Aufbau Abteilung B (Unterordnung) für den VPG Bereich
zu Bijous BlogübersichtEintrag vom 03.06.2008


Aufbau Abteilung B (Unterordnung) für den VPG Bereich
Die Abteilung B beinhaltet je nach Prüfungssparte (VPG 1/2/3) verschiedene Übungen die möglichst in Perfektion vom Team Hund/ Hundeführer vorgeführt werden sollen. Der Hund soll freudig und aufmerksam seinem Hundeführer folgen, sodass ein harmonisches Gesamtbild entsteht.
Für mich und meine Hunde beginnt die Ausbildung in der Abteilung B im Welpenalter. Etwa mit der 8. Lebenswoche beginnen wir mit dem Training. Es besteht zunächst einmal im gemeinsamen Spiel um eine gute Vertrauensbasis zwischen Hund und Hundeführer herzustellen. Gegenseitiges Vertrauen ist die Basis für eine effektive Hundeausbildung und auch für das reibungslose Zusammenleben mit dem Teampartner Hund.
Beute- und Futterspiele ermöglichen es dem Hundeführer ebenfalls, sich ein erstes Bild über die trieblichen Veranlagungen seines Hundes zu machen und sich diese angeborenen Eigenschaften in der späteren Ausbildung zu Nutze zu machen.
Motivation ist die Grundlage für einen freudigen und konzentrierten Teampartner. Beim täglichen Spiel kann der HF leicht herausfinden auf welches Triebmittel sein Welpe am besten reagiert. Hierzu begibt man sich mit dem Hund in Augenhöhe, setzt sich auf den Boden oder geht in die Hocke. Diese Art von Spiel mit gleichwertigen Partnern ist dem Welpen bereits von seinen Wurfgeschwistern bekannt und wird in der Regel gern angenommen.
Motivationsobjekte wie Ball, Beißrolle oder Quietsch-Igel werden zum „flüchtenden Hasen“ umfunktioniert, die der Kleine jagen, fangen und wegtragen darf. Das fördert den Beutetrieb und stellt ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Hund und Hundeführer her. Mir ist es sehr wichtig, dass der Hund lernt ein gewonnenes Spielzeug freudig zum HF zurück zu bringen. Entweder besteche ich ihn daher zu Anfang mit einem zweiten Bringsel oder biete ihm Futter zum Tausch an. Wenn man das Beuteobjekt mit einer Schnur versieht, kann man diese nachher auch wieder packen und der Beute so neues Leben schenken. Bald wird der Welpe lernen, dass das Spiel viel schöner und spannender ist wenn man es zu zweit bestreitet und von allein die Beute zum weiterspielen anbieten. Jedes Spiel sollte abgebrochen werden bevor der Welpe die Lust verliert. Bei mir enden Zerrspiele immer mit dem Gewinnen des Hundes. Er darf seine Beute wegtragen. Anschließend lenke ich ihn mit Futter ab und lasse die Beute schnell verschwinden, so bleibt immer ein gewisser Anreiz zum Spiel, denn das gibt es nicht unbegrenzt lange und man bekommt es nur beim Hundeführer. Die Basis für einen aufmerksamen Teampartner ist geschaffen!
Im weiteren Verlauf der Ausbildung fließen immer mehr auch Zweckspiele mit ein. Z. B. kann man eine Platzübung leicht einstudieren, wenn man die Beute durch seine angewinkelten Beine hindurchführt. Wenn der Hund versucht ihr zu folgen muss er sich hinlegen und lang machen, hat er die gewünschte Platzposition erreicht, gebe ich das Hörzeichen und bestätige gleichzeitig mit der Freigabe der Beute. Die Position Steh erreicht man wenn Die Beute über die Beine einer auf dem Boden sitzenden Person geführt wird und diese dann die Knie leicht anwinkelt. Wir halten einfach kurz inne, wenn der Hund ruhig steht geht das Spiel weiter. Hinsetzen oder Legen geht nicht weil die leicht angewinkelten Beine an den Bauch des Welpen stoßen, er wird also leicht stehen bleiben, wenn die Bestätigung im richtigen Moment kommt wird er diese Übung schnell verstehen.
Die Motivation durch Beute hat immer einen triebigen, schnellen und aufmerksamen Hund zur Folge. Manchmal wird der Hund aber auch leicht fahrig und verspannt seinen gesamten Körper vor Aufregung. Dieses Verhalten ist in machen Übungsabschnitten durch aus von Vorteil und verleiht z. B. beim Fußgehen dein Eindruck von Eleganz und Arbeitsfreude. Bei einer Sitzübung aber kann das Verspannen im letzten Moment zu einem nicht korrekten Durchsitzen führen, welches auf der Prüfung jede Menge Punkte verschlingt. Daher eignet sich die Futtermotivation für das Einstudieren solcher Übungen viel besser. Überall wo ich eine sehr korrekte Position erreichen möchte, motiviere ich den Hund über seinen Fresstrieb. Hierbei bleibt er sehr viel ruhiger als bei der Motivation durch Beute und lässt sich besser leiten.
Futtertreiben ist hier eine gute Variante. Hierzu nehme ich einige leicht zu schluckende Futterbrocken (Wurst oder Käse) in meine Hand und verschließe sie. Nun lasse ich den Welpen Witterung aufnehmen und wenn er eifrig schiebt und drängt um an das Futter zu gelangen, öffne ich die Hand ein wenig und überlasse ihm ein Stücken. So bestätigt wird er mit der Zeit immer eifriger die Hand seines Hundeführers treiben, so eifrig dass man ihn dann auch in beliebige Positionen hineinführen kann.
Für das Einhalten einer korrekten Position beim Fußgehen, führe ich den Hund an der Futterhand einfach so, dass seine Schulter an meinem Bein bleibt, für die nachfolgende, korrekte Grundstellung wird die Hand etwas nach links und nach oben gebracht, so sitzt der Hund immer gerade und eng beim HF. Zwischenzeitlich wird der Hund immer wieder für sein Drängen und verfolgen der Futterhand mit einem kleinen Wurststück belohnt. Hat der Welpe das Prinzip verstanden und klebt nun förmlich an der Futterhand, kann man so fast alle Übungen einstudieren oder verbessern.
Für die Sitzübung führe ich die Hand etwas nach oben und nach hinten und schon setzt sich der Hund von ganz allein. Ebenso funktioniert das auch mit der Platzübung, sollte diese Übung mit der eben beschriebenen Passivhilfe beim Beutespiel nicht klappen, führt man die Futterhand einfach nach unten und schiebt den eifrig drängenden Welpen dann etwas nach hinten. Das Ergebnis sollte dann eine perfekte Platzposition sein.
Diese Arbeitsweise baut auf die Macht der Gewohnheit. Wenn man den Hund nur lange genug in der gewünschten Position führt, gewöhnt er sich daran und wird sie auch nach Abbau der Hilfe immer bei behalten. Langsam und über mehrere Monate werden im weiteren Verlauf der Ausbildung alle Führerhilfen ausgeschlichen.
Die Ausbildung für einen BH Hund (Begleithund/Basis für VPG oder Obedience/Agility oder THS) dauert mindestens ein ganzes Jahr! Gerade die Abteilung B verschlingt auf Grund der Präzision der verlangten Übungen sehr viel Zeit und Ausdauer. Aber wie bei jeder Sportart ist auch hier eben der Weg das Ziel!
Ich habe hier nur einen kleinen Teil der Aufbauübungen der Abt. B für den VPG Bereich beschrieben. Sicherlich gibt es auch Hundeführer die ihre Unterordnungsarbeit völlig anders vorbereiten.Es gibt eben viele verschiedene Wege, aber ich denke man konnte erkennen, dass sich die Ausbildungsmethoden im Laufe der Zeit geändert und stark verbessert haben. Wir sehen nun nicht mehr den sturen oder dummen Hund den man zur Arbeit zwingen muss, sondern bemühen uns einen Weg zu finden um dem Tier auf der Basis seiner natürlichen Verhaltensweisen, bei zu bringen was wir von ihm wollen. Unsere Hunde merken letztendlich gar nicht dass sie arbeiten, sondern perfektionieren lediglich ihr Spiel. Ganz klar, keine Hundeausbildung ist möglich ohne einen gewissen Zwang oder Druck, aber ich glaube auch nicht dass das normale Zusammenleben mit dem Hund gänzlich ohne Strafe auskommt. Auch das gehört in die natürlichen Verhaltensweisen unseres Vierbeiners. Ich hoffe aber, dass dieser Artikel zeigt, dass im VPG Bereich keine Hunde verprügelt werden. Dieses Vorurteil möchte ich gern aus der Welt schaffen. Wir beginnen die Ausbildung früh und lassen uns so einiges Einfallen um das Prüfungsziel zu erreichen. Wenn etwas nicht klappt, ist nie die Schuld beim Hund zu suchen, sondern immer nur beim Hundeführer. Nur der freudig und fei arbeitende Hund kann wirklich viele Punkte erreichen und nur ein solches Team kann wirklich Harmonie ausstrahlen.
Grüße von
Dagmar + Bijou + Banzai
Die Abteilung B beinhaltet je nach Prüfungssparte (VPG 1/2/3) verschiedene Übungen die möglichst in Perfektion vom Team Hund/ Hundeführer vorgeführt werden sollen. Der Hund soll freudig und aufmerksam seinem Hundeführer folgen, sodass ein harmonisches Gesamtbild entsteht.
Für mich und meine Hunde beginnt die Ausbildung in der Abteilung B im Welpenalter. Etwa mit der 8. Lebenswoche beginnen wir mit dem Training. Es besteht zunächst einmal im gemeinsamen Spiel um eine gute Vertrauensbasis zwischen Hund und Hundeführer herzustellen. Gegenseitiges Vertrauen ist die Basis für eine effektive Hundeausbildung und auch für das reibungslose Zusammenleben mit dem Teampartner Hund.
Beute- und Futterspiele ermöglichen es dem Hundeführer ebenfalls, sich ein erstes Bild über die trieblichen Veranlagungen seines Hundes zu machen und sich diese angeborenen Eigenschaften in der späteren Ausbildung zu Nutze zu machen.
Motivation ist die Grundlage für einen freudigen und konzentrierten Teampartner. Beim täglichen Spiel kann der HF leicht herausfinden auf welches Triebmittel sein Welpe am besten reagiert. Hierzu begibt man sich mit dem Hund in Augenhöhe, setzt sich auf den Boden oder geht in die Hocke. Diese Art von Spiel mit gleichwertigen Partnern ist dem Welpen bereits von seinen Wurfgeschwistern bekannt und wird in der Regel gern angenommen.
Motivationsobjekte wie Ball, Beißrolle oder Quietsch-Igel werden zum „flüchtenden Hasen“ umfunktioniert, die der Kleine jagen, fangen und wegtragen darf. Das fördert den Beutetrieb und stellt ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Hund und Hundeführer her. Mir ist es sehr wichtig, dass der Hund lernt ein gewonnenes Spielzeug freudig zum HF zurück zu bringen. Entweder besteche ich ihn daher zu Anfang mit einem zweiten Bringsel oder biete ihm Futter zum Tausch an. Wenn man das Beuteobjekt mit einer Schnur versieht, kann man diese nachher auch wieder packen und der Beute so neues Leben schenken. Bald wird der Welpe lernen, dass das Spiel viel schöner und spannender ist wenn man es zu zweit bestreitet und von allein die Beute zum weiterspielen anbieten. Jedes Spiel sollte abgebrochen werden bevor der Welpe die Lust verliert. Bei mir enden Zerrspiele immer mit dem Gewinnen des Hundes. Er darf seine Beute wegtragen. Anschließend lenke ich ihn mit Futter ab und lasse die Beute schnell verschwinden, so bleibt immer ein gewisser Anreiz zum Spiel, denn das gibt es nicht unbegrenzt lange und man bekommt es nur beim Hundeführer. Die Basis für einen aufmerksamen Teampartner ist geschaffen!
Im weiteren Verlauf der Ausbildung fließen immer mehr auch Zweckspiele mit ein. Z. B. kann man eine Platzübung leicht einstudieren, wenn man die Beute durch seine angewinkelten Beine hindurchführt. Wenn der Hund versucht ihr zu folgen muss er sich hinlegen und lang machen, hat er die gewünschte Platzposition erreicht, gebe ich das Hörzeichen und bestätige gleichzeitig mit der Freigabe der Beute. Die Position Steh erreicht man wenn Die Beute über die Beine einer auf dem Boden sitzenden Person geführt wird und diese dann die Knie leicht anwinkelt. Wir halten einfach kurz inne, wenn der Hund ruhig steht geht das Spiel weiter. Hinsetzen oder Legen geht nicht weil die leicht angewinkelten Beine an den Bauch des Welpen stoßen, er wird also leicht stehen bleiben, wenn die Bestätigung im richtigen Moment kommt wird er diese Übung schnell verstehen.
Die Motivation durch Beute hat immer einen triebigen, schnellen und aufmerksamen Hund zur Folge. Manchmal wird der Hund aber auch leicht fahrig und verspannt seinen gesamten Körper vor Aufregung. Dieses Verhalten ist in machen Übungsabschnitten durch aus von Vorteil und verleiht z. B. beim Fußgehen dein Eindruck von Eleganz und Arbeitsfreude. Bei einer Sitzübung aber kann das Verspannen im letzten Moment zu einem nicht korrekten Durchsitzen führen, welches auf der Prüfung jede Menge Punkte verschlingt. Daher eignet sich die Futtermotivation für das Einstudieren solcher Übungen viel besser. Überall wo ich eine sehr korrekte Position erreichen möchte, motiviere ich den Hund über seinen Fresstrieb. Hierbei bleibt er sehr viel ruhiger als bei der Motivation durch Beute und lässt sich besser leiten.
Futtertreiben ist hier eine gute Variante. Hierzu nehme ich einige leicht zu schluckende Futterbrocken (Wurst oder Käse) in meine Hand und verschließe sie. Nun lasse ich den Welpen Witterung aufnehmen und wenn er eifrig schiebt und drängt um an das Futter zu gelangen, öffne ich die Hand ein wenig und überlasse ihm ein Stücken. So bestätigt wird er mit der Zeit immer eifriger die Hand seines Hundeführers treiben, so eifrig dass man ihn dann auch in beliebige Positionen hineinführen kann.
Für das Einhalten einer korrekten Position beim Fußgehen, führe ich den Hund an der Futterhand einfach so, dass seine Schulter an meinem Bein bleibt, für die nachfolgende, korrekte Grundstellung wird die Hand etwas nach links und nach oben gebracht, so sitzt der Hund immer gerade und eng beim HF. Zwischenzeitlich wird der Hund immer wieder für sein Drängen und verfolgen der Futterhand mit einem kleinen Wurststück belohnt. Hat der Welpe das Prinzip verstanden und klebt nun förmlich an der Futterhand, kann man so fast alle Übungen einstudieren oder verbessern.
Für die Sitzübung führe ich die Hand etwas nach oben und nach hinten und schon setzt sich der Hund von ganz allein. Ebenso funktioniert das auch mit der Platzübung, sollte diese Übung mit der eben beschriebenen Passivhilfe beim Beutespiel nicht klappen, führt man die Futterhand einfach nach unten und schiebt den eifrig drängenden Welpen dann etwas nach hinten. Das Ergebnis sollte dann eine perfekte Platzposition sein.
Diese Arbeitsweise baut auf die Macht der Gewohnheit. Wenn man den Hund nur lange genug in der gewünschten Position führt, gewöhnt er sich daran und wird sie auch nach Abbau der Hilfe immer bei behalten. Langsam und über mehrere Monate werden im weiteren Verlauf der Ausbildung alle Führerhilfen ausgeschlichen.
Die Ausbildung für einen BH Hund (Begleithund/Basis für VPG oder Obedience/Agility oder THS) dauert mindestens ein ganzes Jahr! Gerade die Abteilung B verschlingt auf Grund der Präzision der verlangten Übungen sehr viel Zeit und Ausdauer. Aber wie bei jeder Sportart ist auch hier eben der Weg das Ziel!
Ich habe hier nur einen kleinen Teil der Aufbauübungen der Abt. B für den VPG Bereich beschrieben. Sicherlich gibt es auch Hundeführer die ihre Unterordnungsarbeit völlig anders vorbereiten.Es gibt eben viele verschiedene Wege, aber ich denke man konnte erkennen, dass sich die Ausbildungsmethoden im Laufe der Zeit geändert und stark verbessert haben. Wir sehen nun nicht mehr den sturen oder dummen Hund den man zur Arbeit zwingen muss, sondern bemühen uns einen Weg zu finden um dem Tier auf der Basis seiner natürlichen Verhaltensweisen, bei zu bringen was wir von ihm wollen. Unsere Hunde merken letztendlich gar nicht dass sie arbeiten, sondern perfektionieren lediglich ihr Spiel. Ganz klar, keine Hundeausbildung ist möglich ohne einen gewissen Zwang oder Druck, aber ich glaube auch nicht dass das normale Zusammenleben mit dem Hund gänzlich ohne Strafe auskommt. Auch das gehört in die natürlichen Verhaltensweisen unseres Vierbeiners. Ich hoffe aber, dass dieser Artikel zeigt, dass im VPG Bereich keine Hunde verprügelt werden. Dieses Vorurteil möchte ich gern aus der Welt schaffen. Wir beginnen die Ausbildung früh und lassen uns so einiges Einfallen um das Prüfungsziel zu erreichen. Wenn etwas nicht klappt, ist nie die Schuld beim Hund zu suchen, sondern immer nur beim Hundeführer. Nur der freudig und fei arbeitende Hund kann wirklich viele Punkte erreichen und nur ein solches Team kann wirklich Harmonie ausstrahlen.
Grüße von
Dagmar + Bijou + Banzai
Stichworte: welpenaufbau, welpe, welpen, vpg, vielseitigkeitsprüfung, sport, spielen, training, liebe, lernen, hund, hunde, gebrauchshunde, erziehung, clickertraining, ausbildung
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wie immer ein schöner, gut verständlicher Beitrag- es liest sich so, als ob alles "geht wie von Zauberhand"
Dahinter steckt doch viel Theorie, die Praxis- orientiert umgesetzt wird. Um so schöner, wenn die gelungene Ausführung in deinen Videos zu sehen ist.
Lieben Gruß Tina