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Aufbauarbeit zur Freifolge für den VPG Bereich

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Eintrag vom 17.09.2008

Aufbau Abteilung B; Freifolge

Das Fußgehen ist eine der wichtigsten Übungen im VPG Bereich. Jede Übung beginnt mit der Freifolge. Der Hund sollte dies möglichst ausdrucksstark aber auch korrekt und verlässlich ausführen. Möglichkeiten zum Aufbau dieser Übung gibt es viele, hier beschreibe ich mal wie ich es mache.

Die Freifolge besteht für mich zunächst mal aus zwei Teilübungen. Dem Einhalten der korrekten Position und dem Blickkontakt zum Hundeführer.
Den Blickkontakt zum Hundeführer auf Kommando herzustellen, lernen meine Hunde schon im Welpenhalter. Hierzu halte ich einen Leckerbissen in der einen Hand und den Clicker in der anderen . Meine Hunde kennen den Clicker als positiven Verstärker. Wenn es clickt ist die Übung korrekt ausgeführt und die Belohnung folgt sofort. So kann ich genau den richtigen Moment bestätigen und eine gute Kommunikation zum Hund herstellen.
Wenn der Hund nun versucht den Leckerbissen aus meiner ausgestreckten Hand zu nehmen , schließe ich diese einfach und warte bis er anderes Verhalten anbietet. Wenn er, auch nur für einen Bruchteil einer Sekunde, zu mir aufschaut ertönt sofort der click und der Welpe erhält den Futterbrocken. Nach einigen Übungseinheiten wird der Hund begreifen, dass er sein Triebziel nur über den Umweg Blickkontakt bekommen kann.
Die Zeit vom ersten Hochschauen bis zum Click wird dann nach und nach verlängert und das Kommando „Guck“ wird eingeführt. Wenn diese Basis geschaffen ist, verlange ich nun Blickkontakt in vielen verschiedenen Positionen. Zunächst vielleicht in der Grundstellung für einige Sekunden, danach beim angehen eines Schrittes und schließlich für einige Schritte vorwärts, rückwärts und zur Seite. Ich achte hier noch nicht auf die Position in welcher der Hund folgt, Hauptsache er hält den Blickkontakt.

Parallel hierzu arbeite ich mit dem Hund die Fußposition mit Hilfe der Futterhand aus. Ich halte Futter in der linken Hand und lasse diese vom Hund treiben und schieben. Ist er sehr eifrig bekommt er immer wieder ein kleines Stück Wurst und ich lasse mich von ihm zu einigen Schritten drängen. Nach dem Vorbild von G. Dildei studiere ich auf diese Weise Geraden, Grundstellungen, Richtungswechsel und Winkel ein. Der Hund wird hierzu in der korrekten Position durch die Futterhand geführt. Da er diese Position über mehrere Wochen eingehalten hat, sollte sie ihm zur Gewohnheit werden und er wird sie auch in Zukunft so beibehalten .
Erst wenn beide Teilschritte gut funktionieren, füge ich die Übungen zusammen und bestätige ab jetzt variabel zunächst noch sehr häufig mit Futter, um dem Hund die nötige Ruhe zu geben diese Übung auch zu begreifen. Später bringe ich dann etwas mehr Trieb in die Sache indem ich auf die Beißrolle oder einen Ball als Bestätigung umstelle. Ab der variablen Bestätigung füge ich hier wieder den Clicker in die Übungen mit ein. So kann ich genau den richtigen Zeitpunkt bestätigen und es kommen erst gar keine Missverständnisse zwischen Hund und Hundeführer auf.

Trotz gewissenhafter Vorarbeit neigen einige sehr triebstarke Hunde doch dazu leicht vor zudrängen. Daher versuche ich meinen Hunden bei zu bringen ausschließlich mein linkes Bein als Anhalspunkt für die korrekte Position an zu nehmen. Hier kommen jetzt Halsband und Leine zum Einsatz. Zunächst bringe ich den Hund in die Grundstellung ( Hund sitzt in korrekter Position und hält Blickkontakt). Das Kommando Fuß wird gegeben und der Hundeführer stellt nun das rechte Bein einen Schritt vor. Der Hund jedoch soll sich angewöhnen, ausschließlich dem linken Bein zu folgen . Eigentlich sollte er also, seine Position nicht verlassen, weil das linke Bein ja stehen bleibt. Tut er es trotzdem erfolgt eine Korrektur über Halsband und Leine und der Hund wird hierbei wieder in die richtige Position gebracht. Verbal bekräftige ich diesen Fehler noch mit einem scharfen „nein“ . Das Nein ist meinen Hunden als ein Zeichen für „falsch gemacht“ bekannt. Ich nutze es genau wie den Clicker zur besseren Kommunikation.
Nach einigen Übungseinheiten wird der Hund begreifen, dass er sitzen bleiben soll und wenn er dies tut, bekommt er sofort seinen Click und die Bestätigung durch ein gemeinsames Spiel.

Wenn das verlässlich klappt, gehe ich nach dem Kommando Fuß 2 Schritte an. Wobei sich das linke Bein aber nur einen Schritt weiter bewegt und der Hund auch wieder dort in Grundstellung gehen sollte. Das rechte Bein des Hundeführers steht also absichtlich nun einen Schritt vor, damit der Hund hier einen deutlichen Positionsunterschied erkennen kann. Sicherlich muss der Hund auch bei dieser Übung einige Male korrigiert werden. Hier ist natürlich genauso darauf zu achten korrektes Verhalten sofort zu bestätigen. Nur wenn das Timing stimmt kann der Hund hier eine Verknüpfung herstellen.
Klappt nun dieser eine Schritt nach vorne, wäre die nächste Übung dann ein Schritt nach rechts, wenn das gut läuft ein Schritt nach links und dann einer rückwärts immer nach dem gleichen Prinzip. Stets ist darauf zu achten die korrekte Position sofort zu bestätigen und jeden Fehler im Gegenzug sofort zu korrigieren. So entsteht ein für den Hund gut lesbares Konzept. (Schwarz und weiß)
Wenn all diese Teilübungen verstanden sind, sollte einer korrekten und ausdrucksstarken Freifolge nichts mehr im Wege stehen.

LG Dagmar und Bijou

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