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Parallel laufen

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Eintrag vom 23.07.2009

Grundsätzliches

Das Parallellaufen ist eine Methode die aus der Desensibilisierung abgeleitet wurde.
Es geht darum, einen unsicheren oder aggressiven Hund unter kontrollierten Bedingungen Sicherheit zu vermitteln und erwünschtes Verhalten zu fördern.
Die Methode hilft nur in den geübten Situationen. Unangleint und ohne direkte Kontrolle, ist sie nur ein Schritt in die richtige Richtung und keinesfalls eine Lösung der Probleme.
Die Methode trainiert nicht nur den Hund, sondern hat auch gute Effekte auf den Hundefüherer.
Die Methode ist so sicher, wie wir auf die Sicherheit achten und auch der Hund nicht überfordert wird. Überforderung, egal wie sie geschieht ist absolut kontraproduktiv und muss vermieden werden!
Bei der Sicherheit sind die Umgebung und die sichere Verbindung über die Leine (Halsband, Geschirr inklusive) unbedingt zu beachten.
Es können immer und überall Umgebungsreize die Hunde irritieren bis gefährden.
Die Leine muss seriös festgehalten werden, bei Bedarf zusätzlich gesichert (z.B. Beingurt). Leine und Halsband/Geschirr sollen sicher sein ohne den Hund zu behindern oder gar unangenehm zu sein!

Die Technik eignet sich durchaus auch im ganz normalen Alltag und hilft den Hund auszulasten.
Für die Hunde ist sie dabei zwischen beruhigend und entspannend einzustufen und für die Hundehalter von Training bis zu einem gemütlichen Spaziergang.


Vorgehensweise

Die Grundposition sieht folgendermassen aus:

Hund, Hundeführer/ /Hundeführer, Hund

Die Zeile oben ist als Skizze zu verstehen.

Der Abstand, mit / / in der Skizze dargestellt, muss zwingend so gross sein, dass keiner der Hunde unerwünscht auf den anderen Hund oder Besitzer reagiert!
Es spielt dabei für die Methode keine Rolle, ob dies ein kleiner Abstand ist oder mehrere Meter beträgt, solange sich die Hunde wahrnehmen können und sie nicht negativ reagieren!
Muss der Abstand so gross sein, dass ein Hund den Anderen nicht mehr wahrnehmen kann, ist die Übung sinnlos und es müssen andere Lösungsansätze gefunden werden.

Aus dieser Position laufen die Gespanne locker in eine Richtung.

Beim Gehen ist es durchaus erwünscht mit dem eigenen Hund kontakt aufzunehmen (nur mit dem, den man führt!), ruhig zu reden, Leckerli zu geben.
Das Gehen hilft dem Hund sich wieder zu beruhigen, durch das ruhige zureden und die Leckerli wird der Effekt unterstützt.
Der gleiche Effekt tritt übrigens auch beim Hundefüherer ein.

Nach einer gewissen Distanz können die beiden Gespanne, die Distanz zwischen sich verringern. Dabei ist zu beachten, dass die Hunde immer ansprechbar bleiben und entspannt sind.
Kommt es zu einer unerwünschten Reaktion der Hunde, ist der Abstand sofort zu erhöhen bis die oder der Hund sich wieder ruhig verhält.
Solche Distanz-Unterschreitungen sind aber so weit wie möglich zu vermeiden, da sie Kontraproduktiv sind.
Obwohl man sie nicht immer vermeiden kann, da man immer versuchen so nahe am anderen Gespann zu sein, dass der Hund gerade noch kontaktfähig bleibt.
Ist der Abstand zu gross, verringert sich der Lerneffekt bis schliesslich fast gar keiner mehr vorhanden ist.

Da diese Methode Hund und Hundeführer trainiert und beiden Sicherheit gibt, sind schnelle Erfolge die Regel.
Wie immer, keine Regel ohne Ausnahmen!
Solange auf die Sicherheit geachtet wird und der Hund nicht zu sehr gestresst wird, sind meines Wissens keine negativen Folgen bisher bekannt.

Mit dem Hinweis auf die Sicherheit kann die Übung noch erschwert werden, indem die Positionen der Gespanne verändert werden:

Hundefüherer, Hund/ /Hundeführer, Hund

steigerung

Hundeführer, Hund/ /Hund, Hundeführer

Beim Abstand unbedingt auf die Sicherheit achten!
Nicht unter die Länge der beiden Hundeleinen gehen!

Diese Übungen lassen sich auch durchführen, wenn ein Hundebesitzer mehrere Hunde führt. Es ist aber dringend auf alle Hunde zu achten! Kein unerwünschtes Verhalten ohne dass der Abstand sofort erhöht wird.

Ein Gespann aus Hund und Hundefüher findet sich in der Regel unglaublich leicht. Wenn man Unbekannte darauf anspricht, auf die Sicherheit achtet, und keine negativen Reaktionen durch Distanzunterschreitung hervorruft, sind in unglaublich viele Hundehalter dazu bereit.
Aus diesem Grund sollte man diese Übung auch nicht ohne Wissen des anderen Hundehalters versuchen zu machen.
Es finden sich genug die dazu bereit sind und das Aufzwingen ist unethisch und kann zu Konflikten führen (diesmal zwischen Mensch-Mensch).

Die häufigste Ursache, dass der gewünschte Erfolg nicht oder nur gering eintrifft ist mangelnde Auslastung des Hundes.

Viel Erfolg!

Wenn das Parallellaufen gut klappt, eigentlich schon wenn man noch daran übt, hilft einem der Blog von casabianca über das Bogenlaufen wirklich weiter.
Dies ist eigentlich der Schritt nach dem Parallellaufen, der einem Hund wirklich die Aggression an der Leine nehmen kann:
casabiancas Blog, Kleiner Tipp bei Problemen an der Leine: Das Bogenlaufen
Der Titel ist übrigens richtig, Bogenlaufen hilft bei allen Problemen an der Leine.

Liebe Grüsse

Kommentare als RSS-Feed abonnieren 3 Kommentare

Sandra M
04.01.2010 17:24 Uhr
Super geschrieben!
heireboPremium
16.01.2011 08:53 Uhr
Danke, sehr hilfreich.
LG Heidi
hunni
31.01.2011 21:11 Uhr
Super,danke!sehr hilfreich
Lg,Nadja

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