Bijou

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Aufbau des Hürdensprunges über die 1m Wand für den VPG Bereich

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Eintrag vom 07.07.2008

Ich beginne mit der Aufbauarbeit für diese Übung mit dem Hund wenn er so etwa 12 Monate alt ist.
Natürlich wird die Hürde erst einmal auseinander genommen, so dass die zu meisternde Höhe bei der ersten Übungsstunde ausschließlich aus einem einzigen Brett besteht. Diese Distanz hat den Vorteil, dass sie a: leicht übersprungen werden kann ohne vom Hund berührt zu werden und b: der Hund ist in der Lage zu sehen was sich hinter der Hürde befindet, kann er dies nicht könnte sich hier eine gewisse Unsicherheit einschleichen, die uns am freien Arbeiten des Hundes hindert. Auch bei dieser Übung möchte ich den Hund nur passiv beeinflussen und nicht zum Springen zwingen. Vielmehr soll er frei und selbstständig seine eigene Sprungtechnik entwickeln, denn wer sollte besser wissen wann man am besten abspringt, wenn nicht der Hund selbst. Die Hürde an sich hat auch zunächst einmal überhaupt nichts mit Apportieren zu tun.
der Hund soll nun erst mal Hin- und Rücksprung miteinander verbinden, so dass es später egal sein wird, wo sich der Hundeführer befindet. Hin- und Rücksprung gehören einfach immer zusammen!

Damit für den Hund ein gewisser Anreiz entsteht das Hindernis zu überspringen, wird eine gut sichtbare Dose mit Futter hinter der Wand positioniert. Nun haben wir ein konkretes Ziel, das wird dem Hund helfen den richtigen Punkt zum abspringen zu finden und wir benötigen keine Zwangseinwirkung. Ich halte den Hund so dicht vor der Hürde, dass ein Vorbeilaufen kaum möglich ist und mache ihn auf das Futter aufmerksam. Dann wird er losgelassen, beim Überspringen des Hindernisses erfolgt der CLICK und auf der anderen Seite darf gefressen werden. Idealer Weise könnte nun eine Hilfsperson den Hund neu einstellen, damit der Hundeführer Zeit hat eine zweite Futterdose auf der anderen Seite auf zu stellen und wir verfahren wie gehabt.
Der Hund neigt nicht dazu dem Hindernis aus zu weichen, es ist ja auch noch nicht wirklich hoch. Normalerweise stellt sich ein solcher Fehler auch nicht ein, wenn man nicht zu schnell die Höhe verändert und der Hund sein Ziel gut sehen kann. Später wird ihm dann diese Übung zur Gewohnheit werden und er wird seine Futterdose an der anderen Seite der Hürde erwarten. Sollte er doch einmal vorbei laufen, darf natürlich auch keine Bestätigung erfolgen. Am besten steht immer eine Hilfsperson bereit, die dann die Futterdose einfach wegnimmt wenn die Hürde verweigert wurde. Die Übung wird mit einem Wort für "Falsch gemacht" z. B. NEIN! beendet und von Neuem begonnen. Der Hund soll möglichst aus eigenem Antrieb verstehen das es eine Belohnung nur nach dem Sprung gibt. Nach vielen, vielen Übungsstunden wird die Hürde immer ein Bisschen höher gestellt, je nach alter und Sprungtalent des Hundes natürlich. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Hund niemals eine Negativverknüpfung mit der Hürde haben darf. Also lieber noch mal ein Brett rausnehmen wenn`s mal nicht so gut klappt. Hat der Hund nach einigen Trainingseinheiten dann wirklich verstanden, also Springen=CLICK=Triebziel, dann wird im Laufe der Zeit nur noch nach dem Rücksprung belohnt. Das Lernziel Hin- und Rücksprung gehören zusammen sollte dann erreicht sein. Bei diesem Übungsaufbau wird der Hürdensprung schnell zur Lieblingsbeschäftigung des Hundes und wir erhalten einen sicher springenden und freudig arbeitenden Teampartner.

Viele Leute beginnen den Hürdensprung erst mit dem erwachsenem, körperlich ausgereiften Hund und ziehen ihn dann gleich über die komplette 1 m Wand, am Besten noch mit einem Leinenruck mit dem Ergebnis das der Hund dann die Hürde negativ verknüpft und diese dann ständig abtaxiert und nie den richtigen Punkt zum abspringen findet. Zögerndes Springen, Aufsetzen oder Anstoßen ja sogar verweigern der Hürde sind dann die Folge. Auch finde ich, dass der Apport erst hundertprozentig am Boden klappen muss, bevor man mit dem Bringen über die Wand beginnt. Weil ich leider kein besonderes Talent zum geraden Werfen habe, ist es für mich ebenfalls sehr wichtig, dass der Hund von allein weis das der Hürdensprung aus Hin- und Rücksprung besteht, sodass bei Schräglage des Holzes nicht die Gefahr besteht, dass er sofort zum Hundeführer läuft nur weil der aus seiner Sicht, nicht genau hinter der Hürde positioniert ist. Meine Bijou hat das auf diese Art und Weise gut begriffen und mir so einige Male "das Leben gerettet!!

Lieben Gruß
Dagmar Bijou + Banzai

Kommentare als RSS-Feed abonnieren 3 Kommentare

visitorPremium
07.07.2008 16:19 Uhr
Gute Bijou
Wenn ich werfe, wünschen sich manche auch einen Helm...*pfeiffff*

Eine Frage noch: der Hund überspringt die Hürde- für uns ist das ja "hin" und "zurück", für den Hund einfach nur "drüber".
Wie vermittelst du, dass es erst bei zwei Sprüngen "richtig" ist? Ist schon klar, du clickerst später nur den Rücksprung- aber wann oder woher weiß der Hund nun, dass kein Futter auf der einen Seite bedeutet, dass er zurück soll?

Lieben Gruß Tina
Bijou
07.07.2008 17:18 Uhr
Hallo Tina,

nun, zunächst wird der Hinsprung variabel belohnt, soll heißen einmal steht Futter da beim nächsten Mal eben nicht usw. . Wenn der Hund dann verblüfft schaut weil kein Futter da ist, rufe ich ihn mit Kommando Hopp zurück und clicke erst beim Rücksprung. Das Kommando ist dann bereits bekannt und er sollte von allein den Rückweg wie gewohnt über die Hürde nehmen, die Belohnung gibts dann erst beim Hundeführer. Wenn das nicht sofort klappt, klopfe ich beim Kommando auf die Hürde, meistens springen die Hunde dann auch zurück. Ansonsten muss der Hund durch Versuch und Irrtum lernen wie er seine Bestätigung bekommt. Bei einem Hund der die Arbeit mit dem Clicker kennt kein Problem, der bietet solange Sachen an bis der Click kommt.
Eigendlich bringe ich auch nur zu Anfang bei das Hopp drüber heißt . Wenn das begriffen ist ,setze ich die Übung zusammen .Hopp heißt dann drüber + nochmal drüber = Click= Bestätigung.
Anschließend setze ich dann mit dem Apport noch eine in Teilschritten zusammengesetzte Übung mit dazu die ebenfalls wieder in Teileschritte zerlegt wird bis die vollständige Übung prüfungsreif ist. Klingt kompliziert, ist aber eigendlich ganz einfach. Vielleicht blöd zu beschreiben, müsste man am lebenden Objekt zeigen : )

Gruß
Dagmar
visitorPremium
07.07.2008 17:57 Uhr
Hallo Dagmar,

vielen Dank, das ist ausführlich und gut beschrieben. Und ich finde es wesentlich einfacher, es mit einem Hund so aufzubauen- ich denke, das Ergebnis ist eine schöne, korrekte und freudige Arbeit.

Lieben Gruß Tina

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