Susanne Martin

Susanne Martin

Ein paar Gedanken zum Thema " Hobbyzucht" !

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Eintrag vom 18.06.2010

Ich würde erne noch etwas zum Thema Hobbyzucht schreiben , aber ehrlich gesagt weiß ich gar nicht so recht wie und wo ich beginnen soll.

Zunächst einmal entscheide ich mich als Mensch für dieses Hobby und definitiv nicht meine Hunde, denen ist es nämlich völlig egal ob sie Mutter werden oder nicht. Ich sehe zwar, dass sie ihre Mutterschaften bis dato immer mit Bravour gemeistert haben, wenn auch jede für sich auf eine ganz eigene Art und Weise, aber trotzdem klasse !

Kascha, meine Hündn mit der ich zu züchten anfing, hat zwar immer etwas länger bei den Geburten braucht, war aber die komplette Zeit nach der Geburt bis zur Abgabe, mit vollem Körper-und Geisteinsatz für ihre Kinder da.

Luna, Kaschas Tochter und mittlerweile meine Omi, hat supergut geworfen und sich von Geburt an bis zur Abgabe fantaschtisch um ihre Welpen gekümmert. Sie hat sie betüttelt als sich noch ganz klein waren und dann hat sie sie bespielt und erzogen !

Mia, eine angehende Omi, auch sie hat wundershön und vorbildlich geworfen, hat aber eigentlich nur betüttelt, bespielen und erziehen hat sie definitiv immer Luna überlassen und die hat dieses Angebot gerne angenommen.

Tja und dann ist da noch meine Stella, sie hatte mit ihren sechs Jahren bis dato einmal Welpen, hat die Geburt nicht schlechter gemeistert als ihre Mutter und ihre Cousine, aber sie erlaubt es z. B. auch, dass sich ihre Mutter Luna mit in der Wurfkiste parkt und ihr dabei hilft die Babies zu den notwendigen Geschäftchen zu animieren. Wenn die Babies älter und mobiler werden ist dann Luna fast ausschließlich wieder alleine verantwortlich.

Den Welpen ihr gerade zu sich genommes Futter vorwürgen, haben allerdings alle drei voll drauf ! Und so manches Mal musste ich auf da Vorbereiten einer Welpenmahlzeit verzichten, weil die Kleinen sonst geplatzt wären. *g*

Trotz dem eben von mir Beschriebenen wären meine Mädels definitiv nicht weniger glücklich, wenn sie keine Welpen gehabt hätten !
Aber mir hat es Freude gemacht, auch wenn mich immer Ängste und das Bewußtsein, eine große Verantwortung zu tragen, nie entspannt haben sein lassen.
Aber kann und sollte man überhaupt entspannt sein, wenn man letztendlich mit dem Leben von Lebewesen "spielt" bzw."arbeitet ?
Hinter jeder Form der Hundezucht steckt immer auch ein Quantum menschlichen Egoismus und da spreche auch ich mich nicht von frei!

Um dieses Hobby zu betreiben gehört die Bereitschaft, das Ganze mit Vernunft, Verantwortungsbewußtsein, Sorgalt und das Interesse immer dazu lernen zu wollen bzw. sogar zu müssen, unerlässlich dazu.

Auch sollte man sich, bevor man züchtet, darüber klar sein, was für eine Hündin gut bzw. weniger gut ist.
Die Fragen, wann sollen meine Mädels das erste Mal werfen, welche Abstände sollen zwischen den Würfen liegen, damit sie sich auch gut erholen können, sollte man sich vorher beantworten können.
Mir fiel Ersteres sehr leicht, denn bevor ich anfing zu züchten hatte ich mit meiner Kira eine Bearded Collie Hündin die nur Familienhund sein sollte/war und letztendlich auch nicht zur Zucht geeignet gewesen wäre, sie war überzeichnet.

Ich habe gesehen und erlebt, dass sie tatsächlich drei Jahre alt werden musste, bis ich völlig uneingechränkt sagen konnte, so jetzt ist sie erwachsen ! Folglich konnte ich durch Kira den Entschluß für mich fassen, dass keines meiner Mädels vor Vollendung des dritten Lebensjahres jemals werfen würde.

Eine Hündin muß für mich physisch und psychisch erwachsen sein bevor sie Welpen bekommt. Junge Hündinnen sind oftmals, gerade was die Psyche betrifft, noch so instabil, dass das Risiko sie könnten dieses Verhalten an ihre Kinder übetragen einfach zu groß ist.Diese Instabilität hängt ganz einfach mit dem noch hormonellen Ungleichgewicht zusammen.

So nun noch zu dem Aspekt, Abstand zwischen den Würfen.
Diesen konnte ich erst näher betrachten und abschätzen, nachdem meine Kascha ihre ersten Welpen bekommen und aufgezogen hatte.
Die Belastung einer Hündin beginnt nicht erst nach der Geburt, nein schon mit Beginn der Trächtigkeit. Folglich sind Körper und auch der Verstand 18 Wochen und das sind letztendlich über 4 Monate, im Volleinsatz !
Sie ist einer enorm hormonellen Belastung ausgesetzt, die Bänder und die Muskulatur leiden. Das Fell was in der Trächtigkeit wunderschön ist, fällt aus bzw. wird dünn. Der Rücken hängt etwas, kein Wunder wenn man 9 Wochen den Bauch voller Welpen h und dadurch bedingt auch weniger Bewegung hat.
Der komplette Organismus muß sich nach dieser Zeit wieder erholen und dazu braucht es meines Erachtens mehr Zeit als ein Jahr und das ist es ja noch nicht einmal wirklich ganz, wenn man sich die Zuchtbestimmungen der einzelnen Vereine anschaut.

Ich habe für mine Hündinnen entschieden, dass sie frühstens nach zwei Jahren wieder gedeckt werden sollen und ich finde diese Zeit brauchen sie auch ! Sie können sich in diese Zeit erholen und ihr Leben als reine Familiehunde uneingeschränkt geniesen.

Auch ich züchte in einem Rassehundzuchtverein der dem VDH angeschlossen ist, die Zuchtbestimmungen sind mir persönlich zu locker angesetzt, aber in meinen Augen besser locker als gar nicht, oder ?
Als Züchter darf ich mit meiner Zucht, mir und letztendlich zum Wohle meiner Mädels strenger sein und würde mir wünschen, dass noch viel mehr Züchter strenger wären. Allerdings bin ich nach vielen Jahren zu dem Schluß gekommen, dass sich dieser Wunsch wohl niemals erfüllen wird !

Als Züchter übernehme ich die Verantwortung für die Verpaarungen, die sollte allerdings jeder übernehmen können !
Wozu aber jeder Mensch, der Hunde miteinander verpaart, verpflichtet ist, ist die Verantwortung seine Hündin und die Welpen nach bestem Wissen und Gewissen zu versorgen, zu prägen und zu sozialisieren. Und vor allen Dingen vor der Verpaarungen sich bewußt darüber zu sein, dass das Ganze viele Risiken birgt und dabei rede ich nun nicht von der Vererbung von Krankeiten , sondern von Kaiserschnitten, Todgeburten, Tod der Mutterhündin, Infektionskrankheiten und vielem mehr.

Auf die Tierärzte kann man sich gerade was Trächtigkeit und Geburt betrifft leider nicht verlassen, denn meist haben die einfachen Kleintierärzte wenig Erfahrung damit, folglich ist ein erfahrener " Laie " ( Züchter der Mutterhündin), gerade für den Neuzüchter der beste Berater !

Egal ob Zucht im Verein oder private " Vermehrung", darf man das Ganze niemals locker und zu egoistisch sehen, das haben unsere Hunde definitiv nicht verdient! Und sie wären wohl bitter von ihren Menschen enttäuscht , wenn sie wüssten, wie verantwortungslos und sorglos so manche planen, mit ihrem Körper und auch ihrer Seele umzugehen !


Susanne
Stichworte: welpen, hündin, hunde

Kommentare als RSS-Feed abonnieren 2 Kommentare

Lucky Flat
18.08.2010 16:50 Uhr
Hallo Susanne,

sehr schöne Aussagen!!! Nur zeigt sich oftmals wenn die Zuchtauflagen zu streng sind wird außerhalb des VDH´s eine Wald- und Wiesenzucht oder auch Hobbyzucht zur Geldvermehrung gemacht! Leider!!! Und dann wird das ganze noch sehr bewußt dem unwissenden Welpenkäufer als toll verkauft, weil ja außerhalb des VDH nur aus Liebe gezüchtet wird! Generell finde ich , sollte die Zucht immer unter Aufsicht stattfinden. Da man aber in Deutschland wild züchten darf, sollte der Gesetzgeber an dieser Stelle einschreiten! Nur leider interessiert das keinen Und zu oft wird aus liebevoller Hobbyzucht der Hauptberuf gemacht! Zumindest was Welpenanzahl und die damit verbundenen einnahmen angeht!

Könnte mich jetzt noch Stunden über dieses Thema auslassen... macht jedoch keinen Sinn!!!
fairlybears
04.02.2012 06:50 Uhr
Hallo!
Bedeutet das,das jeder der ausserhalb eines Vereins der nicht unter FCI steht ein Vermehrer ist,oder was genau ist für euch ein Hobbyzüchter?

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