Abzocke im Namen des Tierschutzes?

julie2
  • Forenwelpe
Beiträge: 39
Ich muss meinem Ärger für das Vorgehen eines Tierschutzvereines Luft machen - ich finde, dieser Verein betreibt Abzocke der übelsten Sorte!

Es handelt sich um den Verein hundeblicke.de - auf diesen Verein sind wir über die Boxernothilfe gekommen. Dort war eine Boxerhündin mit ihren 8 Welpen aus Ungarn zur Notvermittlung eingestellt.

Wir haben uns für einen der Welpen interessiert und das Hundemädchen wurde auch für uns reserviert. Die Sache hat sich dann ziemlich gezogen und verzögert - anfangs hieß es, die Hundefamilie würde Anfang Mai nach Deutschland gebracht und von dort vergeben, jetzt kommen die Hunde erst am nächsten Wochenende tatsächlich an.

Nachdem wir aber in Wien wohnen und der Weg von Ungarn über Deutschland doch irgendwie in unserer Nähe über die Bühne gehen sollte, haben wir uns jetzt darauf geeinigt, dass wir uns mit dem Fahrer unterwegs irgendwo treffen - um uns und dem Welpen eine weitere stundenlange Fahrt von Deutschland (zurück) nach Wien zu ersparen.

Zu diesem Zweck haben wir heute den Schutzvertrag von hundeblicke.de zugemailt bekommen - und sind fast vom Sessel gefallen!
Die verlangen tatsächlich für einen nicht einmal 10 Wochen alten Welpen 280,- Euro Schutzgebühr!!
Und nocht dazu IM VORHINEIN zu bezahlen, also bevor wir den Hund noch in natura gesehen haben und irgendeinen Kontakt aufnehmen können..... - außerdem handelt es sich nicht um einen Rassehund, sondern um einen Welpen, wo man ja auch nie sicher sein kann, was daraus tatsächlich wird.

Nach Rücksprache mit einer Vertreterin eines anderen Vereins wurden wir auch darin bestätigt, dass dieser Betrag völlig überhöht ist.

Wir haben dann zurückgeschrieben, dass wir das völlig überhöht finden, und auch nicht beabsichtigen, im vorhinein zu bezahlen.

Daraufhin haben wir die unfreundliche Antwort erhalten, gut, dass der Vertrag jetzt schon geschickt wurde, somit erspart sich der Fahrer beim Transport den Umweg über Wien....
Und wir hätten keine Ahnung von Tierschutz, wenn uns der geforderte Betrag zuviel ist.

Nun - wir wissen tatsächlich nicht im einzelnen, welche Kosten den jeweiligen Vereinen bei der Hundevermittlung anfallen - allerdings hatten wir auch nicht vor, den Verein finanziell zu sanieren.
Wir wollten uns lediglich einen Hund nehmen.

Und ich denke, allein dadurch, dass wir nicht zum nächsten Züchter oder in den nächsten Laden gehen, um uns einen Hund auszusuchen, tun wir schon eine ganze Menge für die Hunde von der Straße und zur Unterstützung des Tierschutzes. Das verpflichtet uns aber nicht dazu, auch den Verein finanziell schadlos zu halten.
Wenn man die 8 Welpen + Mutter nimmt, sind das allein mehr als 2.500,- Euro, die dieser Verein allein für diese Notvermittlung einnimmt!!

Selbstverständlich ist uns bewusst, dass die Vereine sich nur durch Spenden finanzieren und auch beträchtliche Kosten haben, aber das rechtfertigt nicht diesen völlig überhöhten Betrag - bei einem erwachsenen Hund, der kastriert wird, wäre es ja noch einzusehen. Diese Hunde sind aber lediglich geimpft, unseres Wissens nach nicht einmal gechipt.
Wir wären auch nicht abgeneigt gewesen, einen adäquaten Kostenbeitrag zu leisten - aber nicht in dieser Höhe.
Vermutlich hätten wir dann auch noch als Spende den einen oder anderen Euro draufgelegt....

Auch die Antwort seitens der Dame dieses Vereins finde ich außerdem mehr als unpassend - so wird dem Tierschutz kein Gefallen getan.

Was meint ihr dazu??
liebe Grüße
julie2
JassyMonster
  • Begleithund
Beiträge: 832
Ich kann nur sagen, der Verein der von mir unterstützt wird verlangt 220€ Schutzgebühr für nicht kastrierte Hunde (auch Welpen) und 260€ für kastrierte.


Aber dieser Verein legt auch all seine Kosten offen. Und auch wie viel an Spenden herein kommen. Außerdem wie viel Arbeit sie in ihr Tierheim in Ungarn stecken.

Wie sieht das mit der Offenlegung dieses Vereins aus?
Ich kann die Welt nicht alleine retten, kann es aber zumindest versuchen.

christianeadler
  • Moderator
Beiträge: 20211
+ 1
Der Preis wäre bei den Welpen aus seriösen Vereinen, die ich kenne ähnlich, meistens um die 250 Euro plus manchmal Transportkostenanteil. Allerdings kann diese Sache nicht legal sein, denn Welpen dürfen in Deutschland nicht mit acht Wochen und auch nur gechipt mit gültigem EU- Impfpass eingeführt werden. Deine Geschichte klingt für mich nach illegalem Welpenhandel.
Tierhalter.... was für ein Wort? Aber leider trifft dies oft zu.... ein Mensch der das Tier davon ab-hält frei zu sein (Stefan Wittlin)
WolfsSong
  • Halbstarker
Beiträge: 498
Ich halte vorallem die Handhabung der Welpenübergabe mehr als fraglich.
Ich persönlich bin auch bei Tierschutzvereinen skeptisch bzw. vorsichtig. Aus Interesse lese ich gerne div. Inserate im Internet, auch um mein Auge für fragwürdige Anzeigen zu schulen. Dort werden in letzter Zeit massiv Hunde für den Durchschnittspreis von 300 Euro aus dem angeblichen Auslandstierschutz vermittelt vom jungen Welpen bis zum älteren Hund.

Ich kann verstehen, dass ein erwachsener Hund schlechte Chancen auf Vermittlung hat, aber warum muss man kleine Welpen durch die halbe Welt transportieren?? Dieser Sinn erschließt sich mir noch nicht ganz und ich vermute dahinter oft Welpenhandel gekoppelt an das Mitleid der Käufer.

Ich könnte mir vorstellen zukünfitig eine Pflegestelle für den Tierschutz zu werden, aber nur, wenn ich diesem Verein auch trauen kann...wenn mir Klauseln in einem Vertrag seltsam vorkommen, dann nehme ich auch nichts auf! Auch wenn mir dann im nachhinein die Hunde leidtun.

Aber ich habe so das Gefühl Mitleid wird immer mehr zum Geschäft.
Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Mitmenschen.
(Ernst R. Hauschka)
christianeadler
  • Moderator
Beiträge: 20211
+ 1
Nicht nur Mitleid wird zum Geschäft. Mit Hunden, speziell Welpen bestimmter Rassen, ist, wie Julie2 ganz richtig rechnet, eine Menge Geld zu verdienen. Es wird zur Zeit auch eingebrochen, um ganze Würfe Welpen zu stehlen. Rassehunde verkaufen sich auch ohne Papiere zu guten Preisen.
Tierhalter.... was für ein Wort? Aber leider trifft dies oft zu.... ein Mensch der das Tier davon ab-hält frei zu sein (Stefan Wittlin)
WolfsSong
  • Halbstarker
Beiträge: 498
Original von christianeadler:

Nicht nur Mitleid wird zum Geschäft. Mit Hunden, speziell Welpen bestimmter Rassen, ist, wie Julie2 ganz richtig rechnet, eine Menge Geld zu verdienen. Es wird zur Zeit auch eingebrochen, um ganze Würfe Welpen zu stehlen. Rassehunde verkaufen sich auch ohne Papiere zu guten Preisen.

Geldgier scheint uneindlich zu sein. Ich schätze ein Rassewelpen-Diebstahl gekoppelt mit einer herzzereissenden erfundenen Story...regt die Käufer an. Zudem ist wohl dann auch der Gedanke: "Ich habe aus dem Tierschutz günstig einen Rassehund erworben" der falsche Gedankenansatz, zu dem das Ganze aber immer mehr zu kippen scheint...

Edit: Grausam stelle ich mir aber auch folgendes Szenerio vor: Welpen werden wahllos durch x-beliebige Mischlinge erzeugt um sie dann als Tierschutz Welpen "auf den Markt zu bringen"...wer weiß so genau ob dieser Welpen-"Tierschutz"-handel nicht auch so herrührt?!
Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Mitmenschen.
(Ernst R. Hauschka)
Zuletzt geändert am 16.05.2013 20:58 Uhr
Traumfänger
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 3070
Ich kenne diesen von dir genannten Verein nicht und möchte mich deswegen ,was diesen betrifft, zurückhalten.

Ich bin aber der Meinung das , was die Vermittlung von Hunden aus dem Ausland betrifft, erhöhte Vorsicht geboten ist.
Für meine Socke aus Spanien habe ich 250 Euro, plus 50 Euro Spende bezahlt.Socke wurde eingeflogen, war natürlich gechipt, geimpft und tierärztlich untersucht. Alle Unterlagen wurden mir sofort ausgehändigt. Das Geld habe ich aber auch im Voraus überwiesen.
Ich finde es sehr merkwürdig ,dass bei euch keine Vorkontrolle durchgeführt wurde, auch das halte ich für notwendig und richtig.
Wie liefen denn die Vorgespräche ab, wollte die Orga irgendetwas von euch wissen oder geht denen es in erster Linie um das Geld?
Wenn du dir nicht sicher bist das alles seine Ordnung hat, Fragen offen bleiben und kaum Interesse der Orga besteht wie das künftige Leben des Welpen aussieht, dann lieber Finger weg.
Nicht jede Hand, die ich hielt, hatte es verdient .... aber jede Pfote!
Liebe Grüße, Marina und die Ostseenasen
julie2
  • Forenwelpe
Beiträge: 39
Ich denke, dass dieser Verein schon legal ist und dass die Sache auch reell ist - ich bin nur entsetzt über die Vorgangsweise und das Verhalten dieser Vertreterin.

Und ich bin - auch wenn hier geschrieben wurde, dass dieser Preis durchaus üblich ist - trotz allem der Meinung, dass dieser Betrag völlig überhöht ist.

Diese Vereine müssen doch im Prinzip glücklich sein, wenn man ihnen die Hunde abnimmt - aber wenn sie dafür fast 300 Euro verlangen, ist das eine Unverschämtheit. Noch dazu bei einem so jungen Hund, wo die Aufwendungen sich ja naturgemäß in Grenzen halten.

Bei einem älteren Hund, wo vielleicht eine aufwendige ärztliche Behandlung nötig war, sehe ich das ja noch ein.
Aber auch da ist es so, dass ich, wenn ich mir einen Hund nehme, nicht gleichzeitig den Verein KAUFEN will.
Und auch nicht dazu genötigt werden will.

Wie gesagt, ich könnte mir ja auch einen Hund im Geschäft oder von Privat nehmen, so tue ich dem Tierschutz etwas Gutes und werde so dafür abgezockt.

Und wie sich der Verein finanziert, ist nicht meine Angelegenheit, um es ganz brutal zu sagen....ich unterstütze ja schon, indem ich ihnen den Hund abnehme.

Meine Aufgabe als Hundeliebhaber ist mit der Übernahme eines solchen Hundes getan - die sollen froh sein, dass ich ihnen einen Hund abnehme!!
Und: Die meisten Leute, die mit solchen Vereinen zu tun haben oder hatten, werden dann in weiterer Folge vermutlich sowieso auch gern spenden.

Und es ist NICHT üblich, für einen Welpen soviel Geld zu verlangen - zumindest hierzulande nicht.
liebe Grüße
julie2
julie2
  • Forenwelpe
Beiträge: 39
Original von Traumfänger:

Ich kenne diesen von dir genannten Verein nicht und möchte mich deswegen ,was diesen betrifft, zurückhalten.

Ich bin aber der Meinung das , was die Vermittlung von Hunden aus dem Ausland betrifft, erhöhte Vorsicht geboten ist.
Für meine Socke aus Spanien habe ich 250 Euro, plus 50 Euro Spende bezahlt.Socke wurde eingeflogen, war natürlich gechipt, geimpft und tierärztlich untersucht. Alle Unterlagen wurden mir sofort ausgehändigt. Das Geld habe ich aber auch im Voraus überwiesen.
Ich finde es sehr merkwürdig ,dass bei euch keine Vorkontrolle durchgeführt wurde, auch das halte ich für notwendig und richtig.
Wie liefen denn die Vorgespräche ab, wollte die Orga irgendetwas von euch wissen oder geht denen es in erster Linie um das Geld?
Wenn du dir nicht sicher bist das alles seine Ordnung hat, Fragen offen bleiben und kaum Interesse der Orga besteht wie das künftige Leben des Welpen aussieht, dann lieber Finger weg.

Es gab selbstverständlich eine Vorkontrolle - und die junge Dame, die uns da besucht hat, ist genauso der Meinung, dass die ganze Vorgangsweise absolut unüblich ist. Sie ist bei einer anderen Organisation engagiert und hat uns erzählt, dass ihre Organisation für Welpen 70 Euro verlangt. Sie macht das freiwillig und wird immer kontaktiert, wenn in ihrem Bereich (Großraum Wien) eine Vorkontrolle zu erledigen ist.

Interessanterweise lief die ganze Sache über noch eine andere Person ihrer eigenen Organisation - sie selbst hatte mit dem Verein hundeblicke.de gar nichts zu tun, sie kennt die Leute dort gar nicht.

Wenn man übrigens nachschauen will: Die Hundefamilie wurde über die Boxernothilfe.at inseriert - da kam man mittels eines Links zu hundeblicke.de, welche diese Hunde vermittelt. Gleich auf der Startseite sieht man dieses Inserat.
liebe Grüße
julie2
Zuletzt geändert am 16.05.2013 21:21 Uhr
julie2
  • Forenwelpe
Beiträge: 39
Original von WolfsSong:

Ich halte vorallem die Handhabung der Welpenübergabe mehr als fraglich.
Ich persönlich bin auch bei Tierschutzvereinen skeptisch bzw. vorsichtig. Aus Interesse lese ich gerne div. Inserate im Internet, auch um mein Auge für fragwürdige Anzeigen zu schulen. Dort werden in letzter Zeit massiv Hunde für den Durchschnittspreis von 300 Euro aus dem angeblichen Auslandstierschutz vermittelt vom jungen Welpen bis zum älteren Hund.

Ich kann verstehen, dass ein erwachsener Hund schlechte Chancen auf Vermittlung hat, aber warum muss man kleine Welpen durch die halbe Welt transportieren?? Dieser Sinn erschließt sich mir noch nicht ganz und ich vermute dahinter oft Welpenhandel gekoppelt an das Mitleid der Käufer.

Ich könnte mir vorstellen zukünfitig eine Pflegestelle für den Tierschutz zu werden, aber nur, wenn ich diesem Verein auch trauen kann...wenn mir Klauseln in einem Vertrag seltsam vorkommen, dann nehme ich auch nichts auf! Auch wenn mir dann im nachhinein die Hunde leidtun.

Aber ich habe so das Gefühl Mitleid wird immer mehr zum Geschäft.

Die Übergabe war deswegen so geplant - also quasi von Auto zu Auto - weil die Hunde von Ungarn nach Deutschland (Düsseldorf) kommen sollen und dort vermittelt werden.
Um uns aber den weiten Weg nach Düsseldorf zu ersparen und dem Kleinen quasi diese lange Autofahrt in Richtung zurück nach Wien, haben wir gefragt, ob es nicht möglich wäre, uns irgendwo mit dem Transport auf der Strecke treffen zu können, Wien liegt ja praktisch auf dem Weg.....
Es ist ja hirnrissig, den Hund zuerst in die eine Richtung zig Kilometer und danach wieder zurück zu transportieren.
Und nachdem diese Hunde sowieso alle für bestimmte Leute reserviert wurden, gibts da dann auch nicht mehr viel auszusuchen....
liebe Grüße
julie2
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