeit eingerichtet die in dieser Situation möglich ist !
Die Alternative wäre vermutlich ein Tierheim oder irgend ein Mensch den weder Du noch Grobi kennt.
Ich finde das es sich wirklich prima anhört was mit dem Hund passiert und Du willst ja alles beobachten !
"Wäre doch nur ein Bruchteil der Schäferhundbesitzer so klug wie ihre Tiere."
(Stefan Wittlin, schweizer "Medicus-Canis", Kynologe-Hundetherapeut)
Linus0572
  • Forenwelpe
Beiträge: 7
Original von Catalou:

Das ist schlimm, aber ausbaden muss es der Hund, der nicht mehr erwünscht ist und sein Zuhause verliert.

Ich mach dir zu deinem Kummer keine weiteren Vorhaltungen, aber manchmal ist es so, dass man sich ohne viel nachzudenken, was im Fall des Falles mit dem Hund geschehen soll, einen Hund nimmt, der wohl geliebt wird, aber wegen der veränderten Umstände abgeschoben werden muss.

Ich drücke DEINEM HUND die Daumen, dass er ein neues Zuhause findet, wo er bleiben darf und es ihm gut geht.

Auch dir wünsche ich alles Gute!

LG Tina

Deswegen bin ich ja auch so enttäuscht. Ich kenne meine ehemalige Lebensgefährtin gar nicht so. Bislang standen für sie die Hunde stets an erster Stelle. Als ich sie vor sieben Jahren kennenlernte war unter anderem das ein Grund, warum wir zusammengekommen sind. Es hat mir einfach imponiert zu sehen, dass sie Verantwortung übernehmen und auch tragen kann. Jetzt auf einmal ist der Hund nur noch ein Störfaktor, mit dem man nichts mehr zu tun haben will, weil man ja lieber Motorrad fahren und Spaß haben will.

Grobi hat ein Zuhause, nämlich bei mir. Und das auf Lebenszeit. Auch wenn ich mich berufsbedingt tagsüber nur am Wochenende um ihn kümmern kann. Abgeschoben wird er auf keinen Fall, nur über meine Leiche.
Catalou
  • Begleithund
Beiträge: 1834
OK, da hab ich dich missverstanden und es ist schön, dass du zu Grobi stehst und ihn nicht ganz weggibst.

Entschuldigung
Zuletzt geändert am 16.06.2016 11:43 Uhr
Linus0572
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Beiträge: 7
Original von Catalou:

OK, da hab ich dich missverstanden und es ist schön, dass du zu Grobi stehst und ihn nicht ganz weggibst.

Entschuldigung

Kein Problem. Und keine Sorge, ich würde Grobi niemals ganz abgeben. Das hat er nun schon viel zu oft erlebt mit seinen gerade mal zwei Jahren. Nur tagsüber muss ich ihn irgendwo unterbringen, damit er nicht in der Wohnung versauert. Außerdem werde ich auf jeden Fall auch einen Hundeverein hier in der Umgebung suchen.
Feuerwolf
  • Begleithund
Beiträge: 918
Hm....natürlich ist Deine Situation arg schlimm......aber so ist es leider bei den meisten Trennungen......ob nun gemeinsame Kinder oder Hunde da sind.

Dass Deine Freundin den alten Lebensabschnitt abschließen möchte evtl. für sich auch muss, kann ich aber auch verstehen.
Nur so gelingt ihr und auch damit Dir ein Neuanfang.
Wäre es jetzt nicht das Mortorrad wäre es vielleicht ein Umzug nach Timbuktu oder ein neuer Freund mit Hundehaarallergie etc. etc.

Und Du hast Dich super um Dein Hundi gekümmert, hast eine tolle Lösung gefunden. Nämlich einen Ort, wo der Hund gerne willkommen ist, wenn Du arbeitest. Denn auch ein Hund merkt, ob er nur geduldet bzw. Ballast ist oder ob er gern gesehen ist an einem Ort. Und das ist für die Hundeseele wichtiger.

Daher wünsche ich Euch Beiden einen guten Neustart......ein Tor ist zugetan, doch tausend sind noch offen...

LG Feuerwolf
Linus0572
  • Forenwelpe
Beiträge: 7
+ 1
Original von Feuerwolf:

Hm....natürlich ist Deine Situation arg schlimm......aber so ist es leider bei den meisten Trennungen......ob nun gemeinsame Kinder oder Hunde da sind.

Dass Deine Freundin den alten Lebensabschnitt abschließen möchte evtl. für sich auch muss, kann ich aber auch verstehen.
Nur so gelingt ihr und auch damit Dir ein Neuanfang.
Wäre es jetzt nicht das Mortorrad wäre es vielleicht ein Umzug nach Timbuktu oder ein neuer Freund mit Hundehaarallergie etc. etc.

Und Du hast Dich super um Dein Hundi gekümmert, hast eine tolle Lösung gefunden. Nämlich einen Ort, wo der Hund gerne willkommen ist, wenn Du arbeitest. Denn auch ein Hund merkt, ob er nur geduldet bzw. Ballast ist oder ob er gern gesehen ist an einem Ort. Und das ist für die Hundeseele wichtiger.

Daher wünsche ich Euch Beiden einen guten Neustart......ein Tor ist zugetan, doch tausend sind noch offen...

LG Feuerwolf

Dankeschön. Genau genommen ist Grobi gar nicht mein Hund, sondern ihrer. Er läuft auf ihren Namen. Ich habe ja auch durchaus Verständnis dafür, dass man ein neues Leben beginnen möchte. Dennoch bin ich der Meinung, dass ich eine Verantwortung, die ich mir selbst ausgesucht habe nicht einfach so abgeben kann, nur weil es gerade so am besten in die Situation passt. Mit Sachen ok, aber niemals mit Tieren oder Menschen, dafür habe ich keinerlei Verständnis.
meerestaucher
  • Hundetrainer
Beiträge: 4196
dann würd ich aber auf alle fälle SCHRIFTLICH festlegen, dass Grobi ab jetzt dein Hund ist.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
Shibaherz
Beiträge: 20684
Da schließe ich mich jetzt Meerestaucher an, denn bei Deiner Ex scheint ja eine gewisse Unberechenbarkeit zu obwalten

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
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