Hundefütterung und Getreide
zu gary7s BlogübersichtEintrag vom 14.05.2011


Getreide ist kein Muss bei der Fütterung von Hunden, vor allem da Hunde in erster Linie ihre Energie in Form von Fett oder Eiweißen bezieht. Einige vertragen kein Getreide, vor allem Glutenhaltige Sorten wie Weizen, welches aber häufig im Fertigfutter zu finden ist.
Warum kann Getreide in der Hundefütterung aber dennoch wichtig sein?
Wenn man einen verhaltensauffälligen Hund zu Hause hat, sollte man sich auch mit der Fütterung auseinandersetzen. Nicht immer ist die Ursache für Probleme in der Erziehung zu finden, auch die Ernährung kann eine entscheidende Rolle spielen.
Um die nun den Faktor „Getreide in der Ernährung“ besser verstehen zu können, muss man einen kleinen Blick in den Abläufe im Körper werfen.
Serotonin
Ein wichtiger Faktor für die Stimmungslage ist diese „natürliche Droge“. Ist der Serotoninhaushalt ausgeglichen ist der Hund ausgeglichen – „glücklich und zufrieden“.
Ein Mangel hingegen macht müde, antriebslos, gestresst, unkonzentriert, teilweise aggressiv und hyperaktiv, manche Hunde zeigen erhöhtes Neigung zu zwanghaftem Verhalten oder Ängstlichkeit.
Zu viel Serotonin führt zu einer Minderung der Selbstkontrolle, wodurch der Hund zu impulsivem Verhalten neigt, was leider auch eine Reduzierung der Lernfähigkeit zur Folge hat.
Serotonin wird direkt im Gehirn gebildet und besonders wichtig für die Herstellung ist die Aminosäure Tryptophan, welche essentiell ist und damit dem Körper zugeführt werden muss und das unbedingt regelmäßig.
Zuviel Proteine und gleichzeitig zu wenig Kohlenhydrate können bei einen Hund psychische Störungen auslösen. Die Erklärung ist hier darin zu finden, was in Eiweißen enthalten sind: unter anderem Tryptophan – das „Glückshormon“, welches Einfluss auf den Serotoninspiegel nimmt und damit Entspannung bewirken kann – und Tyrosin – Effekte für den Noadrenalinspiegel und ein „Stimmungsaufheller“.
Proteinreiche Lebensmittel, die vor allem in der Rohfütterung Anwendung finden, sind Geflügel und Rindfleisch, Fisch, Eier und Quark. Theoretisch heißt viel Protein auch viel Tryptophan, also viel Serotonin – das ist aber eine falsche Schlussfolgerung!
Der Grund: die natürliche Blut-Hirn-Schranke eines jeden Wirbeltieres. Die oben genannten Lebensmittel enthalten eine bis zu neunfach so hohe Konzentration an bestimmten Aminosäuren, zum Beispiel Lysin, Leucin, Methionin und Threonin. Der kleine Anteil Tryptophan kann die Schleusen zum Gehirn nicht passieren und dort findet man vor allem die sympathomimetischen Aminosäuren Phenylanin und Tyrosin vor, welche eine große Rolle im vegetativen Nervensystem spielen. Die erhöhte Menge der beiden erhöht die Adrenalinproduktion, beschleunigt die Herzfrequenz und den Puls, der Hund bekommt sichtbar größere Pupillen und die Schilddrüse wird zu einer höheren Tätigkeit angeregt, damit laufen Stoffwechselprozesse mit einer erhöhten Geschwindigkeit ab.
Zusammenfassung: je mehr Protein der Hund erhält, umso weniger Tryptophan gelangt im Gehirn an.
Umso weniger Tryptophan im Gehirn, desto kleiner die Serotoninproduktion.
Reagiert der Hund empfindlich auf Serotoninmangel, dann wird sein Verhalten sich negativ verändern.
Hunde, welche sehr unausgeglichen sind, eine andauernde und nicht zu bewältigende Stressbelastung aufweisen und eine Überforderung bei vielen Umweltsituationen zeigen, sollten daher eher proteinarm ernährt werden und mehr Tryptophan zugeführt bekommen.
Welche Rolle spielt nun das angesprochene Getreide vom Beginn des Textes?
Eine nicht unwichtige!
Bei einer ausgewogenen Fütterung sollte genügend Tryptophan ins Gehirn gelangen und dafür sind Kohlenhydrate sehr wichtig.
Der Grund ist wieder im Körper zu finden: Werden Kohlenhydrate verdaut, schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin aus. Durch dieses Hormon können die in hoher Konzentration zu findenden Aminosäuren (die bisher dafür sorgten, dass Tryptophan nicht bis ins Gehirn gelangte) für andere Prozesse im Körper nutzbar gemacht werden und die Blut-Hirn-Schranke ist frei für das Tryptophan. Getreide bestehen zu einem großen Teil aus Kohlenhydraten und Vitamin B, welches wieder bedeutend für die Produktion von Serotonin in Verbindung mit Tryptophan ist.
Kohlenhydrate sind auch gute Energielieferanten, die vor allem schnell Energie bereitstellen. Zu viel davon wird als Fett abgespeichert, weshalb viele Hunde, die mit Fertigfuttern, welches zu großen Teilen aus Getreide bestehen, dick werden.
Aber eine kleine Menge als guter Kohlenhydrat-, sowie Vitamin-, Mineralstoff- und Ballaststofflieferant ist nicht schädigend!
Wichtig ist, bei der Fütterung darauf zu achten, dass ganze Korn zu verfüttern, denn Vitamine sind nicht gleichverteilt. Naturbelassene Getreidesorten, wie Hirse, Dinkel, Buchweizen, Amaranth und Quinoa, aber auch Gerste, Hafer und Roggen sind besonders wertvoll, da diese Sorten einen hohen Anteil an Randschichten aufweisen, die als Speicherorte der wichtigen Inhaltsstoffe des Getreides dienen. Wenn Getreide verfüttert wird, dann also unbedingt das ganze Korn als Schrot oder Vollkornflocken (eingeweicht oder gekocht).
Nicht empfehlenswert ist die Getreidefütterung bei Hunden mit Arthrose, Spondylose oder HD. An der Bauchspeicheldrüse und Krebs (fördert Wachstum der Tumorzellen) erkrankten Hunden, ebenso Hunden mit Epilepsie (Nervenreizung) wird von einer Fütterung von Getreide abgeraten.
Nadine, 14. Mai 2011
Quellen:
Dr. U. Ganßloser
o’Heare, Das Aggressionsverhalten des Hundes
http://praxis-fuer-hundeverhaltenstherapie.de/app/download/4743760602/Ern%C3%A4hrung+und+Verhalten.pdf
http://vip.vetsci.usyd.edu.au/contentUpload/content_3052/KateRobson.pdf
http://edoc.ub.uni-muenchen.de/11903/1/Thun_Kristine_von.pdf
Warum kann Getreide in der Hundefütterung aber dennoch wichtig sein?
Wenn man einen verhaltensauffälligen Hund zu Hause hat, sollte man sich auch mit der Fütterung auseinandersetzen. Nicht immer ist die Ursache für Probleme in der Erziehung zu finden, auch die Ernährung kann eine entscheidende Rolle spielen.
Um die nun den Faktor „Getreide in der Ernährung“ besser verstehen zu können, muss man einen kleinen Blick in den Abläufe im Körper werfen.
Serotonin
Ein wichtiger Faktor für die Stimmungslage ist diese „natürliche Droge“. Ist der Serotoninhaushalt ausgeglichen ist der Hund ausgeglichen – „glücklich und zufrieden“.
Ein Mangel hingegen macht müde, antriebslos, gestresst, unkonzentriert, teilweise aggressiv und hyperaktiv, manche Hunde zeigen erhöhtes Neigung zu zwanghaftem Verhalten oder Ängstlichkeit.
Zu viel Serotonin führt zu einer Minderung der Selbstkontrolle, wodurch der Hund zu impulsivem Verhalten neigt, was leider auch eine Reduzierung der Lernfähigkeit zur Folge hat.
Serotonin wird direkt im Gehirn gebildet und besonders wichtig für die Herstellung ist die Aminosäure Tryptophan, welche essentiell ist und damit dem Körper zugeführt werden muss und das unbedingt regelmäßig.
Zuviel Proteine und gleichzeitig zu wenig Kohlenhydrate können bei einen Hund psychische Störungen auslösen. Die Erklärung ist hier darin zu finden, was in Eiweißen enthalten sind: unter anderem Tryptophan – das „Glückshormon“, welches Einfluss auf den Serotoninspiegel nimmt und damit Entspannung bewirken kann – und Tyrosin – Effekte für den Noadrenalinspiegel und ein „Stimmungsaufheller“.
Proteinreiche Lebensmittel, die vor allem in der Rohfütterung Anwendung finden, sind Geflügel und Rindfleisch, Fisch, Eier und Quark. Theoretisch heißt viel Protein auch viel Tryptophan, also viel Serotonin – das ist aber eine falsche Schlussfolgerung!
Der Grund: die natürliche Blut-Hirn-Schranke eines jeden Wirbeltieres. Die oben genannten Lebensmittel enthalten eine bis zu neunfach so hohe Konzentration an bestimmten Aminosäuren, zum Beispiel Lysin, Leucin, Methionin und Threonin. Der kleine Anteil Tryptophan kann die Schleusen zum Gehirn nicht passieren und dort findet man vor allem die sympathomimetischen Aminosäuren Phenylanin und Tyrosin vor, welche eine große Rolle im vegetativen Nervensystem spielen. Die erhöhte Menge der beiden erhöht die Adrenalinproduktion, beschleunigt die Herzfrequenz und den Puls, der Hund bekommt sichtbar größere Pupillen und die Schilddrüse wird zu einer höheren Tätigkeit angeregt, damit laufen Stoffwechselprozesse mit einer erhöhten Geschwindigkeit ab.
Zusammenfassung: je mehr Protein der Hund erhält, umso weniger Tryptophan gelangt im Gehirn an.
Umso weniger Tryptophan im Gehirn, desto kleiner die Serotoninproduktion.
Reagiert der Hund empfindlich auf Serotoninmangel, dann wird sein Verhalten sich negativ verändern.
Hunde, welche sehr unausgeglichen sind, eine andauernde und nicht zu bewältigende Stressbelastung aufweisen und eine Überforderung bei vielen Umweltsituationen zeigen, sollten daher eher proteinarm ernährt werden und mehr Tryptophan zugeführt bekommen.
Welche Rolle spielt nun das angesprochene Getreide vom Beginn des Textes?
Eine nicht unwichtige!
Bei einer ausgewogenen Fütterung sollte genügend Tryptophan ins Gehirn gelangen und dafür sind Kohlenhydrate sehr wichtig.
Der Grund ist wieder im Körper zu finden: Werden Kohlenhydrate verdaut, schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin aus. Durch dieses Hormon können die in hoher Konzentration zu findenden Aminosäuren (die bisher dafür sorgten, dass Tryptophan nicht bis ins Gehirn gelangte) für andere Prozesse im Körper nutzbar gemacht werden und die Blut-Hirn-Schranke ist frei für das Tryptophan. Getreide bestehen zu einem großen Teil aus Kohlenhydraten und Vitamin B, welches wieder bedeutend für die Produktion von Serotonin in Verbindung mit Tryptophan ist.
Kohlenhydrate sind auch gute Energielieferanten, die vor allem schnell Energie bereitstellen. Zu viel davon wird als Fett abgespeichert, weshalb viele Hunde, die mit Fertigfuttern, welches zu großen Teilen aus Getreide bestehen, dick werden.
Aber eine kleine Menge als guter Kohlenhydrat-, sowie Vitamin-, Mineralstoff- und Ballaststofflieferant ist nicht schädigend!
Wichtig ist, bei der Fütterung darauf zu achten, dass ganze Korn zu verfüttern, denn Vitamine sind nicht gleichverteilt. Naturbelassene Getreidesorten, wie Hirse, Dinkel, Buchweizen, Amaranth und Quinoa, aber auch Gerste, Hafer und Roggen sind besonders wertvoll, da diese Sorten einen hohen Anteil an Randschichten aufweisen, die als Speicherorte der wichtigen Inhaltsstoffe des Getreides dienen. Wenn Getreide verfüttert wird, dann also unbedingt das ganze Korn als Schrot oder Vollkornflocken (eingeweicht oder gekocht).
Nicht empfehlenswert ist die Getreidefütterung bei Hunden mit Arthrose, Spondylose oder HD. An der Bauchspeicheldrüse und Krebs (fördert Wachstum der Tumorzellen) erkrankten Hunden, ebenso Hunden mit Epilepsie (Nervenreizung) wird von einer Fütterung von Getreide abgeraten.
Nadine, 14. Mai 2011
Quellen:
Dr. U. Ganßloser
o’Heare, Das Aggressionsverhalten des Hundes
http://praxis-fuer-hundeverhaltenstherapie.de/app/download/4743760602/Ern%C3%A4hrung+und+Verhalten.pdf
http://vip.vetsci.usyd.edu.au/contentUpload/content_3052/KateRobson.pdf
http://edoc.ub.uni-muenchen.de/11903/1/Thun_Kristine_von.pdf

Champifan
26.07.2011 19:55 Uhr


Also unser Hund hat Trockenfutter (beinhaltet Getreide) und wird immer noch dazu zweimal täglich mit Nassfutter dazu vermischt Frischkäse und Haferflocken gefüttert. Also ihm schmeckts...


Wie "individuell" sind denn eigentlich die Bedürfnisse von Hunden? Ich frage, weil ich auf Facebook individuelles Tierfutter entdeckt habe (http://www.facebook.com/wildsterne) und mich mal interessieren würde, ob das für meinen Ben Sinn macht. Ich suche nämlich schon eine ganze Weile nach einem Futter, das wirklich für ihn passt und bin noch nicht fündig geworden.


Danke Nadine für diesen guten Bericht. Jetzt wird mir auch klar, warum meine mit 13 Jahren an Krebs verstorbene Hündin in den letzten Monaten weder Haferflocken noch sonstiges Getreide mehr wollte.


@Champigsn: Naß- und Trockenfutter mischen ist nicht so sinnvoll. Beides hat eine unterschiedliche Verweildauer im Verdauungstrakt. Wenigstens 6-8 Stunden sollten zwischen den unterschiedlichen Mahlzeiten liegen. Dann gibt es weniger Probleme bei der Verdauung.
@Maxineue: Nicht schlecht der Gedanke finde ich. Aber für meinen Geschmack zu teuer und ... haben Hunde jemals TroFu in der Natur bekommen??? Mais steht auf der Liste der Allergieauslöser sehr weit oben. Wenn Hunde älter werden, essen sie weniger, sollten aber hochwertige Nahrung bekommen - das kann meines Wissens kein TroFu sein... Warum nicht einfach, natürlich, chemiefrei und allergenarm? Getreidearm sowieso für Hunde... Unter Angebote auf http://www.der-fellnasen-dienst.de sind mehr Infos.
@Maxineue: Nicht schlecht der Gedanke finde ich. Aber für meinen Geschmack zu teuer und ... haben Hunde jemals TroFu in der Natur bekommen??? Mais steht auf der Liste der Allergieauslöser sehr weit oben. Wenn Hunde älter werden, essen sie weniger, sollten aber hochwertige Nahrung bekommen - das kann meines Wissens kein TroFu sein... Warum nicht einfach, natürlich, chemiefrei und allergenarm? Getreidearm sowieso für Hunde... Unter Angebote auf http://www.der-fellnasen-dienst.de sind mehr Infos.
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