Bijou

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Einstudieren der Übung AUS

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Eintrag vom 28.03.2008

Hier mal ein paar Gedanken eines Schutzhundlers zur Übung AUS.
(mehr auf : www.maliattack.de)

Immer wieder sieht man auf den Hundeplätzen Leute die mit ihren Hunden um Beißwurst oder Ball regelrecht kämpfen müssen. Eine Bestätigung mit Beute ist für diese Teams nur schwer möglich und endet meistens mit Machtkämpfen und viel Stress für beide Parteien. Somit wird der gewünscht positive Effekt schnell gelöscht und es entstehen nur all zu leicht Vertrauensbrüche die für die gesamte Zusammenarbeit von Hund und Hundeführer schadhaft sind. Meine Hunde lernen deshalb schon im Welpenalter, dass das Abgeben der Beute auf Kommando kein Weltuntergang sein muss, sondern sogar Spaß macht.

Beutetausch

Eine sehr schöne Variante um das Zurückbringen und Ablassen der Beute zu fördern, ist das Spiel mit zwei gleichen Bringseln. Der Hund wird auf die eine Beißrolle oder der Gleichen aufmerksam gemacht, dann wird diese geworfen. Der Hund darf die Rolle holen. Gleichzeitig nimmt der Hundeführer die zweite Beute und beschäftigt sich auffällig und lautstark damit. Ziel ist, dass der Hund mit der ersten Beute im Fang zum Hundeführer läuft, um nun auch die zweite zu bekommen. Kommt er beim HF an wird er mit dem zweiten Motivationsobjekt solange gereizt bis er den Fang öffnet und die vorhandene Beute fallen lässt, sofort danach muss der zweite Gegenstand vom HF geworfen werden damit der Hund sich seine Belohnung für den Beutetausch holen kann. Dieser Vorgang wird dann einige Male wiederholt. Bald wird der Hund seine Beute schon im Laufen zum HF von ganz allein fallen lassen um das zweite Bringsel zu bekommen.

Aus und Trieb

Meine Hunde lernen sehr verschiedene Arten mit mir zu spielen und auch sich von der Beute zu trennen. Ich finde es wichtig, dass schon der Welpe in der Lage ist mir eine Beißrolle zu bringen und mit mir darum zu kämpfen. Alice hat gelernt, dass zum Hundeführer laufen auf jeden Fall mehr Spaß macht als sich allein zu beschäftigen, weil ich sie einfach nicht beachte wenn sie nicht zurück kommt. Eine gespannte Körperhaltung und Rückwärtsbewegung vom HF, veranlasst die meisten Hunde zu ihm zu laufen. Wenn der Welpe lernt immer als Gewinner aus dem Zerrspiel mit seiner Bezugsperson hervor zu gehen, wird er dies mit Freude und ohne Einwirkung von Zwang tun. Das Kommando Aus gebe ich ab und zu auch in Ruhephasen nach dem "Gewinnen" des Hundes. Hierzu halte ich eine Hand unter dem Hals des Welpen und streichle ihn zunächst lobend über den Rücken. Dann wird ruhig das Kommando AUS gegeben und sofort nach dem Ablassen beginnt das Spiel mit viel Aktion und Trieb von Neuem. Vielleicht muss man zu Beginn ein wenig den Fang öffnen damit der Hund die Beute fallen lässt, aber nach einigen Übungen trennt der Hund von ganz allein beim Kommando, damit das Spiel weitergeht.

Aus gegen Futter

Eine weitere Variante um dem Hund das AUS verständlich zu machen ist das Tauschen gegen Futter. Hierzu wird dem Junghund der eine Beute im Fang hält, ein schmackhafter Brocken Futter angeboten. Der Hundeführer kann auch mit dem Futter spielen um den Hund dafür zu interessieren. Meistens reicht es das Leckerlie dicht vor seine Nase zu halten und der Fang öffnet sich von ganz allein. Wichtig auch hierbei; nicht immer sofort die Beute wegnehmen und das Spiel beenden. Ein weiteres spannend gestaltetes Beutespiel sollte nun folgen, damit der Hund auch weiterhin das Vertrauen zu seinem Teampartner behält.

Alle diese Variationen sind sinnvoll und sollten abwechselnd einstudiert und praktiziert werden. Ein AUS durch Zwang ist im Normalfall nicht notwendig wenn der Hund versteht, dass er seine Beute wieder bekommt, sobald er sie losgelassen hat, auch in der Ausbildung zum Schutzhund.

Kommentare als RSS-Feed abonnieren 7 Kommentare

Drea08
02.04.2008 11:49 Uhr
Hallo, ich habe einen jungen Goldi zu Hause. Bei ist das Problem, dass es für früher interessanter war sich das Spielzeug zu holen und sich dann selber damit zu beschäftigen. Jetzt habe ich es langsam über Monate aufgebaut, dass Sie mir beim spielen die Beute wieder bringt, da Sie früher überhaupt keine Sachen vorallem draussen bringen wollte. Aber das funktioniert nur manchmal, wenn ich dann mit ihr einmal nicht trainiere oder wo anders trainiere, funktioniert das ganze nicht mehr so gut. Kann mir vielleicht jemanden einen Tipp geben, dass ich Sie so motiviere, dass Sie wieder zu mir mit dem Spielzeug im Mund kommt. Das Beute gegen Leckerli tauschen funktioniert aber immer.

Lg Drea
Drea08
02.04.2008 11:50 Uhr
Hallo, ich habe einen jungen Goldi zu Hause. Bei ihr ist das Problem, dass es für Sie früher interessanter war sich das Spielzeug zu holen und sich dann selber damit zu beschäftigen als es mir zu bringen und mit mir zu spielen. Jetzt habe ich es langsam über Monate aufgebaut, dass Sie mir beim spielen die Beute wieder bringt, da Sie früher überhaupt keine Sachen vorallem draussen bringen wollte. Aber das funktioniert nur manchmal, wenn ich dann mit ihr einmal nicht trainiere oder wo anders trainiere, funktioniert das ganze nicht mehr so gut. Kann mir vielleicht jemanden einen Tipp geben, dass ich Sie so motiviere, dass Sie wieder zu mir mit dem Spielzeug im Mund kommt. Das Beute gegen Leckerli tauschen funktioniert aber immer.

Lg Drea
flyn_dog
02.04.2008 14:36 Uhr
ein sehr schöner bericht...das mit dem Beutetausch wendet man auch beim frisbee an...
Man kann den Hund auch zum loslassen bewegen, wenn man mit der Hand die Brust des Hundes etwas anhebt...funktioniert auch...
Biggi
02.04.2008 15:43 Uhr
Ich brauche meinem hund nur das leckerli zu zeigen kommt er wild angerannt und lässt sein spielzeug fallen lach
Cando
02.04.2008 20:56 Uhr
Tolle Anleitung!

Mir bleibt nur eine Anmerkung:

Zitat: Bald wird der Hund seine Beute schon im Laufen zum HF von ganz allein fallen lassen um das zweite Bringsel zu
bekommen.

Hierbei kann einschleifen, dass der Hund die erste Beute schon auf halben Weg fallen lässt, in Spannung auf das zweite Beuteobjekt.

LG
Cando
Bijou
03.04.2008 08:32 Uhr
Hallo Drea08,
das mit dem Beute zurückbringen musst Du früh anfangen und immer beibehalten . Wenn Du nicht mit einer zweiten Beute oder Futter tauschen willst musst Du dem Hund bei bringen, dass das Spiel nur bei Dir weitergeht. Ich gestehe bei Hunden die dazu neigen sich selbst zu bestätigen ist das etwas schwierig. Ich habe meine Hunde immer auf verschiedenen Wegen zu mir geholt man muss sich eben was einfallen lassen. Gut eignet sich immer ein Zerrspiel bei dem Du dem Hund glaubhaft vermitteln musst mit ihm um die Beute zu streiten. Irrgendwann gewinnt der Hund und läuft mit der Beute davon, dann auf keinen Fall hinterher laufen sondern sofort weg vom Hund. Vielleicht folgt er Dir schon von ganz allein wenn Du wegläufst oder Dich versteckst. Am Besten machst Du an die Beute eine kleine Schnur, damit Du sie besser erreichen kannst. Wenn der Hund in Deine Nähe kommt kannst du diese schnell schnappen und ein weiteres Zerrspiel kann beginnen. Wichtig ist, dem Hund jetzt auf keinen Fall die Beute wegnehmen. Wenn das Spiel nicht weitergeht, warum sollte er dann zu Dir kommen. Lass ihn ruhig wieder gewinnen und beginne das Spiel von Neuem . Bei meiner Banzai habe ich eine andere Variante eingesetzt. Vielleicht hast Du schon mal Hunde beim Spielen beobachtet. Sich anschleichen an den Gegner gehört meist auch zum Spiel dazu. Wenn man sich mit einer gewissen Grundspannung an den Hund heran schleicht, geht er meist ebenfalls genau so langsam auf den Hundeführer zu. Kurz bevor man sich begegnet einfach weglaufen und Du wirst sehen Dein Hund kommt zu Dir.Irrgendwann wird er Dir die Beute zum weiterspielen anbieten,wenn er nur weis dass sich das für ihn lohnt und das Spiel beim Hundeführer was tolles ist.

Gruß Bijou
Bijou
03.04.2008 08:34 Uhr
Hallo Cando,

ist doch kein Problem. Es geht hier nicht um eine Apportierübung sondern um eine Variante zum erlernen der Übung AUS.

Gruß Bijou

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