Übung Voraus mit Hinlegen für den VPG Bereich
zu Bijous BlogübersichtEintrag vom 16.12.2008


Übung Voraus mit Hinlegen für den VPG Bereich
Für die Übung Voraus gibt es viele Ausbildungsmöglichkeiten. Hier möchte ich mal meine vorstellen. Sicherlich nichts wirklich bahnbrechend Neues, aber diese Übung hat mich in den letzten Jahren keinerlei Punktabzug gekostet.
Ich beginne fast alle Übungen möglichst schon im Welpenalter so auch diese.
Zu Beginn der Vorausübung, dient mir immer ein und der selbe Punkt auf der Platzanlage, zum Ablegen eines Zielobjektes für den Hund. Ich versuche diese Übung in der Hauptsache durch den Gewöhnungseffekt zu formen.
Zum Aufbau :
Ich platziere zunächst eine Futterschüssel oder ein Spielzeug am Zielort. Der Hund soll diesen Vorgang ruhig sehen und darf auch mitgehen zu diesem Punkt. Ich mache ihn noch einmal aufmerksam auf sein Triebziel und ziehe ihn dann einige Meter rückwärts davon weg. Wenn er sich richtig anstrengt um es zu erreichen, lasse ich ihn los und gebe dabei das Kommando VORAUS. Ist der Hund an seinem Ziel, so wird er reichlich gelobt, darf sein Futter fressen oder wir spielen gemeinsam mit seinem Bringsel.
So wird einige Wochen verfahren. Nach und nach wird allerdings die Distanz zwischen Hund und Ziel auf die erforderlichen 30 m erweitert.
Läuft der Hund beständig und triebvoll an sein Ziel über die ganze Strecke, so ist es Zeit für den nächsten Schritt. Ich platziere nun das Triebziel an seinem Punkt, bevor ich den Hund aus der Box hole. Er hat also nun nicht gesehen, dass seine Belohnung abgelegt wurde, der Zielort ist aber nach wie vor der gleiche.
Der Hund wird nun auf die Platzanlage geführt und wie gewohnt auf sein Ziel eingestellt. Wenn der Hund sich sehr anstrengt und loslaufen will, gebe ich ihn frei und weil ihm der Zielort zur Gewohnheit geworden ist, wird er nun auch ohne, dass er gesehen hat wie sein Triebziel abgelegt wurde dorthin laufen, in der freudigen Erwartung es dort zu finden.
Er kann sich seine Belohnung abholen und wird auch in den nächsten Wochen niemals enttäuscht werden. So festigt man die Erwartungshaltung für ein schnelles und zielstrebiges VORAUS.
Gehorsamsübungen wie das Fußgehen fließen dann langsam mit ein. Vielleicht zu Anfang mit Hilfe der Leine. Zunächst wird der Hund aus der Grundstellung heraus geschickt, danach erst nach Blickkontakt zum Hundeführer, später dann nach einigen Schritten Fußgehen usw.
Die Übung PLATZ lernen meine Hunde parallel dazu in Lernspielen. Beherrscht der Hund das Kommando verlässlich ohne Hilfen, baue ich es in die täglichen Spaziergänge mit ein. In einem günstigen Moment, indem der Hund sowieso gerade auf mich fixiert ist, gebe ich Kommando PLATZ. Legt der Hund sich hin, bekommt er sofort einen Ball oder ein Futterstück, je nach dem was ihm eben wichtiger ist. Legt er sich nicht gebe ich ein Signal für falsch gemacht und wiederhole das Kommando. Im Laufe der Zeit lernt der Hund so, dass er nur an sein Ziel gelangen kann, wenn er auf das Kommando reagiert. Und er wird lernen, dass er schneller an sein Ziel kommt, je zügiger er es ausführt.
Ist dieser Grundstein gelegt, wird in einer von etwa 15 Übungseinheiten kein Bringsel am Zielort liegen. Stattdessen gebe ich nach dem Voraussenden das PLATZ Kommando und bestätige diese Übung sofort nach dem Ablegen des Hundes mit einem Spielzeug oder Futter indem ich dieses dem Hund zuwerfe.
Nach einigen weiteren Wochen verzögere ich die Zeit vom sofortigen Bestätigen bis zum Herantreten an den Hund. Dies bleibt aber variabel, so dass der Hund nie weiß, wann genau er seine Belohnung erhalten wird.
Nun ist der Übungsaufbau komplett und trotzdem ist es ganz wichtig, das PLATZ nur in einer von 15 bis 20 Übungseinheiten ab zu verlangen, damit Zielstrebigkeit und Schnelligkeit nicht verloren gehen. (Ein Ablegen am Gegenstand ist für mich grundsätzlich falsch! Der Hund würde hier nur lernen sich in die Nähe eines Gegenstandes zu legen, welchen er aber unter Prüfungsbedingungen nicht hat. Das Ergebnis wäre ein Hund er nach dem PLATZ Kommando nach einem Bringsel sucht um sich dort ab zu legen )
Jetzt hat der Hund gelernt einen bestimmten Punkt auf der Platzanlage zielstrebig auf Kommando an zu laufen und sich ggf. auf Hörzeichen schnell ab zu legen. Eigentlich kann er nun schon auf einer Prüfung vorgestellt werden.
Um dem ganzen noch eins drauf zu setzen, fange ich dann aber auch an den Zielort zu verändern. Soll heißen, ich beginne damit den Hund nun auch in die entgegengesetzte Richtung VORAUS zu schicken.
Als Hilfe hierzu verkette ich beispielsweise Apportierübung und Voraus miteinander. Der Hund soll wissen, dass nach dem Apport immer die Vorausübung folgt. Sie ist immer der Abschluss der Abteilung B für ihn.
Zu Anfang gehe ich auch hier wieder einen Schritt zurück nach dem gleichen Prinzip wie zuvor und zeige dem Hund zunächst wo sein Triebziel liegt. Auch fange ich nicht an in alle Himmelsrichtungen durcheinander zu schicken, sondern beginne mit einer einzigen. Erst wenn die entgegengesetzte Richtung genauso gut klappt, beginne ich mit der Vorbereitung der nächsten usw. Erst wenn die Übung gefestigt ist, wird variabel in verschiedene Richtungen geschickt.
Mein Ziel ist es dem Hund am Ende einen gewissen Übungsaufbau zeigen zu können , bei dem es für ihn ersichtlich ist, wo er sein Triebziel am Ende finden wird. Der Hund der diesen Übungsaufbau wirklich verstanden hat, wird seinem Hundeführer vertrauen und in die Richtung laufen, in welche er ihn schickt, denn er erwartet dort immer sein Triebziel zu finden. Ein solcher Hund kann dann auch auf einer fremden Platzanlage oder in einem Stadion Vorauslaufen.
LG Dagmar
Für die Übung Voraus gibt es viele Ausbildungsmöglichkeiten. Hier möchte ich mal meine vorstellen. Sicherlich nichts wirklich bahnbrechend Neues, aber diese Übung hat mich in den letzten Jahren keinerlei Punktabzug gekostet.
Ich beginne fast alle Übungen möglichst schon im Welpenalter so auch diese.
Zu Beginn der Vorausübung, dient mir immer ein und der selbe Punkt auf der Platzanlage, zum Ablegen eines Zielobjektes für den Hund. Ich versuche diese Übung in der Hauptsache durch den Gewöhnungseffekt zu formen.
Zum Aufbau :
Ich platziere zunächst eine Futterschüssel oder ein Spielzeug am Zielort. Der Hund soll diesen Vorgang ruhig sehen und darf auch mitgehen zu diesem Punkt. Ich mache ihn noch einmal aufmerksam auf sein Triebziel und ziehe ihn dann einige Meter rückwärts davon weg. Wenn er sich richtig anstrengt um es zu erreichen, lasse ich ihn los und gebe dabei das Kommando VORAUS. Ist der Hund an seinem Ziel, so wird er reichlich gelobt, darf sein Futter fressen oder wir spielen gemeinsam mit seinem Bringsel.
So wird einige Wochen verfahren. Nach und nach wird allerdings die Distanz zwischen Hund und Ziel auf die erforderlichen 30 m erweitert.
Läuft der Hund beständig und triebvoll an sein Ziel über die ganze Strecke, so ist es Zeit für den nächsten Schritt. Ich platziere nun das Triebziel an seinem Punkt, bevor ich den Hund aus der Box hole. Er hat also nun nicht gesehen, dass seine Belohnung abgelegt wurde, der Zielort ist aber nach wie vor der gleiche.
Der Hund wird nun auf die Platzanlage geführt und wie gewohnt auf sein Ziel eingestellt. Wenn der Hund sich sehr anstrengt und loslaufen will, gebe ich ihn frei und weil ihm der Zielort zur Gewohnheit geworden ist, wird er nun auch ohne, dass er gesehen hat wie sein Triebziel abgelegt wurde dorthin laufen, in der freudigen Erwartung es dort zu finden.
Er kann sich seine Belohnung abholen und wird auch in den nächsten Wochen niemals enttäuscht werden. So festigt man die Erwartungshaltung für ein schnelles und zielstrebiges VORAUS.
Gehorsamsübungen wie das Fußgehen fließen dann langsam mit ein. Vielleicht zu Anfang mit Hilfe der Leine. Zunächst wird der Hund aus der Grundstellung heraus geschickt, danach erst nach Blickkontakt zum Hundeführer, später dann nach einigen Schritten Fußgehen usw.
Die Übung PLATZ lernen meine Hunde parallel dazu in Lernspielen. Beherrscht der Hund das Kommando verlässlich ohne Hilfen, baue ich es in die täglichen Spaziergänge mit ein. In einem günstigen Moment, indem der Hund sowieso gerade auf mich fixiert ist, gebe ich Kommando PLATZ. Legt der Hund sich hin, bekommt er sofort einen Ball oder ein Futterstück, je nach dem was ihm eben wichtiger ist. Legt er sich nicht gebe ich ein Signal für falsch gemacht und wiederhole das Kommando. Im Laufe der Zeit lernt der Hund so, dass er nur an sein Ziel gelangen kann, wenn er auf das Kommando reagiert. Und er wird lernen, dass er schneller an sein Ziel kommt, je zügiger er es ausführt.
Ist dieser Grundstein gelegt, wird in einer von etwa 15 Übungseinheiten kein Bringsel am Zielort liegen. Stattdessen gebe ich nach dem Voraussenden das PLATZ Kommando und bestätige diese Übung sofort nach dem Ablegen des Hundes mit einem Spielzeug oder Futter indem ich dieses dem Hund zuwerfe.
Nach einigen weiteren Wochen verzögere ich die Zeit vom sofortigen Bestätigen bis zum Herantreten an den Hund. Dies bleibt aber variabel, so dass der Hund nie weiß, wann genau er seine Belohnung erhalten wird.
Nun ist der Übungsaufbau komplett und trotzdem ist es ganz wichtig, das PLATZ nur in einer von 15 bis 20 Übungseinheiten ab zu verlangen, damit Zielstrebigkeit und Schnelligkeit nicht verloren gehen. (Ein Ablegen am Gegenstand ist für mich grundsätzlich falsch! Der Hund würde hier nur lernen sich in die Nähe eines Gegenstandes zu legen, welchen er aber unter Prüfungsbedingungen nicht hat. Das Ergebnis wäre ein Hund er nach dem PLATZ Kommando nach einem Bringsel sucht um sich dort ab zu legen )
Jetzt hat der Hund gelernt einen bestimmten Punkt auf der Platzanlage zielstrebig auf Kommando an zu laufen und sich ggf. auf Hörzeichen schnell ab zu legen. Eigentlich kann er nun schon auf einer Prüfung vorgestellt werden.
Um dem ganzen noch eins drauf zu setzen, fange ich dann aber auch an den Zielort zu verändern. Soll heißen, ich beginne damit den Hund nun auch in die entgegengesetzte Richtung VORAUS zu schicken.
Als Hilfe hierzu verkette ich beispielsweise Apportierübung und Voraus miteinander. Der Hund soll wissen, dass nach dem Apport immer die Vorausübung folgt. Sie ist immer der Abschluss der Abteilung B für ihn.
Zu Anfang gehe ich auch hier wieder einen Schritt zurück nach dem gleichen Prinzip wie zuvor und zeige dem Hund zunächst wo sein Triebziel liegt. Auch fange ich nicht an in alle Himmelsrichtungen durcheinander zu schicken, sondern beginne mit einer einzigen. Erst wenn die entgegengesetzte Richtung genauso gut klappt, beginne ich mit der Vorbereitung der nächsten usw. Erst wenn die Übung gefestigt ist, wird variabel in verschiedene Richtungen geschickt.
Mein Ziel ist es dem Hund am Ende einen gewissen Übungsaufbau zeigen zu können , bei dem es für ihn ersichtlich ist, wo er sein Triebziel am Ende finden wird. Der Hund der diesen Übungsaufbau wirklich verstanden hat, wird seinem Hundeführer vertrauen und in die Richtung laufen, in welche er ihn schickt, denn er erwartet dort immer sein Triebziel zu finden. Ein solcher Hund kann dann auch auf einer fremden Platzanlage oder in einem Stadion Vorauslaufen.
LG Dagmar
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Vielen Dank, Dagmar! So kann man ein zuverlässiges Voraus erarbeiten.
Lieben Gruß Tina