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Aufbau der Übungen Sitz,Platz und Steh im VPG Bereich

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Eintrag vom 05.11.2008

Aufbau für die Übungen Sitz, Platz und Steh im VPG Bereich.

Ich beginne mit meinen Hunden möglichst früh, im Welpenalter mit dem Training. Welpen spielen von Natur aus gern und daher wird ein Beutespiel meist gut angenommen. Gemeinsames Spiel fördert das Vertrauen in die neue Bezugsperson und steigert das Beuteverhalten des jungen Hundes, welches mir ja im VPG Bereich ebenfalls sehr entgegen kommt.
Mir ist es sehr wichtig, dass der Hund von Anfang an nicht nur mit der Beute sondern mit dem Hundeführer spielt. Daher setzte ich mich zu ihm auf den Boden, wo wir auf gleicher Höhe miteinander spielen können und lasse den Welpen eine von mir heftig bewegte Beißrolle jagen, welche ich ab und zu über oder unter meine Beine hindurchführe oder hinter meinem Oberkörper verstecke. Ziel ist es Körperkontakt herzustellen. Der Hund soll absolutes Vertrauen zu seinem Hundeführer aufbauen. Natürlich achte ich darauf, dass der Welpe nicht die Lust am Spiel verliert, bald muss er auch mal seine Beute bekommen, mit mir darum kämpfen und dann darf er auch mal gewinnen und die Rolle wegtragen. Allerdings bin ich hier sehr bestrebt, dass der Hund mir das Bringsel wieder selbstständig zum weiterspielen anbietet. Hierzu arbeite ich mir Körperspannung und animiere den Hund zu mir zurück zu kommen. Meist merkt der Welpe sehr schnell, dass das alleinige Spiel sehr langweilig ist und wenn man das gemeinsame Spiel immer wieder abwechslungsreich gestaltet, kommt er nach einigen Übungseinheiten von selbst zurück und dann kann das Spiel weitergehen. Und wenn das mal nicht so gut klappt, habe ich eben ein zweites Bringsel dabei und biete dem Hund abermals ein gemeinsames Spiel an.
Wenn dieser Grundstock von gegenseitigem Vertrauen, Spaß am gemeinsamen Spiel und Steigerung des Beutetriebes gelegt wurde, baue ich langsam Zweckspiele (nach E. Lind) in das Spiel mit ein.

Die Übung Sitz ist eigentlich nur eine Rückwärtsbewegung und kann leicht ins Beutetreiben mit eingebaut werden. Ich lasse den Welpen also seine Rolle jagen und führe sie in einem günstigen Moment nach oben und gleichzeitig etwas nach hinten über den Kopf des jungen Hundes. Der Hund folgt ohne darüber nach zu denken seiner Beute und nimmt dabei eine sitzende Stellung ein. Ich gebe dem Welpen das Bringsel wenn er sitzt und bestätige ihn somit für die Arbeit, die er wahrscheinlich gar nicht als solche erkennt. Gleichzeitig gebe ich ihm ein akustisches Signal in Form von einem „JA!“ oder nehme den Clicker zur Hilfe um eine Basis für bestmögliche Verständigung zwischen mir und meinem Teampartner herzustellen. Nach und nach wird der Hund diese Haltung immer schneller einnehmen, weil er durch Gewohnheit gelernt hat, danach seine Bestätigung zu erhalten. Hier ist dann der richtige Zeitpunkt um das Kommando „Sitz“ mit ein zu fügen. Zuerst werde ich nun Kommando und Körperhilfe gleichzeitig anwenden, nach einiger Zeit beginne ich mit dem Kommando und gebe die Körperhilfe ein wenig später, dann baue ich die Hilfe langsam, aber sicher immer mehr ab bis sie gar nicht mehr nötig sein wird.

Für die Übung Platz empfiehlt es sich, den Hund beim Beutetreiben durch die Beine laufen zu lassen, sodass die angewinkelten Knie eine Art Tunnel bilden. Ich platziere die Beißrolle hinter dem „Tunnel“ durch den der Hund aber nur kriechend gelangen kann. Wenn der Welpe beim Versuch an sein Triebziel zu gelangen eine liegende Stellung einnimmt wird er sofort mit seiner Beute bestätigt. Danach verfahre ich genauso wie oben beschrieben, bis der Hund die Übung Platz verstanden hat.
Manche Hunde mögen nicht so gern durch Tunnel laufen und verweigern hier die Mitarbeit. Sollte dies einmal der Fall sein, so bediene ich mich einer anderen Variante. Allerdings funktioniert diese besser mit Futter- als mit Beutemotivation. Ich zeige dem Hund ein Futterstück und verstecke es so in meiner Hand, dass er es zwar riechen, aber nicht erreichen kann. Wenn der Hund also nun das Futter eifrig schiebt und treibt, führe ich ihn an der Futterhand ein wenig nach unten und gleichzeitig nach hinten, sodass er eine liegende Stellung einnimmt, dann wird er sofort bestätigt.

Für die Stehübung führe ich den beutetreibenden Hund diesmal über meine Beine und ziehe meine Knie leicht an wenn er mit dem Bauch darüber steht. Er wird kurz inne halten, weil er weder nach vorn noch nach hinten ohne Sprung ausweichen kann. Steht er also still, ist der richtige Zeitpunkt für eine Bestätigung. Erst später wird ein Kommando eingebaut und dann werden langsam alle Hilfen abgebaut bis die Übung Steh wirklich verstanden ist.

Alternativ kann man alle diese Übungen natürlich auch mit Futtertreiben anstelle der Beutemotivation aufbauen. Es empfiehlt sich später alle Stellungen unabhängig von einander, aber zunächst immer in Verbindung mit einem gemeinsamen Spiel abzurufen.
Auf diese Art und Weise des Aufbaus bemerkt der Hund nicht einmal, dass er arbeitet. Spiel und Arbeit gehören einfach zusammen, eigentlich ist die Arbeit das Spiel! So wird er auch in Zukunft immer gerne mit mir arbeiten und ebenfalls Freude am gemeinsamen Training behalten.

LG Dagmar

Kommentare als RSS-Feed abonnieren 5 Kommentare

visitorPremium
06.11.2008 08:56 Uhr
Hallo Dagmar,

vielen Dank für den anregenden Bericht. Ich finde auch, dass eine spielerische Führung des Welpens zu diesen Übungen die Beste ist. So kann er sich an Bewegungsabläufe gewöhnen und, was ich auch sehr wichtig finde, immer beim oder direkt am Hundeführer positive Erfahrungen machen.

Lieben Gruß Tina
BobbylinePremium
12.11.2008 23:09 Uhr
Hallo Damar,

vielen Dank für die Anregungen. Ich habe einen 3jährigen Schäferhund den ich mit 11/4 Jahre vom Tierheim geholt habe. Er war zweimal dort. Das Sitz und Platz funktioniert bestens, aber bei Fuß sträubt und quitscht er und macht es nur sehr widerwillig. Ich mache mit einen Leckerli in der Hand einen weiten Bogen und ziehe meine Hand dann zu mir her, aber es gelingt nicht immer, entweder springt er mich an oder er ist ganz aufgeregt.
Meine Frage: Wie komme ich da weiter, denn ich vermute, das in der Vergangenheit er beim Fuß etwas schlechtes erlebt hat.
Liebe Grüße Eva und Bobby
Puddel04
14.11.2008 19:04 Uhr
Hallo Dagmar,
habe mit großem Interesse den Artikel gelesen .
Versuch macht klug sagt man ja , aber was wenn alles daneben geht ? Ich habe einen Cavalier King Charls Spaniel mit 15 Wochen als Notfallabgabe geholt und war sofort verliebt in die Kleine. Sie geht andersrum auch mir nicht von der Pelle .Wir waren zur Hundeschule bis sie mit 6 Monaten läufig wurde und seitdem PENG !
Sie hört nicht mehr , sie läuft weg , ja im Grund macht sie was sie will . Sie ist durch und durch ein Wirbelwind und wenn sie draußen ist( so ziemlich den dreivirtel Tag ) dann ist sie nur am stöbern die Nase immer unten und rennt und springt .
Am Sonntag werden wir wieder mit der Hundeschule anfangen und das bei NULL !
Vieleicht gibt es noch einige nützliche Ratschläge , ich würde mich freuen .
LG u ein schönes WE Gaby u Lissy
1.uebungswart
04.12.2008 12:04 Uhr
Hallo,
deine Einträge sind wirklich gut!!!
Weiter so!!!!

Lg Tom
Gast
02.01.2009 19:40 Uhr
@Puddel04:
Mach deinen Hund von dir abhängig! Gib ihm futter nur noch aus der Hand nicht mehr aus dem napf, oder wenn sie draußen ist dann beschäftige dich mit ihr, spiel mit ihr, bring ihr iwas bei, z.b. tricks, aber lass sie nicht einfach nur rumlaufen. dann istes klar dass der hund macht was sie will...

diese neue selbstständigkeit hängt wahrscheinlich mit der flegelphase zusammen. jetztist wichtig, dass du den hund wieder neu an dich bindest!

Hoffe das kann dir helfen!
Ganz liebe grüße,
theresa.

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