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Cushing-Syndrom- Was ist das?

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Eintrag vom 19.10.2010

Bei meiner Lucy wurde anfang des Jahres nach ewigem hin und her und etlichen Untersuchungen das Cushing-Syndrom festgestellt.
Da diese Krankheit recht wenig bekannt ist, aber relativ häufig vorkommt, möchten ich euch erläutern, was mit dem betroffenen Hund passiert.

Das Morbus Cushing oder auch Cushing-Syndrom ist eine Hormonstörung.
Sicher habt ihr schon von Kortison in der Medizin gehört.
Dieses ist auch ein körpereigenes Hormon, welches beim Cushing überproduziert wird.
Die Überproduktion wird IMMER durch einen Tumor, der zusätzlich Kortison produziert, ausgelöst. Entweder in der Nebennierenrinde oder in der Hirnanhangsdrüse. Dieser Tumor tritt meist ab den 8 Lebensjahr auf, es ist ein sehr schleichender Prozess dessen Symptome meist auf Alterserscheinungen zurückgeführt werden. Dadurch werden viele Hunde nicht behandelt und können letzlich auch daran sterben.
Hündinnen sind in der Regel anfälliger als Rüden.

Im Körper gerät die Nährstoffverwertung aus dem Gleichgewicht (vermehrtes Koten), schnell entsteht eine Stammfettsucht- der Hund hat ständig das Gefühl hungrig zu sein.
Gleichzeitig hat der betroffene Hund Muskelschwund und Haarausfall.
Die Haut wird dünn (Backpapier ähnlich) und ist übersäht von Mitessern und Kalkablagerungen.
Oft hat die Haut viele dunkle Verfärbungen.
Die Wasseraufnahme nimmt zu- die Tiere müssen häufiger Wasser lassen.

Über längere Zeit unbehandelte Hunde sind enorm geschwächt, das Immunsystem bricht zusammen und Infektionskrankheiten sind keine Seltenheit. Auch bei kälte und nässe haben die Tiere keinerlei Schutz (was mir den letzten Winter zur Qual gemacht hat). Häufig ist die Wundheilung verzögert.

Diese Hormonstörung kann nebenbei auch andere Krankheiten auslösen, wie zum Beispiel Diabetes mellitus.

Da die Symptome auch auf andere Krankheiten hinweisen können, ist die Diagnose langwierig und die Krankheiten können leicht verwechselt werden. (z.B. mit Schilddrüsenunterfunktion- war übrigens auch die erste Diagnose bei meiner Lucy).

Therapie: Wenn der Tumor in der Nebennierenrinde sitzt ist eine chirurgische Entfernung im Frühstadium möglich- durch einen Spezialisten.
Sitzt der Tumor allerdings im Gehirn, wie in 80 % der betroffenen Fälle, gibt es nur wenige wissenschaftliche Zentren auf der Welt, die solch eine riskante und schwierige OP vornehmen oder bestrahlen (für den normalen Bürger also nicht machbar).

In allen Cush-Fällen sind medikamentöse Behandlungen und regelmäßige Tierärztliche Kontollen nötig.
Die eingesetzten Medikamente haben viele Nebenwirkungen, jedoch führt hier kein Weg vorbei.

Ist die Krankheit erstmal erkannt, und wird mit den auf den Hund abgestimmten Medikamenten behandelt, hat er gute Chancen auf ein fast normales Hundeleben- und relativ alt zu werden.

Aus Morbus-Cushing kann Morbus-Addison entstehen!
Morbus Addison ist genau das Gegenteil von Morbus Cushing und tritt bei einem Mangel von Kortison auf.
Spontan entsteht diese Krankheit sehr selten, sie wird eher durch die Behandlung vom Morbus-Cushing ausgelöst.
Doch anderst als Cushing verläuft Addison sehr schnell, der Hund kann innerhalb kurzer Zeit in einen lebensbedrohlichen Zustand verfallen! Deswegen sind regelmäßige Untersuchungen von Cushing-Patienten sehr wichtig.

Bei Morbus-Addison hat der Hund folgende Symptome: Zittern, Gewichtsverlust, Muskelschwäche, Durchfall, Erbrechen, Leichte Ermüdbarkeit und Appetitverlust.



Ich hoffe ihr habt einen kleinen Einblick in die Gefahr dieser schwer zu diagnostizierenden Krankheit bekommen. Ich hätte nie gedacht das sich meine Lucy so erholt, sie muss zwar jeden Tag Tabletten einnehmen, aber mit Leberwurst macht sie das gerne =)

Liebe Grüße, Josi, Jacky und meine tapfere Lucy

Ach ja, besonderst betroffene Rassen sind: Pudel, Dackel, Terrier, Cocker Spaniel, Beagle, Pinscher, Golden Retriever, Deutscher Schäferhund und Boxer, sowie deren Mischlinge.

Kommentare als RSS-Feed abonnieren 8 Kommentare

wildalexxPremium
03.11.2010 14:45 Uhr
Wir wünschen Lucy weiterhin Alles Gute, das es ihr richtig gutgeht und sie trotz Tabletten ein tolles Hundeleben führen kann. Auch ich hab ja meine Patientin Lea, die etliches an Medis bekommt, aber wie bei Lucy funktioniert es mit Leberwurst bestens.
Ganz liebe Knuddler an deine tapfere Kämpferin Lucy.

Liebe Grüße von
Alex, Rocko und Lea
Gast
02.12.2010 23:49 Uhr
Alles, was du da sehr verständlich für medizinische Laien bzw. Nichtbetroffene beschreibst kann ich nur bestätigen.

Bei meinen Kessy-Mädchen (geb. 06.03.1996, gestorben 10.04.200 wurde Ende 2006 nach vielen Untersuchungen - und leider auch noch anderen schweren Krankheiten aufgrund sehr schlechter Zuchtbedingungen - das Cushing-Syndrom (im Gehirn) festgestellt. Es war ein Kampf um Leben und Tod, den ich nicht aufgab/aufgeben wollte. Die ständig zu kontrollierende, abzustimmende Medikamenten-Gabe, regelmäßige Blutkontrollen, anfallartige Durchfälle, massives Erbrechen usw., beherrschten ab da unser Leben. Von den sonstigen Qualen, Einschränkungen, Ängsten will ich hier gar nicht schreiben. Das weißt du ja alles selbst.

Sie fiel auch einmal innerhalb weniger Stunden in die Addison-Krise (wie in solchen Fällen am Wochenende) und nur weil ich das sofort aufgrund sehr guter Zusammenarbeit mit dem TA erkennen konnte, meinen tierärztlichen Notdienst hatte, sie am Samstag und Sonntag jeweils zwei Stunden am Tropf hing (ich lag natürlich ständig neben ihr), hat sie das überstanden.

Doch am 10.04.2008 war innerhalb weniger Stunden - für mich vollkommen plötzlich- alles zu Ende und ich mußte sie in meinen Armen gehen lassen. Ich weiß, was es heißt mit so einer Diagnose seines geliebten Tieres fertig zu werden.

Ich wünsche dir von ganzem Herzen alles Gute und deiner Lucy noch ganz viel Zeit. Und obwohl mein Kessy-Schatz schon vor über zwei Jahren deswegen ins RBL gegangen ist, kommen mir jetzt wieder die Tränen während ich das schreibe. Ich werde sie nie vergessen.
happyfarmer
11.01.2011 12:02 Uhr
mir wird ganz ander`s wenn ich das höre, die arme. ich wünsche dir u. lucy alles liebe u. vor allem kraft. nur gut, daß sie in so guten händen ist. meine senta wird heuer zehn jahre u. ich bin sehr froh daß sie so gesund ist. alles liebe v. happyfarmer m. senta, whysky u. luna
johapbg
17.01.2011 10:17 Uhr
Erst einmal gute Besserung Deiner Lucy.
Mein Vorgängerhund hatte auch Cushing. Bei ihm kam man erst dahinter als er operiert werden mußte. Da hier eine
Blutuntersuchung erfolgte und Kreislauffunktionen getestet wurden, stellte man das Syndrom fest. Mein Tierarzt sagte
mir als ich den Hund abholte, daß er Cushing hat. Ansonsten wurde hier nichts weiter unternommen, da er bereits fast
10 Jahre alt war. Er lebte noch 2 Jahre wurde aber wie bei Dir beschrieben immer schwächer bis er kaum mehr aufstehen
konnte und seine Geschäfte zu erledigen für ihn Last waren. In diesem Augenblick war mir klar den Hund nicht länger zu
quälen sondern ihn friedlich einschlafen zu lassen. Auch das Herz war schon sehr schwach und er schlief schon fast bei der
1.Narkosespritze ein.
gaby2
24.04.2011 21:05 Uhr
mir wird auch ganz weh ums herz wnn ich das lese, ich wünsche euch auch alles gute, habe auch einen schwerkranken Hund meine Kira .
biny95
26.06.2011 18:19 Uhr
Hallo Joe,
schön das Lucy wieder besser geht. Meine vorherige Hündin Biny (mittelgroße Retrievermischlingshündin) hatte auch das Cushing Syndrom (hypophysär). Es wurde bei ihr mit 14 Jahren festgestellt. Bei ihr war das einzigste Symptom vermehrte Durst, was die Diagnosestellung nicht grade vereinfacht hat. Als die Diagnose feststand, wurde sie mit Hilfe mehrerer ACTH-Test gut mit den Medikamenten eingestellt, sodaß sie Symptome recht schell verschwanden. Desweiteren haben ich Werte bei ihr halbjährig testen lassen. Blutwerte waren immer im Normbereich.
Erst im Frühjahr 2010 kamen bei ihr Fellwechselprobleme auf, indem sie ihr Winterfell nicht abgeworfen hat, sondern erst zum Herbst hin, sodas sie dann zum Winter kein Winterfell hatte und ich sie mit einem Hundemantel vor der Kälte schützen mußte, da sie dann zu Blasenentzündungen neigte.
Bis Ende Dezember 2010 wo ich sie aufgrund einer schweren Magen-Darm Erkrankung erlösen mußte, hat sie bis dahin mit den Medikamenten sehr gut leben können. Biny wurde 16,5 Jahre alt.
MonaNelly
10.12.2011 06:04 Uhr
Huhu,

es scheint ja recht viele Hunde mit dem Cushing-Symdrom zu geben, das finde ich erschreckend.

Kann man im Vorfeld irgendwoe prüfen, ob der eigene Hund dazu neigt oder erst, wenn es schon da ist?
Ich habe einen Cocker-Mix und die nimmt sämtliche Krankheiten mit, die sie kriegen kann (nicht die einfachen, da ist sie super drauf, sondern die schweren bis unheilbaren Krankheiten)
Claudiacoppi
21.01.2012 12:26 Uhr
hallo, zuerst alles gute für deine Lucy, mein Westie Timmi hatte angeblich auch Cushing, was sich aber nach fünf Monaten Vetoryl wiederlegte. Er hatte sehr schlechte Leberwerte die einfach nicht besser wurden, Nebennieren waren normal groß und im Gehirn auch nichts festzustellen, da wolte der Tierarzt eine Leberbiobsie in Vollnarkose machen und da sagte ich nein, da kommt er nicht mehr raus.( Leberpatienten kann man nicht so einfach in Narkose legen) Zu der Zeit war ich bei einer Cishing Group im Internet gemeldet und die gaben einen super Tipps und stehen mit Rat und Tat zur Seite, da ist auch ein Arzt mit drin, und die schrieben zu der Zeit über eine Leberbiobsie in Utrecht und so bin ich nach Holland in eine Tierklinik gefahren mit allen Unterlagen die ich hatte und es wurden wieder alle Untersuchungen gemacht vorallem 3 Tag den Morgenurin aufgefangen, was in Deutschland ja sogut wie garnicht gemacht wird. Es wurde eine Leberbiobsie ohne Betäubung gemacht und es stellte sich heraus das Timmi eine bakterielle Leberentzündung hatte. da er ja schon die Chemokeule 5 Monate bekommen hat , konnten sich die Bakterien schön in der Leber weiter festsetzen. 1 Jahr haben wir gekämpft bis Timmi mir zuverstehen gegeben hat das er nicht mehr kann und will, bis zu diesem Tag hat Timmi ein Leben ohne Schmerzen geführt, aber dann ging es rapiede bergab. Ich will nienanden Angst machen, nur mitteilen das man bei dieser Krankheit auf der Hut sein muß und sich soviele Informationen anlesen sollte, damit ein Tierarzt einen nicht einfach was erzählen kann. Wenn ich heute nochmal diese Diagnose bei meinem neuen Hund bekommen würde würde ich immerwieder zu einer Tierklinik fahren die sich damit auskennt, vorallem würde ich mich sofort wieder bei dieswer Cushing Group melden, hätte ich damals mich so verhalten wie die es geschrieben haben , vielleicht wäre Alles anders gekommen.

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